Irgendwie hatte es immer etwas von Weihnachten. Es war nur öfter. Erst zweimal im Jahr, dann meist in vierteljährlichem Abstand kam die neue SuSE-Version. Egal ob im Abo per Post oder im Laden gekauft, es war immer ein Grund zur Freude. Wie in jeder Freundschaft gab es auch unglückliche Momente. Aber letztendlich ließ sich alles lösen. Vielen Anfeindungen bin ich fröhlich begegnet. Nein, nicht denen von Microsoft-Anhängern, die waren mir in dem Punkt schon immer egal. Wer zu den Millionen Fliegen zählen will, die Scheißefressen gut finden, muss sie halt fressen. Nein, es waren die Linux-Freunde aus anderen Distributionen. Manchmal hatten sie Recht. Einiges sah schon damals nicht fair aus. Aber ich habe immer argumentiert, dass Linux durch SuSE für den normalen Anwender einfacher wird. Dazu stehe ich heute noch.
Ich habe bis heute noch nie den Installationssupport gebraucht. Trotzdem bin ich kein Fachmann. Aber ich habe Linux seit den grauen Vorzeiten. Davor Unix mit AT&T und SCO.
Support finde ich gut und wichtig für die, die ihn brauchen. Mir reichte die Supportdatenbank und ein wenig Blättern im Netz, um meine Probleme zu lösen. Wach wurde ich zum ersten Mal, als die Supportdatenbank umgestellt wurde und dabei das Datum des Eintrags per Zufall verschwand. Anstatt auf einen Blick einen Eintrag als veraltet zu erkennen, musste man nun lange suchen. Auch die kostenpflichtigen Supportangebote wurden immer zahlreicher.
Neue Versionen, schienen nicht mehr der Entwicklung zu folgen, sondern einem Marketingplan, der für regelmäßigen Umsatz sorgen sollte. Auch das hätte mich nicht gestört, da ich faul bin und lieber eine neue DVD-Version griffbereit habe, anstatt mir mit einer alten und Updates weiter zu helfen. Ich habe auch kostenpflichtige Software gekauft. Vmware zum Beispiel um meine Programme auf Windows testen zu können. Natürlich von SuSE. Dann hörte SuSE plötzlich auf Vmware zu unterstützen. Der Kernel wurde so gebaut, dass man nur mit Tricks und viel Arbeit zum Ziel kommt.
Der Grund war einfach. Nun wollten sie mir CrossOver verkaufen. Finde ich für meine momentanen Zwecke gar nicht schlecht. Ich brauche derzeit vor allem die Rechtschreibprüfung von Word. Aber auch da lauert schon wieder ein Trick. Dieses CrossOver ist fast geschenkt, aber nur für SuSE 9.0. Das zu einer Zeit in der wir alle wissen, dass 9.1 vor der Tür steht. Updates für WineX ausgeschlossen.
KDE 3.2 soll ich auch nicht installieren. Ein Update auf 9.1 könnte dann schwierig werden. Damit kann ich KOffice nicht in der neusten Version nutzen, wenn ich den SuSE-Leuten folge. Hatten die nicht schon 9.0 damit begründet, dass es die Vorbereitung für KDE 3.2 enthält? Dazu ein Update-Tool, das es mir nicht erlaubt, bestimmte Updates dauerhaft abzulehnen, so installiere ich halt alle naselang den alten Kernel neu, damit Vmware wieder läuft.
Reaktion auf Fehlermeldungen und Beschwerden ist Null. Das heißt man bekommt eine Bestätigungsmail. Wenn ich die ausdrucke. hätte ich eine Verwendung dafür, aber mein Druckerpapier ist mir zu hart für die Verwendung auf dem WC. Marketing ist ja etwas Feines, aber nun reicht es mit den Übertreibungen.
Der Zusammenschluß von SuSE mit Novell ist gelungen. Die von Novell haben uns vor Jahrzehnten schon gezeigt, das man mit dem Zurückhalten von Informationen viel Geld verdienen kann, weil die Leute dann in 'Leergänge' laufen und diese bezahlen müssen, nur um dort eine CD zu erhalten, auf der dann die wichtigen Dinge sind. Ich erinnere mich noch an meine Zertifizierung zum Linux-Spezialisten bei denen. Düsseldorf war nett, und das Bier im Schumacher auch, nur Novell konnte keinen Mitarbeiter vorweisen, der auch nur die Spur einer Ahnung von Linux gehabt hätte. Aber ich bekam ein Zertifikat und was zu Lachen. Als wir uns bei der ersten sich bietenden Gelegenheit von Novell-Netzwerken getrennt haben, haben wir deren Linux auch gleich mit entsorgt. Um SuSE tut es mir Leid, aber das ist vielleicht der Lauf der Dinge. Ich werde nun Debian und Mandrake ausprobieren, aber auf jeden Fall wird mich SuSE 9.1 nicht mehr erreichen. Das macht mich schon deshalb nicht glücklich, weil es mir Arbeit macht, aber viel trauriger bin ich über diesen Abschied im Zorn. Der war nach so langen erfolgreichen und glücklichen Jahren sicher nicht nötig.
Am 20.02.2004 um 15:50 habe ich SuSE-Linux die Freundschaft gekündigt. Konsequent wie ich bin hab ich eine Zeitlang diverse Linuxe ausprobiert - auf anderen Rechnern versteht sich und dann mein Umfeld konsequent auf Fedora umgestellt. Alle Rechner. Bi ...
Wenn es zur Zeit hier im Block etwas ruhiger ist und ich nicht auf jeden Brocken reagiere, so ist das nicht einer neu gewonnenen Vernunft oder Ruhe zuzuschreiben, sondern der Tatsache, das ich alle Rechner in meinem Umfeld von Fedora auf Kubuntu ...