Die armen Trolle war mein erster Gedanke. Mein zweiter ging aber gleich in Richtung KDE. QT von den Trollen ist nun einmal die Basis für KDE. Bevor jemand auf den Gedanken kommt, das ich mich nur wegen Nokias Betrug an den Menschen in Bochum aufrege, den ich mit Sicherheit nicht vergessen habe und vergessen werde möchte ich kurz darüber berichten wofür Nokia steht.
ars technica zeigt am Beispiel Ogg das Nokia in Wirklichkeit nicht für freie Software steht, sondern mit aller Macht ihrer Milliarden propertieren Dreck an der Macht halten will. Freiheit ist genau das Gegenteil von dem was Nokia will. Natürlich begründet Nokia seine Bedenken anders. Aber wer Ohren hat zu hören, der möge auf die Zwischentöne achten.
Natürlich fällt auch anderen sofort der Vergleich zu Novell und SuSE ein, der ja in diesem Blog schon mehrfach ein Thema war. Ähnlich wie es bei Novell kein wirkliches Bedürfnis für offene Software sondern nur für einen Schulungsmarkt an Vollidioten gibt, liegen die Dinge auch bei Nokia. Das N810 baut auf GTK auf, weshalb also wollen die QT.
Die Antwort ist einfach. Es geht um die vielen Leute, die im OpenSource Bereich die eigentliche Entwicklungs- und Testarbeit für Trolltech geleistet haben. Nokia ist gerne bereit deren Abeit zu nehmen und jetzt und in Zukunft, nichts dafür zu geben. Wie eben auch in Bochum und in vielen vielen anderen Fällen. Das ist nicht nur der große Fisch, der den kleinen frisst. In diesem Fall habven wir es mit einem großen Fisch zu tun, dem es häufig ausreicht den kleinen einfach tot zu beißen und dann gelangweilt fallen zu lassen.
Egal was Trolltech und Nokia jetzt auch an beruhigenden Worten absondern. Ich glaube ihnen kein Wort. Die Trolle würden wohl gerne so weiter machen wie bisher und waren auch immer verlässliche Partner. Bei Nokia ist das einzige worauf man sich meiner Meinung nach verlassen kann, das sie uns bescheißen werden. Da können wir uns allerdings ganz sicher sein.
Das bedeutet das QT keine sichere Basis mehr ist. Die Versionen von QT die zur Zeit unter der GPL stehen sollten noch genutzt und weiterentwickelt werden, aber eine Zusammenarbeit mit einer von Nokia geführten Trolltech sehe ich nicht. Man muss sich auch verabschieden können. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt. Aus den GPL gesicherten Quellen muss ein freies neues QT entstehen, an dem Nokia nicht mehr profitieren kann. Das wird viel Entwicklungszeit kosten, ist aber die einzige Möglichkeit um frei zu bleiben.
Der alte Richard Stallmann hatte doch recht. Wir hätten wirklich nicht mit diesen Schmuddelkindern spielen sollen. Spätestens seit heute, wissen wir das sie für völlig andere Ziele stehen.
Besonders beeindruckt hat mich ein Kommentar eines zu diesem Thema:
For me it is also very difficult to be positive about this announcement. I’m based in Finland and have seen many Nokia acquisitions go completely wrong. The corporate culture there is quite rotten, and they have considerable difficulty wrt brain-drain. I hope my gut feeling is wrong and Nokia is able to give you trolls a good boost and Qt and Qtopia wider industry exposure. However I can’t shake the feeling that this will backfire in the long run.
Ein anderer ergänzte das um den Satz das Nokia zwar gut zu Nehmen weiß, aber mti dem Geben keine Erfahrung hat. Schade. Das ist ein schlimmer Tag für die Trolle, QT und KDE.




















Ich bezweifle, dass der Aufkauf gut für QT ist. Ich bzweifle, dass er gut gemeint war.
Nokia hat auch so schon vollen Zugriff auf die Software gehabt. Evtl wird jetzt nur noch die kommerzielle Version weiterentwickelt, und die GPL-Variante vernachlässigt.
Mir ist auch nicht wirklich wohl mit der engen Verquickung von Gnome/Novell/MS
Zum anderen hätten die Hauptanteilseigner von Qt (nach wie vor die Qt-Gründer selbst) wohl kaum an Nokia verkauft, wenn sie glauben würden, dass Nokia Qt "verschrotten" wollen würde.
Vermutlich will Nokia mit Qt gegen android anstinken. Und das kann ja eigentlich nicht schlecht für die Qt sein.
Oder andersherum gefragt kennst du einen vernünftigen Grund für den Nokia Trolltechnik brauchen könnte?
Die Gründer haben das sicher nicht gewollt, aber was werden sie im Endeffekt machen können. Nichts. Im Lügen ist Nokia toll. Nicht nur in Bochum.
Den Kaufpreis von 150 Millionen muss man einfach in Relation zum Jahresgewinn setzen. Da lachen die drüber. Es gibt natürlich andere die das völlig ander sehen wollen und sich vor Freude überschlagen:
http://www.kdedevelopers.org/node/3233