"Wat is en Taliban? Da stelle mer uns janz dumm,
und da sage mer so: En Taliban, dat is ene jroße
bärtige Mann. Der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine
Loch, dat is der Mund mit dem er ständig betete. Und dat andere Loch, dat
is dat gleiche Loch, wie das, das bei uns immer bebt, wenn wir an den Taliban denken."
So hätte uns Lehrer Bommel in Die Feuerzangenbowle den Taliban erklären können. Bei unseren Medien und Politikern haben die Taliban in der linken Hand zusätzlich immer noch den Koran und in der rechten den Zündmechanismus, für den Sprengstoffgürtel. Wenn sie dann gerade nicht beten, rufen sie immer "Osama bin Laden" oder "Al Qaida".
Eben wie Lehrer Bomme,l nur sprachlich nicht so so schön. Allerdings brauchen wir Herrn Bommel nicht und den Wahnsinn unserer Politiker, erlebe ich lieber nüchtern, als mit der Feuerzangenbowle. Da trau ich mir nicht mal einen wenzegen Schlock zu. Den muss allerdings die hausinterne Kontrolle bei Springer zuviel gehabt haben, denn anders ist dieses Interview mit dem afghanischem Präsidenten Hamid Karsai nicht zu erklären. Da hat jemand absolut nicht aufgepasst. Karsai beklagt sich nicht nur über die ausländischen Angriffstruppen, er erklärt uns auch, was ein Taliban ist:
In ihrer ursprünglichen Form sind die Taliban Orthodoxe, keine Extremisten. Sie kennen keine Ideologie des Hasses gegen andere oder der Gewalt gegen andere. Ein Taliban ist eigentlich ein Student an einer religiösen Schule, der ein Gelehrter in Fragen der Religion werden will. Das ist kein Radikalismus. Radikalismus ist eine Sache der Motivation, von einem bestimmten Glauben getrieben. Leider ist dieser Radikalismus in den letzten drei Jahrzehnten von anderen als Werkzeug missbraucht worden, erst vom Westen, der im Konflikt mit der Sowjetunion die radikalen Elemente der Mudschaheddin unterstützt hat; dann wurde, worauf Benazir Bhutto hingewiesen hat, dieses Werkzeug im Sinne der strategischen Tiefe missbraucht. Deshalb ist es wichtig, zwischen den beiden Taliban zu unterscheiden.
Es ist ja anderer Stelle schon oft genug gesagt worden, aber so deutlich und so kurz und prägnant habe ich es vorher noch nie gehört. Aus ursprünglich harmlosen Leuten, wurden durch die CIA und das Pentagon Kampftruppen entwickelt, die zuerst dazu missbraucht wurden, die Sowjets zu bekämpfen, was ihnen auch erfolgreich gelang und die dann als Arm des pakistanischen Diktators Musharraf dazu dienten und noch dazu dienen, in Afghanistan für politische Instabilität zu sorgen. Musharraf ist natürlich wieder ein Kind der CIA und des US-Imperialismus.
Osama bin Laden, die Taliban, die real existierende Al Qaida und natürlich auch der, von den USA aufgebaute Popanz namen Al Quaida, sind alles Produkte der USA. Produkte der USA die jetzt, um bestimmte Warlords und Drogenbarone zu schützen, und ihren eigenen Kriminellen einen billigen Drogenimport zu sichern, ständig Zivilisten in Afghanistan tötet. Natürlich hätte sie uns gerne bei diesem Morden mit im Boot. Es darf keine Unschuldigen geben.
Das Pentagon hofft das die Deutschen wieder Spaß am Gemetzel bekommen und man dann all das Schlimme das noch kommen wird, zumindest mit auf deutsche Schultern verteilen kann. Die Interessen der USA sind dabei klar. Sie brauchen die ganze Gegend in Unruhe um in Ruhe Öl stehlen zu können und sie brauchen jede Menge Mitschuldige.
Wenn wir allerdings Hamid Karasai folgen, dann hat Afghanistan ganz andere Anforderungen. Zunächst braucht es Ruhe vor den pakistanischen Verbrechern die von den USA unterstützt werden Dann ist sein Forderungskatalog ziemlich einfach:
Mehr als alles andere brauchen wir Hilfe beim Aufbau unseres Humankapitals und unserer Institutionen, unserer Armee, unserer Polizei, unseres Beamtenapparates, unserer Richterschaft und so weiter. Wir müssen unseren institutionellen Standard heben. Auch wenn sich die Lage zuletzt verbessert hat, ist insbesondere die unabsichtliche Bombardierung afghanischer Zivilisten durch Nato- und US-Truppen schmerzhaft – wozu es kommt, weil es nicht genügend Bodentruppen gibt. Ich bin allerdings nicht sicher, ob die Entsendung weiterer Truppen die richtige Antwort wäre. Für uns findet der Krieg nicht hier, sondern anderswo statt. Deshalb sollte man sich auf die Zufluchtsstätten und Ausbildungslager konzentrieren. Afghanistan ist keine Zufluchtsstätte. Es war eine, aber wir haben es uns zurückgeholt.
Der Mann bettelt geradezu um Frieden. Und das in einem Springerblättchen. Natürlich wird er keinen Frieden bekommen. Solange Peter Struck in der SPD und in Deutschland noch etwas zu sagen hat, werden wir alles tun um afghanische Zivilisten zu ermorden und Drogenhändler zu schützen. Auch und gerade mit Waffengewalt. Von CDU und FDP braucht man nicht zu reden. Die waren schon immer dafür uns in jeden nur denkbaren Krieg zu treiben, damit sie sich an der Heimatfront austoben könne. Das bekannte Spiel. Warum die Grünen sich dafür auch kaufen ließen, ist mir nicht klar. Aber vielleicht sind sie einfach alt und korrupt geworden.
Karsai redet hier zu tauben Ohren. Seine Leute werden weiter gemetzelt. Auch wenn er versichert das Onkel Osama nicht in Afghanistan ist, wird ihm das nichts nützen. Die Amerikaner wissen sicher wo er ist. In ihren Computern steht er auf jeden Fall immer bereit, um, wann immer die amerikanische Politik es braucht, eine flammende Ansprache zu halten. Den einzigen Trost den man Karsai bieten kann, ist das wir in Deutschland sicher bald eine Revolution erleben werden. Danach kann man die Kriegstreiber hier vor Gericht stellen. Aber das macht weder die toten Afghanen noch die toten Deutschen Soldaten wieder lebendig. Es bleibt nur Rache. Das hat einen fahlen Geschmack. Ich wüsste aber nicht, wie es zu ändern wäre.























Man hätte es ja voraussehen müssen. Kaum wagt es Hamid Karsei um etwas Gnade für das afghanische Volk zu bitten, drohen ihm die Leute, deren hauptsächliche Lebensfreude darin besteht, afghanische Zivilisten zu ermorden mit der Absetzung ,wie dpa m ...