Ethik und Moral müssen finanzierbar sein, aber beides senkt maximal erzielbaren Profit.
Dies kann im Umkehrschluss bedeuten, wenn der erzielbare Profit nicht mehr zufrieden stellt, dass moralisch, ethisch vertretbare Entscheidungen über Bord geworfen werden - Jedenfalls wird das so oder ähnlich von der Mehrheit der Menschen wahrgenommen.
Ethik und Moral senkt den erzielbaren Profit, also weg damit
Die soziale Verantwortung der Wirtschaft gegenüber der Gesellschaft, ist der „ewige“ Zankapfel.
Zwischen liberal, sozial, ökologisch denken und handelnden Ökonomen „schwimmen“ die jeweiligen Interessen der Beteiligten hin und her. Die Widersprüche zwischen Kapital und Besitz, Arbeiter und Volk sind unüberbrückbar. In Annäherungen wird immer wieder eine Konsenshaltung gesucht, der wiederholte Versuch unternommen, einen vertretbaren Ausgleich zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu finden und die Interessen auszugleichen.
Während in früheren Jahrhunderten das Kapital und Besitz sehr eindeutig die Umstände des Wirtschaftens, des Arbeitens und der Lebensumstände bestimmten, verschwimmen diese Verhältnisse spätestens seit den revolutionären Umstürzen des 18 bis 20. Jahrhunderts. Doch wenn man genauer hinschaut, könnte man schnell zu der Auffassung kommen, dass sich weder die Besitzumstände, noch die Kapitalverhältnisse seither entscheidend verändert haben. Denn noch immer vereinigen wenige Reiche den Großteil des Kapitals und nur Wenige das erarbeitete Kapital der Produktiven. Noch immer schuften vielfach Arbeiter für geringe Entlohnung und teilweise unter schlechten Bedingungen. Der Profit bestimmt die Arbeitsweise.
Zwar wurden überall auf der Welt Gesetze zum Schutz der arbeitenden Menschen erlassen, aber immer noch werden diese ebenfalls überall auf der Welt bei jeder Gelegenheit ausgehebelt, gebrochen, also schlicht nicht eingehalten. In den Industriestaaten konnten Gewerkschaften die Anforderungen an die Ökonomie als Arbeitgeber höher setzen und Einfluss auf die Löhne nehmen, doch das Kapital diktiert noch immer die Bedingungen. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts scheint eine neue ökonomische Zeitrechnung begonnen zu haben. Einerseits wurden in den führenden Industriestaaten die sozialen Standards infolge einer fortwährenden Kapital- und Konsumkrise verschlechtert, andererseits wurde kräftig an der Lohnschraube gedreht, um die schwindenden Profite wieder zu frisieren.
Sozialstandards müssen abgesenkt werden, um Staatsausgaben finanzierbar zu erhalten. In den Industriestaaten wurde und wird dies den Bevölkerungen als Begründung geliefert, um ihr Schweigen zu erkaufen. Die fortwährende Finanz- und Kapitalkrise führt nur zu weiteren Abschmelzungen und schrittweise nähern wir uns den Lebens- und Arbeitsverhältnissen vor der Wende ins 20. Jahrhundert als die Leibeigenschaft gerade abgeschafft worden war.
Die Arbeiter- und Sozialbewegungen sind schrittweise tot oder bewegungsunfähig und neue Bewegungen starten bereits in ihrer Entstehung korrupt oder sind unterwandert. Sie bewegen sich haltlos, hilflos gegenüber der Härte des sich wehrenden Systems aus Kapital, Einfluss und Macht.
Wird die Geschichte vergessen oder einfach ignoriert?
In den Folgen der europäischen Revolutionen, wurden die harten Grenzen der Abhängigkeit von Besitz, Kapital und Leibeigenschaft für die Lohnabhängigen aufgebrochen. Aber am Ende stand aber nicht der freie Mensch, sondern der Bürger, der noch immer in der Abhängigkeit und Willenhaftigkeit des Besitzes und des Kapitals, herrschender Kräfte unterworfen war und blieb. Die wenigen Rechte die der kapital- und besitzlosen Bürgerschaft eingeräumt wurden, konnten diese weder aus ihrer Unfreiheit befreien oder dafür sorgen, dass sie künftig keiner existenziellen Abhängigkeit gegenüber stünden. Dass Arbeitsprinzip als Herrschaftsmittel wurde akzeptiert.
Die Entwicklungen der industriellen Revolutionen haben für die Völker ebenfalls zu keiner Befreiung geführt. Denn in ihrer Folge wurden sie in zwei Weltkriege und viele regionale Kriege verstrickt, die es fast unmöglich machen, über die Grenzen dieser Tragödien hinaus, einer friedlichen Koexistenz die Hand zu reichen. Zwei Herrschaftssysteme standen sich gegenüber. Bis heute verfolgen Kapital und Besitz die Ausweitung ihrer jeweiligen Macht, dessen Erhaltung. Die Folgen der Geschichte sind vergessen oder werden zumindest von den betroffenen Völkern nur insoweit begriffen, als das sie nie mehr Konfrontationen dieser Ausmaße erleben wollen.
Die Brandstifter der vergangenen Jahrhunderte haben ihre Lunten und Brandsätze unter die Völker gelegt. Mit Mistrauen, Fremdenfeindlichkeit, Terrorangst und religiöse Hintergründen schaffen sie den Boden, der die Verbrüderung der Menschen des 21. Jahrhunderts verhindert.
Die Machteliten sitzen noch immer fest im Sattel, es gibt auch keine „vorrevolutionäre Grundstimmung“, die in irgendeiner Weise geeignet wäre, diese Besitzverhältnisse zu kippen.
Der Kapitalismus ist nicht tot, trotz Weltwirtschaftskrise funktioniert der Schein des Seins, den er kann noch immer soviel Verblendung organisieren, dass die Völker sich als Gegner begreifen.
Die Lehren aus der Geschichte führen dazu, dass Kriegslist, Technik und Vorgehensweise weiter verfeinert, spezialisiert und modernisiert werden. Ein geeintes Europa scheint fern jeder Vernunft, denn die Gegenwehr ist denkbar gering. Zu viele Menschen halten sich aus der Politik heraus und leben in ihrer eigenen Scheinwelt der Ignoranz und des Eigennutzes. Zu viele Eltern begreifen nicht, dass es ihre Verantwortung gegenüber ihren Kindern ist, um zu handeln. Stattdessen werden Militärjobs, Auslandseinsätze oder zweifelhafte Berufe als Einnahmequelle verstanden, auf denen diese Jugend ihre Zukunft bauen soll. Geschichte ist Vergangenheit, was solls´s?
Rechtfertigen härtere Zeiten eine härtere Handlungsweise?
Es war und wird immer ein Zankapfel zwischen der Ökonomie, der Politik und den Arbeitern sein, unterschiedliche Interessen zwischen Abhängigkeit, Profitabsicht, Ware und Lohn.
Unternehmer wollen unbehindert ihre Vorstellungen umsetzen, während Arbeiter nicht ausgebeutet werden wollen. Die Politik setzt gesetzliche Rahmenbedingungen als Handlungskorridor, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt abzusichern. Gewerkschaften sollen im Wesentlichen die Interessen der Arbeiterschaft vertreten, ohne dabei den ökonomischen Sinn und Zweck des Unternehmertums, als Leistung für die Gesellschaft aus den Augen zu verlieren.
Ökonomiekritiker stellen die Frage nach dem Sinn und Zweck der Wirtschaft und des Kapitals, im Sinne seiner Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Wie diese zu deren Wohle handeln sollen, wenn doch tatsächlich der pure Egoismus herrscht, der sich weder an moralische, ethische Grundsätze oder soziale Verantwortung hält.
Wirtschaft und des Kapital argumentieren damit, dass die Zeiten für alle Beteiligten härter geworden seien. Die Globalisierung sei direkter geworden und faktisch stehe jeder im internationalen Wettbewerb. Da sind die Spielräume des Handelns viel enger geworden.
Im internationalen Wettbewerb stehen nicht mehr nur Unternehmer und Kapitalgeber, sondern auch Arbeiter, bis hin zu Gesellschaften an sich (wie z.B. die europäische Union, Einzelstaaten). Es wird um Marktanteile, Gewinne, Macht und Einfluss gerungen (wie schon immer), aber dabei wird um oft wenige Prozentpunkte gezockt und gepokert. Kapitalanleger wollen den schnellst möglichen Gewinn erzielen und wollen dafür keine Verpflichtungen eingehen, wollen anonym und frei von jeder Verantwortung den erzielbaren Profit schnell abschöpfen der möglich ist.
Kapital soll unproblematisch investiert und wieder herausgezogen werden, ohne Begrenzungen oder Beschränkungen. Auf diese Weise hat sich ein Karussell von Glücksrittern selbst geschaffen, die quer über den Globus, einem Wanderzirkus vergleichbar agieren und wie eine Horde von Heuschrecken über alles herfallen was mehr Profit verspricht. Sie sind nie satt und bekommen nie genug. Sie hinterlassen „verbrannte Erde“ aus ausgehöhlten Firmen, vernichteten Arbeitsplätzen und verbranntem Kapital. Ihre Versprechungen auf Gewinn sind ihre Anziehungskraft und ihr Verführungsgeschick ist ungebrochen. Die Zeiten sind härter geworden.
Den neben den „üblichen Verdächtigen“ stehen mittlerweile Konzerne aus der sozialen Hemisphäre, Renten- und Krankenversicherungen als Profitsuchende Kapitalanleger neben den bekannten als „Heuschrecken“ verschrienen Anlegern. Da wird es schwer, die Unterscheidung zwischen „Freund und Feind“ zu treffen.
Viele „Anleger“ schrecken nicht vor Illegalen Methoden zurück, die kriminelle Energie der Handelnden ist enorm. Die Ausbreitung krimineller Machenschaften in der Ökonomie ist riesig, wie Statistiken und Studien oder die Aufdeckung immer neuer Fälle von Korruption, Bestechung, Steuerhinterziehung, Wirtschaftsspionage und anderer Straftaten deutlich belegen.
Bestraft werden nur der Langsame und der Dumme?
Die Gier nach dem maximal erzielbaren Profit kennt keine Grenzen, weder als Anlageform, noch deren Umfang. Zwar erschreckt die aktuelle Weltfinanzkrise mittlerweile viele ihre Jünger, weil die Risiken stetig steigen, aber nicht wenige unterliegen der Verführung und investieren ihre „mühsam“ verdienten Kröten oder die der Anderen. Das Allheilmittel der „ungebremsten Ökonomie“ sind wahnwitzige Profitabsichten, die sich gegenseitig überbieten.
Das ständig schneller drehende Karussell schmeißt viele ihrer Teilnehmer gnadenlos heraus und das aufspringen wird zunehmend schwerer, aber dennoch ist die Idee des Kapitals und Profits nicht totzukriegen, zu viele glauben der Versprechung ihres persönlichen Sieges im System.
„Wer zu langsam ist, den bestraft das Leben“ so lautet ein bekannter Ausspruch. Nach dieser Devise handeln viele Wirtschaftskriminelle, die darauf bauen können das entweder ihre Kontakte sie rechtzeitig vor einer bevorstehenden Strafverfolgung warnen. Oder sie auf die Lücken im Rechtssystem und darauf, dass ihre Verfehlungen nicht nachgewiesen werden können. Notfalls ziehen sie Beteiligte mit in den Abgrund, um für sich selbst bessere Bedingungen auszuhandeln.
„Der ehrliche ist der Dumme“ lautet ein weiterer Ausspruch, mit dem sich kriminell handelnde gern versuchen als „kleines Übel“ darzustellen. Das aber mit der so genannten „Alltagskriminalität“ bereits die Schwelle bereitet wird, um größere Straftaten zu legitimieren, kümmert nicht jeden, der z.B. die Hausratsversicherung betrügt, die Steuerabrechnung zum eigenen Nutzen schönt oder im Büro schnell mal Stifte klaut.
Wirtschaftskriminalität ist kein Kavaliersdelikt, weil es Arbeitsplätze und Unternehmen gefährdet. Seit Jahrzehnten steigen die Zahl der bewiesenen und aufgeklärten Straftaten sowie deren Dunkelziffer beträchtlich. Mit den enger werdenden Marktbedingungen und dem härter werdenden Geschäften, werden auch deren Methoden defiziler. Ob Produktfälschungen die immer raffinierter werden, Wirtschaftsspionage deren Umfang und Detailreichtum sich jährlich zu potenzieren scheint oder Firmen, die mit Sabotage die lästige Konkurrenz ausschalten, verschaffen sich jedenfalls immer mehr Unternehmen im internationalen Wettbewerb Vorteile, die allerdings häufig nur von kurzer Dauer sind.
Auf der Strecke bleiben Beschäftigte oder Geschäftspartner sowie Kunden oder Unbeteiligte. Bei der Umweltkriminalität kommen noch die ökologischen Folgen hinzu, durch die ganze Regionen oder Lebensbereiche komplett unbewohnbar werden. Gesellschaften sind insgesamt die Verlierer, weil sie sich gegen die geballte kriminelle Energie nur unzureichend wehren können und gegen das Gestrüpp aus Macht, Einfluss und Seilschaften kaum ankommen.
Die Ermittler, Strafverfolgungsbehörden werden nicht selten an einer effizienten Aufklärung und Strafverfolgung behindert. Nicht selten werden sie „zurück gepfiffen“, weil das System diese Kriminellen schützt.
Ist die Systemfrage überholt oder so aktuell wie nie zuvor?
Die Kritiker des Kapitalorientierten Gesellschaftssystems, dass global agiert, halten es für überholt und falsch. Nicht wenige glauben an eine Renaissance des Sozialismus mit einer Anreicherung neuer Ideen und Ausformungen, um die erwiesenen Fehler der Vergangenheit zu beseitigen.
Niemand kann heute sagen, wo die sprichwörtliche „Reise“ hingeht. Klar scheint aber zu sein, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher und dies aus ökologischer und ökonomischer Einschätzung. Zudem fühlen sich nicht wenige Menschen in ihrer Intelligenz beleidigt, wenn ihre Kritik damit beantwortet wird „es war immer so und wird immer so sein“.
Klar scheint heute, dass die Menschheit zu ihrem Überleben neue Diskussionen und Ideen hervorbringen muss, um die heutigen Probleme unserer Gesellschaftsordnungen zu lösen.
Dafür reicht das auf Geld- und Kapitalwerten aufgebaute Weltfinanzsystem nicht aus.
Die Menschheit muss losgelöst von Ungleichheit, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in einer gemeinsamen neuen Weltordnung, die kein Patriarchat und keine religiös formulierte Gesellschaft kennt, sich neu organisieren. Biographien die sich durch ihre Erziehung zum Gemeinsinn, durch gelebte soziale Kompetenz und Kreativität hervortun, statt durch Egoismus und Eigensinn, sollten das Ziel sein, dabei spielt Bildung und Mehrsprachigkeit einen entscheidenden Faktor.
Vielleicht ist es dann auch möglich vorhandene Ressourcen gerechter zu verteilen. Die Erschließung von Bodenschätzen soll nicht mehr Zulasten von Völkern erfolgen. Neue Produkte sollen ökologisch und rationell sinnvoll produziert und vertrieben werden, ohne diese zu vergeuden und zu verschwenden (Nachhaltigkeit). Nahrungsmittel müssen ohne Schäden für die Umwelt produziert und nutzbar gemacht werden und ohne gesundheitliche Bedenken auszulösen.
Dazu wird die gesamte Geistesleistung der Weltbevölkerung gebraucht, um die heutigen Probleme dauerhaft und nachhaltig aufzulösen und dafür braucht es eine neue Weltordnung.
Die Machteliten und alle ihre Anhänger werden nicht freiwillig das Feld räumen, also entweder sterben diese irgendwann von selbst aus oder wir zwingen sie zu ihrem Rückzug.
Wir sind bereits umgeben von diesen Veränderungen. Die Umwälzungen in der arabischen Welt führen uns vor Augen, wie schnell Veränderungen passieren können. Diese Veränderungen sind aber noch lange nicht abgeschlossen. Sie belegen noch nicht den Beginn einer neuen Zeitrechnung, sondern sind Phasen auf dem langen Weg in eine neue Zeit.
Je schneller und konsequenter wir selbst für uns erkennen, das das Geldwertsystem Kapitalismus nicht die Antworten für das Überleben der Menschheit bietet, je schneller werden wir begreifen, das wir selbst auch dazu beitragen können, die Verhältnisse in unserem Sinne zu verändern!
Zwischen liberal, sozial, ökologisch denken und handelnden Ökonomen „schwimmen“ die jeweiligen Interessen der Beteiligten hin und her. Die Widersprüche zwischen Kapital und Besitz, Arbeiter und Volk sind unüberbrückbar. In Annäherungen wird immer wieder eine Konsenshaltung gesucht, der wiederholte Versuch unternommen, einen vertretbaren Ausgleich zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu finden und die Interessen auszugleichen.
Während in früheren Jahrhunderten das Kapital und Besitz sehr eindeutig die Umstände des Wirtschaftens, des Arbeitens und der Lebensumstände bestimmten, verschwimmen diese Verhältnisse spätestens seit den revolutionären Umstürzen des 18 bis 20. Jahrhunderts. Doch wenn man genauer hinschaut, könnte man schnell zu der Auffassung kommen, dass sich weder die Besitzumstände, noch die Kapitalverhältnisse seither entscheidend verändert haben. Denn noch immer vereinigen wenige Reiche den Großteil des Kapitals und nur Wenige das erarbeitete Kapital der Produktiven. Noch immer schuften vielfach Arbeiter für geringe Entlohnung und teilweise unter schlechten Bedingungen. Der Profit bestimmt die Arbeitsweise.
Zwar wurden überall auf der Welt Gesetze zum Schutz der arbeitenden Menschen erlassen, aber immer noch werden diese ebenfalls überall auf der Welt bei jeder Gelegenheit ausgehebelt, gebrochen, also schlicht nicht eingehalten. In den Industriestaaten konnten Gewerkschaften die Anforderungen an die Ökonomie als Arbeitgeber höher setzen und Einfluss auf die Löhne nehmen, doch das Kapital diktiert noch immer die Bedingungen. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts scheint eine neue ökonomische Zeitrechnung begonnen zu haben. Einerseits wurden in den führenden Industriestaaten die sozialen Standards infolge einer fortwährenden Kapital- und Konsumkrise verschlechtert, andererseits wurde kräftig an der Lohnschraube gedreht, um die schwindenden Profite wieder zu frisieren.
Sozialstandards müssen abgesenkt werden, um Staatsausgaben finanzierbar zu erhalten. In den Industriestaaten wurde und wird dies den Bevölkerungen als Begründung geliefert, um ihr Schweigen zu erkaufen. Die fortwährende Finanz- und Kapitalkrise führt nur zu weiteren Abschmelzungen und schrittweise nähern wir uns den Lebens- und Arbeitsverhältnissen vor der Wende ins 20. Jahrhundert als die Leibeigenschaft gerade abgeschafft worden war.
Die Arbeiter- und Sozialbewegungen sind schrittweise tot oder bewegungsunfähig und neue Bewegungen starten bereits in ihrer Entstehung korrupt oder sind unterwandert. Sie bewegen sich haltlos, hilflos gegenüber der Härte des sich wehrenden Systems aus Kapital, Einfluss und Macht.
Wird die Geschichte vergessen oder einfach ignoriert?
In den Folgen der europäischen Revolutionen, wurden die harten Grenzen der Abhängigkeit von Besitz, Kapital und Leibeigenschaft für die Lohnabhängigen aufgebrochen. Aber am Ende stand aber nicht der freie Mensch, sondern der Bürger, der noch immer in der Abhängigkeit und Willenhaftigkeit des Besitzes und des Kapitals, herrschender Kräfte unterworfen war und blieb. Die wenigen Rechte die der kapital- und besitzlosen Bürgerschaft eingeräumt wurden, konnten diese weder aus ihrer Unfreiheit befreien oder dafür sorgen, dass sie künftig keiner existenziellen Abhängigkeit gegenüber stünden. Dass Arbeitsprinzip als Herrschaftsmittel wurde akzeptiert.
Die Entwicklungen der industriellen Revolutionen haben für die Völker ebenfalls zu keiner Befreiung geführt. Denn in ihrer Folge wurden sie in zwei Weltkriege und viele regionale Kriege verstrickt, die es fast unmöglich machen, über die Grenzen dieser Tragödien hinaus, einer friedlichen Koexistenz die Hand zu reichen. Zwei Herrschaftssysteme standen sich gegenüber. Bis heute verfolgen Kapital und Besitz die Ausweitung ihrer jeweiligen Macht, dessen Erhaltung. Die Folgen der Geschichte sind vergessen oder werden zumindest von den betroffenen Völkern nur insoweit begriffen, als das sie nie mehr Konfrontationen dieser Ausmaße erleben wollen.
Die Brandstifter der vergangenen Jahrhunderte haben ihre Lunten und Brandsätze unter die Völker gelegt. Mit Mistrauen, Fremdenfeindlichkeit, Terrorangst und religiöse Hintergründen schaffen sie den Boden, der die Verbrüderung der Menschen des 21. Jahrhunderts verhindert.
Die Machteliten sitzen noch immer fest im Sattel, es gibt auch keine „vorrevolutionäre Grundstimmung“, die in irgendeiner Weise geeignet wäre, diese Besitzverhältnisse zu kippen.
Der Kapitalismus ist nicht tot, trotz Weltwirtschaftskrise funktioniert der Schein des Seins, den er kann noch immer soviel Verblendung organisieren, dass die Völker sich als Gegner begreifen.
Die Lehren aus der Geschichte führen dazu, dass Kriegslist, Technik und Vorgehensweise weiter verfeinert, spezialisiert und modernisiert werden. Ein geeintes Europa scheint fern jeder Vernunft, denn die Gegenwehr ist denkbar gering. Zu viele Menschen halten sich aus der Politik heraus und leben in ihrer eigenen Scheinwelt der Ignoranz und des Eigennutzes. Zu viele Eltern begreifen nicht, dass es ihre Verantwortung gegenüber ihren Kindern ist, um zu handeln. Stattdessen werden Militärjobs, Auslandseinsätze oder zweifelhafte Berufe als Einnahmequelle verstanden, auf denen diese Jugend ihre Zukunft bauen soll. Geschichte ist Vergangenheit, was solls´s?
Rechtfertigen härtere Zeiten eine härtere Handlungsweise?
Es war und wird immer ein Zankapfel zwischen der Ökonomie, der Politik und den Arbeitern sein, unterschiedliche Interessen zwischen Abhängigkeit, Profitabsicht, Ware und Lohn.
Unternehmer wollen unbehindert ihre Vorstellungen umsetzen, während Arbeiter nicht ausgebeutet werden wollen. Die Politik setzt gesetzliche Rahmenbedingungen als Handlungskorridor, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt abzusichern. Gewerkschaften sollen im Wesentlichen die Interessen der Arbeiterschaft vertreten, ohne dabei den ökonomischen Sinn und Zweck des Unternehmertums, als Leistung für die Gesellschaft aus den Augen zu verlieren.
Ökonomiekritiker stellen die Frage nach dem Sinn und Zweck der Wirtschaft und des Kapitals, im Sinne seiner Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Wie diese zu deren Wohle handeln sollen, wenn doch tatsächlich der pure Egoismus herrscht, der sich weder an moralische, ethische Grundsätze oder soziale Verantwortung hält.
Wirtschaft und des Kapital argumentieren damit, dass die Zeiten für alle Beteiligten härter geworden seien. Die Globalisierung sei direkter geworden und faktisch stehe jeder im internationalen Wettbewerb. Da sind die Spielräume des Handelns viel enger geworden.
Im internationalen Wettbewerb stehen nicht mehr nur Unternehmer und Kapitalgeber, sondern auch Arbeiter, bis hin zu Gesellschaften an sich (wie z.B. die europäische Union, Einzelstaaten). Es wird um Marktanteile, Gewinne, Macht und Einfluss gerungen (wie schon immer), aber dabei wird um oft wenige Prozentpunkte gezockt und gepokert. Kapitalanleger wollen den schnellst möglichen Gewinn erzielen und wollen dafür keine Verpflichtungen eingehen, wollen anonym und frei von jeder Verantwortung den erzielbaren Profit schnell abschöpfen der möglich ist.
Kapital soll unproblematisch investiert und wieder herausgezogen werden, ohne Begrenzungen oder Beschränkungen. Auf diese Weise hat sich ein Karussell von Glücksrittern selbst geschaffen, die quer über den Globus, einem Wanderzirkus vergleichbar agieren und wie eine Horde von Heuschrecken über alles herfallen was mehr Profit verspricht. Sie sind nie satt und bekommen nie genug. Sie hinterlassen „verbrannte Erde“ aus ausgehöhlten Firmen, vernichteten Arbeitsplätzen und verbranntem Kapital. Ihre Versprechungen auf Gewinn sind ihre Anziehungskraft und ihr Verführungsgeschick ist ungebrochen. Die Zeiten sind härter geworden.
Den neben den „üblichen Verdächtigen“ stehen mittlerweile Konzerne aus der sozialen Hemisphäre, Renten- und Krankenversicherungen als Profitsuchende Kapitalanleger neben den bekannten als „Heuschrecken“ verschrienen Anlegern. Da wird es schwer, die Unterscheidung zwischen „Freund und Feind“ zu treffen.
Viele „Anleger“ schrecken nicht vor Illegalen Methoden zurück, die kriminelle Energie der Handelnden ist enorm. Die Ausbreitung krimineller Machenschaften in der Ökonomie ist riesig, wie Statistiken und Studien oder die Aufdeckung immer neuer Fälle von Korruption, Bestechung, Steuerhinterziehung, Wirtschaftsspionage und anderer Straftaten deutlich belegen.
Bestraft werden nur der Langsame und der Dumme?
Die Gier nach dem maximal erzielbaren Profit kennt keine Grenzen, weder als Anlageform, noch deren Umfang. Zwar erschreckt die aktuelle Weltfinanzkrise mittlerweile viele ihre Jünger, weil die Risiken stetig steigen, aber nicht wenige unterliegen der Verführung und investieren ihre „mühsam“ verdienten Kröten oder die der Anderen. Das Allheilmittel der „ungebremsten Ökonomie“ sind wahnwitzige Profitabsichten, die sich gegenseitig überbieten.
Das ständig schneller drehende Karussell schmeißt viele ihrer Teilnehmer gnadenlos heraus und das aufspringen wird zunehmend schwerer, aber dennoch ist die Idee des Kapitals und Profits nicht totzukriegen, zu viele glauben der Versprechung ihres persönlichen Sieges im System.
„Wer zu langsam ist, den bestraft das Leben“ so lautet ein bekannter Ausspruch. Nach dieser Devise handeln viele Wirtschaftskriminelle, die darauf bauen können das entweder ihre Kontakte sie rechtzeitig vor einer bevorstehenden Strafverfolgung warnen. Oder sie auf die Lücken im Rechtssystem und darauf, dass ihre Verfehlungen nicht nachgewiesen werden können. Notfalls ziehen sie Beteiligte mit in den Abgrund, um für sich selbst bessere Bedingungen auszuhandeln.
„Der ehrliche ist der Dumme“ lautet ein weiterer Ausspruch, mit dem sich kriminell handelnde gern versuchen als „kleines Übel“ darzustellen. Das aber mit der so genannten „Alltagskriminalität“ bereits die Schwelle bereitet wird, um größere Straftaten zu legitimieren, kümmert nicht jeden, der z.B. die Hausratsversicherung betrügt, die Steuerabrechnung zum eigenen Nutzen schönt oder im Büro schnell mal Stifte klaut.
Wirtschaftskriminalität ist kein Kavaliersdelikt, weil es Arbeitsplätze und Unternehmen gefährdet. Seit Jahrzehnten steigen die Zahl der bewiesenen und aufgeklärten Straftaten sowie deren Dunkelziffer beträchtlich. Mit den enger werdenden Marktbedingungen und dem härter werdenden Geschäften, werden auch deren Methoden defiziler. Ob Produktfälschungen die immer raffinierter werden, Wirtschaftsspionage deren Umfang und Detailreichtum sich jährlich zu potenzieren scheint oder Firmen, die mit Sabotage die lästige Konkurrenz ausschalten, verschaffen sich jedenfalls immer mehr Unternehmen im internationalen Wettbewerb Vorteile, die allerdings häufig nur von kurzer Dauer sind.
Auf der Strecke bleiben Beschäftigte oder Geschäftspartner sowie Kunden oder Unbeteiligte. Bei der Umweltkriminalität kommen noch die ökologischen Folgen hinzu, durch die ganze Regionen oder Lebensbereiche komplett unbewohnbar werden. Gesellschaften sind insgesamt die Verlierer, weil sie sich gegen die geballte kriminelle Energie nur unzureichend wehren können und gegen das Gestrüpp aus Macht, Einfluss und Seilschaften kaum ankommen.
Die Ermittler, Strafverfolgungsbehörden werden nicht selten an einer effizienten Aufklärung und Strafverfolgung behindert. Nicht selten werden sie „zurück gepfiffen“, weil das System diese Kriminellen schützt.
Ist die Systemfrage überholt oder so aktuell wie nie zuvor?
Die Kritiker des Kapitalorientierten Gesellschaftssystems, dass global agiert, halten es für überholt und falsch. Nicht wenige glauben an eine Renaissance des Sozialismus mit einer Anreicherung neuer Ideen und Ausformungen, um die erwiesenen Fehler der Vergangenheit zu beseitigen.
Niemand kann heute sagen, wo die sprichwörtliche „Reise“ hingeht. Klar scheint aber zu sein, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher und dies aus ökologischer und ökonomischer Einschätzung. Zudem fühlen sich nicht wenige Menschen in ihrer Intelligenz beleidigt, wenn ihre Kritik damit beantwortet wird „es war immer so und wird immer so sein“.
Klar scheint heute, dass die Menschheit zu ihrem Überleben neue Diskussionen und Ideen hervorbringen muss, um die heutigen Probleme unserer Gesellschaftsordnungen zu lösen.
Dafür reicht das auf Geld- und Kapitalwerten aufgebaute Weltfinanzsystem nicht aus.
Die Menschheit muss losgelöst von Ungleichheit, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in einer gemeinsamen neuen Weltordnung, die kein Patriarchat und keine religiös formulierte Gesellschaft kennt, sich neu organisieren. Biographien die sich durch ihre Erziehung zum Gemeinsinn, durch gelebte soziale Kompetenz und Kreativität hervortun, statt durch Egoismus und Eigensinn, sollten das Ziel sein, dabei spielt Bildung und Mehrsprachigkeit einen entscheidenden Faktor.
Vielleicht ist es dann auch möglich vorhandene Ressourcen gerechter zu verteilen. Die Erschließung von Bodenschätzen soll nicht mehr Zulasten von Völkern erfolgen. Neue Produkte sollen ökologisch und rationell sinnvoll produziert und vertrieben werden, ohne diese zu vergeuden und zu verschwenden (Nachhaltigkeit). Nahrungsmittel müssen ohne Schäden für die Umwelt produziert und nutzbar gemacht werden und ohne gesundheitliche Bedenken auszulösen.
Dazu wird die gesamte Geistesleistung der Weltbevölkerung gebraucht, um die heutigen Probleme dauerhaft und nachhaltig aufzulösen und dafür braucht es eine neue Weltordnung.
Die Machteliten und alle ihre Anhänger werden nicht freiwillig das Feld räumen, also entweder sterben diese irgendwann von selbst aus oder wir zwingen sie zu ihrem Rückzug.
Wir sind bereits umgeben von diesen Veränderungen. Die Umwälzungen in der arabischen Welt führen uns vor Augen, wie schnell Veränderungen passieren können. Diese Veränderungen sind aber noch lange nicht abgeschlossen. Sie belegen noch nicht den Beginn einer neuen Zeitrechnung, sondern sind Phasen auf dem langen Weg in eine neue Zeit.
Je schneller und konsequenter wir selbst für uns erkennen, das das Geldwertsystem Kapitalismus nicht die Antworten für das Überleben der Menschheit bietet, je schneller werden wir begreifen, das wir selbst auch dazu beitragen können, die Verhältnisse in unserem Sinne zu verändern!
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks
Kommentare
Ansicht der Kommentare:
(Linear | Verschachtelt)
#1
Gerswind
am
07/22/12 um 07:42
[Antwort]
danke und reblogged












