Wahlen: "Nun haben wir den Salat"
Beginnen wir mit dem einfachsten. Mit Niedersachsen. So flach wie das Land ist, verlief auch der Wahlkampf. Bei der SPD war selbst am Wahlabend noch nicht klar, ob sie einen Spitzenkandidaten hatte. Niemand der das Geschehen beobachtete hätte auch nur im entferntesten annehmen können, das die SPD dort eine Wahl gewinnen wollte. Das sahen die Bürger wohl ähnlich und mit einem Verlust von 3,1 Prozent ist die SPD eigentlich noch nicht einmal bestraft worden. Der ist wohl eher der geringen Wahlbeteiligung zuzuschreiben.
Natürlich ist die Linke schuld, die sich doch glatt erdreistete, 7,1 Prozent der Stimmen zu holen und damit sicher im Landtag ist. Natürlich wird sich die SPD intern das Wahlergebnis schön reden und die Stimmen der Linken, einfach den eigenen Zahlen zurechnen. Das aber ist ein gefährlicher Fehler. Die Linke hat nämlich auch außerhalb der SPD-Hochburgen, eigenes Terrain erobert. Diese Stimmen dürften eher aus dem Bereich der Nichtwähler und der Grünen als aus der SPD kommen.
Das der Wulff trotzt massiver Stimmenverluste weiterregieren darf, liegt vor allem daran, das er die beste aller Ausreden hat. Er hat ja nichts getan. Darin liegt eine Stärke dieses Typs von Schwiegermutterliebling. Die Dinge gehen einfach an ihm vorbei und es gibt tausende von Entschuldigungen, warum der arme Christian da eben nichts tun konnte. Das reicht für eine Kaffeefahrt auf dem Maschsee, aber wer möchte schon mit solch einem Kapitän in gefährliches Fahrwasser.
Allerdings hatten die Niedersachsen ja keine Wahl bei der Wahl. Das sie Wulff mit einem Verlust von 5,8 Prozent bestraft haben, kann dem egal sein. Er hat erst einmal seine Ruhe und darf hoffen, die Angela Merkel zu beerben, wenn ihm Porsche bei VW nicht noch mal eben im Vorbeigehen die Füße weghaut. Porsche-Chef. Wendelin Wiedeking wäre genau der richtige Mann um Wulff, so nackt und dumm dastehen zu lassen, wie er wirklich ist.
Viel spannender war der Wahlkampf in Hessen. Bevor man sich dem Ergebnis widmen kann, das zwischen SPD und CDU ja sehr knapp ist, muss zuerst etwas zu den Wahlen an sich gesagt werden. Es hat sich gezeigt, das der Manipulation der Wahlcomputer Tür und Tor geöffnet waren, da die Dinger teilweise bei Parteimitgliedern, unbeaufsichtigt von Dritten, für jede Manipulation frei zugängig waren. Das heißt nicht, das auch wirklich manipuliert wurde, aber es gab die Möglichkeit und die Menschen sind schwach.
Wie schwach zeigte sich auch, als Bürger ihrer Recht auf Wahlbeobachtung wahr machen wollten. In nicht wenigen Wahllokalen, wurden ihren die zwangsweise Entfernung durch die Polizei angedroht. Auch das heißt nicht, das dort wirklich manipuliert wurde, aber es gab die Möglichkeit und aufgrund des Verhaltens der Wahlleiter damit auch den starken Verdacht. Nicht zu vergessen die Menschen sind schwach und es geht um viel Geld.
Im Ergebnis selber ist Koch laut n-tv die ja zu Mohn/Bertelsmann gehören der Wahlsieger. Das sind eben echte Qualitätsmedien. Den Autor dieses Berichtes sollte man ins Dschungelcamp schicken, damit er dort einem lebenden Salzwasserkrokodil von vier Metern Länge den Penis abbeissen kann. Keine Sorge, dem Tier wird schon nichts passieren.
Kochs CDU liegt nach amtlichem (CDU amtlichem) Endergebnis mit 3.595 Stimmen vor der SPD. Wie bitte war das noch einmal mit den Menschen die schlecht sind und den Möglichkeiten der Manipulation. Man soll ja nicht in alles etwas hinein geheimnissen. Wahrscheinlich ist einfach so gewählt worden. Obwohl für das Glauben ja eigentlich die Gotteshäuser der richtige Raum sind und nicht die Wahllokale.
Auf jeden Fall hat Koch so richtig was auf seine vernarbte Fresse gekriegt. Danke Hessen. Ein Minus von 12 Prozent ist genau die Antwort, die der menschenfeindliche Wahlkampf der CDU verdient hatte. Zweimal sind sie damit durchgekommen. Nun ist der Koch nicht zum Stimmenbrunnen, sondern zu Bruch gegangen. Aber leider sind die Scherben nicht klein genug, als das er nicht doch noch notdürftig gekittet werden könnte. Zwar wird er nie wieder ganz dicht sein, aber war er das vorher?
Das Wahlergebnis in Hessen macht nämlich keine einfache Koalition möglich und komplizierte Fälle sind für unsere Politiker meist viel zu kompliziert. Nun rächt sich, das die sogenannten demokratischen Parteien, eben nicht sonderlich demokratisch sind. Da will der eine nämlich nicht mit dem anderen Spielen. Wie früher im Sandkasten: "Ieeeh. Die Linken haben mir meine Puppenlappen weggenommen. Bäh die SPD sabbert immer in den Sand. Pfui die Grünen, wollen das ganze Unkraut im Sand schützen, aber ich will da mit meinem Bagger baggern." Natürlich sind das nur Politiker und die sind eben so.
Aber genau das macht die Lage kompliziert. Natürlich wäre rot grün rot. Geht aber nicht, weil der Papa Beck, der Ypsilanti gesagt hat, das sie nicht mit den Linken spielen darf, weil die immer seine Pflaumen klauen und ihr eventuell die Unschuld rauben. Rot gelb grün, die klassische Ampel ginge auch. Aber das Hähnchen von der FDP hat schon gesagt das er mit der SPD und den Grünen nicht spielen will, weil die am Hintern nicht so toll riechen wie der Roland Koch. Übrigens wollen die Grünen auch nicht mit linken Roten und mit den Gelben von der FDP in Wirklichkeit auch nicht. Aber ganz sicher wollen sie nicht mit dem Koch, so das schwarz gelb grün auch nicht geht.
Wenn aber all das nicht geht, was bleibt denn dann? Nun das was immer bleibt. Die schlimmste aller Lösungen. Der Koch bleibt Ministerpräsident und die SPD macht den Juniorpartner. Das kann die Ypsilanti nicht machen? Und ob die kann. Die will doch an die Macht und Charakter und SPD passen doch schon lange nicht mehr zusammen. Aber vielleicht ist die CDU ja auch nett zur SPD. Wenn die dem Bundeswehreinsatz im Inneren, dem vollständigen Abbau des Kündigungsschutzes, aller Bürgerrechte und des Streikrechtes zustimmt und gleichzeitig noch die Mehrwertsteuer um zehn Prozent anhebt, dann nimmt sie den Koch aus dem Rennen und setzt da eine andere Gruselgestalt hin.
Vermutlich den Jung. Der ist in Berlin eh übrig. Oder wenn sie schlau sind nehmen sie den Volker Bouffier. Dann haben sie Koch ohne Koch, was doch auch ganz nett ist. Ich tippe auf eine große Koalition in Hessen. Natürlich nur aus sachlichen Gründen. Geld ist der beste aller Sachgründe. Außerdem wird die Koalition in Berlin wohl bis zu den Neuwahlen halten. Die Linken schweißen die SPD noch fester an die CDU.
Die Linken sind übrigens die einzig positive Überraschung dieser Wahl. Sie konnten sich in Niedersachsen und in Hessen etablieren. Das bedeutet das wir für die nächste Zeit fünf Parteien in allen Parlamenten haben werden. Das erhöht den Druck und schreit geradezu nach neuen Lösungen. Es macht es aber vor allem schwerer, die alte Linie der Menschenverachtung durchzuziehen. Ähnlich wie damals, als die Grünen zum ersten Mal in die Parlamente kamen, werden wir frische Fragen und Lösungsvorschläge bekommen, die den alten Mief ziemlich durcheinanderbringen.
Natürlich wird das nicht lange anhalten. Aber es stoppt oder verlangsamt zunächst einmal einen Prozess, bei dem die Bürger in Deutschland bisher nur verloren haben. Wie lange das gut geht weiß keiner. Das Kapital ist heute beim Kauf von Politikern viel geschickter als noch vor Jahren. Es kann auch sehr schnell gehen. Aber hoffen wir zunächst einmal das beste.




















Waren welche in Hessen? Ich bin der Meinung an EU und UNO heranzutreten und bei der nächsten Wahl mit diesen Wahlcomputern Beobachter zu fordern.
Warum? Weil es unser verdammtes Recht ist!
(Am besten bei jeder Wahl und wenns nur der Bürgermeister in einem Kuhdorf ist.)
Das sind völlig unterschiedliche Voraussetzungen.