Nachdem wir aus den Qualitätsmedien seit einiger Zeit laufend zu hören bekommen, das dieses Internet mit Blogs, Podcasts und Videos doch völlig unbedeutend ist, verblüfft mich diese Nachricht doch ein wenig.
"Das Wachstum von Video-on-Demand-Diensten wird sich insbesondere auf den Fernsehmarkt negativ auswirken", prognostiziert Martin Olausson vom Analystenhaus Strategy Analytics. Handeln müssten die werbefinanzierten TV-Sender ebenso wie der Bezahlsender Premiere: Sie sind bislang als Inhaltevermarkter für Filme oder Serien für die Rechteinhaber unumgänglich. Nun drohten sie den Zugang zum Konsumenten zu verlieren, wenn sie ihr Geschäftsmodell nicht umstellten.
Die Video-on-Demand-Umsätze würden bis 2010 weltweit auf 4,4 Mrd. $ steigen, heißt es in einer Studie des Marktforschers, die der FTD exklusiv vorliegt. Im vergangenen Jahr waren es 281 Mio. $ - gerade einmal 0,1 Prozent der globalen Erlöse im Geschäft mit audiovisuellen Medien. Die Technologie sei inzwischen jedoch bereit für einen groß angelegten Einsatz, sagte Olausson - auch in Deutschland. Deshalb seien große Wachstumssprünge zu erwarten.
Tatsächlich glaube ich das es noch viel schneller gehen wird. Video on Demand, dazu News on Demand verbunden mit einem riesigen Textangebot sind die Zukunft. Diese Zukunft liegt im Internet. dpa wird demnächst seine Videos anbieten, genau wie andere Agenturen. Die Texte liegen ja schon längst vor.
Natürlich sind die alten Anbieter auch im Internet vorhanden. Aber sie tun sich schwer mit dem neuen Medium. Sie begreifen einfach nicht, das es keine Begrenzung der Sendekanäle oder Titel mehr gibt, sondern jeder zum Sender werden kann, der das will. Das ist eine Flut die niemand mehr aufhalten kann, es sei denn durch Diktatur und Zensur. Aber auch das wird die Flut nur kurz stoppen.
Wer glaubt in Zukunft mit leichten Anpassungen so weiter machen zu können wie bisher, der macht einen schweren, auf Dauer tödlichen Fehler. Das gilt nicht nur für die alten Medien sondern auch für Blogs und andere Internetdienste. Der Kunde in der Zukunft wird Auskunfstdienste verlangen von denen wir heute kaum träumen können, die soziale Vernetzung wird sich wieder zerfasern, weil die Interessengruppen sich leichter definieren lassen und neue Methode des Vernetzens von Personen über Inhalte werden dazu kommen.
Es wird eine neue Welt geben. Egal ob wir sie wollen oder nicht. Die Frage ist nur wer daran teilhaben wird.























Das halte ich für blauäugig. Siehe die Entwicklung des Rundfunks in den USA in der ersten Hälfte des 20.Jhdts. (siehe dieses nette video: "youtube.com(slash)watch?v=8rNg_FVaPek" ). Auch der Äther schien einmal frei...
Auch das Internet basiert auf Technik, Leitungen, Funknetze usw. Es ist nicht Jedermann-Technik, sondern Ware sowie Gegenstand gesetzlicher Regulierung.
Terristische Kanäle waren Mangelware und deshalb wertwoll. Internetkanäle entstehen ungeordnet on Demand. Manche bestehen nur Sekunden, andere Stunden. Eine Kontrolle ist real kaum möglich.
Wir werden ipv6 bekommen. Dann hat sogar mein Kühlschrank seine eigene IP-Adresse. Aber mti Ip-tunneling und ein paar Tricks laufe ich schon der Überwachung bei meinem Provider weg um mich dann in den unendlichen Weiten des Netzes zu verlieren.
Das ist vermutlich überhaupt nicht mehr, oder nur mit einem riesigen Aufwand kontrollierbar.
Natürlich können wir alle Sandkörner in der Sahara zählen. Aber macht uns das schlauer?
Ich bin leider skeptisch. IP-Pakete werden, egal welches Protokoll, von Knoten kopiert*, Transmissionen werden über ein Leitungsnetz verteilt. Einwahlknoten können (und tun es wohl auch) ihre Daten für später speichern. Zugänge und Wege können gezielt gesperrt oder zugemüllt werden.
Technisch ist das alles kein Problem, und - genügend CPU-Zeit vorausgesetzt - die spätere Evaluierung der Paketdaten auch. Vielleicht nicht nächstes Jahr, aber mag sein übernächstes. Sich hinter reinen Daten*mengen zu verstecken ist wie zu glauben, auf meiner Dachterrasse wäre ich unbeobachtet.
Und falls sie mit den Tricks die Primzahlhuberei der Kryptografie meinen, nur zwei Fragen: haben Sie sich ihre Zahl ausgeguckt, und haben Sie den Code geschrieben oder zumindest gesehen, der verschlüsselt?
Was meine Zugangswege angeht. Ich hab Nachbarn, wir alle haben wireless Netze und unterschiedliche Provider. Wir können blitzschnell reagieren und demnächst auch solche Leitungen zusammenkoppeln.
Eine Auswertung der Daten aus Kopieraktionen scheitert meist an der Menge der Informationen. Der Preis ist einfach zu hoch. Seien wir doch mal ehrlich. Selbst dieser Kommentar wird in 30 oder 40 Portionen übertragen. Das ist echte Arbeit. Die Dachterasse ist relativ sicher, wenn ich im höchsten Haus der Gegend wohne und für Satelliten nicht interessant genug bin.
Kryptographie ist ein nettes Spielzeug, wenn ich mit Einmalschlüsseln arbeite. Als andere ist Humbug. Aber auch der Humbug macht Sinn, weil er den Arbeitsaufwand der Abhörer erhöht.
Es gibt keine totale Sicherheit. Je dicker die Mauer desto stärker die Kanone. Aber wir sind viele die ständig an den Mauern arbeiten und gleichzeitig Fluchttunnel bauen.
Regierungen und Behörden leben von Befehlen und Gehorsam. Man kann mit Brute Force ein Schiffeversenken im zweidimensionalen Raum leicht gewinnen. Im dreidimensionalen Raum klappt das schon nicht mehr.
(wie hieß noch der Schach-Großmeister, der großmäulig die brute-force-Programme verlachte, um sich dann schwitzend kurz vor Toresschluß in ein klägliches Remis zu retten, irgendwann in den 80er, meine ich, als 80386er noch mit 16 Mhz *rasten*)
Anders als beim Schachspieler rüsten hier beide Seiten ständig auf. Das macht Brute Force ziemlich sinnlos oder doch unbezahlbar.