Jürgen Rüttgers sieben Schritte für noch mehr Altersarmut
Der abgewählte NRW-Ministerpräsident und "Rumänen-Experte" Jürgen Rüttgers zeigt in seinem Gastbeitrag im ehemaligen Nachrichtenmagazin stolz, dass er von Demografie und Altersarmut auch nur wenig Ahnung hat. Was allerdings auch nicht überraschen kann, wenn man selbst bereits Ansprüche auf fünfstellige Monatspensionen angehäuft hat und somit vom hohen Turm aus herabreden kann. Doch schauen wir mal genauer auf seine "Ideen":
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In 25 Jahren lebt in Deutschland womöglich die älteste Bevölkerung der Welt.
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Denn keiner weiss, wie die Zu- und Abwanderung in 25 Jahren aussehen wird. Derzeit strömen den Medien zufolge die (durch Merkels Spardiktat) arbeitslos gewordenen Jugendlichen aus Griechenland und Spanien nach Deutschland. Wer kann da heute schon wissen, was noch so passiert?
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Schon heute werden Schulen und Kindergärten geschlossen.
Das ist der neoliberale Verarmungspolitik und der "Schuldenbremse" zu verantworten, aber eher weniger zwingend einem "Demografiewandel".
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Lehrstellen können nicht besetzt werden. Facharbeiter fehlen.
Welche Lehrstellen bleiben denn unbesetzt? Die in den Pflegeeinrichtungen, Friseurbetrieben und im Gastronomiebereich? Also denen, in denen kaum Aussicht darauf besteht, von seinem späteren Arbeitslohn auch eigenständig leben zu können?
Und welche Facharbeiter fehlen denn? Die in den Leiharbeitsfirmen, Sozialdiensten und Kitas? Also in den Berufen, in denen man trotz Vollzeitstelle noch zur Behörde muss, um aufstockende Hartz4-Leistungen zu beantragen?
Wie überraschend

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Dörfer verlieren immer mehr Einwohner.
Joah, zuerst die "neuen Bundesländer" politisch gewollt zur Hungerlohnzone erklären und sich dann darüber wundern, wenn die Dörfer (und auch Städte) immer mehr Einwohner verlieren

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Die Fakten sind seit langem bekannt.
Herrn Rüttgers allerdings nicht.
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Deutschland braucht einen neuen Generationenvertrag. Heute bezahlt die arbeitende Bevölkerung die Renten. Der neue Generationenvertrag muss aber auch die Kinder mit umfassen, die später die Rente bezahlen sollen.
Äh, wie meinen? Will der Rüttgers auch Kinder für Rentner zahlen lassen? Durch gekürztes und entsprechend umverteiltes Kindergeld?

Wie wäre es stattdessen, wenn auf JEDES Einkommen auch Rentenbeiträge abgeführt werden müssen? Also auch auf die Zinsen, die man auf sein angelegtes Vermögen kassiert. Und auf die Gewinne, die man aus Aktien kassiert. Oder aus den Erbschaften und Mieteinnahmen, die man abkassiert. Zehn Prozent Rentenbeitrag auf all diese Einkommen, ohne Deckelung durch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, und schon würde die Rentenkasse derart in Geld ertrinken, dass sie freiwillig jeden Pöbel mit 60 Jahren in den Ruhestand schickt, um das Geld wieder los zu werden

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In Deutschland droht eine Altersarmut. Dies gilt besonders für Frauen. Da der Mindestlohn das Problem nicht löst, brauchen wir eine Mindestrente. Denn: Wer ein Arbeitsleben lang Beiträge in die Rentenversicherung zahlt, muss im Alter eine höhere Rente haben, als derjenige, der nie oder nur sporadisch gearbeitet hat.
Zuerst einmal ist es die CDU von Herrn Rüttgers, die sowohl Mindestlöhne wie auch Mindestrenten strikt ablehnt und blockiert.
Und wenn Altersarmut laut Rüttgers besonders für Frauen droht, aber nur derjenige eine Mindestrente bekommen soll, der durchgehend (statt sporadisch) gearbeitet hat, ändert das an der Altersarmut der Frauen sicherlich wenig. Denn gerade Frauen sind es, die "nur sporadisch" einer durchgehenden Arbeit nachgehen können. Merkt der Rüttgers eigentlich, wie er sich innerhalb von zwei Sätzen selbst widerspricht?
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Wer unverschuldet arbeitslos ist, sollte nicht mit Altersarmut bestraft werden.
Ob Herr Rüttgers wohl schon mal davon gehört hat, dass man angesichts von über sechs Millionen Arbeitslosen bei nicht einmal 500.000 offenen Stellen gar nicht "selbstverschuldet" in die Arbeitslosigkeit rutschen muss, sondern sogar zwangsläufig arbeitslos bleibt? Und warum will er "die Überflüssigen des Kapitalismus" auch noch zusätzlich mit Altersarmut bestrafen?
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Jedermann muss die Möglichkeit haben, zusätzlich zur solidarischen Rente privat vorzusorgen.
Ich habe noch von keiner Partei gehört, dass sie ein Verbot privater Vorsorge durchsetzen will. Allerdings sollte die gesetzliche Rente absoluten Vorrang haben. Gerade auch wenn man sieht, wie im Finanzcasino mit dem Geld umgegangen wird, welches als Altersvorsorge gedacht ist. Die Altersvorsorge der Menschen ist viel zu wichtig, als dass sie in die Hände von Carsten Maschmeyer geraten darf. Er und seine Komplizen auch noch "systemrelevant" zu machen, weil sie mit der Altersvorsorge der Bevölkerung jonglieren, ist absolut verantwortungslos.
Folgerichtig ist natürlich auch jede Subvention zugunsten von Betriebsrenten abzulehnen.
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Die Mehrheit der Menschen möchte gerne länger arbeiten.
Jau, vor allem Maurer, Dachdecker, Krankenhausangestellte, Polizisten, Müllmänner, Pflegepersonal, Steinsetzer, Estrichleger und Stahlarbeiter. Und auch im Büro erfreut es stets die älteren Beschäftigten, wenn ein neues Computerprogramm alle mühsam erlernten Doppelklicks hinfällig macht. Besonders lernresistente CDU/CSU-Altpolitiker wagen sich zur Freude aller sogar noch tapfer an Gesetze für ein besseres Internet

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Mit der unverzichtbaren solidarischen Rente allein können die wenigsten ihren Lebensstandard im Alter sichern.
Dass man mit der gesetzlichen Rente allein nicht mehr seinen Lebensstandard sichern kann, ist eine rein politische Entscheidung. Denn wenn sich, wie in Deutschland, quasi alle Besserverdiener aus der gesetzlichen Rente ausklinken und ihr eigenes Süppchen kochen, dann kann die gesetzliche Rente natürlich auf Dauer nicht mehr funktionieren.
Wenn aber wieder ALLE in ein und dieselbe Rentenkasse einzahlen, also auch Rechtsanwälte, Politiker, Beamte, Ärzte, Apotheker, Notare, Selbstständige und unsere Kollegen der Bundeswehr, dann würde die Sache ganz anders aussehen. Logisch, dass ein dick in der Sahne hockender Politiker wie Jürgen Rüttgers davon natürlich nichts hören will. Egoisten geben halt nur ungerne etwas ab.
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Die Übergänge zwischen Erwerbstätigkeit und Rentenbezug müssen flexibler gestaltet werden. Die Mehrheit der Menschen möchte gerne länger arbeiten. Wir sollten es ihnen nicht verbieten.
Auch hier: Wer bitteschön will den Menschen im Alter ein Berufsverbot erteilen? Jürgen Rüttgers kämpft hier gegen Feinde, die es überhaupt nicht gibt.
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Der Umbau unserer Gesellschaft zu einer Gesellschaft des Miteinanders von Jung und Alt ist überfällig und dringend.
Falsch. Überfällig ist eine Gesellschaft des Miteinanders zwischen Arm und Reich. Eine Gesellschaft, in der diejenigen, die im Monat so viel Kohle abkassieren wie ein Durchschnittsverdiener im gesamten Jahr, von sich alleine aus eine sozialgerechtere Besteuerung fordern.
Da aus diesen Kreisen aber fast ausschliesslich nur Gejammer über angeblich zu hohe Steuerbelastungen zu vernehmen ist, obwohl bereits ein Zweitcabrio in der Tiefgarage des Ferienanwesens parkt, sind wir von einer zivilisierten Welt noch Lichtjahre entfernt. Und Jürgen Rüttgers CDU hat massiven Anteil an dieser Entwicklung.
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Es wird Zeit, sich um eine neue Generation zu kümmern.
Amen.
Übrigens gehört "Rent-a-Rüttgers" zum linken Flügel der CDU.
Tags für diesen Artikel: altersarmut, cdu, demografie, jürgen rüttgers, kapitalgedeckte rente, mindestlohn, rent-a-rüttgers, rente, riester-rente
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sehr gut kommentiert.
Leider gibt es viel zu Viele, die diesen Quatsch, den Rüttgers u. Konsorten verbreiten, glauben.
Glückwunsch zu Deiner klaren Sichtweise
Wenn man bedenkt, das es mal Leute gab, die dafür Geld ausgegeben haben, sich von so einem Dünnbrettbohrer "beraten" zu lassen...
Hier handelt es sich um eine Zwecklüge, um Jung und Alt gegeneinander auszuspielen.
Dann übernimmt man im vom absterben begriffenen ländlichen Raum im Osten noch die Aufgaben von Altenpflegern und Sozialarbeitern.
Funktionieren und ertragen, statt leben.
Kinder in diese Welt setzen?
Der "Staat" verabschiedet sich auf Wolke sieben, mit seinem Papierflieger.
Grüße.
http://freies-in-wort-und-schrift.info/2012/07/14/ich-mach-mir-keinen-kopf-wegen-meiner-rente/
so ist´s mit diesem JR, der hier mal fünf lange Jahre lang NRW-MP war. Bleibt die Frage: muß ich mich als NRW-Bürger für diesen Dumm[...] als meinen Ex-Landesvater schämen?
Durch Kinderarbeit natürlich.
"Die Mehrheit der Menschen möchte gerne länger arbeiten."
Bei der Erhöhung des Renteneintrittsalters wird das gerne behauptet. Bei der arbeitenden Bevölkerung heißt es Druck erhöhen, da das faule Pack sonst keine Arbeit annimmt. Wer findet den Widerspruch.