
Ritsch, ratsch - de Botz kapott. Man hört ihn schon förmlich heraus, den
Marsch der Roten Funken, mitten im September. wo sie in anderen noch verwirrteren Gegenden Deutschlands bereits das Oktoberfest feiern, scheint die neue Session schon eröffnet wenn man so einige Meldungen aus Deutschland betrachtet. Ganz vorne an ist mal wieder der Herr Kardinal Meisner, jener Bischof aus Köln der für den Komiker arbeitet, der sich selbst für den Stellvertreter Gottes hält.
Der Meisner ist mal wieder gar nicht mit Deutschland einverstanden. Wie er meistens nicht mit einem demokratischen und menschlichen Deutschland einverstanden ist. Warum der nicht einfach in den Vatikan umzieht wenn es ihm hier doch so gar nicht passt? Aber vielleicht wollen sie ihn da auch nicht. Was haben die Berliner gelacht als er nach Köln versetzt wurde. Aber jetzt geht es ihm um etwas sehr wichtiges. Es geht ihm um sein Geschäft und da stört ihn das
kommende Gesetz zur Sterbehilfe. Das ist verständlich. Denn schließlich verkauft er etwas, das es gar nicht gibt und bei dem man schon sehr verzweifelt sein muss um auf diese Karte zu setzen. Er verkauft das Paradies. Einen Platz an der Seite Gottes den es ebensowenig gibt.
Da ist ein Sterben in Würde natürlich geschäftsschädigend. Denn gerade wenn die Leute beginnen den Löffel abzugeben, werden viele noch auf die schnelle fromm und kaufen sich mit Legaten und Vermächtnissen einen Platz im Himmel, oder versuchen das zumindest. Da bis heute noch nie jemand zurückgekommen ist, funktioniert das Geschäft ganz hervorragend. Gerade wenn der Tod schmerzhaft und schwer ist, ist die Kirche stets gern zur Stelle. Nicht um den Tod zu erleichtern, sondern um den Nutzen aus ihm zu ziehen. Früher als die Pfarreien noch besser besetzt waren, sah das oft wie eine Reihe Geier aus, die auf der Stange saßen. Heute gibt es diesen Massenauftrieb nur bei den ganz Reichen. Da wo es sich wirklich lohnt.
Ach ja der Meisner. Der will gegen die Sterbehilfe protestieren, wie er auch gegen Abtreibung ist. Gegen Abtreibung zu sein ist der Kirche ebenfalls ein Anliegen. Je mehr Kinder geboren werden, desto mehr potentielle Missbrauchsopfer wachsen der Kirche zu. Ach wie schön ist Karneval.
Aber auch der mit dünnen Geierhals, der immer so schräg und verbissen aus seinem Rollstuhl schaut - vielleicht weil er keine Spenden mehr vom Waffenschieber kriegt - hat den Karneval in der Haushaltsdebatte gestartet. Für ihn ist Deutschland heute "
schockresistent". Irgendwie klingt das sogar bedauernd aus seinem Mund, so als könne er nicht verstehen das wir immer noch nicht kollektiven Selbstmord begangen haben, obwohl wir von Typen wie ihm regiert werden. Dabei regiert er uns ja nicht. Er erfüllt ja nur die Aufträge des Großkapitals und liefert uns unseren Ausbeutern aus.
Aber Schäuble wäre nicht Schäuble wenn er nicht als guter Karnevalist noch einen draufsetzen würde:
Steuererhöhungen erteilte er eine Absage. Die Diskussion über eine Reichensteuer sei eine "absurde Debatte". In der Opposition herrsche offenbar ein "eindimensionales Verständnis von Steuerpolitik". Deutschland habe kein Einnahmeproblem.
Ach was haben da alle mal herzlich gelacht. Wenn er Geld braucht, dann erhöht der Mehrwertsteuer und die Gebühren um die Armen noch weiter auszuplündern. Aber seinen reichen Freunden droht natürlich keine Gefahr. Er weiß wessen Brot er isst und deren Lied, nämlich das Lied des Großkapitals singt er gerne. Geht es doch gegen die arbeitenden Menschen die ihn schon immer gestört haben.
Immer wieder gibt es auf Duckhome alte Artikel zum Thema PeakOil, also zum Förderhöhepunkt und Ende des Ölzeitalters noch Kommentare. Meist von solchen Leuten die behaupten es gäbe abiotisches Öl, das praktisch im Erdinneren jeden Tag neu geschaffen würde. Zwar gab es nie einen wissenschaftlichen Hinweis, auf dieses vollidiotische Öl, aber die Schafe des Herrn Meisner in Köln sollen ja auch glauben und nicht wissen, damit sie sich leichter scheren lassen.
Dumm nur die Meldung, dass die
Ölförderung in der Nordsee ganz deutlich zeigt, das PeakOil dort breits überschritten wurde und das Nordseeöl schon in nächster Zukunft bedeutungslos wird:
Einer Studie zufolge wurden im vergangenen Jahr in der Nordsee 124 Millionen Tonnen Öl gefördert. "Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 1996 eine Halbierung der Förderungsmenge", sagte der Direktor des Internationalen Wirtschaftsforums für Regenerative Energien, Norbert Allnoch, am Samstag in Münster. Damals seien noch rund 258 Millionen Tonnen Öl gefördert worden - seitdem befinde sich die Produktion von Nordsee-Öl im Abwärtstrend, der sich beschleunige. 2011 lag die Öl-Förderung laut der Studie auf dem Niveau von 1982.
"In zehn Jahren wird die Öl-Produktion in der Nordsee wahrscheinlich bedeutungslos sein", prognostizierte Allnoch. Weder neue Fördertechniken noch die wenigen bisher unerschlossenen Ölfelder könnten diesen Trend umkehren.
Wetten das diese Meldung wieder eine Reihe von vollidiotischen Ölfreunden hervorbringen wird, die die Geschichte vom abiotischen Öl erzählen. Aber keiner bringt mir auch nur einen Tropfen von diesem Saft. Es ist halt Karneval.

Dann schaut man die Börsennachrichten oder ein Interview von irgendeinem Wirtschafts- oder Versicherungsexperten und weiß die HAARP Gruppe ist wenigstens harmlos und richtet faktisch keinen Schaden an.
desweitern wird sehr gerne übersehen - dass - selbst wenn diese theorie (aus den vorvorigen jahrhundert) stimmen sollte - es nicht den geringsten einfluss auf peak oil hätte - denn wie zwingt man einen planeten dazu sein öl gefälligst parallel zum exponentiell steigenden verbrauch auch exponentiell beschleunigt nachwachsen zu lassen ?
und!
der wichtigste aller faktoren wird ebenfalls einfach ignoriert - der erntefaktor EROEI.
das verhältnis von gewonnener energie zu investierter energie.
es ist ganz einfach:
in den 30ern der 19 jh. lag der erntefaktor bei ~100:1. das bedeutet - mit dem energieaufwand von einem fass öl konnten hundert fass öl gewonnen werden.
heute liegt der eroei im schnitt bei 7:1.
das bedeutet - dass heute bereits 13 mal mehr energie investiert werden muss um an die gleiche menge öl ranzukommen wie vor 100 jahren...
bei 1:1 ist schluss mit fördern - ein physikalisches gesetz - und das liegt wohl über den gesetzen der wirtschaft!!!
zu diesem zeitpunkt wird es noch ungefähr 2000 GB erdöl geben - aber wir kommen nicht mehr ran.
und! noch mehr technologie verschlechtert den erntefaktor noch weiter - noch mehr technologie ist also nicht die lösung sondern das problem!
soweit wird es aber nicht kommen - denn:
bei spätestens 5:1 wird die weltwirtschaft aufgrund des hohen ölpreises völlig kollabieren - das ist ein marktgesetz!
die "gigantischen ölsande" die in den usa "gefunden wurden" (wiedergefunden! - denn sie sind seit 1862 bekannt) haben einen eroei von 0,7:1 - dort müsste mehr energie in den abbau investiert werden als dann im öl drinnenstecken würde - dort wird also niemals ernsthaft abgebaut werden = dieses öl ist also defakto nicht vorhanden !!!
also nicht vom ewigen öl träumen sondern sich über eroei informieren und selbst nachrechnen - alle daten sind im netz verfügbar.
oder wie es ein mir befreundeter sehr erfahrener explorationsgeologe so schön formulierte: "die zukunft der fortbewegung liegt in der kutsche"
schönen tag noch...
ps.: ohne öl auch keine alternativen technologien - beschäftigt euch also lieber mit permakultur und dergleichen als von einer "enterprise zukunft" zu träumen und dann auf die nase zu fallen und zu hungern - denn ohne ausreichendes und billiges öl lauft auch in unserer ach so tollen landwirtschaft nichts mehr - alles wird aus oder mit öl hergestellt - medikamente aus öl ... und lithium mit öl.
das sind FAKTEN die jeder selbst recherchieren kann - macht es auch...