Im ehemaligen Nachrichtenmagazin lässt uns ein Franz Walter, Professor der Politikwissenschaften an der Universität Göttingen, an seiner Sicht der Dinge über das Paarungsverhalten von Oettinger und anderen "chrlstlichen" Politikussen teilnehmen. Ich finde es immer gut, wenn jemand seinen Professorentitel dazu benutzt, um völlig unwissenschaftliches Geblubbere mit einem wissenschaftlichen Heiligenschein zu versehen.
Die Meinung von Franz Walter hätte wahrscheinlich niemanden interessiert, deshalb muss er sich als Prof. Franz Walter ausmähren und damit den Eindruck erwecken, als sei das, was er sagt, von Belang. Ähnliches kennen wir ja von der INSM, deren neoliberales Geschwafel auch immer professoral untermauert werden muss, damit der Schwachsinn wenigstens einen geringen Wert bekommt.
Das Walter dem Oettinger und den andern CDU/CSU-lern keine neue Liebe und auch kein neues Leben gönnt, ist seine Privatsache. Neid gibt es aus den seltsamsten Gründen. Ich mag den Oettinger absolut nicht und ähnliches gilt für die gesamte CDU/CSU. Wenn aber jemand fordert, das diese so schon geistig nicht besonders beweglichen Leute, auch noch heile Ehen vortäuschen sollen, anstatt wenigstens an dieser Stelle Ehrlichkeit zu zeigen, dann finde ich das schlimmer, als die sonstigen Ausflüsse des "christlichen" Denkens.
Nichts brauchen wir mehr als ein wenig Ehrlichkeit in der Politik. Pofalla, Kauder, Meyer oder Bosbach hören wir den ganzen Tag. Natürlich sind das alles Heilige. Wohl eher aber Scheinheilige. Da freut mich der Mut eines Oettingers, wenigsten zu einem seiner Fehler oder vielleicht auch nur Mißerfolge zu stehen. Passiert andauernd überall.
Walter möchte den lügenden Politiker. Das ist sein Recht. Er schiebt auch einen Grund vor, weshalb er den braucht:
Doch solche Truppen brauchen das fest umrissene Feindbild. Das aber ist eben bestenfalls schemenhaft nur noch zu erkennen, da man sich ihm selbst im Lebensstil den früheren Gegnern weitgehend angenähert hat.
Ich glaube eher, das Prof. Walter einen Ausflug in die Wirklichkeit braucht. Es macht eben keinen Sinn, Professuren auf Lebenszeit zu vergeben. Walter ist nur wenig älter als ich, scheint aber Anfang der achtziger mit seiner geistigen Entwicklung abgeschlossen zu haben. Die Feindbild- und Lagertheorie, war zwar damals schon widerlegt, aber das muss ihm ja niemand gesagt haben.
Tatsächlich haben wir eigentlich seit den Notstandsgesetzen zur RAF, zwischen den Parteien mit Ausnahme der Grünen (für eine begrenzte Zeit, die aber längst beendet ist) keine signifikanten Meinungsunterschiede. Wir haben die sogenannten Realpolitiker, die sich längst den Anforderungen der Wirtschaft, was heute den Anforderungen der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten bedeutet, angepasst. Willig lassen sie sich führen, dazu gibt es professorale Argumente von Leuten, die ähnlich wie Walter, einen Weltbild anhängen das entweder noch nie gegeben hat, oder das schon lange veraltet ist.
Wer Oettingers gescheiterte Ehe als Aufhänger für seine verquasten Ansichten braucht und diese dann auch noch im ehemaligen Nachrichtenmagazin veröffentlicht, zeigt wo er steht und disqualifiziert sich selbst, als ernstzunehmender Gesprächspartner. Von Wissenschaftler wollen wir lieber gar nicht mehr reden. Man kann Prof. Walter nur wünschen, das die Universität Göttingen ihn von seinem Lehrauftrag befreit und er Zeit findet, sich ein paar Jahre in der Realität zu bewegen. Es könnte einen vernünftigen Menschen aus ihm machen, der nicht unter den Betten anderer kramen muss.



















