Meine Lieblingsrumfliege, Karl-Heinz Rummenigge hat scheinbar mal wieder nichts zu tun und auch gerade keine Spieler zur Hand, die er in seiner süffisanten Art runtermachen könnte. Deshalb sucht er sich neue Spielfelder:
«Das Problem unserer Nationalspieler ist, dass sich im öffentlichen Umgang mit der Nationalmannschaft mittlerweile ein allgemeines Beweihräuchern eingestellt hat. Mit stolzgeschwellter Brust kommen sie dann von der Nationalmannschaft zurück aber das schadet ihrer Entwicklung», sagte der Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters in einem Interview der «Welt am Sonntag».
«Ich möchte nicht die Nationalmannschaft und den Bundestrainer kritisieren, die machen alle einen wunderbaren Job. Aber unsere Nationalspieler und auch die Medien können nur noch schwerlich die Qualität von Gegnern einordnen. Gegen San Marino hoch zu gewinnen, ist doch kalter Kaffee. Das hat doch überhaupt nichts mehr mit dem Anspruch zu tun, den man an Länderspiele stellen sollte», erklärte Rummenigge.
Warum mag er wohl an das schon am 2.6 gelaufene Spiel gegen San Marino erinnern und nicht an Wales. Na klar. Weil Wales nicht in sein Lügenmärchen passt und seine blöde Theorie damit genauso hinfällig ist, wie alles was Rummenigge ansonsten quatscht.
Die einzig richtige Erkenntnis ist die, das der FC Bayern nur mit einer zusammengekauften Mannschaft von Spitzenstars in der Lage ist in Deutschland regelmäßig mit stärkster Unterstützung der Schiedsrichter, Meister zu werden. Das hat zwar wenig mit Fußball aber viel mit Geschäft zu tun. Es ist der gleiche Grund warum immer wieder junge deutsche Spitzenspieler mit Geld nach Bayern gelockt werden.
Die haben da zwar nie eine Chance, aber Bayern hat sie den Wettbewerbern weggenommen und sich damit einen Vorteil verschafft. Wenn die Jungs vom System Bayern München fertig gemacht worden sind, ist ihre Karriere zumeist auch erledigt.
«Ich behaupte, dass es heutzutage schwerer ist, gegen Karlsruhe als gegen Rumänien zu spielen. Da geht es ganz anders zu», erklärte der Bayern-Chef.
Er ist schon so ein richtiger Scherzbold der Rummenigge. Da will er den Aufsteiger Karlsruhe zu einem fürchterlichen Gegner aufwerten um davon abzulenken, das seine Mannschaft dort ein kaum anzusehendes Spiel geliefert hat, aber eben die Tore zum Sieg schoß. Aber zum Schluß seines Exkurses durch die Niederungen rummeniggischer Denkweise kam er auf den Punkt:
In England habe unter anderem durch den Einstieg von Investoren die Qualität des Fußballs dramatisch zugenommen. «Können wir da mithalten mit unserer Vereinskultur in Deutschland, die kulturell auf Kegel- und Hasenzüchterverein aufgebaut ist?», fragte der Vorstandschef.
Die wollen den FC Bayern verramschen. Mir soll es recht sein. Ich habe nichts gegen englische Besitzverhältnisse im Fußball. Nur sollen die Beteiligten es dann einfach mit der Wahrheit versuchen. Es ist nicht nötig verächtlich über Kegel- und Hasenzüchtervereine zu reden, nur um seine persönliche Profitsucht zu verschleiern.
Als AG-Vorsitzender würde Rummenigge nämlich richtig abzocken können, was ihm das Vereinsrecht erschwert. Es macht keinen Sinn ihm klarmachen zu wollen, das der FC Bayern aus seinen Mitgliedern besteht und nicht aus dem Vorstand und den gekauften Millionärspüppchen, die heute hier und morgen da spielen. Ihn interessiert nichts außer Rummenige. Das ist sein Recht. Aber dann soll er das auch klar sagen.



















