Im
Spreeblick veröffentlicht Malte Teile eines Textes von Peter Alexa in dem dieser die Beweggründe für den bewaffneten Kampf, aber auch die geistigen Klimmzüge beschreibt, die wir machten um das nicht zu rechtfertigende zu rechtfertigen.
Ähnlich wie Alexa habe ich bis heute kein größeres Problem damit, die Anschläge auf US-Headquarter als zwingend zu bezeichnen. Ich habe damals mit amerikanischen Deserteuren gesprochen, die die Wahrheit über Vietnam berichteten. Eine Wahrheit wie wir sie ja später auch offiziell lesen durften.
Natürlich hat Alexa recht, wenn er aus der nicht aufgearbeiteten Nazivergangenheit, vor allem in Justiz und Polizei auf ein Klima schließen lässt, das einen Hass förderte, der keine Grenzen mehr kannte. Benno Ohnesorg war doch kein Zufall, genausowenig wie die Schüsse auf Dutschke und das teilweise grausame Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten. Es war für jeden der sehen wollte, sichtbar, das der Ungeist der braunen Horden, sich in der Ausbildung und Lehre unserer Ordnungskräfte und vor allem der Juristen fortsetzte.
Friedmanns "Nazi"-Leibwächter oder die ständige Genehmigung rechter Aufmärsche auch in kritischen Situation, ja sogar der Widerruf von Verboten solcher Aufmärsche durch unsere obersten Verfassungsrichter sind die noch heute deutlich erkennbaren Zeichen.
Viel wichtiger ist allerdings, das Alexa zum erstenmal den geistigen Spagat der Unterstützer und heimlichen Bewunder und dessen Wahnsinn richtig deutlich macht. Mit Hans-Martin Schleyer traf es wie bei den meisten anderen öffentlichen Personen mit Sicherheit keinen völlig Unschuldigen, aber sein Fahrer und seine Leibwächter waren mit der gleichen Sicherheit absolut unschuldig. Natürlich konnte und durfte man über den Tod des einen oder anderen kapitialistischen und auch faschistischen Führers klammheimliche Freude empfinden, aber das gab niemandem das Recht, die zivilen Opfer hinzunehmen. In dieser Hinnahme eines Kollateralschadens haben sich die Unterstützer, wie auch die beifällig Kopfnickenden schuldig gemacht.
Wenn man das Vorgehen unserer heutigen Vertreter des Kapitals betrachtet war übrigens auch Schleyer völlig unschuldig, bzw. seine Schuld kaum noch messbar. Angesichts dessen was die Amerikaner im Irak und unsere jetzigen Politganoven mit dem Tornadoeinsatz bereit sind an Kollateralschaden hinzunehmen, ist die Schuld der deutschen Linken, aber ebenfalls kaum messbar. Es macht keinen der Toten wieder lebendi, wenn man die
Opfer der RAF den
Opfer unter der irakischen Zivilbevölkerung gegenüberstellt. Aber es zeigt mit welchem Zynismus zur Zeit diskutiert wird. Herrn Bosbach regte in irgendeiner Fernsehdiskussion übrigens am meisten auf, das die RAF ihre Opfer gezielt auswählte und gerade deshalb härter bestraft werden müsse. Klar wer dem lieber gewesen die RAF hätte sich nur auf unschuldige Bürger beschränkt.
Übrigens traf Alexa auch in einem Leserbrief an die
TAZ noch einmal die richtigen Worte:
Nachdem sich der kommunistische Block aufgelöst hat, die Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt zerschlagen wurden, die Stadtguerillagruppen in den europäischen Ländern nicht mehr bestehen, gibt es nichts mehr, außer das von Ihnen (TAZ) hochgelobte kapitalistische System, das man für die Zustände auf diesem Planeten verantwortlich machen könnte.
Im Prinzip befinden wir uns wieder an einer Wegkreuzung wie zu Beginn der RAF-Zeit. Das wir die RAF-Vergangenheit genausowenig bewältigt haben, wie unsere Nazivergangenheit und die Geschichte der DDR wird uns mit Sicherheit nicht weiterhelfen.
Aber in einem System, in dem die öffentliche Meinung von Kannegießer, Mohn und Springer einfach gekauft werden kann und in der die Bürger die frechen Propagandalügen noch mit ihren Steuern finanzieren müssen, gibt es kein Klima der Aufklärung. Es gib eher ein Klima der Verzweiflung. Wollen wir hoffen das es noch einen gewaltfreien Ausweg gibt.
Aber da die Kernaussage von Kurbjuhn so schön falsch ist, soll sie doch wenigstens eine Antwort bekommen.
Ich stimme ihm zu das die NPD nicht ins bürgerliche Lage gehört, ja ich gehe sogar noch weiter und würde sagen, das diese dumpfbraunen Ansichten überhaupt nirgendwohin mehr gehören, außer in die Toilette. Entschuldigt liebe Wasserwerker.
Die von Kurbjuhn angeführte gemeinsame Ablehnung dessen was er als nationales Gedankengut bezeichnet, durch wen auch immer ist wohl begründet. Geht es doch nicht um einen Nationalismus, nicht um Stolz und nicht um Ehre bei dem was er unter Nationalismus versteht, sondern nur um die Verbreitung des dümmsten Nazifaschismus und um den Hass auf jeden der nicht genau gleich dumm oder gefärbt ist.
Zur Erinnerung Kurbjuhns braune Helden haben nicht nur Juden, Zigeuner, Kommunisten, Sozialisten, jegliche Religionsanhänger, Schwule und einen großen Teil ihres Volkes bedenkenlos verheizt, sondern sich auch noch Gegenseitig umgelegt wo immer sie konnten.
Einen Vergleich zwischen der RAF und den Nazis kann nur jemand ziehen, der absolut geschichtslos und zudem grundlos dämlich ist.