Ich bin eigentlich ein großer Freund der Max-Planck-Institute und verfolge sorgfältig alles, was von dort an Nachrichten kommt. Manchmal aber überkommt mich ein schrecklicher Verdacht. Dann fühle ich mich irgendwie verarscht. So auch bei der letzten Meldung des Leipziger Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie, mit den beiden Helden Michael Richards und Katerina Harvati.
Die Nachricht an sich ist schon ein paar Tage alt. Ich habe immer mal wieder recherchiert, weil ich unsere Qualitätsjournalisten aus den Qualtiätsmedien einfach für zu blöd gehalten habe, um wissenschaftliche Ergebnisse zu interpretieren. Aber ich muss zugeben, auch ich bin nach Durchsicht aller möglichen Belege nicht auf ein schlaueres Ergebnis gekommen. Das ich aus "derStandart.at" zitiere geschieht nur deshalb, weil die wissenschaftlich meist vernünftiger aufgestellt sind als die deutsche Presse. Aber im Prinzip steht in diesem Fall überall der gleiche Nonsens:
Ein 40.000 Jahre alter Neandertaler-Zahn soll den ersten direkten Beleg dafür liefern, dass sich die ausgestorbenen Altmenschen von einem Ort zum anderen bewegt haben.
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Die Forscher hatten mit einem Laser winzige Mengen des Zahns verdampft und auf seinen Strontium-Gehalt analysiert. Strontium wird beim Wachstum wie Kalk in Zähne und Knochen eingelagert. Der Untersuchung zufolge muss der Träger des Zahns mit sieben bis neun Jahren in einem stärker vulkanisch geprägten Gebiet gelebt haben, wie die Forscher berichten. "Das zeigt, dass sich dieser Neandertaler über relativ weite Entfernungen von mindestens 20 Kilometern oder weiter bewegt hat", erläuterte Richards. Dies sei der erste direkte Nachweis für die Mobilität dieser Verwandten des modernen Menschen.
Äh. Ja. Wie bitte. Der erste Beweis das sich der Neandertaler bewegt hat. Wie bitte hätte ich ihn mir sonst vorstellen sollen? Das die Zahnfee den Zahn mitgenommen hat? Oder etwa so:
Der Neandertaler wird von seiner Mutter geworfen, sitzt bewegungslos vor seiner Höhle und ernährt sich von vorbeikommenden Käfern, wenn er größer wird frisst er auch das eine oder andere vorbeikommene Mammut, vögelt und schwängert zufällig vorbeigeschwemmte Neandertalerinnen und stirbt am Ort seiner Geburt. Ich werd ja nicht mehr.
Natürlich hat der sich bewegt. Das war doch klar. Der wird sich auch schnell bewegt haben, vor allem wenn ihn irgendein anderes Viech fressen wollte. Der wird sich auch weiter bewegt haben, da die Mammuts und Ur-Ochsen eben nicht an seiner Höhle vorbeigetrabt kamen um sich fressen zu lassen und zum guten Schluß wird er auch weitere Wege zurückgelegt haben um weibliche Neandertalerinnen, mit seiner Keule von seinen männlichen Fähigkeiten überzeugen zu können. Herrliche Zeiten übrigens, wo eine Keule all dies romantische Geschwätz und gutes Aussehen ersetzen konnte.
Was bitte schön wollen uns diese Forscher sagen. "Wir haben zwar nichts herausgefunden aber bitte gebt uns weiter Geld?" Darüber lässt sich ja reden. Aber bitte, wenn ihr schon nichts wichtiges habt, dann verarscht uns nicht. Dafür halten wir uns nämlich schon andere Wissenschaftler. Volkswirtschaftler. Dazu noch Politiker und Juristen. Dafür brauchen wir keine evolutionären Anthropologen. Von denen wollen wir ernsthafte, wenn auch manchmal erfolglose Forschung.




















Da versucht man sich nach einigen Tagen berufsbedingter Blogabstinenz auf den neuesten Stand zu bringen, und erstarrt staunend vor der Fähigkeit des medial aufbereiteten Umfrageblödsinns. Nichtmal zum schreiben eines vernünftigen Blogartikels kommt man ...