Immer dann, wenn es darum geht, für anständige Arbeit, auch anständige Löhne zu bezahlen, kommt irgendein Politiker mit dem alten Kalauer um die Ecke, das die Arbeitnehmer keine anständigen Löhne brauchen, sondern doch lieber an den Unternehmensgewinnen beteiligt werden sollen.
Jetzt ist es Roland Koch, der in Hessen um seinen Arsch kämpft, da er genau weiß, das ein Machtverlust der CDU in Hessen, auch neue juristische Untersuchungen um seine und die Machenschaften seiner Partei, bringen würde. dpa berichtet:
Koch fordert Arbeitnehmer an Unternehmensgewinnen zu beteiligen
Berlin - Hessens Ministerpräsident Roland Koch hat an die Arbeitgeber appelliert, ihre Mitarbeiter stärker am Unternehmensgewinn zu beteiligen. Der Vorschlag zum Investivlohn sei ein klares Signal der CDU an die Unternehmer, sagte Koch der „Welt am Sonntag”. Da der Gewinn aus Kapital schneller wachse als das Einkommen aus Arbeit, seien deutsche Arbeitnehmer benachteiligt gegenüber britischen oder amerikanischen Arbeitnehmern, die sehr viel stärker am Erfolg ihrer Unternehmen teilhaben” so Koch.
Das hört sich doch richtig gut an. Allerdings nur für diejenigen, die jedes Märchen glauben. Koch hat nicht etwa plötzlich sein Herz für den kleinen Mann entdeckt, in dem er von Investivlohn spricht. Er möchte die Arbeitnehmer in Wirklichkeit nur doppelt betrügen und damit sicherstellen, das ihm das Großkapital, nach seinem Ausscheiden aus der Politik, auch die richtigen Aufsichtsratsposten mit den Millionenbezügen gibt.
Um den Trick hinter dem Investivlohn zu verstehen, müssen zwei grundsätzliche Dinge geklärt werden. Normalerweise partizipieren Arbeitnehmer an dem Erfolg ihres Unternehmens über ihren Arbeitslohn, gesichertere Arbeitsplätze in der Zukunft und Bonusmodelle. Der Arbeitslohn wird von den Tarifpartnern und in geringem Umfang auch durch direkte Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt.
Die Sicherung der Arbeitsplätze ist eine Hoffnung der Arbeitnehmer, die sich zumeist nicht bewahrheitet. Bonuszahlungen richten sich nach Verteilungsschlüssen und dem Gewinn, den eine steuervermeidende Buchhaltung ausweist. Dieser Gewinn hat normalerweise nur sehr wenig mit dem erarbeiteten Mehrwert zu tun.
Der Gedanke des Investivlohns möchte den Arbeitslohn in einen möglichst niedrigen, wahrscheinlich unter der Armutsgrenze liegenden Grundlohn und einen, auf Basis, der vom Unternehmen manipulierten Gewinne, errechneten Gewinnanteil aufteilen. berichtet dazu:
Der Investivlohn als gewinnabhängige Provision wurde insbesondere beim Unternehmen Allianz kritisiert, da viele Versicherungsberater nur einen geringen Grundlohn erhalten und die Prämie über die abgeschlossenen Versicherungsverträge erwirtschaften müssen.
Solange zum Beispiel Finanzminister wie Peer Steinbrück, den Unternehmen jeden auch noch so miesen Trick erlauben, um Steuern zu vermeiden und Gewinne, auf nach Ansicht vieler betrügerische, zumindest aber manipulative Art und Weise zu verkürzen, werden die Gewinne sofort nach Einführung des Investivlohns ins Bodenlose fallen. Die Arbeitnehmer die in der Hoffnung auf den Investivanteil auf Teile ihres Einkommens verzichtet haben, werden nur verschwindend geringe Erträge erreichen.
Schlimmer ist aber noch, das selbst bei zunächst hohen, leider aber fiktiven Zahlungen, das Geld ja nicht dem Arbeitnehmer zugute kommt, sondern stimmrechtslos im Unternehmen bleiben wird. Die Stimmrechte entfallen entweder durch Vorzugsaktien, wahrscheinlicher ist ein Kuhhandel mit dem DGB und eine gemeinsame Ausübung der Stimmrechte durch Arbeitgeber und DGB.
Im Ergebnis werden wir dann nach einigen Jahren viele Unternehmenspleiten erleben, bei denen auf wundersame Art und Weise nur die Arbeitnehmer ihren Investivlohnanteil verlieren. Unnötig zu sagen, das auf diese Art und Weise erarbeitete Beteilungen natürlich sowohl bei Hartz IV Bezug sofort eingezogen werden, als auch nach kurzer Zeit hart besteuert werden.
Die Forderung nach Investivlohn, ist nichts anderes, als die Forderung nach Lohndumping und Lohnsenkung. Im übrigen ist es eine Frechheit, das genau die Leute, die sich aus allen Kassen bedienen, dem Arbeitnehmer, also demjenigen der diesen Staat trägt, vorschreiben wollen, was er mit seinem Geld machen soll. Aber Herr Koch hat ja bestimmt noch viele "jüdische Erben" wie er die schwarzen Kassen seiner CDU nannte. Der muss nicht um sein tägliches Überleben kämpfen. Dessen Familie muss nicht zwischen Winterschuhen und Essen wählen.
Bei vielen Menschen in Deutschland reicht das Geld schon nicht mehr, um den Lebensunterhalt, Wohnung, notwendige Versicherungen, Kommunikation und Transport zu bezahlen. Von gesellschaftlicher Teilhabe und Kulturpartizipation ist überhaupt nicht mehr zu reden.
Wer in einer solchen Situation von Investivlohn spricht, will betrügen und vertuschen. Bevor überhaupt weiter geredet werden kann, müssen die Arbeitslöhne wieder auf ein anständiges Niveau gebracht werden. Sechzig Prozent wie beim Bahnvorstand in diesem Jahr, wäre ein guter Anfang. Dazu sollten die Kapitalgewinne ihren Anteil an der Steuerlast und den Sozialabgaben tragen. Beides ist aber mit unseren aktuellen Politikern nicht möglich. Deshalb müssen wir die abwählen, auch wenn das in unserer Parteiendiktatur fast unmöglich ist.
Wer Herrn Koch und seine CDU wählt und nicht vom Betrug an den Arbeitnehmern, nicht von Steuerverkürzung und auch nicht offiziell für nicht geschäftsfähig erklärt wurde, wird Gründe haben, die vermutlich eher Abgründe sind. Seine Wähler werden auf jeden Fall das bekommen, was sie verdienen. Dann sollen sie allerdings auch nicht jammern.




















Das Beste aber: Würden nun Transaktionen mit Mitarbeiteranteilen gebührenfrei abgewickelt (was gar nicht unattraktiv wäre, aber äußerst unwahrscheinlich) oder dürften die Banken jedesmal daran verdienen? Letzteres ist wahrscheinlich, also hätten wir eine Art Lohnsteuer, die an die Banken abzuführen wäre. Zusätzlich kann der Staat dann noch kassieren, wenn die Anteile verkauft werden. Genial!
Beteiligung an Unternehmensgewinnen soll als Lohnerhöhung gewertet und nicht ausgezahlt werden; Ergebnis: der Arbeitnehmer trägt alle Risiken ohne einen Cent mehr Geld in der Tasche. Eigentlich dachte ich, das Problem der Binnenmarktnachfrage sei, dass die Vielzahl der Familien weniger Geld hat und daher nicht kaufen wollen/können ...