In der Zeit setzt sich Dietmar Bruckner in dankenswerter Weise noch einmal mit dem Bischof von Regensburg Gerhard Ludwig Müller und dessen unfassbarem Verhalten auseinander, von dem ja hier und hier auch in diesem Blog schon die Rede war.
»Dilettantisch« sei Müller vorgegangen, findet Fritz Wallner, einer seiner ärgsten Kritiker und Sprachrohr der »Wir sind Kirche«-Bewegung; tatsächlich könnte die weltabgewandte Unbeweglichkeit, mit der der frühere Münchner Dogmatikprofessor die aktuelle Krise zu meistern versucht, zu einem Karriereknick führen; immerhin ist der 60-Jährige als Nachfolger des Erzbischofs von München-Freising, Kardinal Wetter, im Gespräch. Diesmal jedoch hat der gerne als unbeugsamer Verfechter der reinen Lehre auftretende Bischof sich nicht nur über den Common Sense in seiner Kirche hinweggesetzt, wie bei der Entmachtung der Laien, er hat auch Richtlinien der Bischofskonferenz missachtet. Danach darf, wer einmal als pädophil aufgefallen ist, nicht mehr als Seelsorger arbeiten.
So verlangt es die Deutsche Bischofskonferenz. Geistliche werden »nach Verbüßung ihrer Strafe nicht mehr in Bereichen eingesetzt, die sie mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung bringen«, so der Passus. Genau dies aber hat Müller im aktuellen Fall getan. Derselbe Pfarrer, der jetzt in U-Haft sitzt, war acht Jahre zuvor bereits im 60 Kilometer entfernten Viechtach auffällig geworden. Er wurde rechtskräftig verurteilt. Als die Eltern, die seinerzeit Anzeige erstattet hatten, nun von seiner Anstellung in Riekofen erfuhren, machten sie den Fall publik.
Wenn dieser Bischof die katholische Kirche in Deutschland repräsentiert und die Erfahrungen aus Nürnberg und anderen Städten weisen darauf hin, dann ist diese Kirche nicht mehr haltbar. Längst hätte dieser bayrische Papst Ratzinger handeln müssen und hat sich durch sein Nichthandeln schon längst schuldig gemacht. Die einzig logische Konsequenz ist ein Verbot dieser Organisation und der Einzug ihres Vermögens. Gleichzeitig soltte die Kirchensteuer generell abgeschafft werden.
Die Traumata die die Opfer und Kirchgänger erlitten haben, lassen sich aber damit kaum wieder heilen. Eine alte Frau aus Riekofen fasst die Stimmung wohl am besten zusammen.
»Es gibt nichts Neues«, ruft eine ältere Frau auf der Dorfstraße und schüttelt abwehrend ihre Walking-Stöcke. »Alle waren für ihn, als er bei uns zur Aushilfe war«, erzählt sie dann über den Pfarrer Peter K. »Das war ein sehr netter, sympathischer Mann, wir alle mochten ihn.« Als herauskam, dass er sich über Jahre hinweg an Kindern vergriffen haben soll, sei das gewesen »als wenn eine Bombe platzt«. Mit ihren Enkeln habe er glücklicherweise nichts zu tun gehabt, »Gott sei Dank«, sagt die Frau leise, sie, die bei ihm gebeichtet und im Kirchenchor gesungen hat und jeden Sonntag im Gottesdienst war. »Das ist halt der Pfarrermangel, da passiert so was immer wieder, was glauben S’ denn, wie viele pädophile Pfarrer es gibt!«
Ich glaube allerdings das es nicht am Pfarrermangel liegt sondern in erster Linie am Zöllibat, das geradezu magisch bestimmte Personengruppen anzieht. Dazu kommen Bischöfe wie Gerhard Ludwig Müller und Friedhelm Hofmann die es den Tätern, aus welchen Gründen auch immer, allzu leicht machen. Da aber der Dieb häufig das meiste Verständnis für einen anderen Dieb hat, mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.




















Gruß
Alex
Ich würde meine Kinder auf jeden Fall nicht in die Fänge einer solchen Organisation geben.