Wenn drei Linke zu einer Demonstration fahren, bilden sie eine terroristische Vereinigung. Wenn drei Rechte zu einer Demonstration fahren ist das ein Kameradschaftsausflug. Wenn drei Leute mit einer Würstchenbude pleite machen, bilden sie eine kriminelle Vereinigung. Wenn drei Leute nach Millionensubventionen das übriggebliebene Geld schnell ins Ausland transferieren und es sich dort gut gehen lassen, dann sind sie automatisch Leistungsträger. Das stimmt übrigens. Sie tragen ja die Leistungen der anderen aus dem Land.
So ähnlich ist das ja auch wenn Steuerhinterzieher das Geld aus dem Land bringen. Sie sind Leistungsträger, die die Leistung anderer wegtragen und aufheben, damit sie nicht unnötig ausgegeben werden. Das ist ja zunächst einmal als außerordentliche Fürsorge zu bewerten. Positives Denken hilft gut, gegen die plebiszitäre Wut.
Auch der Präsident des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV) weist uns den Weg zu positiven Denken:
"Die Steuerhinterziehungen sind eine Folge nicht gerechtfertigter und zu komplizierter Steuergesetzgebung", sagte Jürgen Pinne, Präsident des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV), dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe). "Die Höhe der Steuersätze verleitet den Bürger regelrecht dazu, dem Staat Gelder zu entziehen."
Dem Denken kann ich leicht folgen. Die Benzinpreise sind zu hoch, deshalb bezahle ich an der Tankstelle nicht mehr. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, ob mein Tankstellenpächter, der immer aufgeregter über seien Zahlen brütet, damit so einverstanden ist. Denn bei ihm buchen die Mineralölkonzerne ab, bevor er beliefert wird. Zahlt er nicht, fliegt er raus. Aber wenn Herr Pinne diese Denkart für richtig hält, dann will ich ihr gerne folgen. Wenn auf meinem Konto (wie meistens) nichts mehr drauf ist, hebe ich einfach von Herrn Pinne ab. Es ist mir einfach zu kompliziert neues Geld auf mein Konto zu tricksen.
Allerdings scheint Herr Pinne als Prädsident des deutschen Steuerberaterverbandes wohl nicht für alle zu sprechen. Der Hagener Steuerberater und Steuerstrafverteidiger Jürgen Ortmüller sieht die Dinge ganz anders:
"Manager haben nach einem 16-Stunden-Tag kaum noch Zeit, sich über ihre eigenen steuerlichen Angelegenheiten zu kümmern, geschweige denn nachzuvollziehen, was Berater ihnen zumuten. Die immer kompliziertere Steuergesetzgebung der Bundesregierung verführt Banken und Berater ihren Kunden Angebote zu machen, aus deren Haftung sie sich allerdings heraus halten."
"Es kommt kaum einer auf die Idee, komplizierte Steuersparmodelle selbst zu arrangieren", so Ortmüller.
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"Hier wird mit dem Knüppel auf die Falschen eingedroschen. Selbstverständlich haben Manager und Großverdiener eine moralische Vorbild-Verpflichtung aufgrund ihrer Öffentlichkeitsposition. Aber der Gesetzgeber sollte auch diejenigen in die strafrechtliche Verantwortung nehmen, die ungeprüft dubiose Anlagemöglichkeiten empfehlen. Der Steuerzahler ist mit dem aktuellen System völlig überfordert und muss sich auf seine Berater aber auch auf seine empfehlende Bank verlassen können", meint Ortmüller.
Also ich verstehe Herrn Ortmüller sehr gut. Wenn ich nach so einem 16 Stunden Arbeitstag in meine Stammkneipe komme und meine Kumpels mir erzählen, das ich ruhig noch einen Schnaps und ein Bier trinken kann, bevor ich nach Hause fahre, dann mache ich das natürlich. Ich kann mich wirklich nicht noch damit aufhalten, mich über die Regeln bei Alkohol im Straßenverkehr schlau zu machen. Soll der Gesetzgeber die komplizierten Regeln doch abschaffen und mich strunzbesoffen fahren lassen.
Allerdings glaube ich Herrn Ortmüller ohne Verarsche, das die Steuerberater, Finanzberater und Rechtsverdreher die solche Steuerlücken anbieten und konstruieren Teil der Verschwörung zur Steuerhinterziehung sind. Selbstverständlich haben diese Berater ein vitales Interesse daran, derartige Modellle an den Besitzenden zu bringen um an der Steuerhinterziehung richtig gutes und vor allem legales Geld zu verdienen. Sie bilden also mit dem Steuerhinterzieher eine kriminelle Vereinigung.
Wenn dann noch die Banken für den Transfer illegalen Geldes sorgen dann muss darüber nachgedacht werden, solchen Instituten die Lizenz für das Bankgewerbe zu entziehen. Wer sich wie Herr Mettenheimer von der Privatbank Merk Fink & Co. selbst als Anwalt der Reichen sieht, wird dann bitte auch damit leben müssen, das er seine Art der Bankgeschäfte bestenfalls noch auf zweifelhaften Südseeinseln oder in Zwergfürstentümern anbieten kann.
Ja. Es handelt sich wohl um kriminelle Vereinigungen, die gewerbsmäßig unterhalten werden und auch dazu dienen bisher noch Unschuldige in die Machenschaften zu verwickeln. Herr Staatsanwalt übernehmen sie.




















Wenn die Herren mit ernstem Blick in der Ferne den großen Wurf ausmachen, und mit den Kollegen beim Käffchen (den sie sich auch nicht selbst gekocht haben) die optimale Entlassungsquote für die Bilanz austüfteln, dann geht das nur, weil ziemlich weit unten die WAHREN Leistungsträger den Laden am laufen halten.
In Verbindung mit Managern und ähnlich schmarotzenden Kasten das Wort "Leistungsträger" in Zukunft bitte nur noch in Anführungszeichen. Bis denn, mein 16 Stunden-Tag ruft...