Forsa liefert die Umfragen für Mohn/Bertelsmann. Wenn ich ein Band oder ein Orchester beauftrage für mich zu spielen, dann bestimme ich natürlich auch welche Lieder dargeboten werden. Wes Brot ich eß, des Lied ich sing. Das ist völlig normal.
Mohn/Bertelsmann verteilt die Ergebnisse dieser Umfragen dann über Stern, Spiegel, n-tv, die RTL Gruppe solange, bis auch der dümmste weiß, was er zu denken hat, wenn er bei den Gewinnern, bei der Mehrheit sein will. So werden schon seit Jahren Wahlen beeinflusst, genau wie politische Entscheidungen. Nicht fair, aber augenscheinlich legal. Betrug wird hier zumindest nicht verfolgt, was ja auch auf andere Delikte bei uns zutrifft.
Nun also sind wir mehrheitlich gegen den Lokführerstreik sagt Forsa und andere "Institute" pflichten bei. Wir müssen nämlich gegen den Lokführerstreik sein, weil sonst ein Beispiel Schule machen könnte. Man stelle sich nur vor, die Deutschen würden ernsthaft streiken. Gar so wie die Franzosen. Da streikt die Bahn wegen Pensionen. Wenn bei uns die gesamte Bevölkerung betrogen wird, dann schweigen die Deutschen. Sie haben schweigen gelernt.
Wir kennen Gewerkschaften, die mehr auf der Unternehmensseite stehen, als auf der Seite ihrer Mitglieder. Transnet ist da gar kein so falsches Beispiel. Die sind verdammt nah dran am Hintern des Herrn Mehdorn. Aber jeder bettet sich so, wie er liegen möchte.
Es wird für Mehdorn, der sich über 76 Prozent Lohnerhöhung im letzten Jahr genehmigte und die Transnet nur etwas blöd, wenn die GDL ihre Ziele erreicht. Dann muss nämlich bei der Bahn für alle Beschäftigten nachgebessert werden. Das kostet dem Mehdorn Geld und vielleicht seinen Börsengang, aber der Transnet die Reputation.
Wir erinnern uns noch an Siemens wo der
Gesamtbetriebsratsvorsitzende Rolf Heckmann nicht nur keine Ahnung hatte, sondern den Mitarbeitern geradezu in den Rücken gefallen ist und trotzdem von seiner Gewerkschaft nicht gefeuert wurde.
Genossen der Bosse, das wollten viele Gewerkschaftsführer gerne sein und haben für ein Lächeln der Bosse, ihre Mitglieder verraten. Die schwache Stellung der Gewerkschaften kommt aus diesem Verrat, genau wie die Stärkung der Berufsfachgewerkschaften. Alle über einen Kamm scheren, heißt alle verlieren lassen.
Die Lokführer streiken für uns alle. Sie zeigen uns hoffentlich, das in diesem Land Streik möglich ist und zum Sieg führt. Dieser Streik könnte das Signal sein, unseren Meinungsmachern in den Arsch zu treten. Wir haben uns lange von den neoliberalen Wirtschaftsfaschisten bestehlen und betrügen lassen. Nun ist an der Zeit die Sache wieder von Kopf auf die Beine zu stellen. Wer Arbeit nicht bezahlen will, darf auch keine bekommen und vor allem auch keine Subventionen, um anderswo mit seinen Billiglöhnen hausieren gehen zu können.
aber nicht alle ;)
"Rund 64 Prozent der Befragten erklärten in der Erhebung von Infratest dimap für das ARD-»Morgenmagazin», sie hätten Verständnis für die Arbeitsniederlegungen. [...] Die Erhebung wurde am 18. Oktober durchgeführt. Eine zwei Tage zuvor erstellte Forsa-Umfrage war zum Ergebnis gekommen, dass 55 Prozent der Bundesbürger mittlerweile kein Verständnis mehr für weitere Streiks der GDL haben."
http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/783793.html
[ja, ich weiss. "alle" hast du nicht geschrieben. so kommts aber beim gemeinen leser (mir) an :]