Ich habe Ashkan Dejagah noch nie bewusst Fußball spielen gesehen und weiß wie die meisten Deutschen, die, die Nachrichtendienste verfolgen das er Deutscher, iranischer Herkunft ist. Iran ist dieses böse Land, das Atombomben bauen will, in dem Präsident Mahmud Ahmadinedschad Israel gerne nach Alaska verlegen will und das von Israel ständig mit Bombardierungen bedroht wird.
Ashkan Dejagah ist im Juli 21 Jahre alt geworden. Hat Verwandte im Iran, die er sicher gerne mal wieder besuchen möchte. Er ist Fußballer. Kein Politiker. Aber er hat ein tödliches Verbrechen begangen. Er hat gebeten nicht gegen Israel Fußball spielen zu müssen. Der Iran toleriert zwar, das er sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden hat und für Deutschland spielt, aber nicht das er nach Israel einreist. Das ist mit sehr harten Strafen bedroht und könnte im Extremfall auch Folgen für seine im Iran verbliebenen Verwandten haben.
In Amerika darf ich bis heute keine kubanischen Zigarren oder kubanischen Rum einführen. Ein Amerikaner darf nicht nach Kuba reisen ohne sich strafbar zu machen. All das wird von der Weltöffentlichkeit akzeptiert, obwohl es genau so bescheuert ist, wie die iranische Haltung gegenüber Israel.
Die Interpretation der Präsidentin des jüdischen Zentralrates, das Dejagah unsportlich handele indem er lieber nicht antritt ist genauso dumm, wie die, jenes völlig abgedrehten Zentralratsmitgliedes, der von einem Judenboykott spricht. Richtigerweise schützen wir das Leben aller jüdischen Mitbürger mit allen unseren Mitteln und tun alles um Israel zu helfen, selbst wenn uns das nicht glücklich macht. Dies sind wir unserer Vergangenheit schuldig.
Was wir allerdings nicht schuldig sind, ist das wir die Familien anderer Deutscher und deren persönliche Sicherheit opfern, um gegen Israel Fußball zu spielen. Wenn sich der Zentralrat der Juden anmaßt, solch einen Jungen zerstören zu können, dann muss er damit leben, das wir demnächst jede Aussage des Zentralrates auch darauf hin abprüfen werden, ob damit Israel oder den USA genützt werden soll. Ein völlig unsinnige Vorgehen, weil es immer eine Mixtur aus Begründungen gibt.
Diese Mixtur kann vieleicht auch bei Dejagah vermutet werden, lässt sich aber aus seinen Einlassungen nicht nachweisen. Natürlich muss Theo Zwanziger sofort auf den Jungen einschlagen. Wenn er gerade mal nicht Bayern München unfair unterstützt, hängt er ja gerne sein Mäntelchen in den politischen Wind. Es hilft eben nicht einen Trinker, gegen einen Menschen ohne Rückgrat auszutauschen. Mit Theo Zwanziger wird der DFB noch ganz neue Tiefpunkte erleben. Seine Erklärung von gestern war ein neuer Tiefpunkt der Unfairness und Nichtkameradschaft.
Das unsere dummen und bestechlichen Politiker mitspielen ist auch klar. Für die Medien ist es etwas, was von der desolaten Lage der Bürger ablenkt, über die sie aber sonst auch nicht berichten. Das der VW-Chef Winterkorn jetzt noch in die gleiche Kerbe schlägt, zeigt, wie weit dieser Herr von den Realitäten der Welt entfernt ist.
Das ganze ist typisch deutsch. Da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht und der Rüssel des Elefanten dann als Stachel gedeutet. Ashkan Dejagah kann in Deutschland keinen Blumentopf mehr gewinnen. Wieder ist eine erfolgreiche Migration durch ein paar gewissenlose Pfeifen ruiniert worden.
Die meisten dieser Pfeifen sind mir schon lange völlig gleichgültig, aber der Zentralrat der Juden hat mich wirklich schwer enttäuscht.
der Zentralrat der Juden hat mich in den letzten Wochen auch in anderen Themen schwer enttäuscht. Man siehe nur mal Aussagen des Rates zum Thema Eva Hermann.
Wir leben leider in einer sehr populistischen Gesellschaft, und das ist schädlich, sehr sogar!