Ein Freund machte mich auf einen Kampf der Minenarbeiter in Asturien aufmerksam. Worum geht es? Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze. 8000 Bergleute sollen entlassen werden, weil 200 Millionen Subventionen für die Kohlegruben gestrichen wurden. Die Arbeitslosigkeit liegt in der Region bei rund 30 Prozent.
Seit 37 Tage streiken die Bergleute mit breiter Unterstützung der Bevölkerung. Allerdings ohne ordentliche Berichterstattung durch die spanischen Medien. Man versucht wohl, den Widerstand totzuschweigen.
Dafür wurde die Gardia Civil in Stellung gebracht! Die Gardia Civil, eine Art Aufstandspolizei, versucht, die Dörfer in der Bergregion zu besetzen um den Streik zu brechen, was ihnen bisher nicht gelungen ist, da die Bergleute Widerstand leisten.
Im Moment läuft ein großer Marsch nach Madrid zur Regierung, der durch ganz Spanien führt und überall von der Bevölkerung begleitet wird. La Marcha Negra.
Und was ist mit der Kohle? Die wird man wohl zukünftig billig in Übersee kaufen, z.B. aus Südafrika importieren.
EU-Politik rettet Banken, aber zerstört ohne Skrupel Arbeitsplätze in Europa. Vom europäischer Wirtschaft ganz zu schweigen. Aber wir haben ja die Finanzindustrie, wie in England. Da hat man die "normale" wirtschaftliche Leistung quasi auf Null gefahren. Oder kennt noch jemand englische Firmen, Marken, Produkte, Forschung, Innovation? Es geht also nicht nur um Arbeitsplätze, sondern auch um den Erhalt von gewachsener Industrieleistung mitsamt technischem Knowhow. (Das verscherbeln unsere Wirtschaftslenker nämlich inzwischen auch, zum Beispiel in Form von Anlagen zur Solarstromerzeugung nach China.)
In Ländern wie England, wo die neoliberale Entwicklung sehr weit fortgeschritten ist, hat der Mensch noch zwei Daseinsformen: entweder stinkend reich sein oder bitterlich arm. Und nebenbei: folgerichtig finden sich zum Beispiel die stinkend reichen Griechen in England, wo sie teuerste Immobilien in edelsten Gegenden kaufen, während die bitterlich Armen in Griechenland zurückbleiben. Das System perpetuiert sich dauernd, und zwar über die europäischen Grenzen hinweg. Die Nationalität der Reichen spielt eigentlich keine Rolle mehr. Und überall lassen sie die Armen zurück.
Die spanischen Bergarbeiter zeigen, es geht auch anders. Sie kämpfen für ein normales Leben.