Freiheitskämpfer, Guerrillero, Partisan oder Terrorist
Wie immer, wenn mit vielen Worten möglichst wenig gesagt werden soll, mangelt es uns nicht an Definitionen. Der Guerrillero führt den kleinen Krieg, oder besser den Volkskrieg, gegen einen Gegner mit einer regulären Armee, erreicht dabei ab nie den Status eines Kombattanten und kann ohne Berücksichtigung internationalen Rechtes gefoltert und abgeknallt werden.
Der Partisan bekämpft meist hinter der Frontlinie den Gegner, der aus fremden Besatzern aber auch der Armee des eigenen Staates oder dessen Polizei bestehen kann. Selbstverständlich sind auch Partisanen nicht durch internationales Recht geschützt. Sie sind eben keine Kombattanten und werden gefoltert und gerne gehängt.
Der Terrorist verbreitet Furcht und Schrecken durch Anschläge und Entführungen um eine bestehende Ordnung zu stürzen. Er gilt eher als politischer Täter und ist natürlich auch kein Kombattant sondern darf gefoltert werden. Auch ist es nicht unüblich ihn in Hochsicherheitstrakten selbstermorden zu lassen.
Egal wie der Mensch auch benannt wird, es nützt ihm alles nicht. Sobald die Gewalt nicht von einem Staat, wie z.B. Nazideutschland oder den USA ausgeht, sind die Gewaltausübenden immer die Verlierer. Selbst die Nazis verloren zum Schluß weil es einen internationalen Gerichtshof gab. Aber den will die USA heute nicht mehr. Wär ja auch albern, wenn die gesamte us-amerikanische Regierung in Den Haag im Knast säße.
Begriffe wie Guerrillero, Partisan oder Terrorist sind also Etiketten, die jemandem von anderen aufgeklebt werden. Meine Tante Frieda nannte klebriges saures Zeug Marmelade und hatte auch diverse Etiketten dafür bereit. Aber aus dem sauren, klebrigen Zeug wurde eben doch keine Erdbeermarmelade, wenn sie das Etikett aufklebte.
Sprache ist eine mächtige Waffe. Man kann durch Etiketten viel verschleiern. Vor allem aber kann man durch bewusste Falschetikettierung täuschen. Wer macht sich schon die Mühe und prüft, ob zwischen Inhalt und Etikett eine meilenweite Lücke klafft.
Nehmen wir doch mal den typischen islamischen Terroristen, der mit einer Jacke voller Sprengstoff, vor der Hochzeitsgesellschaft eines afghanischen Polizeigenerals, von Amerikas Gnaden, auftaucht und sich in die Luft jagt.
Unterscheidet der sich eigentlich von jenem us-amerikanischen Kampfflieger, der gesteuert von deutschen Aufklärungsfotos, zielsicher eine Hochzeitsgesellschaft in afghanischen Hinterland anfliegt und mit Bomben und Bordwaffen alle Anwesenden tötet.
Klar der amerikanische Pilot ist danach noch am Leben, unberührt in seiner radarsicheren Maschine. Für ihn ist töten ein Videospiel, während der Selbstmordattentäter zumindest genau so tot ist, wie seine Opfer. Gibt es da einen Unterschied. Nur einen juristischen. Der eine Mörder ist durch die Haager Landkriegsordnung und ihre Nachfolger geschützt. Seine Bosse, die ihm das Morden befahlen sind ebenfalls so geschützt, bis hin zu jenem mörderischen Präsidenten.
Wenn wir noch genauer nachdenken, stellt sich die Frage einer Legitimation. Der amerikanische Kampfflieger wie auch der deutsche Tornadopilot haben einen Befehl. Den wird der Selbstmordattentäter oder Autobombenbauer vielleicht nicht haben. Vielleicht ist der mit Freunden einfach überein gekommen, das etwas getan werden muss und tut es. Ist ein Befehl eine bessere Legitimation als eine andere, freie Entscheidung. Wohl eher nicht.
Aber um noch genauer zu werden. Der Kämpfer in Afghanistan bekämpft Leute, die sein Land besetzt halten, oder mit solchen Leuten zusammen arbeiten. Er kämpft für die Freiheit seines Landes. Ob er für die richtige Freiheit kämpft. Keine Ahnung. Aber die Freiheit für die Peter Struck und Bush in Afghanistan kämpfen lassen, die Freiheit des Drogenanbaus, die Freiheit des westlichen, neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Gesellschaftssystems, dafür kämpfen zu lassen, ist mindestens ebenso fragwürdig.
Es gibt eben nur subjektive Gründe, die einen Kampf rechtfertigen. Jede objektive Betrachtungsweise würde den Kampf verhindern. Wenn es aber keine objektiven Gründe für den Kampf gibt, dann ist die Wertung, also das Etikett das dem Kämpfer aufgeklebt wird, ebenso subjektiv. Ist der Terrorist in Afghanistan vielleicht einfach nur ein Freiheitskämpfer, ein Partisan, ein Guerrrillero?. Gibt es vielleicht gar keine Terroristen sondern nur Freiheitskämpfer?
Ein Selbstmordattentäter in einem Kindergarten in Israel lässt uns zweifeln. Das kann doch kein Kampf für die Freiheit sein. Genausowenig wie auf Kinder schießende israelische Soldaten. Subjektiv fühlen die sich alle im Recht, auch wenn sie objektiv im Unrecht sind. Freiheitskämpfer, Guerrillero, Partisan oder Terrorist sehen die Welt nur mit ihren Augen. Je mehr sie ausgegrenzt werden, desto schwieriger wird es für sie, auch nur noch einen objektiven Blick auf die Realität zu bekommen.
Wir, die angeblich Objektiven, sind ja gar nicht gegen Attentate auf die kämpfende Truppe. Zumindest nicht wenn wir ehrlich sind. Aber wir wollen keine Gewalt gegen Zivilisten. Ein frommer Wunsch. Wenn die Art der Waffen, nämlich Bomben, Raketen und Mörser aus weiter Entfernung, immer den Tod von Zivilisten billigend in Kauf nehmen, dann muss die andere Seite mit ähnlicher Münze zurückzahlen können.
Die andere Seite hat aber eben keine Flugzeuge, Hubschrauber, Raketen, Bomben und Mörser. Sie greift also zu den Waffen, die sie hat. Sprengfallen, Autobomben und Selbstmordattentäter, zu Entführungen und der Ermordung von Entführten. Natürlich ist das nicht schön. Aber verständlich. Welche Gnade hatten und haben denn die Unschuldigen in Guantanamo zu erwarten. Welche Gnade kennen die Folteropfer der CIA und anderer Geheimdienste überall auf der Welt.
Die Politiker und Generäle dieser Welt fordern immer die Gleichheit der Waffen, meinen aber damit nur, das sie den anderen jede Waffe nehmen wollen, um selbst um so ungefährdeter zu siegen. Die Geschichte hat nämlich auch diesen Herrschaften gezeigt, das man gegen Widerstandskämpfer auf Dauer nicht siegen kann. Mann kann sie töten, einsperren, ihre Familien foltern und töten, aber man kann sie nicht besiegen. Weil es nicht um den Einzelnen, sondern um die Sache geht.
Natürlich ist der Krieg in Afghanistan, Irak, Libanon, Israel und auch der noch gar nicht begonnene Krieg gegen den Iran, schon heute verloren. Ob die Sieger besser sein werden, als die heutigen Besatzer. Keine Ahnung. Vermutlich lernen sie zuviel von den Besatzern. Das Regime im Iran hat ja viel vom Geheimdienst des Schahs gelernt, der von den Israelis und den US-Amerikanern aufgebaut wurde. Dumm gelaufen.
Für die Freiheit zu kämpfen ist an sich noch kein Qualitätssiegel. Die eigene Qualität und Menschlichkeit muss man täglich beweisen. Die Sowjets stalinistischer Prägung konnten das nicht, genauso wenig wie die deutschen Kommunisten die sich ihnen freudig unterwarfen. Kuba ist sicher nicht das Land der Glückseeligkeit, aber in Anbetracht der Milliarden Dollar, die von den USA, für die Entrechtung der Kubaner bereits aufgewandt wurden, ist Kuba ein Erfolg. Sie trotzen dem Imperialismus schon verdammt lange und auf hohem Niveau.
Natürlich nicht auf unserem Niveau oder dem der Amerikaner. Aber wer sich Panama und die Staaten Mittelamerikas oder Mexiko ansieht, der weiß, was in Kuba geleistet wurde. Es geht aber gar nicht mehr um Kuba, nicht mehr um das Öl im Irak und im Iran. Heute kämpft das Kapital gegen alle Völker dieser Welt. Sie nennen es Globalisierung und meinen nur die ganz große Abzocke. Sie wollen nicht alle Menschen gleichberechtigt an dem Handel dieser Welt teilnehmen zu lassen, sondern alle Menschen dieser Welt gleichzeitig um ihre Löhne betrügen.
Da arbeiten sie gerne mit den Diktatoren in China zusammen, wie sie es mit Saddam Hussein getan haben, als er ihnen bei der Bekämpfung der Russen und des Irans noch nützlich war. Auch wenn sie scheinbar die Israelis unterstützen, dann ist das doch alles nur Show. Sie nehmen auf niemanden mehr Rücksicht. Sie bekämpfen alle, die noch Widerstand leisten oder gar Lohn fordern.
Deshalb ist es ihnen auch so wichtig den Widerstand zu teilen. Freiheitskämpfer, Guerrillero, Partisan oder Terrorist, sie sind allen feindlich gesinnt, hoffen aber durch Teilung die Gegner zu zersplittern um sie einzeln leichter überwinden zu können. Dieser Kampf ist aber nicht teilbar. Er geht uns alle an.
Vielleicht müssen wir heute noch nicht zu den Waffen greifen. Wir haben ja noch ein paar Scheinwahlen vor uns. Aber wir müssen uns vorbereiten. Denn vielleicht reicht es noch ihnen zu zeigen, das wir bereit sind. Wir sind viele und in Deutschland ist es schwer zu fliehen. Vielleicht können wir sie noch halbwegs friedlich zum gehen zwingen und unser Land wieder für die Menschen zurückerobern die hier leben und arbeiten.
Ich persönlich glaube das unsere Gegner in Deutschland im Grunde ihres Herzens keine Kämpfer sind. Sie kaufen sich Kämpfer, wie sie Demoskopen und angebliche Wissenschaftler in Massen gekauft haben. Sie kaufen sich Journalisten und Medien. Aber sie gebieten nur über Mietlinge. Gekaufte lassen sich auch von anderen kaufen. Wer einmal ein Verräter war, bleibt ein Verräter. Niemand kann einem Käuflichen oder einem Verräter trauen.
Wenn es in den Kampf geht, werden die Gekauften die Waffen strecken. Wir kennen das von 1945, da hatten sie alle nichts gewusst, da gab es einen Befehlsnotstand. Sie waren niemals Täter. Genauso wird es diesmal sein. Wir müssen ihnen ja nicht glauben. Lassen wir sie ruhig die Waffen strecken. Wir müssen ihnen ja nicht verzeihen. Erst den Kampf gewinnen und dann ist immer noch Zeit die Gekauften und die Verräter abzuurteilen. Wir dürfen sie nur nicht vergessen.
Mag sein, das wir auf diesem Wege viele Täter nicht bekommen. Es wird allerdings auch den Leuten in anderen Ländern Mut machen sich zur Wehr zu setzen. Wer sagt uns das sich nicht in der Schweiz die Bürger aufstehen und die Verbrecher ausliefern. Wer ist sicher das die Regierungen von Offshore-Ländern nicht einfach die Konten beschlagnahmen und die Gauner ausliefern.
Wir haben gute Chancen, wenn wir bereit und willig sind zu kämpfen. Es ist die richtige Zeit für einen neuen Anfang.























wünscht mattin vom Hahn