"Warum haben wir eigentlich nicht so ein Lied, das uns alle verbindet?" fragt Wolfgang Dudda in den Alltägliche Wahrheiten und reflektiert dabei sowohl auf den Tag der Deutschen Einheit, wie auch auf den 3. Oktober 2007 als 40. Todestag von Woody Guthrie und wünscht sich, das wie ein ähnliches Lied für uns Deutsche hätten, wie "This Land Is Your Land".
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"Dies Land ist dein Land, dies Land ist mein Land. Dies Land wurde für dich und mich gemacht." Solche Worte klingen für einen Deutschen einfach lächerlich, auch wenn er das Sehnen in der Brust spürt. Dies Deutschland war nie unser Land, es wurde auch nicht für uns gemacht. Dies Deutschland wurde nicht für uns gemacht. Das spüren wir jeden Tag.
Erst war es das Land der Fürsten und Kirchen. Gewalt, Zwang, Unterdrückung herrschten überall. Es gab vielleicht ein paar Lichtblicke. Den Alten Fritz, der wenigstens jeden nach seiner Fasson selig werden lassen wollte, solange die Leute sich ansonsten unterwarfen. Der Deutsche Bund als uneheliches Kind von Napoleons Siegen und Niederlagen gezeugt mit dem Wiener Kongress, das war nicht Deutschland.
Das Deutsche Reich gehörte erst Bismarck, dann Wilhelm, dem Doofen, dem Oberganoven, dann ganz kurz dem Ebert, dem Hellen dem Sattlergesellen und später dann bis es erst Großdeutsches Reich wurde und dann im Chaos versank, dem Schauzbart aus Österreich, mit den komischen Zuckungen im rechten Arm und seiner Vorliebe für Holocaust, Krieg und Massenmord.
Dann gehört das Land den Siegern und wir waren Einwohner von Trizonesien oder der sowjetisch besetzten Zone (SBZ). Von uns wurde Schnauze halten verlangt, wie schon immer. Aber schon ging es weiter, wir wurden BRD und DDR und wir wurden fleißig entnazifiziert. Persilscheine hüben wie drüben, wenig Verfolgung des Unrechts, nur wenn es der Kritik des jeweils anderen diente.
Im Westen wurde das Wirtschaftswunder geschaffen und bevor die Menschen es genießen konnten, wurden Gastarbeiter geholt, die die Löhne drücken sollten. Im Osten wurde der imperialistische Schutzwall gebaut, der aber vor allem dazu diente die eigenen Bürger einzusperren, damit die nicht weglaufen konnten. Nun gut dann liefen die eben nicht weg, sondern gingen in ihre Datschen.
Im Westen gabs Wahlen. Es gelang sogar mal kurzfristig die SPD ans Ruder zu bringen. Nützte aber nichts. Der Brand stolperte über ein Stöckchen der DDR namens Günther Guilleaume. Das war schon sehr knapp, klappte aber dann doch. Andernfalls wäre die BRD vielleicht ein soziales Land geworden, das erstmals das Land seiner Bürger gewesen wäre. Aber das wollte weder die DDR noch das Großkapital in Deutschland.
Dann kam Helmut Schmidt. Der war Atlantiker, wie Adenauer und wir gehörten wieder den USA und die paar Leute, die den Kopf aus der Deckung nahmen, wurden niedergemacht. Das war nicht unser Land und schon gar nicht mit Helmut dem Verkohler. Ich weiß bis heute nicht, ob der überhaupt die Wahrheit sagen konnte, oder einfach nur aus Spaß an der Freud rumlog.
Die DDR hatte mit den Großen scheißen wollen und prompt verkackt. Es ging nicht. Man kann zwar einen ruhigen Staat haben, wenn alle in ihren Datschen sind, aber man kann ohne Eigeninitiative keinen erfolgreichen Staat haben. Planwirtschaft heißt Lüge. Und wie bei Kohl, kommt aus der Lüge nur immer wieder eine neue Lüge gekrochen. Das war nicht das Land der DDR Bürger.
Irgendwann zum 40. Jahrestag der DDR sagten sie dann auch, das dies Land nicht ihr Land sei. Die Führung der DDR war es im Grunde genommen auch schon lange leid. Die wusste ja selbst schon lange nicht mehr wie es weitergehen sollte, nachdem die Sowjetunion den real existierenden Sozialismus abgeschafft hatte. Die Bürger der DDR glaubten, das jenes Land, hinter der Mauer ihr Land sei und setzten alles auf eine Karte und gewannen. Wenn man das was passierte Gewinn nennen kann.
Zuerst sah alles gut aus. Deutschland im Wiedervereinigungstaumel. West und Ost lagen sich in den Armen und in Klein Bademeusel gab es Bananen. Aber schnell war es mit der Freude vorbei.
Da es kein gegnerisches System mehr zu fürchten gab, das den Deutschen als Alternative dienen konnte, wurde Deutschland den neoliberalen Wirtschaftsfaschisten zur freien Ausbeutung übergeben. Ständig sinkende Reallöhne, bei irrwitzigen Belastungen in allen anderen Punkten, machten die Deutschen arm.
Allerdings können sie sich nicht mehr in Datschen zurückziehn, die dienen längst als Baugrund für Investitionsruinen, deren Verluste die Deutschen mit immer mehr Steuern ausgleichen müssen. Dies Land ist auch nicht das Land der Deutschen. Ganz sicher nicht.
Wie aber um Himmels willen sollen wir ein Lied haben über ein Land das uns eint, wenn wir noch nicht einmal ein Land haben, das uns gehört. Wir haben ein Lied, das genauso kaputt ist, wie das Land, das es besingt. Das Deutschlandlied. Wer den Link anklickt, kann lesen, was mir schon vor Jahren zu dem Thema einfiel.
Wir haben kein Lied, weil wir kein Land haben. Wir besingen auch nicht das Morgen und wegen unseres Gesterns schämen wir uns noch lange. Wir wagen nicht an eine Zukunft zu denken, geschweige denn auf eine gute Zukunft zu hoffen. Unser Lied ist ein Lied des Tages. Ein Lied das einen Augenblick festhalten möchte, voller Gewissheit, das es solch einen Tag, solch einen Augenblick für uns nicht wieder geben wird. Selbst in unserer Freude ist Hoffnungslosigkeit.
So ein Tag, so wunderschön wie heute,
So ein Tag, der dürfte nie vergehn.
So ein Tag, auf den man sich so freute,
Und wer weiß, wann wir uns wiedersehn.
Ach wie bald entschwinden schöne Stunden,
Und die Tage im Wind verwehn.
So ein Tag, auf den man sich so freute,
So ein Tag, der dürfte nie vergehn.
So ein Tag, so wunderschön wie heute,
So ein Tag, der dürfte nie vergehn.
So ein Tag, auf den man sich so freute,
Und wer weiß, wann wir uns wiedersehn.
Wenn wir ein einigendes Lied haben wollen dann brauchen wir ein gemeinsames Land das uns gehört und nicht unseren Feinden. Die Deutschen sind in Deutschland nur ungern gesehene Gäste derer, die das Land okkupiert haben. Wenn wir Deutschland haben wollen, müssen wir es uns verdienen und darum kämpfen. Aber Vorsicht. Wer kämpft, dem kann es leicht wie dem
kleinem Trompeter gehen und er findet einen frühen Tod.
"Etwas Besseres als den Tod findest du überall." Das wussten schon die Bremer Stadtmusikanten. Aber hier unter unseren Füßen und weit bis zum Horizont vor unseren Augen befindet sich ein Land, gefüllt mit Menschen, für das und für die, es sich zu kämpfen lohnen würden.
Wir sind viele, unsere Gegner sind wenige. Wir sind stark und unsere Gegner sind schwach, weil sie sich in Korruption, Betrug und falschen Gedanken winden. Wir haben nichts zu verlieren, außer dem Leben, aber unsere Gegner müssen ihre Geldspeicher, die teuren Bilder und das Mobiliar von Kaiser Franz verteidigen. Sie können nicht einmal mehr laufen unter dem Gewicht ihres Besitzes.
Natürlich setzen sie auf ihre Höflinge und bezahlten Verteidiger. Aber wer nicht für sich kämpft, der kämpft für gar nichts. Was nützt dem Söldner sein Gold, wenn er sein Leben verliert. Wir werden die Herren des heutigen Deutschlands also wie vollgefressene Katzen in ihren Palästen finden. Mit dem Gewicht des zurammgerafften Plunders und Goldes, können sie nicht mehr fliehen. Wüssten nicht einmal was sie rettten sollten und warten so darauf, das sie erschlagen werden.
Aber genau diesen Gefallen werden wir ihnen nicht tun. Wir werden sie nicht erschlagen, kein Härchen an ihren verkommenen Leiber krümmen, sondern sie nur vor unsere Gerichte schleppen und hart aber ehrlich und fair aburteilen. Da wird keiner getötet, wie sie uns immer töten wollen. Sie sollen ihre Strafen bis zur bitteren Neige absitzen. Zur Warnung für all das Geschmeiß das es geschafft hat, sich in seinen Löchern zu verbergen oder erst noch geboren wird.
Dann könnte dieses Land unser Land sein und das unserer Kinder. Wenn wir es richtig machen, werden wir auf lange Zeit frei sein. Selbst wenn sich die Dinge drehen, wissen die Kindeskinder unserer Kindeskinder dann immer noch wie es geht. Wie man um sein Land kämpft. Dann könnte dies Land unser Land bleiben.
Vielleicht bekommen wir dann auch ein Lied.




















Wurden da Tags nicht oder zu sehr geschlossen?
Und was haben wir? Einen Personalausweis...
Eine Karte, die uns als Personal der BRD ausweist!
Das sagt doch schon alles aus :-)