Also ich für meinen Teil würde meinen Namen unter keinen Umständen mit Uli Hoeneß auf ein Blatt Papier setzen. Egal wie viele Anwälte den Zettel vorher überprüft haben. Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um und eine größere Gefahr als freiwillig mit Hoeneß Geschäfte zu machen, kann ich mir kaum vorstellen. Wie ich mir dann ein Gentlemen’s agreement auch nur vorstellen könnte, erschließt sich mir gar nicht. Ein solches Agreement würde ja voraussetzen das ich Uli Hoeneß für einen Gentleman halten würde.
Selbstverständlich kreist die Sonne um die Erde und Bayern ist er Mittelpunkt des Universum, ganz davon abgesehen, das die Sterne ans Himmelszelt genagelt sind und die Erde eine Scheibe ist. Ein Gentlemen’s agreement mit Uli Hoeneß. Yepp. Eher gefriert die Hölle und wenn sie dazu auch extra angelegt werden müsste.
Wir alle erinnern uns, das der FC Bayern mit seinen Festgeldkonten, regelmäßig junge deutsche Spieler kaufte und die dann bei sich entweder psychisch fertig machte oder auf der Bank versauern ließ. Es ging nie darum diese Spieler erfolgreich einzusetzen, sondern immer nur darum, sie den anderen Vereinen weg zu nehmen. Darin war Uli Honeß ein wahrer Meister und sicherte auch so die Meisterschale oft genug für den FC Bayern. Nicht fair, nicht wie ein Gentleman, aber eben wie ein Bayer, genau wie wir alle Uli Hoeneß kennen.
Wie kommt so ein Mann plötzlich dazu ein Gentlemen’s agreement zu fordern. Also eigentlich fordert er das nur von den anderen Vereinen und der Grund ist einfach. Selbst die chronischen Bayernbejubler von der Springerpresse kommen nicht darum herum die Gründe zu benennen:
Der Schotte Andy Webster und dessen Anwälte hatten den Fehler im System erkannt, sich auf den seit 2001 in den Regularien des Fußball-Weltverbandes Fifa verankerten Artikel 17 berufen – und Recht bekommen.
Webster, der 2006 trotz eines laufenden Vertrages vom schottischen Erstligaklub Heart of Midlothian nach England zu Wigan Athletic in die Premier League gewechselt war, muss also nicht – wie noch von einer Kammer der Fifa verfügt – eine 850.000 Euro Strafe zahlen, sondern eben nur 200.000 Euro, was seinem Jahressalär bei den Hearts entspricht.
Erst jetzt ist allen klar, dass ein Fußballprofi tatsächlich seinen Kontrakt nach einer geschützten Laufzeit von drei (bis zum 28. Lebensjahr) oder zwei Jahren (nach dem 28. Lebensjahr) einseitig auflösen kann. Und erst jetzt ist allen bewusst, dass die Konsequenz, die diese Regelung hat, das Transfersystem erschüttern kann.
Das bedeutet das die Spieler ihre Freiheit wieder gewinnen und Uli Hoeneß eben einen Schweinsteiger, Podolsky oder andere nicht auf der Bank versauern lassen und ihnen damit eine mögliche Karriere verderben kann. Natürlich spricht er auch gleich wieder von den russischen Oligarchen, die ja zu seinen Lieblingsfeindbildern gehören. Das er Dank des von allen Deutschen bezahlten Olympiastadions, von Anfang an einen unfairen Vorteil, gegenüber allen deutschen Vereinen hatte, zählt da natürlich nicht. Fair sein sollen bei Uli Hoeneß immer nur die anderen.
Die Fußballspieler sind wieder frei. Die Leute die parasitär vom Fußball leben, befinden sich natürlich in hellster Aufregung. Hoeneß ist da mit Blatter auf einer Linie. Sein Gentlemen’s agreement soll nichts anderes werden, als eine illegale Absprache, mit der sich die Bosse ihre Pfründe im Rahmen eines Kartells absichern wollen. Damit die Festgeldkonten dicker und fetter werden.
Allerdings wird der seltsame Gentleman Uli Hoeneß kein Glück haben. Die russischen Oligarchen würden ja vielleicht noch mitspielen. Aber ob 1860 München eine Chance auslassen würde dem Uli an das Knie zu pinkeln. Und wenn ja, was ist dann mit Wolfsburg. Der Uli hat weltweit so viele Freunde. Sein Agreement hat den Wert einer Rolle Klopapier, die irgendwelche Vandalen in ein Klo geworfen haben. Trocken hätte das Klopapier einen deutlich höheren Wert.
Ich gönne den Spielern ihre Freiheit. Sie haben nur ihren Körper für ein paar Jahre zu verkaufen. Da sollen sie für sich das Beste daraus machen können. Wenn das dem Uli Hoeneß nicht passt, kann er ja arbeiten gehen.




















Oder ist das "unten" alles Bayern?
Das ist übrigens das Schicksal vieler Leute in Grenzregionen. Häufig gibt es das auch als positives Beispiel.