Der Link oben führt zu meinem 2002 erstveröffentlichten wissenschaftlichen Kurzessay. Veranlaßt wurde der Netzhinweis durchs heutige Sonntagsfeuilleton
WILDE SCHÖPFERKRAFT meiner hiesigen Blogkollegin Luise, die ein meines Erachtens gesellschaftrelevantes Thema so ansprach:
„Gestern war in Berlin "Die klügste Nacht des Jahres", die jährlich stattfindende Lange Nacht der Wissenschaften. Museen, Universitäten und viele andere Orte, wo Wissenschaft und Forschung betrieben werden, öffnen da ihre Türen für das Volk [...]
Ich landete bei einem Vortrag zum Thema "Hochbegabte Schulversager". Der Psychologie-Professor umriss das Thema, das nun langsam einen gewissen Stellenwert bekommt. Offensichtlich begreift man, dass der Wirtschaft die Besten abhanden kommen, weil die Schulen keinerlei adäquate Bildungs- bzw. pädagogischen Angebote für die Schlaumeier bereit halten. Im Gegenteil. Es läuft nämlich darauf hinaus, dass die schlausten Kinder den Betrieb stören. Von Anfang an erleben sie mehr Frust als Lust, so dass ihnen auch noch eine anfängliche hohe Motivation abhanden kommt. Die einen resignieren, die anderen werden aggressiv, wieder andere fallen durch "Minderleistung" auf. Gerne greift der Lehrer dann auf das angestammte Mittel zurück, mal ein paar deutlich schlechte Noten zu geben, damit das Kind sich ein wenig mehr anstrengen muß, und verschlimmert dadurch das Dilemma erheblich. Am Ende steht dann das Kind als Schulversager (oder Schulvermeider sprich Schwänzer) da und alle schütteln ratlos den Kopf. Dass das Kind sich nicht anstrengen muss, sondern geistige Anreize sucht, das hat keiner verstanden. Arme Kinder. [...] In deutschen Schulen trumpft das Mittelmaß auf.“
Dem möchte ich nur in einer Hinsicht widersprechen: Es ist nicht (wie noch Ende der 1980er Jahre auch Hans Magnus Enzenzberger meinte) das
„MITTELMASS“. Es ist vielmehr (wie auch nicht erst seit letzten Freitagmittag und zuletzt im Vor- und Nachwort zum
HITLERGEHEIMREDEBUCH betont)
unterhalb jeden Mittelmaßes: SUBMEDIOKRITÄT (submediocrity, submédiocrité, submediocridad):
Der Fisch fängt immer am Kopp zu stinken an …
Und was den Psycho so er denn nicht bloß Schwippschwapp-, Titular-, Honorar- oder außerordentlicher Professor, sondern ordentlich bestallter ganzdeutscher
Staatsdiener mit Professorentitel ist – da findste keinen einen, der, alle Nebeneinkünfte hier mal draußenvorgelassen, nicht mindestens „seine“ 5.000 € (in Worten Fünftausend Teuro) netto monatlich hat.
Auch dies möglicherweise (wenn auch kein Grund, aber doch) Anlaß, den vor zehn Jahren erstveröffentlichten Text eines Freien Autors und Unabhängigen Sozialwissenschaftlers so gründlich wie nachdenklich zu lesen …
Richard Albrecht lebt als unabhängiger Sozialforscher & freier Autor in Bad Münstereifel und veröffentlicht seit Oktober 2010 regelmäßig unregelmäßig in diesem Blog ->
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flaschenpost. - Der Autor publizierte in den letzten Jahren vor allem in wissenschaftlichen und Fachzeitschriften wie
soziologie heute (sh) und
Aufklärung und Kritik (A&K) sowie die Bücher
SUCH LINGE (2008),
FLASCHEN POST (Editor, 2011) und den literarischen Band
HELDENTOD - Netzarchiv des Autors ->
eingreifendes-denken (c) Richard Albrecht (2012)