Es gibt ihn noch, den etwas anderen Kapitalismus und es gibt einen sehr guten Artikel von Horst von Buttlar in der FTD zur Firma Würth, den ich für unbedingt lesenswert halte.
Im wesentlichen habe ich von Würth-Mitarbeitern an unterschiedlichen Orten der Welt, genau die gleichen Aussagen und Erzählungen gehört. Das heißt nicht, das es keine andere, dunkle Seite der Firma Würth gibt, auch wenn ich sie nicht kenne.
Was ich allerdings aus eigener Erfahrung kenne, ist Vertrieb aus Berufung. Ich werde den Verkäufer nie mehr los. Für wesentlich halte ich auch das Thema Entlohnung.
Kanada zum Beispiel. 2006 war die Fluktuation auf 27 Prozent geschnellt. Da tauchte Friedmann am ersten Arbeitstag im Januar 2007 mit einem Team zu einem "Überraschungsbesuch" auf. Sie fanden heraus, dass durch den Ölboom in Westkanada, von dem auch Würth profitiert hatte, die Gehälter der Verkäufer nicht Schritt gehalten hatten. Sie wurden erhöht, ein Jahr später lag die Fluktuation nur noch bei 14 Prozent. "Es war das Geld", sagt Friedmann.
Natürlich ist Würth hart, wegen mir sogar purer Darwinismus. Dagegen gibt es nichts zu sagen. Es geht nicht um Leichtigkeit. Es geht mehr um Gerechtigkeit und Anerkennung. Andere sind genauso hart, oder sogar leichter aber dafür ungerecht und unberechenbar. Als Arbeitnehmer bin ich aber auf Berechnbarkeit angewiesen. Ich muss mein Leben nämlich planen können. Dafür sind meine Chancen im würthschen Darwinismus bedeutend besser als in der neoliberalen Verantwortungslosigkeit eines Mohn oder Kannegießer.



















