In Berlin war rund drei Stunden Winter und wir waren dabei. Es ist ja schwierig den Berliner Winter zu erwischen. Meist findet er nachts statt, wenn alle schlafen. Als Wahloberösterreicher habe ich allerdings ein besonderes Gespür für Winter. Ich kann ihn selbst auf 700 km Entfernung erspüren und natürlich auch, wenn er mal für ein paar Minuten in Berlin vorbeikommt. Selbst in der Nacht.
Ja, ja. Auch ich kann mich noch an Zeiten erinnern als wir am Teufelsberg so richtig Wintersport hatten und Berlin schon fast von einer Winterolympiade träumte. Wir hätten zumindest Eiskunstlauf auf dem Tegeler See machen können. Aber irgendwie ist uns der Winter in den letzten Jahren abhanden gekommen. Deshalb machen wir keine Winterolympiade. Die Münchner sind da anders. Die wollen eine machen. Ist ja auch zu verstehen. Schließlich kostet es nicht ihr Geld.
Gestern Nachmittag war auf jeden Fall Winter. Der Schnee blieb liegen und die Zeit die man braucht um drei Kinder anzuziehen war nicht zu lang. Ist uns im letzten Jahr in der Nacht passiert. Da war der Winter schon wieder vorbei, bevor die Kinder angezogen waren. Aber nicht so gestern. Im Gegenteil es schneite immer mehr. Dicke Flocken. So wie man sich als Kind Schnee vorgestellt hat. Der Park war im Handumdrehen völlig weiß.
Die Leute von der Persönlichen Inkontinenz (PI) sollen jetzt mal weghören. Frecherweise hatte auch ein Migrantenvater mit seinen Kindern die Gelegenheit ergriffen, den Winter zu genießen. Syrer oder Iraki, aber da bin ich mir nicht so ganz sicher. Was machen Väter mit Kindern zusammen im Schnee. Einen Schneemann bauen! Einen multikulturellen Schneemann in diesem Fall.
Es lag übrigens nicht nur an der Schneemenge, das ein, die kulturellen und religiösen Grenzen überschreitender Schneemann gebaut wurde. Es macht in der Gruppe einfach mehr Spaß. Der Schneemann als gemeinsame Leitkultur. Pofalla würde wahrscheinlich im Sechseck springen. Sind damit doch all seine politischen Pläne ad absurdum geführt. Bosbach wird vermutlich einen Antrag ins Parlament einbringen, der multikulturelle Schneemänner verbietet. Ich würde ja lieber unsere Dreckspolitiker verbieten bzw. einsperren lassen.
Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Wir haben den Berliner Winter 2007/2008 alle drei Stunden lang ausgenutzt. Nass, müde und völlig eingeschneit kehrten wir nach Hause zurück. Das einzige was gefehlt hat, war der Glühweinmann. Aber der war an Neujahr eben noch nicht einsatzbereit. Das ist nicht die Dienstleistungswüste, sondern die Nachwirkung von Silvester. Aber irgendwo habe ich noch einen Campinggaskocher. Vielleicht sollte ich Glühwein in Kartons und eine Gaskartusche sowie ein Fläschen Rum bereitlegen. Für den nächsten Winterausbruch.
Es gab soviel Schnee und Eis, dass die Busse auf die Haltestellen zuwedelten wie beim Skifahren. Ich weiss bis heute nicht wie Die das geschafft haben, genau im Einstiegsbereich der Haltestelle zum Stehen zu kommen. Echte Könner! Habe damals den Jahreswechsel in Berlin bei meinem Freund (aktuell Mann) verbracht. Es war in der Silvesternacht saukalt, an die -15 bis-20°. Wir hatten im Sound gefeiert und keinen Bock auf die erste U-Bahn morgens zu warten. Naja, man konsumiert ja einiges in Feierlaune, so hat das mit der Einbildung ganz gut geklappt, dass es gar nicht so kalt ist, der Schnee auch Sand an der Strandpromenade sein könnte und in Berlin auch Palmen wachsen. Also sind wir zur Wohnung gelaufen von Kreuzberg bis nach Tiergarten in die Rathenower Str. Wie lange gelaufen, wieviele Kilomter? Bis heute keine Ahnung! Kein Raum- kein Zeitgefühl mehr vorhanden. Als wir dann zuhause im Warmen waren, kam das große Zähneklappern und Frieren und Stunden später erst das Nachdenken, ob es nicht besser gewesen wäre auf die erste U-Bahn zu warten?
Bah nee, is' mir kalt! Ich glaub ich brauch 'nen Glühwein. :-)