Die Netzeitung springt auf den allgemeinen Adolfzug auf, um ein paar Klicks mehr zu erhaschen und lässt uns an den Erkenntnissen von Hans Ottomeyer dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums in Berlin teilhaben. Natürlich gibt es zu Adolfchen und seiner Zeit nicht mehr viel neues zu sagen, deshalb überfliegt man solche Texte normalerweise und heftet sie innerlich ab. Diesmal aber gibt es ein paar Sätze die man sich nochmals auf der Zunge zergehen lassen sollte:
Hinzu kam die «eigensüchtige Politik der verschiedenen Kabinette», so Ottomeyer. Die konservative Elite verfiel dem Glauben, die durch den Ende 1932 einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung geschwächten Nazis für sich instrumentalisieren zu können. In einer Hinterzimmer-Intrige installierten sie Hitler schließlich als Regierungschef: Hinter dem Rücken seines Nachfolgers Kurt von Schleicher schmiedete der zuvor als Kanzler gescheiterte Franz von Papen ein Bündnis mit Hitler und band darin die reaktionäre Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und die nationalistische Organisation Stahlhelm ein. Er wollte die parlamentarische Demokratie aushebeln und ein quasi-monarchistisches Regime mit Reichspräsident von Hindenburg an der Spitze errichten.
..
Die braun gekleideten Scharfmacher gingen in allen Schichten der Bevölkerung auf Stimmenfang. Besonderen Zuspruch erhielten sie aber von Arbeitern, Angestellten und in weiten Teilen des Mittelstands, der den sozialen Abstieg fürchtete. «Selbst wer Arbeit hatte, war oft im Niedriglohnsegment beschäftigt», sagt Ottomeyer. «Es reichte kaum, um eine Familie durchzubringen. Die allgemeine Angst vor sozialem und wirtschaftlichem Abstieg wurde von links und rechts geschürt.»
Ich habe die Reihenfolge der Absätze umgekehrt, weil nur der Inhalt des ersten, den anderen überhaupt möglich machte.
Die eigensüchtige Politik der hinter unseren Regierungen und politischen Parteien stehenden neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Kräfte, ist darauf ausgerichtet, nicht nur den sozialen Konsenz dieser Republik aufzukündigen sondern auch die schon schwache parlamentarische Scheindemokratie durch eine Diktatur zu ersetzen.
Mittels Aufhebung der bürglichen Rechte, Umkehrung des Grundgesetzes, Umbau der Polizei und Armee und dem Einsatz der bewaffneten Armee im Inneren, soll jeder Widerstand beseitigt werden. Ob Leute wie Schäuble, Bosbach, Wiefelspütz und Struck mehr Handlanger oder wirkliche Akteure sind, lässt sich nicht feststellen. Mangels einer freien Presse gibt es auch keine Medienberichterstattung über die politischen Hintergründe mehr. Wir sind also schon weiter als Ottomeyer beschreibt.
Es geht allerdings noch niemand auf Stimmenfang. Obwohl Arbeiter, Angestellte, das Handwerk, wie überhaupt der gesamte Mittelstand und die unteren Teile der Oberschicht den sozialen Abstieg nicht mehr nur fürchten, sondern täglich erleben, ist die Stimmung noch ruhig. Es gibt keine politische Kraft, die dieses Dilemma für sich nutzen würde. Da allerdings der Druck, durch immer weitere Forderungen nach einem noch schnelleren sozialen Abstieg, immer stärker wird, ist damit zu rechnen das dies nicht so bleiben wird.
Dies gilt insbesondere deshalb, weil es nur noch Niedriglohnbereiche geben soll. Selbst für Wissenschaftler soll bei 30.000 Euro per Jahr eine Verdienstobergrenze eingezogen werden, da jedes Unternehmen, ab dieser Summe auch einen Ausländer für die gleiche Arbeit einstellen dürfen soll. Anders als bei Hitler wird es also schon sehr bald keinen Mittelstand und keine Oberschicht mehr geben. Selbst die Handlanger des Kaptials, wie Wirtschaftsforscher, z.B. das DIW, Banker und willige Journalisten werden schon ausgebootet, weil sie zu teuer sind.
Es ist absehbar, das am Ende nur maximal zehn Prozent der Gesamtbevölkerung von dieser Entwicklung profitieren werden, während der Rest gnadenlos verarmt. Unnötig zu sagen, das die meisten Profiteure auch wenn sie noch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, schon lange nicht mehr wirklich im Land wohnen. Also auch für Gegenmaßnahmen nicht mehr erreichbar sind. Die haben aus der Entwicklung unter Adolf gelernt. Kommt es so wie damals, machen sie ihre Gewinne, ohne das ihnen hinterher Schuld nachzuweisen sein wird.
Wir anderen können nur auf den großen Knall warten. Aber zumindest sind wir wieder einmal gewarnt worden. Niemand kann hinterher erzählen, er habe das alles nicht gewusst. Wann haben sie eigentlich das letzte Mal ihre Waffen geölt? Es könnte sein, das sie die bald brauchen.




















Aber die Parallelen lassen einen erschaudern und ja, das Vorgehen ist vorsichtiger, langsamer, leiser - gut manche etwas lauter.
Das Problem ist, dass wir Deutschen keine Revolution im Blut haben und der "Bauernaufstand" hat bei uns auch keine Tradition.
Natürlich haben wir keine Revolution im Blut. Wir sind zwar zum Kampf geboren, aber leider müssen wir erst noch die Lampen putzen und Lampenputzer sind nun einmal keine Revoluzzer.
Nur unterschätzt mir die Deutschen nicht. Ich bin ja Westfale, Sauerländer. Nicht gerade die leichteste Art von Deutschen. Sowohl vom Gewicht als auch von der Beweglichkeit. Aber der Krug geht eben nur solange zum Brunnen, bis er jemand über den Schädel gehauen wird.
Wir schreien nicht Viva la Revolutia. Wir fassen die Axtstiele oder was wir gerade in der Hand haben nur etwas härter. Man sieht das weiße an den Knöcheln und bei manchen wird das Atmen anders. Er ist noch nicht da der Furor Teutonica. Aber wir haben ihn gesehen. Am Ende der DDR.
Die Jungs haben ja nicht schießen lassen, weil sie so menschenfreundlich waren. Nein die kannten die Gefahr. Der erste Schuß hätte der gesamten Führungsriege die Haut gekostet. Die wären auf offener Straße abgezogen worden.
Gerade die schweigende Wut sollte unseren Herrschenden Angst machen. Große Angst machen. Wenn die losbricht, dann wird es vermutlich keine Gnade mehr geben.
Und ich sehe die Knöchel weiß werden. Bei den Schreiben vom Arbeitsamt, bei den Lohnkürzungen in den Betrieben. Bei solch einem Drecksladen wie Nokia die den Hals nicht vollkriegen können, bei der Deutschen Bank, die nur noch die Menschen quält.
Ich höre auch, das sie den Personenschutz ausbauen. Auch die herrschende Klasse weiß was los ist.
Ich glaube wir werden die flatternden Hähne fliegen sehen, schon bald. Das Geraune wird zum Schrei werden.
Sicher, Du hast recht, die Angst geht bei den Herrschenden schon um. Das wäre zumindest auch eine Erklärung dafür, dass die RAF, der Mord an B., etc. plötzlich ausgegraben wurden. Ey, die sitzen doch schon sooo lange und waren zwischendurch echt vergessen. Aber so wird uns (über 80 Mios potenzieller Terroristen) 'klar' gemacht, dass es keine Gnade gibt.
Nice try!
Es wird wahrscheinlich ganz anders ablaufen. Das schreibt der stolze Besitzer einer Mistgabel.