
Kölscher Erinnerungssplitter zum rheinischen Kapitalismus rechtssozialdemokratischer Prägung
„Köln – Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Norbert Burger ist im Alter von 79 Jahren
an Krebs gestorben. Der SPD-Politiker war 19 Jahre Oberbürgermeister der viertgrößten deutschen Stadt, von 1980 bis 1999. Sein Beiname war “der Oberburger”. Als sein Hauptverdienst gilt der weitere Ausbau Kölns zur Medienstadt. Bis heute viel zitiert wird Burgers Definition von Klüngel als einem “Ausräumen von Schwierigkeiten im Vorfeld von Entscheidungen”. Das Kölner Stadtbild beschrieb er einmal als eine “Summe von Ausnahmegenehmigungen”.[1]
Soweit die dürre dpa-Meldung, die ich am 22. Mai 2012 im Netz fand.
Dabei war Norbert Burger (*24.11.1932 †16.05.2012) in seiner Zeit wer & was: Als Nachfolger des Kölschen Legendärsozis John van Nes Ziegler (1973-1980) und selbst befolgt vom Immobilienmakler Harry Blum (CDU), der 1999/2000 nur´n paar Monate den OB geben konnte, war Burger zwei Jahrzehnte lang, 1980-1999, „ehrenamtlicher“ Kölscher OB und, als direkt gewählter Kölscher MdL, 1985-2000 Berufspolitiker auf NRW-Landesebene.
Nach dem bekannten rheinischen Grundsatz
„mer kenne´ uss - mehr helfe´ uss“ wurde Burger 1998 von der „Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln“, deren Kuratoriumsvorsitzender Burger „qua Amt“ als OB war, auch zum Dr.iur.h.c. promoviert.
Meiner Erinnerung nach traf ich Burger drei Mal. Nicht in den Kölner Jahren 1974/78. Sondern erst Ende der 1990er Jahre als ich noch im Schriftstellerverband war und ab & an zu Kultur- und Diskussionsveranstaltungen nach Köln fuhr. Einmal als Alphons Silbermann (1909-2000) (s)einen Kölschen Empfang zum Achtzigsten zu Fuße des Doms gab (und von mir´n Dreizeiler öffentlich spendiert bekam: „Alle, alle kuschen in den Medien / Nur einer stänkert wo er kann / Das ist Alphons Silbermann“). Das zweite Mal meldete ich mich auf Kölschen Medientagen knapp, kurz und kritisch zu Wort und hatte´n paar glucksende Lacher auf meiner Seite. Das dritte Mal nahm mich jemand mit auf eine von NRW-Großsozis veranstaltete so „interne“ wie langweilige Party … was Burger merklich so gar nicht paßte.
Ein paar Jahre später stand in einem unabhängigen online-Magazin diese kritische Notiz über Burger als Person, Typus und Vorgänger derer, die sich selbst seit einigen Jahren öffentlich „Spitzensozis“ nennen, und zugleich über den zum NevenduMont-Konzern gehörenden Kölschen „express“[2]:
„Noch vor dem inzwischen breit publizierten NRW-Mülldreck ereiferte sich der Kölner "express" über den auch dort mitbeteiligten Kölner OB, weil dieser sich mit einer Freundin heimlich in Istanbul getroffen haben soll. Darüber, dass Norbert Burger (SPD) in rund zwei Dutzend Aufsichtsräten sass - kein Wort ... wobei diesem Typ gern zwei Dutzend Freundinnen gegönnt sein, nur: dieser SPD-Funktionär erscheint schon mit e i n e m Aufsichtsratsposten überfordert.“
[1]
http://brf.be/nachrichten/regional/390940/
[2]
rechtskultur.de: 2 [2003/04]: 102
Richard Albrecht lebt als unabhängiger Sozialforscher & freier Autor in Bad Münstereifel und veröffentlicht seit Oktober 2010 regelmäßig unregelmäßig in diesem Blog ->
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flaschenpost. - Der Autor publizierte in den letzten Jahren vor allem in wissenschaftlichen und Fachzeitschriften wie
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FLASCHEN POST (Editor, 2011) und den literarischen Band
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