Bei Lieschen Müller wären wir ja alle gerne bereit Abstriche zu machen. In jeglicher Hinsicht. Anders ist das bei Emilia Müller, die aktuell als Bayerische Staatsministerim für Wirtschaft,
Infrastruktur, Verkehr und Technologie auftritt. Ja die Bayern haben einen eigenen Staat. Zumindest solange der von den übrigen Deutschen bezahlt wird. Ansonsten sind sie ein Bundesland wie jedes andere, nur eben in völlig unsolidarisch.
Deshalb darf Emilia ja auch teuer vom Transrapid träumen. Allerdings wachsen auch in Bayern die Träume nicht mehr in den Himmel. Die Vorortbahn, die auf der Strecke noch nicht einmal ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen kann, hat der Herr Ministerpräsident Beckstein doch schon beerdigt, als er sagte:
Bayern will beim Bau des umstrittenen Münchner Transrapids keine Mehrkosten übernehmen. Sollten die tatsächlichen Baukosten höher ausfallen als bisher geplant, müssten andere Stellen einspringen, sagte Ministerpräsident Günther Beckstein. Ansonsten sei das gesamte Projekt gefährdet.
Nun mag ja sein Lieschen, äh, Emilia Müller, glauben was sie will, aber solche Sätze verursachen gerade zu Zahnschmerzen:
Mit unseren Partnern Industrie und Bahn haben wir eine Realisierungsvereinbarung abgeschlossen. Darin hat die Industrie zugesagt, den Transrapid zu einem Festpreis zu verwirklichen.
Frau Müller, oder darf ich liebes Lieschen sagen. Es gab in Deutschland noch nie ein öffentliches Projekt mit Festpreis. Das einzige was von Anbeginn an feststeht, ist das der Unfug im Schnitt zwischen 50 und 300 Prozent teurer wird, als im schlimmsten Fall geplant. Das ist so, weil es so einfach ist, eine staatlich geprüfte Chemotechnikerin wie sie an der langen Nase herumzuführen.
Wie man an Herrn Mehdorn und Herrn Wiesheu sehen kann, ist es zwar einfach in Deutschland ein Amt zu erhalten. Allerdings scheint der Gott, der den Amtsträgern auch gleichzeitig mit dem Amt, den notwendigen Verstand verleiht, entweder tot oder zumindest nicht mehr für Deutschland und schon gar nicht für Bayern zuständig zu sein.
Der Transrapid ist ein technologisches Leuchtturmprojekt für Bayern, Deutschland und ganz Europa. Er wurde deshalb im Koalitionsvertrag fest verankert. Der Transrapid schärft unser Profil als High-Tech- und Innovationsstandort. Es wurde bereits viel Geld in die Entwicklung der Technologie investiert.
Bayern braucht keine Leuchttürme. Die stehen am Meer und warnen die Schiffe vor Untiefen und geben Navigationshilfe. Bayern ist im Binnenland. Nix Meer. Natürlich haben wir schon irrsinnig viel Geld in den Transrapid entwickelt. Siemens brauchte doch die Unterstützung. Natürlich wussten wir von Anfang an, das wir in Deutschland und in Europa, keinen Bedarf für den Transrapid haben, weil dieser ein Fernverkehrsmittel für Personen ist und wir die Bahn haben.
Wer jetzt, wie unser Lieschen mit dem Argument Geld kommt, gleicht einem Spieler der im Casino immer auf das grüne Tuch setzt und sich wundert warum er nicht gewinnt. Anstatt aber die Chancen zu erhöhen, in dem der auf Schwarz oder Rot setzt, setzt er weiter auf Grün, weil das ja schon so lange nicht mehr gekommen ist.
Die Industrie rechnet damit, dass der Transrapid während der Bauzeit insgesamt 5500 Arbeitsplätze schafft. Nach Fertigstellung rechnet das Transrapid-Konsortium mit 850 Dauerarbeitsplätzen für Wartung und Betrieb der Trasse. Durch den weltweiten Export der Technologie können in Deutschland weitere 17.000 Arbeitsplätze entstehen.
Mein armes Lieschen. Die Bauarbeiter kommen aus dem Osten, weil sie billiger sind. Wahrscheinlich werden sie in der Mehrheit keine Arbeitserlaubnis haben, was aber nicht kontrolliert werden darf, weil die Kosten sonst explodieren. Das haben wir hier in Berlin überall wo unser Staat baut. Den weltweitern Export können wir uns in die Haare schmieren, weil mir außer Australien, China und evtl. der Mongolei nichts einfällt, wo dieses Ding Sinn machen würde, solange man Flugverkehr zulässt.
In einem Punkt bin ich aber mit meinem Lieschen, Verzeihung der bayrischen Emilia einer Meinung. Es wird 850 Arbeitsplätze brauchen um das Ding am Leben zu halten. Das sind fast 24 Leute pro Kilometer. Nach Urlaub und Krankheit bleiben da immer noch mindestens 6 Mitarbeiter pro Schicht und Kilometer. Das ist wahrer Fortschritt.




















Wie die Schwäbische Zeitung hat sich der Schwachsinn mit dem Vororttransrapid erledigt: Das Transrapid-Projekt in München wird wegen drastischer Kostensteigerungen nicht gebaut. Dies teilte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (S ...