
Diesmal ist es Dirk Niebel wirklich ernst. Er kämpft seinen großen und vermutlich letzten politischen Kampf. Und diesmal meint er wirklich was er sagt. Es geht ihm nämlich um das wichtigste auf der Welt, es geht ihm um Dirk Niebel. Anlass ist die Tatsache, dass Ursula von der Leyen eine
zwar völlig sinnlose Zusatzrente angekündigt hat, der die FDP schon alleine deshalb nicht zustimmen kann, weil es dann ja so aussehen könnte als würde die FDP auch nur geringfügig etwas für die arbeitenden Menschen in diesem Land tun, während sie doch stets nachweisen muss, dass sie die Reichen subventioniert und die Armen beraubt.
Damit ist die FDP zur Bewegungslosigkeit verurteilt und die SPD hat frecherweise ein ebenso sinnloses Rentengeschwätz angefangen wie die von der Leyern, aber beide wissen ja schon heute, dass sie ab Ende 2013 in einer großen Koalition regieren werden und dass sie im Auftrag des Großkapitals den Bürgern Sand über ihre Altersversorgung in die Augen streuen müssen. Deshalb können die beiden auch leichten Herzens aufeinander zugehen. Aber gerade darin sieht Dirk Niebel die große Gefahr für sich.
Ministerpensionen sind nämlich stark abhängig von der Amtszeit als Minister. Niebel wurde am 28. Oktober 2009 Bundesminister gegen Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit. Der späteste Wahltermin für die Bundestagswahl 2013 liegt am Sonntag den 27. Oktober. Bis zur Entlassung könnte das Niebelchen es also gerade schaffen 4 Dienstjahre als Minister zusammen zu bekommen. Das macht dann rund 3.567 Euro Pension im Monat, die er schon ab 60 bekommt. Platzt die Koalition aber jetzt, dann kriegt er "nur" 1.965 Euro. Das ist eine Differenz von 1.611 Euro im Monat und sicherlich etwas bei dem sich
jede Aufregung lohnt. Wenn man bedenkt, das ein Durchschnittsverdiener nach 45 Berufsjahren gerade mal auf 1.175 Euro Rente im Monat kommt, dann ist Niebels Aufregung doch mehr als verständlich.
Auch die Systemmedien unterstützen den armen Herrn Niebel schon voll und dichten der Frau von der Leyen an, einen Kanzlerinnensturz vorzubereiten um jede vorzeitige Zusammenarbeit mit der SPD zu verhindern. Allerdings ist es durchaus denkbar, das Angela Merkel längst entschieden hat, in Niedersachsen und Bayern keine Niederlagen zu riskieren, sondern bereits im Oktober dieses Jahres im Bund wählen zu lassen. Damit erwischt sie die SPD auf dem falschen Fuß, ist die FDP los und bleibt sicher auch weiterhin Kanzlerin. Es sieht sehr düster für den lieben Herrn Niebel aus. Er wird wohl noch manche Nacht schweißgebadet aufwachen, bevor er seine Pension in trockenen Tüchern hat.
Wie aber soll denn Frau Merkel im Oktober wählen lassen, wenn wir noch gar kein gültiges Wahlgesetz haben. Das bisher geltende ist vom Bundesverfassungsgericht außer Kraft gesetzt.