Es grande prixt mal wieder. Das ist dem NDR schon heute eine Pressemitteilung für eine Sendung wert, die erst am 6. März stattfinden soll. Warum so früh. Die Kandidatenliste spricht Bände:
Carolin Fortenbacher: Die gebürtige Hamburgerin zählt zu den erfolgreichsten Interpretinnen in der deutschen Musicalszene und spielte zuletzt von der Premiere 2002 bis zum September 2007 die Rolle der Donna in dem Abba-Musical "Mamma Mia" am Hamburger Operettenhaus. Die vielseitige Sängerin mit einem außergewöhnlichen Stimmumfang geht mit der gefühlvollen Popballade "Hinterm Ozean" an den Start.
Cinema Bizarre heißt das Quintett aus fünf 17- bis 23- jährigen Jungs, die sich im Spätsommer 2007 mit dem Titel "Lovesongs" in den deutschen Charts tummelten. Sie fühlen sich dem "Visuel Kei" verbunden, einem aus Japan stammenden Begriff für Musik und Styling. Mit Ihrem glamourösen Song "Forever or Never" erhoffen sie sich eine europäische Perspektive.
Marquess: Die vierköpfige deutsche Band aus Hannover stürmte im letzen Sommer mit Ihrem Hit "Vayamos Compañeros" nicht nur die deutschen Hitparaden, sondern auch etliche Charts im europäischen Ausland. Mit dem spanischsprachigen Song "Histeria" geben sie der Sprachfreiheit beim Eurovision Song Contest eine erfrischende Note. Frontsänger Sascha Pierro war bereits 2003 bei der deutschen Vorentscheidung mit dem Song "Wenn Grenzen fallen" dabei.
No Angels: Im Jahr 2000 aus dem Gesangswettbewerb "Popstars" hervorgegangen, landete die seinerzeit aus fünf Mädels bestehende Popband bis 2003 vier Nummer-Eins-Hits und verkaufte mehr als fünf Millionen Platten. Anfang 2007 starteten Nadja, Lucy, Sandy und Jessica ein Comeback und treten nun beim Vorentscheid mit der Popnummer "Disappear" an. Am Freitag, 11. Januar, um 22.00 Uhr sind Lucy und Jessica zu Gast bei "Die Tietjen und Dibaba" im NDR Fernsehen.
Tommy Reeve: Seit seinem Lovesong "I'm Sorry" im vergangenen Sommer gilt der 27-jährige talentierte Sänger in der deutschen Poplandschaft als Newcomer des Jahres. Der gebürtige Münchener steht zu seinen Gefühlen, die er in seinen Songs von Liebe und Trennungsschmerz beschreibt. Mit "Just One Woman" will er sich in die Herzen der Grand-Prix-Fans singen.
Äh. Ja. Lauter sehr bekannte Namen. Da hätte man mit der Werbung eigentlich schon vor drei Jahren beginnen müssen. Haben die No Angels ja auch gemacht. Aber wenigstens hat Carolin Fortenbacher den richtigen Titel ausgewählt. "Hinterm Ozean" Da dürften wir dann auch ungefähr landen.
Ist das eigentlich Masochismus wenn man dauernd etwas wieder tut, was man sichtlich nicht kann? Außer uns Deutschen oder besser gesagt den Intelligenzbestien, die sich an der Abstimmung beteiligen und damit zumindest ein paar Telefonbuden reichen machen, will doch niemand in Europa diesen Quark hören. Warum um Himmels willen also darf ein gebührenfinanzierter Sender das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster schmeißen, um sich an einem derartigen Schwachsinn zu beteiligen.
Vielleicht um ein wenig Werbung für die Musikindustrie zu machen. Vielleicht damit ein paar Leute bedeutungsvoller aussehen, als sie es in der Realität sind, oder einfach nur, weil das Geld ja weg muss, damit man neues anfordern kann.
Der Grand Prix vernichtet nur Geld, das an anderer Stelle wichtiger gebraucht würde. In diesem Zusammenhang sei auf einen Beitrag im Augsblog verwiesen, der sich damit beschäftigt wie mies der NDR mit seinen freien Redakteuren umgeht. Ich finde das typisch. Es ist alles Geld vorhanden um ein paar bestenfalls sechstklassige Musiker zu sponsern, aber kein Geld um den eigenen Leuten berufliche Sicherheit zu geben.
Ich bin dafür das Gebührenfernsehen sofort abzuschaffen und ARD und ZDF, sowie den Rest an die Börse zu bringen und mit dem Erlös Schulden abzutragen. So sehr das für einzelne Mitarbeiter bedauerlich sein mag, nützt es der Allgemeinheit. Der Gebührenerpresserfunk liegt vom Niveau her schon lange unter den privaten Sendern oder bestenfalls auf gleicher Höhe. Es wird weder ein Bildungsauftrag wahrgenommen, noch gibt es Kulturförderung und die politische Berichterstattung ist nichts anderes als Propaganda für die jeweils Herrschenden, vor allem aber für den neoliberalistischen Wirtschaftsfaschismus. Allerdings gibt es viele Werbesendungen, die wie die Vierschanzentournee von lästigem Sport begleitet werden.
Schaffen wir den teuren Unsinn ab.






















