Der parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, ist ein aufrechter Kämpfer für die Freiheit. So nahm er heute zum Abschluss einer internationalen Konferenz für sexuelle Minderheiten an einer von der Polizei verbotenen Schwulenparade teil. Das ist richtig. Die Rechte von Minderheiten müssen überall auf der Welt verteidigt werden, notfalls auch gegen das Gesetz.
Die Moskauer Polizei, uneinsichtig wie die meisten Polizeibehörden dieser Welt, reagierte sauer und ließ Demonstranten und Gegendemonstranten aufeinanderprallen. Wie sauer die Polizei war, lässt sich daran ablesen, das sie, nach Becks eigenen Angaben, sogar eine Flucht der Teilnehmer der Schwulenparade blockierte. Es kam das, was kommen musste und leicht voraussehbar war. Es gab was aufs Maul und zum Schluss wurden die, die für Freiheit waren, verhaftet.
Das kennen wir aus hunderten deutscher Demonstrationen. Nur das diesmal ein deutscher Bundestagsabgeordneter was aufs Maul bekam ist neu. Die werden bei uns normalerweise gut abgeschottet.
Bis dahin also nichts ungewöhnliches. Das Übliche halt. Nun aber wurde es unüblich. Herr Beck, den man gerade noch loben konnte, fiel ein, das er ja als Bundestagsabgeordneter einen Diplomatenpass habe. Wieso eigentlich. Reicht es nicht, das die Pfeifen schon hier überall bevorzugt werden? Aber egal. Er wedelte also mit seinem Ausweis und konnte die Polizei nicht beeindrucken. Auch das ist bekannt. Presseausweise, Dienstausweise des Roten Kreuzes oder der Feuerwehr haben die auch nie beeindruckt.
Aber unser liebes revolutionäres Becklein wedelte solange bis die Botschaft ihn befreite und seine Platzwunde dann endlich genäht werden konnte. Der arme geknickte Held.
Es gibt nichts an Becks Teilnahme zu kritisieren. Auch passiver Widerstand gegen das Gesetz ist zulässig. Nicht zulässig ist jedoch, wenn sich der Gute dann, wenn es was aufs Maul gibt, an seinen ach so wichtigen Status als Bundestagsabgeordneter erinnert. Er war Gast im Ausland und hat als Gast bewusst und auch mit Recht gegen Regeln verstoßen. Wenn er dann nicht bereit ist auch die Folgen zu tragen, dann ist er nichts anderes als ein feiger Verräter. Mutig mitgehen und sich dann in den Schutz von Mama zurückziehen. Genau das sind die Helden, die keiner Sache dienen.
Mal ganz davon abgesehen, das dieser Komiker hier in Deutschland genügend Freiheiten zu verteidigen hätte, die unter anderem auch von der rotgrünen Regierung der er angehört hat, massiv abgebaut wurden. Ich kann mich nicht entsinnen das Beck gegen Otto Schily demonstriert hätte, da hat der Herr Held noch nicht einmal widersprochen.
Auch die Rechte der 1.100.000 Millionen Kinder die in einem Jahr mehr in die Armut abgerutscht sind, haben ihn nicht interessiert. Die Rechte der Menschen die ihr Leben lang für Deutschland geschuftet haben waren ihm völlig gleichgültig. Mit einem Lachen hat der Typ Hartz IV und die Praxisgebühr genehmigt.
Und jetzt heult diese Pfeife uns die Ohren voll, weil er in Moskau bei einer illegalen Demonstration was aufs Maul gekriegt hat. Ja wo leben wir denn. Im Grunde kann er doch nur jeden Tag seinem Schöpfer danken, das ihn und seine Mitmandatsträger nicht jeden Tag die Leute ins Gesicht schlagen. Den Anspruch darauf haben die sich doch alle fleißigst erarbeitet. Aber zum Glück will sich niemand an einem Abgeordneten die Finger schmutzig machen. Und das ist wirklich gut so. Mehr wie Verachtung haben solche Leute nämlich nicht verdient.
Dem Beck, dem gönnen wir still grinsend die Prügel. Nicht das sie ihn schlau machen werden, nicht das sie in dieser Sache gerecht wären, aber man muss die Feiertage nehmen wie sie fallen.
Das ist in Ordnung so und er macht das ja scheinbar auch gerne. Sein Einsatz ist auch ohne jeden Hintergedanken zunächst einmal lobenswert, auch wenn es nicht ganz fair ist mit seinem diplomatischen Status zu winken, wenn es ernst wird. Aber noch ...