Der Herbst ist da. Don Alphonso und Robert Basic haben ihn entdeckt. Endl und Marnem hat seine Sicht der Dinge. Natürlich habe ich auch meine Ansicht. Schlimmer noch. Ich glaube das ich recht haben könnte und kann wie üblich mein Wasser nicht halten.
Marnem glaubt es liegt am Überfluss der Blogs. Der Feedreader wird nicht zur Informationsquelle sondern zu einer Riesensau die viel zu viel umfasst. Das ist eine Frage der Organisation. Mann muss sich trennen können. Ich nehme immer noch Neue auf, werfe aber auch Alte hinaus, wenn sie nicht das bringen, was ich suche. Zweckorientiert und kaltschnäuzig. Trotzdem bleibt ein wenig Spaß.
Robert ist und bleibt der Pragmatiker:
Man entdeckte die Usenets, Foren, Chats, Blogs, Wikis, und viele andere, neue Spielzeuge. Mal bleibt man nur kurz, mal länger. Manche spielen nur 5 Jahre zB Fußball, manche ihr ganzes Leben lang. So wirds auch beim Bloggen bleiben. Viele werden kommen, viele werden gehen. Ich bleibe, nicht umsonst heißt es mein Haus, mein Himmel, mein Blog. Es ist eine ganz simple Entscheidung, dass ein Teil meines Lebens auch im Netz stattfindet. Ich fühle mich auch zu nix verpflichtet, es ist einfach nur ein Teil von mir.
Dem kann ich mich lächelnd anschließen. Ich schreibe also bin ich. Wobei ich mich dabei eben nicht auf den Blog begrenze sondern noch schlimmeres verbreche. Don Alphonso kommt aus Ruhe seiner Bürgerfestung, gewohnt abgeklärt, aber dennoch auch irgendwie ein wenig vergnatzt.
Es gibt im Moment einige Schliessungen von bekannteren Blogs. Maingold, Poodlepop und dazu auch noch die ein oder andere Blogpause, und bei der Tagung im ZKM “Ich, Wir und die Anderen II” wehte hier und dort auch Nachdenkliches, gar Depressives durch die Beiträge. Da gab es natürlich auch diejenigen, die sich wohl mehr wirtschaftliche Vorteile vom professionellen Bloggen erwartet hätten - und jetzt mit einem unpässlichen Werbevermarkter ins ökonomische Nichts schreiben müssen, das sehr treffend Uwe Hochmuth von der HfG Karlsruhe beschrieben wurde.
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Warum aber schlägt der Blogblues dann so stark durch? Wieso die Stimmung, die tatsächlich fühlbar ist? Meines Erachtens hat das oft mit zwei Erfahrung zu tun, die man sich angesichts des schnellen Mediums, seinen rasanten Gesprächen und neuen Sensationen an jeder Ecke kaum vorstellen kann: Zeit und Tod. Öffentliches Schreiben hat häufug etwas damit zu tun, sich gegen das Vergessen und Vergehen zu stemmen, etwas zu bewahren und unflüchtig zu machen. Blogs sind da wie Bücher, sie vermitteln die Illusion, dass es möglich wäre, sich gegen den Strom der Zeit zu stellen, das Geschriebene bleibt, sagen manche, aber gleichzeitig ist die Flut all der Belanglosigkeiten, des Freaktums und der geldgeifernden Peinlichkeiten, die den Mainstram der Blogosphäre ausmachen, schlimmer als jedes Vergessen, und man kann sich dem Pech, irgendwie auch darunter gesehen zu werden, nicht oder nur schwer entziehen.
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Erzählen ist etwas, das einem keiner nehmen kann.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Artikel die man für seine besten hält nicht wahrgenommen werden und irgendein Schnellschuß das Publikum zieht. Aber ich erzähle doch gar nicht für mein Publikum. Ich erzähle weil ich glaube etwas erzählen zu müssen. Das ist wie pinkeln, weil man muss, nur schmerzhaft, fast wie eine Geburt.
Endl trifft meine Position eigentlich am besten.
Nach den wilden Sturm- und Drangjahren, die eigentlich viel zu kurz ausfielen, hat für viele schon die Desillusionierung des Alltags begonnen. Enttäuschungen pflasterten unseren Weg, womit wir wieder bei Authentizität wären. Blogger voll wunderbarer Geschichten stellten sich als Gaukler und Märchenerzähler heraus, die Robin Hoods des Blogwood Forest ließen sich nach kurzer Balgerei relativ schmerzfrei vom Sheriff von Nottingham nach Hause einladen und machten zusammen ne lustige Roadshow und bastelten am Vermarktungskonzept. Die eifrigen Mitmach-Gurus der vergangenen Tage kommen vor lauter Mitmach-Dingenskirchen zu allem - nur nicht mehr zum Mitmachen und drehen sich vor allem meist nur noch um sich selbst und ihre eigenen Sinnfragen und Richtungsdiskussionen. Kommentare bei anderen sind dann schon die Ausnahme, die klassischen Themenübernahmen von anderen Blogs, das suchen nach dem Puls der Zeit läuft nur noch in den eigenen Zirkeln, meist nur im eigenen Kopf. - Aber sind deswegen die anderen schuld? Bewahre! Enttäuschung kommt von “Ende einer Täuschung” und das ist nicht immer in den anderen begründet. Man selbst hat sie bisweilen dazu gemacht, idealisiert, ikonisiert. Die Täuschung eine Frage der eigenen Wahrnehmung, das Ende davon ein heilsamer Prozeß.
Also Leute lasst uns weiter erzählen und vielleicht mal anständig feiern. Keine Unkonferenz sondern Lust an der Lust. Themenlos. Frei. Glücklich?























Wenn du nicht mehr träumen kannst, dann ist dein Leben zu Ende. Dann bist du tot, auch wen du biologisch noch dreißig Jahre lebst.
Leben heißt Freude. Mein Jüngster hat mir heute eine lange Nase gezeigt, mit der ich ihn immer geärgert habe. Reden will er immer noch nicht. Aber ich habe noch Mut. Er lacht mich an, kann Hammer sagen, und Schwammkopf, aber mit mir reden will er nicht. Aber er küsst mich. Was will ich mehr, was darf ich mehr wollen?
Wir können es. Ohne jedes Problem. Die Gemeinschaft ist immmer noch stark. Aber es sind nicht gleiche Leute, sondern unterschiedliche, freie Menschen. Nicht gebunden an Blogs oder Rituale. Freie Menschen die ihre eigenen Fehler machen.
Niemand muss meine Fehler lieben. Ich kann sie auch nicht leiden. Aber jeder muss mit meinen Fehlern leben, wenn er oder sie in meinem Umfeld leben will.
und keiner zwingt einen, täglich zu bloggen. wenn man nichts zu sagen hat, dann schweigt man eben....
Selbstsüchtig. Nein. nie. n . n. . . .