So sicher wie das Weihnachtsfest und Silvester kommen auch alle Jahre wieder unsere Sprachforscher um uns zu sagen, was wir nicht sagen dürfen. Portemonnaie musste schon vor langer Zeit durch Geldbörse ersetzt werden. Den damaligen Sprachforschern fiel es nicht auf, das Börse schon ein Behältnis für Geld war.
Heute geht es gegen X-Mas und Santa Claus. Da geht es um wichtige Werte, die von noch wichtigeren Sprachforschern verteidigt werden müssen. Gegen den bösen ausländischen Feind. Waren es früher die welschen Feinde die mit ihrem Französisch die deutsche Sprache verdarben, so sind es heute die bösen Amerikanismen.
Natürlich trauen sich diese Sprachforscher nicht wirklich antiamerikanisch zu sein. Sie hacken lieber auf den Leuten herum die ihre Sprache benützen. Was die Sprachforscher nämlich nicht erkannt haben, ist, das die Sprache den Menschen gehört, die sie sprechen. Diese Menschen entscheiden für sich, welche Worte sie brauchen und welche nicht. Worte werden geboren, leben eine Weile und sterben dann wieder. Das ist Leben, oder besser lebendige Sprache.
Dazu gehört selbstverständlich auch die Übernahme von Lehnwörtern. Ob X-Mas schön ist? Wen interessiert es. Es ist kurz und prägnant. Es scheint den Leuten zu gefallen und sie benutzen es. Andere, denen es nicht gefällt, benutzen es nicht. Es ist ein Wettbewerb. Wahrscheinlich wird X-Mas sich halten genau wie Santa Claus. Der heilige Sankt Nikolaus ist eben umständlicher und auch nicht das gleiche, wie der dicke amerikanische Weihnachtsmann, der immer ein wenig polternd und dumm daher kommt.
Während unser Nikolaus noch Knecht Ruprecht als Kindererschrecker braucht, ist der Santa Claus eben keine Bedrohung für die Kinder. Er verlangt keine Gedichte und hat keine Ruten im Gepäck. Eher mal einen anständigen Schnaps. Um die rote Nase zu erhalten. Die Menschen spüren diesen Unterschied. Der mit dem Büttel Ruprecht gehört ins finstere Mittelalter, dahin wo die Sprachforscher scheinbar leben oder sich doch zumindest hinsehnen.
X-Mas ist auch nicht dieses Weihnachten der stillen Nacht, wo das Streichholzmädchen erfriert. Es ist ein Fest das ablenken soll, vom Kummer und der Qual. Die Lichter sollen die Dämonen verjagen, die sonst immer da sind.
Die Leute bei uns wissen, das jenes Streichholzmädchen wieder erfriert, oder vorher aus dem Hochhaus geworfen wird. Verzweifelte inkompetente Eltern. Ein Staat der von seinen Politikern an die neoliberalen Wirtschaftsfaschisten verkauft wurde und eine Sprache, die im Interesse der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten so verbogen wurde, das man mit ihr kaum noch Wahrheit ausdrücken kann.
Genau an dieser Stelle zeigt sich übrigens das unsere Sprachforscher und ihre Zeitung reine Geldverschwendung sind. Subventionen für Leute die keine Aufgabe erfüllen. Anstatt sich damit zu beschäftigen, was die Neoliberalen aus der Bedeutung einzelner Worte gemacht haben, regen sich diese angeblichen "Forscher" die sich vermutlich auch noch als "Wissenschaftler" sehen, über X-Mas, Santa Claus und die Weihnachtsbeleuchtung auf.
Diese Sprachforscher sind keine Forscher, keine Wissenschaftler. Sie spielen ein dummes kleines Spiel um sich interessant zu machen und wieder ein paar Steuergelder abzuzocken. Wir sollten sie auf den Müll werfen, auf den Müll, auf den dank neoliberaler Verantwortungslosigkeit immer mehr unserer sogenannten Wissenschaften gehören. Zu den Volkswirtschaftlern, den Statistikern, den Demoskopen, den Kernforschern und der gesamten Pharmaforschung. Sie werden nicht mehr gebraucht. Eigentlich wurden sie das ja noch nie.
Schöne Weihnachten/"X-mas"