Es ist schon erstaunlich wie treffend Sarkozy die Lage erkannt hat, auch wenn er eigentlich nur die Verantwortung von der Politik auf einen kriminellen inneren Feind ablenken will. Natürlich meint er mit Gaunerherrschaft auch etwas anderes als ich. Aber grundsätzlich hat er recht.
Gäbe es nicht die internationale Vereinigung der Abschreiber, Abzocker, Kreditbetrüger, Spekulanten, verantwortungsloser Manager und das absolut mitleidlose Großkapital, könnten die Menschen in Europa und in der Welt friedlich und zufrieden leben. Es ist mehr als genug für alle da.
Aber leider haben wir eben eine internationale Gaunerschaft, deren unsere Justiz und Polizei nicht habhaft werden kann, die sie schlimmer noch, freilassen müssen, wenn sie, sie per Zufall mal, mit beiden Händen in den Taschen anderer erwischt haben. Diese Gauner für die es kein Gesetz, keine Bestrafung und keine Verantwortung gibt.
Nur das Handeln dieser Gauner verursacht eine Gesellschaftskrise. Wobei es fraglich ist, ob man von einer Gesellschaftskrise reden kann, wenn 10 Prozent der Menschen in Deutschland, das ganze Land besitzen, oder INSM und Bertelsmann direkt unsere Politik bestimmen.
Wenn in Europa die Stimme von Liz Mohn, ein paar Millionen anderer Stimmen aufwiegt, dann haben wir keine Krise einer demokratischen Gesellschaft, sondern eine Diktatur des Geldes. Nichts aber ist leichter als denen das Geld zu nehmen und sie für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen.
Beenden wir die Herrschaft der Gauner. Möglichst schnell.
Und mit direktem Wahlrecht auch nicht. Oder wieso glaubst Du, daß bei direktem Wahlrecht aus dummen Wählern plötzlich intelligente werden?
Selbst in einem der dann neuen, gegen über heute nur halb so großen Wahlkreise, werden wir dann eine Reihe von Kandidaten haben, die nicht zum System gehören.
Dazu noch eine im Internet öffentlich gehaltene und mit 50.000 Euro gedeckelte Wahlkampfkasse ohne Fernseh- oder Rundfunkwerbung und schon sieht die Sache sehr gut aus.
Zusammen mit dem Abwahlrecht, werden diese Kandidaten die Interessen ihrer Wähler vertreten.
Gibt es dazu noch das Verbot von Ausschüssen und Fraktionsbildung, dann könnten wir glatt eine Demokratie bekommen.
Ich halte normalerweise nicht so viel von Kaffeesatzlesen, d. h. von unbegründeten "wenn...dann"-Behauptungen, aber da Du es praktizierst, will ich heute auch mal einen Blick in meine Glaskugel werfen:
1. Wenn die Kandidaten mindestens 36 Monate in ihrem Wahlkreis gelebt haben müssen, dann wird eben der Bäcker gewählt, der in seinem Wahlkreis die dicksten Brötchen backt, oder eben der, der die meisten Versprechungen macht. Genau wie heute.
2. "nicht mit Parteizugehörigkeit geworben werden darf" - verstehe ich nicht. Willst Du die Parteien abschaffen? Dann viel Spaß mit Deinem 598-Parteien-Parlament der Ahnungslosen. Anderenfalls: wie willst Du verhindern, daß die Parteizugehörigkeit bekannt wird, und hätten die Wähler nicht ein Recht darauf, sie zu erfahren?
3. Neue Kandidaten sind nicht automatisch gute Kandidaten, und Kandidanten, die "nicht zum System gehören" (was immer das konkret bedeuten mag), hätten beim Wähler genau so wenig eine Chance wie heute Parteien eine Chance haben, die "nicht zum System gehören".
4. Ein Abwahlrecht würde zu noch mehr Populismus in der Politik führen als bisher und damit vernünftige Lösungen vollends unmöglich machen. Außerdem würde der ständige Abgeordnetenwechsel den Erwerb von Sachverstand bei den Abgeordneten verhindern. Anders gesagt: Du hast dann nur noch dumme Populisten im Parlament sitzen.
5. "Verbot von Ausschüssen und Fraktionsbildung, dann könnten wir glatt eine Demokratie bekommen" - ja, eine, in der komplettes Chaos herrscht, weil sich erstens nirgendwo mehr Sachverstand für komplexe Themen herausbilden kann und zweitens keinerlei Mehrheiten mehr gefunden werden können.
Bei 500.000 Wahlberechtigten in einem Wahlkreiswird es nicht der Bäcker werden. Zumindest nicht wegen der dicken Brötchen.
Ja ich will die Parteien loswerden. Unbedingt. Sie nützen niemanden, aber schaden allen. Wir haben bereits eine Parteidiktatur.
Ich habe nicht behauptet das neue Kandidaten unbedingt besser sind. Aber sie gehören noch nicht irgendwelchen Lobbyorganisationen. Mit denen ist ein Neuanfang möglich. Mit den bisherigen nicht.
Der Duden (21. Auflage) erklärt den Begriff als opportunistische Politik, die die Gunst der Massen zu gewinnen sucht.(Wikipedia) Ich empfände es als wünschenswert, wenn Politik auf die Bedürfnisse der Massen an Wählern einginge und sich nicht lächelnd an Mohn/Bertelsmann und INSM verkauft und dem Großkapital jeden Gefallen tut. Der Sinn von Wahlen sollte nämliich sein, das die Gewählten die Politik ihrer Wähler vertreten und nicht die Parteilinie oder Drittinteressen gegen Bestechung.
Ja der Sachverstand der Experten. Davon kann nur jemand reden der nie eine Ausschußsitzung besucht hat. Da geht es um die Anzahl der Experten die jede Partei aufrufen darf und die dann genau das sagen was die Partei hören will.
Das sind keine Experten sondern Mietmäuler. Meist bezahlt von Lobbyverbänden.
Aber egal. Dein ganzer Ansatz will nur die Art von Ausverkauf der Bürger bewahren die wir hier haben. Du willst keine Veränderung, weil du wahrscheinlich gut von diesem System lebsst. Das ist dein gutes Recht.
Wenn für dich Chaos herrscht, wo nicht gekaufte Meinungen den Währlerwillen überwiegen, dann möchte ich genau dieses Chaos.
Ein Gesetzt das die Abgeordneten nicht verstehen, sollten sie auch nicht billigen. Egal wie viele Expererten es für gut halten. Es ist nämlich garantiert Mist. Es ist auf jeden Fall gegen die Interessen der Menschen in diesem Land.
Falls du in deiner Antwort nicht diskutieren sondern nur weiter jede Idee miesmachen willst, empfehle ich dir einen anderen Diskussionspartner. Meine Zeit ist mir für deine Argumentationsweise offengestanden zu kostbar. Da spiele ich lieber mit meinen Kindern.
Es ist naiv zu glauben, Abgeordnete seien nicht käuflich, nur weil sie keiner Partei angehören. Wie gut Gesellschaften funktionieren, die von einem zu idealistischen Menschenbild ausgehen, haben wir (leider) im Osten sehen müssen. Du hälst Dich für das Sprachrohr der "Massen an Wählern", aber die Mehrheit der Wähler a) interessiert sich überhaupt nicht für Politik, b) ist nicht in der Lage, irgendwelche Zusammenhänge zu erkennen und/oder c) hat völlig andere Ansichten als Du. Deshalb werden auch bei Deinem Wahlsystem andere das sagen haben als wir uns das wünschen würden. Aber spiel Du mal weiter mit Deinen Kindern und träum weiter vom mündigen Wähler. Ich werde Dich nicht mehr belästigen.
Ich kenne den Wähler nicht. Die Wähler die ich kenne glauben nur nicht mehr an Veränderungen in diesem System. Wie sich die Wähler in Deutschland in einem demokratischen System verhalten würden, lässt sich nicht voraussagen, das es noch nie probiert wurde.
Ich unterstelle dir übrigens nur, das du kein reales Interesse an Veränderung hast, sondern lediglich an den Wassern Babylons sitzen und weinen willst.
Da spiel ich dann allerdings lieber mit meinen Kindern und hoffe auf den mündign Wähler. Zumindest 6 davon habe ich eigenhändig erzogen bzw. erziehe ich.