Der stille Tod des Brockhaus titelt Thomas Knüwer seinen persönlichen Abschied, von seiner Fiktion, der Brockhaus Enzyklopädie. Aber es sind falsche Tränen die da geweint werden. Nicht weil ich ihm unterstellen will, das er den Tod des gedruckten Brockhaus nicht bedauert, sondern weil er, wie ich, zu den Totengräbern gehören.
Klar haben wir unser Exemplar gekauft. Ich meist gebraucht, wenn die neue Ausgabe komplett war. Andere bekamen regelmäßig ihren Band, so wie ich früher auch. Aber zeitgemäß war das doch schon lange nicht mehr. Selbst die neueste Ausgabe war zu dem Zeitpunkt an dem der erste Band ausgeliefert wurde, schon veraltet. Zusatzbände sollten während der Auslieferungszeit Abhilfe schaffen. Ein Konzept das nicht mehr aufging.
Klar besitzt man als Bildungsbürger einen Brockhaus. Aber benutzt man ihn auch. Doch nur, nachdem man mit den Ergebnissen von Wikipedia nicht zufrieden ist, oder wenn Besuch da ist. Manchmal nimmt man sich einen Band und liest einfach so. Aber als Enzyklopädie benutzen wir den Brockhaus doch schon lange nicht mehr. Veraltet, langsam, zu ungenau.
Unseren Kindern wird er fehlen. Zufälliger Artikel bei Wikipedia ist zwar nett, aber nicht das gleiche wie das durchstöbern einer Enzyklopädie. Wir verlieren etwas. Unbestritten. Der Brockhaus aber gewinnt.
Machen wir uns doch nichts vor. Ich werde Wikipedia und Brockhaus parallel benutzen. Endlich Auswahl. Natürlich wird der Brockhaus Werbekunden finden. Dick, fett und reichlich. Wenn ich für ein Unternehmen zu werben hätte, wo denn dann, wenn nicht beim Brockhaus. Höchstens noch auf Wikipedia wenn das möglich wäre.
Es wird sich auch eine Onlinegemeinde um den Brockhaus finden, der bei der Beseitigung von Fehlern hilft. Ich schätze das Wikipedia und Brockhaus besser werden.
Aber auch das Thema Werbung wird neu diskutiert werden müssen. Die strikte Ablehnung von Werbung wird sich so nicht mehr durchhalten lassen. Ich glaube wir werden auch in diesem Bereich vernünftige Formen finden müssen. Schade das
Adical nichts mehr von sich hören lässt. Nicht für meinen Blog, der ist schon aus politischen Gründen kein geeignetes Umfeld für Werbung, aber für die vielen anderen die mit etwas Werbung, leichter über die Runden kämen und dieses Werbegeld auch als Anerkennung und Ansporn gebrauchen könnten.
Hab noch nichts dazu gefunden...
Oh... beinahe hätte ich einen zweiten Kommentar hinterherschicken müssen:
"Die Neuausrichtung geht einher mit dem Abbau von mehr als 10 Prozent der Stellen."
(via http://sommergut.de/wp/archives/001401.shtml )
Woher die Zahlen dort kommen erschliesst sich mir allerdings nicht genau)
Aber es sind Manager. Bei denen sollte man wie bei Politikern keinen Verstand erwarten.
Die Grenze zwischen Wissen und Ansicht ist eben schwimmend.
Machen wir uns nichts vor, erst wenn das gesamte Wissen der Menschheit in digitaler Form vorliegt können wir wirklich sicher sein, das unsere Information stimmt. Aber auch nur dann, wenn wir mit diesem Fundus umgehen können.
Ich würde mich nie auf eine Quelle alleine verlassen.