Oskar Lafontaine, dem 1999 das Amt des deutschen Finanzministers zu viel Arbeit machte und der statt seine Verantwortung zu übernehmen, sich lieber gut abfinden ließ, hat laut Aussage der Leipziger Volkszeitung, auf einer Wahlkampfveranstaltung im rheinland-pfälzischen Schöneberg-Kübelberg, alle Parteien bis auf seinen Verein als Schweinebande bezeichnet. Sein Fraktionssprecher Hendrik Thalheim verschlimmbesserte das Ganze in dem er erklärte, die Äußerungen hätten sich nicht auf Politiker bezogen, sondern auf Unternehmen, die trotz großer Gewinne Mitarbeiter entließen.
Beide Aussagen sind gleichermaßen falsch. Eine Bande ist eine organisierte Gruppe von Kriminellen, was zwar bei Schäuble, Laurenz Meyer und Kannegießer richtig sein mag, aber keinesfalls auf Schweine zutrifft, die sich in Rotten zusammenschließen. Im Gegensatz zu den kriminellen Vereinigungen und Banden ist eine Rotte ein loser Zusammenschluss von Individuen zu einem gemeinsamen Zweck. Die Rotte bilden meist Bachen mit ihren Frischlingen und Überläufern und sie dient vor allem dem Zweck der Ausbildung und des Schutzes der Jugend.
Parteien hingegen sind Vereinigung die nur der persönlichen Bereicherung und dem persönlichen Machtgewinn dienen. Das gleiche gilt für Manager- und Arbeitgeberverbände. Ob diese Art von Vereinigungen immer kriminell, also Banden sind, ist eine Frage der Begriffsbestimmung.
Wenn die FDP sich illegal Geld für ihren Wahlkampf beschafft und dafür vom Bundestagspräsidenten bestraft wird, aber anstatt die Strafe zu tragen, ihre Bonner Parteizentrale weit über Wert an eine Baronin verkauft, die sich den Mondpreis über Steuerabzüge wiederholt, dann kann und muss ein normaler Mensch das als kriminell ansehen. Im Bereich der Politiker ist das eine so gute Leistung, das Herr Solms Bundestagsvizepräsident wird.
Wenn Herr Schäuble einen oder mehrere Geldkoffer, selbst oder über Beauftragte von einem Waffenschieber entgegen nimmt und diese nicht ordnungsgemäß verbucht, so ist das sicherlich kriminell, führt aber in unserer Parteiendiktatur dazu, das der Mann Innenminister wird.
Wenn Herr Ackermann als Mannesmannaufsichtsratschef, eine Firma mit einem Wert von 7,5 Milliarden für 75 Milliarden verkauft und seinen ausländischen Anlegern damit rund 30 Milliarden schenkt, die der deutsche Steuerzahler aufbringen muss, weil die Bude ja eben nur 7,5 Milliarden wert ist, dann ist das in den Kreisen der deutschen Wirtschaft eine Leistung. Würde das Gleiche von einem normalen Menschen gemacht, bekäme dieser, sogar bei viel geringeren Summen, eine lange Haftstrafe wegen Betruges.
Schweine kennen derartige Probleme nicht. Sie betrügen sich nicht gegenseitig und überfallen sich auch nicht. Sie haben ihre Rangkämpfe spielerisch in der Jugend ausgetragen und finden keine Freude daran andere Schweine zu demütigen oder zu beschimpfen, wie es zum Beispiel Herr Norbert Walther von der Deutschen Bank oder Professor Sinn mit Vorliebe machen. Sie bilden auch keine faschistischen Bande wie die Initiative neue soziale Marktwirtschaft, die auf Kosten aller Steuerzahler mit hunderten von Millionen die deutsche Gesellschaft spalten will. Schweine sind auch nicht käuflich wie die Experten der Menschen.
Schweine sind reinliche Tiere. Sie scheißen nicht mitten in ihr Wohnzimmer oder ihre Schlafstube wie es Herr Brüderle von der FDP ständig tut, indem er keinen Fernsehauftritt auslässt um sich über diesem Deutschland, das ihm seinen Lebenswandel erst ermöglicht hat, zu entleeren. Völlig unappetitlich und unschweinisch wird es dann wenn Sabine Christiansen oder irgendein anderer Jubelmoderator des Wirtschaftsfaschismus ihm noch mit beiden Händen hilft, die Fäkalien möglichst breit zu verteilen.
Eine Rotte würde sehr schnell zerfallen, wenn sie von falschen oder gekauften Führern, wie zum Beispiel Herrn Oswalt Metzger oder den Wirtschaftswaisenkindern, anstatt zum Futter in die Wüste geführt würde. Bei Schweinen bedeutet Führung, gleichzeitig auch Verantwortung. Es ist also falsch den Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke als Schwein zu bezeichnen. Schweine kämen nicht auf die Idee, die Mitarbeiter im Service abzubauen und sich dann zu wundern, das jedes Quartal ein paar hunderttausend Kunden abwandern. Schweine sind vernünftige und verantwortungsvolle Tiere.
Es ist eine bodenlose Frechheit des Herrn Lafontaine, die netten Schweine mit unseren unerträglichen Politikern, Funktionären und Managern zu vergleichen. Schweine sind nie so gefräßig, maßlos, gemein, hinterhältig und verantwortungslos. Schweine quälen andere Schweine nicht zum persönlichen Vergnügen. Herr Lafontaine sollte sich dringend bei den Schweinen dieser Welt entschuldigen.