Einträge für Januar 2008
5. Der Reichsgraf
Geschrieben von Jochen Hoff / Elsa Rieger
Donnerstag, 31. Januar 2008
Nur eines beglückt zu jeder Frist:
Schaffen, wofür man geschaffen ist.
Paul Heyes
16.Februar 2006 Berlin 2 Uhr 15
„Aqui se queda la clara, la entranable transparencia, de tu querida presenzia Comandante Che Guevara.”
Im Aufwachen hörte Tatijana jemanden, der sich auf Spanisch darüber freute, das man bei Che Guevara immer durchblickte. Sie hingegen sah nichts, was daran lag, dass es finstere Nacht war. Sie tastete nach dem Lichtschalter und fluchte über diese Scheißtelefone, die sich offenbar als Musikautomaten verstanden, ehe sie den Knopf für die Gesprächsannahme drückte. Wäre es ihr Telefon gewesen, hätte sie dem Gegenüber den Marsch geblasen, aber das war die Leitung von Johann Laurenzio Reichsgraf zu Wernicke-Biesendorf, ihrem Chef.
Aus dem Telefon ergoss sich ein Schwall von spanischen oder portugiesischen Worten, die eher an Maschinengewehrfeuer als an Sprache erinnert. Sie verstand ein paar Worte wie Conde Laurenzio, Pablo Picasso, Henri Matisse, Salvador Dali und Claude Monet.
Mehrfach versuchte sie mit einem „Hey“ den Redestrom zu stoppen. Den Conde Laurenzio hatte sie sich schon mit ihrem gräflichen Chef übersetzt. Um diese Zeit störte man Johann besser nicht. Er liebte nämlich das geregelte Leben und in seinem Inneren tickte eine Schweizer Präzisionsuhr.
Endlich versiegte der Wortwasserfall.
Tatijana probierte es auf Englisch: „Hello?“ Treffer.
Die Sekretärin eines Mitarbeiters des Justizminister Marcio Thomas Bastos aus Brasilia wünschte energisch ihren Chef mit wem auch immer zu verbinden. Tatijana bat um einen Augenblick Geduld.
Als sie aus dem Bett stieg, hatte sie Gelegenheit, ihren nackten Körper im Spiegel zu betrachten. Sie war gerade Mal ein Meter sechzig klein und ihre Brüste hätten ihrer Meinung nach größer sein können, etwas Fett auf den Muskeln wäre ihr ebenfalls lieber gewesen, dennoch mochte sie sich und grinste. Dann ging sie zu ihrem Boss. Das einzig Gute an nächtlichen Anrufen war, sie konnte sich nackt ihrem Chef als Köder anbieten. Er sah sie an, freute sich darüber, biss jedoch leider nie an. Ein schwieriger Fisch.
Als gebürtige Russin war Tatijana eine Anglerin mit Geduld. Sie klopfte an Johanns Zimmertür, öffnete sie im gleichen Moment und schaltete das Licht ein. Der große Leonberger am Fußende hob nur den Kopf. Er hatte sie ja schon auf dem Gang gewittert.
Am Tage hätte die Störung ein Donnerwetter ausgelöst, aber nachts sind nicht nur alle Katzen grau, selbst Reichsgrafen werden dann langsamer in ihren Reaktionen.
Sie sah ihm so gerne beim Aufwachen zu. Es ähnelte dem Einschalten eines Roboters, wie man es aus Filmen kennt. Zuerst öffneten sich seine Augen, huschten durch den Raum. Danach folgte die Frage, die er immer stellte: „Hätte das nicht bis morgen zur Bürozeit warten können?“
Sie antwortete: „Guten Morgen, Johann. Das kann ich nicht beurteilen. Ein Mitarbeiter des brasilianischen Justizministeriums ist nicht ganz meine Kategorie.“
Er warf die Decke weg, stand auf und nahm das Telefon entgegen. Auch das war ein Moment, den Tatijana liebte. Johann hätte nie im Bett liegend telefoniert. Selbst am Schreibtisch stand er meist auf. Nur das er dann nicht nackt war. Er begann sofort zu sprechen, was bedeutete, dass sie im Raum bleiben sollte, um eventuelle Anweisungen entgegen zu nehmen.
Tatijana hatte schon bei ihrem Vater gelernt, das Beste ist, die Ohren auf Durchzug zu stellen, wenn andere telefonieren. Zu bestimmten Zeiten der Sowjetunion hätte sie auch nicht wirklich hören wollen, was ihr Funktionärsvater besprach. Sie glitt auf den Teppich neben den Hund, der sich leise brummend für ihre Streicheleinheiten bedankte. Sie mochte das langhaarige Fell des mächtigen Rüden, das weich wie Seide war.
Johann marschierte in ziemlichem Tempo im Zimmer auf und ab. Er unterhielt sich dreisprachig.
Nachdem er aufgelegt hatte, sagte er: „In Rio sind heute Abend vier berühmte Bilder gestohlen worden. Die Namen der Maler und die Titel bekommen wir gleich per Mail. Falls da keine Fotos dabei sind, such mir bitte welche im Netz und ich brauche die Telefonnummer von Luiz Camillo Osorio. Das ist ein bekannter brasilianischer Kunstkenner, der sicher etwas mehr als der Minister weiß.“ Er ging in sein Badezimmer. Tatijana folgte ihm. Während er unter der Dusche stand, erweiterte er seine Anweisungen: „Die vier Täter haben ohne jede Intelligenz, aber mit großer Härte gehandelt. Bewaffnung vermutlich Maschinenpistolen, wahrscheinlich Uzis und Handgranaten. Sie schlugen die Wächter nieder und raubten die dumm rumstehenden Touristen zusätzlich aus. Prüf bitte nach, ob wir irgendwas über solche Haudraufs in der Gegend haben.“
Tatijana nickte und verschwand in Richtung Büro, nicht ohne noch einmal ihre Blicke über Johann wandern zu lassen, der lächelte und ihr mit der Hand die Tür wies.
Eine halbe Stunde später beschäftigte sich ein hellwacher und angezogener Johann damit, den Kaffeeautomaten zur Auslieferung von Kaffee zu überreden, was dieser wie üblich mit der Abgabe einer leeren Tasse quittierte. Die Aufforderung, eine gefüllte rauszurücken, beantwortete er mit der doppelten Ration plätschernden Kaffees. Das Ergebnis war die übliche Schweinerei.
Aber Johann grinste nur, begoss damit die nächststehende Pflanze und ging an seinen Schreibtisch.
Tatijana fragte: „Osorio? Die sind vier Stunden zurück, das müsste noch gehen.“
Johann nickte und betrachtete die ausgedruckten Informationen.
Das beraubte Museum Chacara do Ceu befindet sich im früheren Haus des Unternehmers und Mäzens Raymundo Ottoni de Castro Maya und ist nach internationalem Standard nicht besonders gut gesichert. Menschliche Wachen anstatt Elektronik. Das war eine Erklärung für das gewalttätige Vorgehen. Menschen lassen sich von direkter Gewalt am leichtesten beeindrucken.
Johanns Telefon klingelte. Osorio hatte bereits einen Überblick. Den Wert der Bilder schätzte er auf über vierzig Millionen Euro. „Reichsgraf, es ist sonnenklar, dass es sich um internationale Täter handelt. Entweder sie haben das Beste des Museums auf Bestellung oder zur Lösegelderpressung geklaut.“
Johann konnte ihn direkt denken hören, nach einer Weile sprach er weiter: „Ich halte die Sache mit Lösegeld für fraglich, auch wenn das die aktuelle, offizielle Lesart in Brasilien ist. Der Raub des einzigen Dali, der in ganz Lateinamerika in einer öffentlichen Sammlung ist, schaut mir nach Auftrag eines durchgeknallten Sammlers aus. Und zwar in Europa.“
Der Reichsgraf schnippte mit zwei Fingern Taijana zu und deutete auf den leeren Becher. Hüftschwingend strich sie an ihm vorbei, berührte ganz zufällig seinen Ellenbogen mit der Brust, als sie ihm den Kaffee hinstellte.
„Während die Behörden die Bilder noch im Land vermuten, gehe ich davon aus, dass sie bereits draußen sind.“ Osorio verstummte.
„Dann wollen wir es mal angehen“, meinte Johann.
„Keine üble Idee, Reichsgraf. Ich wundere mich schon lange, das nicht mal einer was unternimmt. In letzter Zeit verschwinden ja ständig berühmte Bilder aus Museen und tauchen nicht mehr auf. Haltet mich auf dem Laufenden – Berufsinteresse“, sagte er noch und legte auf.
Im gleichen Moment schob Tatijana neue Ausdrucke über den Schreibtisch. Bei den geraubten Bildern handelte es sich um Picassos „Der Tanz“, „Le Jardin du Luxembourg“ von Matisse, „Die zwei Balkone“ Dalis und ein Seestück von Monet, das dieser selbst einmal im Schaufenster des Farbenhändlers Latouche ausgestellt hatte; Monets Zeitgenossen diskutierten das Werk damals heftig.
Johann fasste für seine Mitarbeiterin die Meinung des brasilianischen Kunstexperten zusammen und bat sie, nach ähnlichen Fällen zu suchen.
Tatijana stand auf. „Soll ich mir nicht doch lieber erst mal etwas anziehen?“
„Wozu?“ fragte Johann, „Es ist gut geheizt und so hässlich bist du ja nicht.“
Ehe sie die Konzentration auf die Arbeit lenkte, stellte sie sich vor, wie sie den Reichsgrafen für die Bemerkung an die Wand nagelte. Hatte er nun Spaß an ihrer Nacktheit, störte sie ihn oder war sie ihm schlichtweg egal? Sie wurde nicht schlau aus diesem Mann. Sehnsüchtige Augen, aber keinerlei Aktivitäten in die von ihr ersehnte Richtung. Sie machte sich an die Arbeit.
Neben dem schon bekannten Fall in Stockholm, bei dem zwei Renoirs und Rembrandts „Verschwörung des Claudius Civilis“ mit der gleichen Masche entwendet wurden, entdeckte sie eine ähnliche Vorgangsweise beim Museum Moderner Kunst in Rom. Dort fand man die Aufseher gefesselt und eingesperrt vor. Die Täter hatten zwei Gemälde von van Gogh, unter anderem die Madame Ginoux, und einen Cezanne geraubt. Auffällig war auch hier, dass die Räuber die Museumskasse mitgehen ließen und andere Bilder, wie zum Beispiel einen Monet und einen Degas, hängen ließen. In Stockholm hatten sie sogar mit Autobomben gearbeitet, um die Einsatzkräfte der Polizei lange genug zu beschäftigen. Immerhin konnte das FBI den Rembrandt, der achtundzwanzig Millionen Euro wert war, bei einem illegalen Sammler in St. Louis, Missouri, sicherstellen und zurückgeben. Die beiden Renoirs, die junge Pariserin und ein Frühlingsstrauß in einer Jadevase, tauchten nicht wieder auf.
Für Johann ergab sich schnell ein ziemlich klares Gesamtbild. „Das hast du fein gemacht“, murmelte er, „nun werden wir was für die Brötchen tun. Zuerst versauen wir einen Versicherungsvorstand den Morgen.“
Tatijana freute sich. Ihr Chef und Lob kamen selten zusammen. Das Telefon war auf Mithören gestellt, daher kontrollierte sie, ob der digitale Mitschnitt lief.
„Das Haus von Präsident Horzinger, Swabov am Apparat. Was kann ich für Sie tun?“, klang es wohlerzogen aus dem Lautsprecher. Der Mann schien die frühe Stunde gar nicht zu bemerken.
„Hier Johann Laurenzio Reichsgraf zu Wernicke-Biesendorf, bitte verbinden Sie mich umgehend mit dem Präsidenten. Die Sache eilt.“ Johann nickte fröhlich in den Raum.
Am anderen Ende kam ein zustimmendes: „Jawohl, Herr Graf“, und diverse Vermittlungsgeräusche einer wohl schon betagteren analogen Telefonanlage. Dann folgte ein verschlafenes: „Mensch, Graf Johann, wissen Sie eigentlich wie spät es ist?“, das Johann diabolisch grinsend mit der genauen Uhrzeit und dem Zusatz Central Europe Time beantwortete.
Auf der anderen Seite seufzte der Präsident der großen Schweizer Versicherung, sagte: „Momentchen“ und schlich sich aus dem ehelichen Schlafzimmer, bevor seine Frau ihn erschlagen konnte. Zumindest stellte Johann sich das so vor bei dem Hasenfuß.
Da sagte Horzinger auch schon: „Bin rausgegangen, meine Frau ...“
Den Geräuschen nach richtete er sich auf einem bequemen Sessel vor dem Zimmer ein, Johann hörte das Aufschütteln eines Kissens und das völlig erschöpfte Seufzen des Gesprächspartners, der nun wartete. Warten konnte Johann auch. Der Präsident gab nach. Er fror wahrscheinlich in seinem Flur und wollte zurück ins Bett: „Also was gibt es so wichtiges?“
„Eigentlich gar nichts. Nur dass ihr vor ein paar Stunden in Rio mal eben vierzig Millionen Euro verloren habt. Scheint euch wirklich gut zu gehen. Dass Sie dabei ruhig schlafen können?“
„Wieso? Davon weiß ich nichts. Erzählen Sie bitte.“
„Gestern Abend Ortszeit, wurde in Rio das bei Ihrer Gesellschaft versicherte Museum Chacara do Ceu überfallen. Vier Gemälde von Picasso, Matisse, Dali und Monet wurden gestohlen. Die Wertangabe habe ich von Luiz Camillo Osorio, dem wohl besten Spezialisten vor Ort.“
„Mhm. Das ist nicht gut, da werden wir wohl ein wenig Geld zahlen müssen, um die Bilder wieder frei zu kaufen. Aber doch sicher keine vierzig Millionen?“
„Das glaubte der Justizminister offiziell auch, als er mich anrief. Die Pressemitteilungen lauten ebenfalls so. Wir kennen uns, seit die Neonazis sich damals mit geklauter und illegal ausgeführter indianischer Kunst finanzieren wollten. Allerdings würde er mich für ein rein innerbrasilianisches Problem wohl kaum anrufen. Osorio sieht das ähnlich. Meine Kommunikationsassistentin hat in knapp einer Stunde zwei gleiche Fälle gefunden. Stockholm und Rom. Dazu das Brücke-Museum hier in Berlin. Das waren klare Auftragsdiebstähle für heimliche Kunstsammler. Der Rembrandt aus Stockholm wurde ja bei so einem Vogel sichergestellt und den Renoir haben wir vielleicht auch.“
„Meinen Sie wirklich, Graf ...“
„Ich meine nicht, ich bin mir sicher. Aber das ist nicht mein, sondern Ihr Problem. Ich wollte Sie nur rechtzeitig informieren. Ich würde ungern einen Auftrag der Brasilianer annehmen, da es mit Sicherheit zu Überschneidungen mit meinen Tätigkeiten für Ihr Haus käme. Man kann eben nicht zwei Herren dienen.“
„Johann, Sie fischen doch nicht etwa nach einem Auftrag?“
„Nur Idioten suchen sich Arbeit. Ich bin keiner. Ich will einfach nur das Geld, das man für die prompte und gute Erledigung von Aufträgen bekommt. Das Geld nehme ich natürlich gerne als Almosen, ohne Leistung zu erbringen.“ Er feixte.
„Schon gut. Schon gut, Graf. Um diese Uhrzeit bitte keine Spitzfindigkeiten. Schicken Sie den Text des Vertrages mitsamt Ihren unverschämten Forderungen an Marks. Ich jage ihn gleich ins Büro. Er wird das Ding unterschreiben und den Vorschuss anweisen. Ich bin zu müde, um zu streiten. Das gilt allerdings nur für heute.“
Ein Klicken in der Leitung und das Gespräch war beendet. Tatijana hatte schon angefangen, in den Standardvertrag das Ermittlungsziel und die Teilschritte einzutragen. Die Formulierungen waren so Wischiwaschi wie möglich, dafür die Tagessätze und die Spesenforderungen umso deutlicher. Während Johann wieder den Kampf mit dem Kaffeeautomaten aufnahm und nicht nur für sich, sondern auch für sie einen Becher ergatterte, druckte sie den Kram aus, um ihn Johann gegenlesen zu lassen. Als der nickte, packte sie das ganze in ein PDF-File und schickte es als Mailanhang in die Schweiz.
Johann atmete durch und streckte sich. „Nun kannst du dich anziehen, wenn du mitlaufen willst. Der Hund muss raus, und uns schadet Frischluft auch nicht. Lass uns zum Grunewaldsee fahren. Marks braucht mindestens zwei Stunden“, sagte er.
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Stanislav und die Ökostalinisten
Stanislav hat es nicht leicht. Er sollte erst am Freitag geboren werden, weil seine Mutter am Dienstag zur Hochzeit ihrer Schwester wollte. Stanislav kam am Montag und versaute seiner Mutter die Woche. Diese Fähigkeiten anderen den Tag zu versauen entwickelte er dann sehr erfolgreich zur Kunstform. Soweit ich weiß ist das übrigens die einzige Kunst, die er wirklich beherrscht. Dann gehört Stanislav auch noch zu den zu kurz gekommenen. Er ist klein, nicht winzig, sondern einfach nur nicht groß. Kein Makel, würde ihm jeder Lange jederzeit gerne bestätigen. Leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen zwar das Denkvermögen erhöhen, aber ständig gegen Deckenbalken zu rennen kann nicht gesund sein. Man merkt das an mir.
Aber Stanislav nimmt übel. Er nimmt eigentlich alles Übel, den Sonnenschein wie den Regen, geregeltes und ungeregeltes. Einfach alle. Klar das wir schon früh ein Pärchen wurden. Stanislav ist Apotheker und hatte damals schon die Angewohnheit, die Altmedikamente die er zurücknehmen musste, auf die Mülltonnen der umliegenden Häuser zu verteilen. Irgendwann hatte ich die Nase davon voll und hab ihm in betont freundlicher Form, von dieser Vorgehensweise abgeraten. In Wirklichkeit habe ich ihm natürlich was aufs Maul angedroht, wenn er nicht sofort mit der Scheiße aufhört. Er nahm übel, aber er hörte auf. Ich weiß ich bin gemein. Es ist nicht nett jemandem Schläge anzudrohen der einem bestenfalls den Bauchnabel beatmen kann.
Seit jener Zeit nimmt er mich also übel. Das ist mir Ansporn. Selbst wenn ich nicht gegenteiliger Meinung zu ihm sein sollte, würde ich erst einmal widersprechen. War ich schon mal mit ihm einer Meinung. Ich kann mich nicht erinnern. In letzter Zeit regt er sich ständig über die Ökostalinisten auf, die ihm sein Leben versauern. Er möchte seine Heizung solange betreiben, wie es ihm gefällt, egal was da oben rauskommt. Er will seine Altmedikamente einfach verbrennen, wenn er sie schon nicht strategisch auf den Hausmüll verteilen kann. Und da lassen ihn diese Ökostalinisten nicht.
Selbst draussen in Brandenburg durfte er nicht, wie er gewollt hätte. Er meinte er hätte ja nur ein wenig Laub verbrannt. Das da der eine oder andere Autoreifen, einige Farbreste und rund fünf Kilo Altmedikamente in ihren Blisterpackungen dabei waren, war sicher nur Zufall. Genau wie die große schwarze Rauchwolke nur Zufall war. Feuerwehr und Ordnungsamt haben aber geschaltet und die Erde bis auf die Lehmschicht in drei Meter Tiefe ausheben lassen. Die Erde war auf jeden Fall gesund. Die muss gesund gewesen sein, bei sovielen gesunden Medikamenten die dort wohl schon verbrannt wurden.
Stanislav hat für einen Apotheker wenig Ahnung von Chemie, sonst würder er diesen Dreck nicht auch noch selbst verbrennen. Aber auch seine apothekernde Frau mit Fachausbildung hat wohl dümmlich grinsend daneben gestanden. Das war im vorigen Herbst, im Winter wurde Stanislav verurteilt die Kosten zu tragen und Strafe zu bezahlen. Nun nimmt er übel. Mir nimmt er vor allem übel, das ich die Story kannte und in der Kneipe erzählt habe.
Nun entsorgt er auf eine neue Art. Die Packungen landen im Hausmüll. Wieder überall verteilt, weil Müll ja Geld kostet und nicht seins kosten soll. Die Pillen sammelt er angeblich in gebrauchten Plastetüten und verteilt sie von Zeit zu Zeit auf die öffentlichen Mülltonnen in der Stadt. Hier ein Tütchen und da ein Tütchen. Er ist ein echtes Herzchen. Sollte ich ihn erwischen, kriegt er einen kräftigen Tritt.
Gestern kam er nun stolz wie Oscar in die Kneipe. Den Grund kannte ich schon. Er hat ein neues Auto. Einen Audi Q7, so eine Riesenschüssel. Dabei sind er und seine Frau alleine. Ich kenne auch niemanden der mit ihnen fahren würde. Das einzige Gelände das die kennen ist die Landstraße in Brandenburg. Selbst der Weg auf ihrem Grundstück dort, ist mit Beton ausgegossen. Ich mag das Auto und für meine Großfamilie mit Hund wäre die Möhre ganz in Ordnung, man könnte auch zwei Pferde damit zum Tunier fahren. Aber was will Stanislav damit.
Grinsend knallte er seinen Autoschlüssel neben mich und meinte dann so von unten nach oben herablassend: "Ich hab nen Q7." Ich grinste ihn freundlich und fragte: "Was sagt der Arzt? Ist das auch in deinem Alter noch heilbar?" Ich glaube wir sind ein Alter, mag sein er ist ein paar Tage älter. Er wurde noch herablassender, was witzig ist, denn nebeneinander sehen wir aus wie eine fette Dogge und ein halb verhungerter Rehpinscher. "Das ist mein neues Auto. Ein Audio Q7. 4,2 Liter Quattro, 350 PS. Eine Wucht!"
Er begann mir Spaß zu machen: "Wieso kaufste dir denn einen Quattro, bei euch beiden hätten doch zwei Sitze auch gereicht. Vielleicht hättest du sogar mal einen Parkplatz gefunden, in den selbst du einparken kannst."
"Du hast aber auch gar keine Ahnung von Autos. Quattro heißt das alle vier Reifen angetrieben sind. Damit kann ich unser Rennpferd auch alleine transportieren."
"Hmm. Meinst du wirklich, das sich das Pferd im Kofferraum oder auf der Rückbank wohlfühlt. Ich hab meine immer in Anhängern gefahren."
"Du willst mich wohl verarschen. Natürlich im Anhänger. Aber wenn wir demnächst an den großen Rennen teilnehmen, dann entfallen die Transportkosten."
"Ja klar ist ja auch billiger dein viertel Pferd bei dir auf den Hänger zu laden, und extra zu fahren, während die anderen mit dem Transporter gebracht werden. Sag mal welches Teil von dem Gaul, gehört denn noch mal dir? War das nicht der Arsch..."
"Du kannst auch nur lästern. Sieh ihn dir lieber mal an. Das ist was anderes als dein Gebrauchtschrott. Das ist richtig edel."
Das richtig edle Teil sah zweifelsohne nicht schlecht aus. Dummerweise war es nur quer über den gesamten Gehsteig geparkt. Kinder, Kinderwagen, alte Leute, alle mussten auf den Radfahrweg oder die Straße ausweichen, damit Stanislav sein edles Teil parken konnte. Ich sah die Straße auf und ab, während jemand Stanislav fragte ob das Ding keine Einparkhilfe habe. "Ja. natürlich hat es. Aber ich habe diese ganzen Hilfen erst mal abschalten lassen bis ich die Bedienungsanleitung gelesen habe. Hoff was suchst du eigentlich dauernd auf der Straße?"
"Och nichts. Ich frage mich nur wo du den Tankwagen geparkt hast, den du für das Möbel da brauchst. Was nimmt der? Über 30 Liter pro 50 Kilometer oder mehr?"
"Du Spinner keine sieben Liter. Was suchst du jetzt da hinten."
"Nichts, gar nichts. Ich überlege nur wie du ein Pferd ohne Anhängerkupplung mit einem Anhänger transportieren willst."
Er hastete zu mir. Am Arsch des Autos war nichts. Unser syrischer Autohändler schüttelte sich vor Lachen: "Da ist nix. Nicht mal eine Vorbereitung. Wahrscheinlich will er den Hänger anbinden oder mit Superkleber befestigen." Lachend ging die Truppe zurück ins Warme. Hier überschlug sich Stanislav fast. Er könne jederzeit alles nachrüsten lassen und selbst wenn er Benzin ohne Ende verbrauche, das sie doch egal. Wir hätten doch alle einen Ökospleen. Er glaube übrigens auch gar nicht, das die Menschen etwar mit er Erwärmung der Erde zu tun hätten. Das sei alles nur Erfindung und kluge Wissenschaftler hätten längst bewiesen, das alles rein natürlich sei.
"Klar!" grinste ich ihn an: "Alles reine Natur. Auch wenn wir Kohle, Öl und Gas die sich in Jahrmillionen gesammelt haben, in knapp 150 Jahren verbrauchen, dann ist das völlig natürlich. Ungefähr so natürlich wie deine Medikamente. Unsere Eltern haben noch aus Unwissenheit Scheiße gebaut. Wir wissen Bescheid. Wenn wir heute solch einen Blödsinn erzählen wie du, dann ist das entweder Dummheit, wie bei dir, oder die Leute sind einfach gekauft, wie deine Experten und ihre Propagandisten.".
Irgendwer gab Szenenapplaus und ein anderer meinte, das er doch sein Viertel von dem Gaul vor seinen neuen Wagen spannen solle, dann sei selbst die Karre umweltgerecht. Stanislav stand beleidigt auf, zahlte und ging zur Tür. Dort drehte er sich um, sah zu uns auf und quetschte sein letztes Wort an uns zwischen seinen Zähnen hindurch: "Ihr seid alles Ökostalinisten!. Dann verschwand er. Draussen kurvte er noch ein Weilchen mit seinem Auto auf dem Gehweg rum, um Riesenschiff wieder auf die Straße zu kriegen. Jeder vernünftige Mensch, hätte auf so ein Fahrzeug zumindest in der Stadt verzichtet. Auch auf dem Land gibt es sparsameres und sinnvolleres.
Wenigstens wissen wir jetzt das wir alle Stalinisten sind. Selbst der CDU-Mann, dem das nach den Wahlergebnissen nun doch wieder ein Lächeln entlocken konnte. Stanislav wird nur ein paar Tage brauchen bis er wieder kommt und uns neuen Spaß bereitet. Er ist unverwüstlich in seiner Gier nach Niederlagen.
Lachen mit Andrea Nahles
Der Tag fängt ja richtig gut an. Kaum bin ich über den einen Bockmist hinweg, kommt schon der nächste. Wieder mal geht es um die Zeit, diesmal aber um Pressemitteilung über ein Interview mit Andrea Nahles. Die gute Frau Nahles, die demnächst sicher auch noch Ehrenmitglied beim Seeheimer Kreis, den rechten CDU-Leuten in der SPD, werden wird, hat erheblich mit ihrer Wahrnehmung zu kämpfen:
Nahles: Nicht mit Existenz der Linkspartei abfinden
Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat ihre Partei davor gewarnt, sich mit einer dauerhaften Existenz der Linkspartei zu arrangieren. "Ich halte die Linkspartei im Westen immer noch für sehr instabil. Und ich bin sicher, dass die SPD viele ihrer Wähler erreichen kann. Interessanterweise sind das neben Rentnern und Arbeitslosen vor allem Wähler, die einen Denkzettel abgeben wollen, nach dem Motto: Die Linke hat keine Lösungen, spricht aber die richtigen Probleme an. Das ist ein Signal an die anderen Parteien, sich um diese Themen zu kümmern und im Gegensatz zur Linken auch Lösungen anzubieten.
Das ist gut. Die liebe Andrea will sich also nicht mit der Existenz der Linkspartei abfinden. Das kann ich als Berliner gut verstehen. Ich will die Osteeküste auch direkt hinter Frohnau haben und die Alpen sollen gleich an U-Bahn-Endhaltestelle in Mariendorf beginnen. Anstelle von Erkner hätte ich gerne das Mittelmeer. Aber anders als die liebe Frau Nahles muss ich mit Realitäten abfinden. Ich bekomme mein Geld nicht für Fantastereienund Hirngespinste.
Ich halte im übrigen unsere gesamten undemokratischen Parteien für instabil. Aber das was Frau Nahles da absondert, mag ihr zwar das Lob des zugewachsenen Oberyeti aus Palz einbringen, hat aber nicht mit der Wirklichkeit zu tun. Die SPD kann sich von der Linken abgrenzen solange sie will. Ich prophezeie der SPD stabile 18 Prozent im Westen. Nicht weil die Linke so toll wäre, sondern weil die SPD so mies und realitätsfremd ist.
Aber Spaß macht auch die Nahles. Selbst wenn die eine oder andere Träne bei dem Lachen ist.
Lachend in den Morgen
Nur jut das die Kaffeemaschine noch nicht durch war. Ich hätte glatt die Wand neu tapezieren müssen, als ich diesen Artikel von Franz Walter in der Zeit las. Natürlich ist Karnevalszeit, aber ob das die Leute in Hamburg wissen? Alleine der Titel und die ersten Zeilen haben die Qualität einer Büttenrede:
Kann Westerwelle den Scheel?
Walter Scheel führte die FDP einst zu neuen koalitionspolitischen Ufern. Hat auch der heutige Parteichef das Zeug dazu?
Man spürt es: Die deutsche Politik steht vor einem Gezeitenwechsel. Ampel, Jamaika, Rot-Rot-Grün – das alles sind unbekannte, schwierige, hochfragile Allianzen. Aber in einem sich auffächernden Parteiensystem wird man sich daran gewöhnen müssen, wenn man nicht für alle Zeiten Große Koalitionen will. Doch um solche Bündnisse zu basteln und dann machtpolitisch zusammenzuhalten, braucht man Mut, ja ein Stück Verwegenheit, Nerven wie Drahtseile, einen kalten Blick für Möglichkeiten und Chancen. Es ist keineswegs sicher, ob eine Politikerin oder ein Politiker 2008/2009 den Weitblick und die Courage für solche kühnen Rochaden und neue Formationen aufbringt.
Ich gebe es zu, ich habe erst einmal die Lautsprecher angemacht. Nicht das die da im Hintergrund einen Hallermarsch oder sowas spielen und mich nur verarschen wollen. Kein Sound. Nur Rauschen im Blätterwald. Hmm. Der Artikel kam schon gestern Abend. 17 Uhr 49 zu spät für den Mittagsalkohol und zu früh für den Abendsuff oder die Drogen. Der meint das ernst? Aeh. Der meint das wirklich ernst? Ich fass es nicht.
Ein deutscher Politiker im Jahre 2008 mit Mut, gar mit Verwegenheit. Wo will er den oder die denn hernehmen. Die müsste er sich erst einmal backen solche Leute. Weitblick und Courage will er auch noch. Der muss besoffen sein. Vielleicht meint er ausländische Politiker. Aber nein. Er spricht über Deutschland. Über unsere gekauften Singvögel. Bevor die eine eigene Idee haben, können die fliegen und legen Straußeneier. Deren Mut reicht gerade um ihre Wähler frech anzulügen und dann sofort die Taschen beim nächsten Lobbyisten aufzumachen.
Ich hab ja immer noch den Verdacht der Walter will uns veralbern. Ob der Guido den Scheel kann. Ich meine ich hab den Guido noch nie "Hoch auf dem gelben Wagen" singen gehört. Liegt wahrscheinlich daran, das ihn der Schwager gar nicht mit auf den Bock nehmen würde. Wer nimmt schon Guido mit, der noch bei Verstand ist. Dem winkt man ernst und freundlich zu und fährt weiter.
Nein ich werde nichts dazu sagen, was der Westerwelle kann. Ich will doch keine Beleidigungsklage. Obwohl das eigentlich ja mal ein Thema für eine Blogparade wäre. "Was kann Guido Westerwelle?". Könnte lustig werden. Wäre vermutlich die Blockparade mit den kürzesten Texten. Nach der Fragestellung in der Überschrift käme dann noch ein Wort und ein Ausrufezeichen, also ingsgesamt sieben Zeichen. Ja stimmt. "Nichts" hat sechs und das Ausrufezeichen wäre das siebente. Gut man könnte noch zwei Leerzeilen für die FDP an sich, anfügen.
Aber genug gelästert. Was mag die Zeit nur von Guido erwarten. Das er mit der SPD koaliert. Würde er ja. Aber in den meisten Bundesländern sind 38 Prozent einfach nicht ausreichend, um an die Macht zu kommen. Er würde ja tatsächlich mit allem koalieren, nur um an die Macht zu kommen. An seinem Willen liegt es nicht. Schon deshalb kann er den Scheel nicht, weil die anderen ihn nicht wollen und seine FDP auch nicht.
Mit dem Kaffee gab es dann doch noch ein Unglück und wieder ist die Zeit und der Franz Walter schuld:
Aber ob ausgerechnet Westerwelle in solchen Dimensionen zu denken, vor allem: zu handeln versteht? In den letzten Jahren war er – um noch einmal den historischen Vergleich zu bemühen - mehr der Erich Mende, der sich Ende der 1960er Jahre verbissen und zunehmend dogmatisch allein auf das Bündnis mit der Union fixierte. Als klar wurde, dass mit ihm ein Wandel im Liberalismus und in der Republik nicht zu machen war, wechselten die Freidemokraten ihre Parteispitze aus. Mende musste gehen, Scheel kam – und mit ihm eben die neue Koalitionsvariante.
Uns Guido als der schöne Erich. So wurde Mende nämlich damals überall genannt. Schön war der wirklich. Ein Bild von einem Mann. Heute würden böse Zungen sagen, das er dumm wie ein Stuhl war. Das wäre allerdings eine Beleidigung für jeden Stuhl. Ich hab die Bilder noch im Kopf wie der schöne Erich im Bundestag zum Rednerpult schritt. Ne was war der schön. Als sie ihn dann erledigt hatten, so ähnlich wie Guido den Wolfgang Gerhardt, der zwar nicht schön, aber schön fies und gemein war, sagte meine Mutter mit einem Seufzer: "Aber schön war er doch!" und mein Vater ergänzte trocken: "Ja, schön doof.". Dabei war mein Vater für die CDU und wusste genau, das mit Erichs Ende der Wechsel kam.
Der schöne Guido. Ne. Das geht nicht. Nicht mit dem Gesicht und dem spitzen Mündchen, das er immer macht wenn er sauer ist. Sieht immer aus wie ein Putenanus bei Durchfall. Das ist nicht schön. Die Anzüge sitzen. Sollten sie auch bei dem Preis. Vielleicht könnten sie da auch richtig sitzen. Aber Guido muss nicht schön sein. Er wird nämlich nicht gefeuert.
Die FDP muss den Guido behalten. Warum? Nun ganz einfach. Sie hat keinen Ersatz. Der Möllemann musste Fallschirmspringen und der Rest reicht nicht einmal für eine neue Folge der drei Hansel von der Geisterbahn. Da ist keiner der vorzeigbar wäre. Deshalb ist Guido außer Gefahr.
Wenn irgendjemand einen neuen Weg einschlägt, dann werden das die Grünen sein. Noch nicht 2009, da schämen sie sich noch. Aber danach, wenn die letzten Leute mit Moral im Ruhestand sind, dann werden die Grünen mit der CDU und der FDP koalieren. Das wird aber dem Guido und der FDP nichts nutzen. Die können sich dann in Richtung Grüne auflösen.
Auf jedenfall lese ich die Zeit jetzt morgens immer komplett vor dem Kaffee.
Wat is en Taliban?
"Wat is en Taliban? Da stelle mer uns janz dumm,
und da sage mer so: En Taliban, dat is ene jroße
bärtige Mann. Der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine
Loch, dat is der Mund mit dem er ständig betete. Und dat andere Loch, dat
is dat gleiche Loch, wie das, das bei uns immer bebt, wenn wir an den Taliban denken."
So hätte uns Lehrer Bommel in Die Feuerzangenbowle den Taliban erklären können. Bei unseren Medien und Politikern haben die Taliban in der linken Hand zusätzlich immer noch den Koran und in der rechten den Zündmechanismus, für den Sprengstoffgürtel. Wenn sie dann gerade nicht beten, rufen sie immer "Osama bin Laden" oder "Al Qaida".
Eben wie Lehrer Bomme,l nur sprachlich nicht so so schön. Allerdings brauchen wir Herrn Bommel nicht und den Wahnsinn unserer Politiker, erlebe ich lieber nüchtern, als mit der Feuerzangenbowle. Da trau ich mir nicht mal einen wenzegen Schlock zu. Den muss allerdings die hausinterne Kontrolle bei Springer zuviel gehabt haben, denn anders ist dieses Interview mit dem afghanischem Präsidenten Hamid Karsai nicht zu erklären. Da hat jemand absolut nicht aufgepasst. Karsai beklagt sich nicht nur über die ausländischen Angriffstruppen, er erklärt uns auch, was ein Taliban ist:
In ihrer ursprünglichen Form sind die Taliban Orthodoxe, keine Extremisten. Sie kennen keine Ideologie des Hasses gegen andere oder der Gewalt gegen andere. Ein Taliban ist eigentlich ein Student an einer religiösen Schule, der ein Gelehrter in Fragen der Religion werden will. Das ist kein Radikalismus. Radikalismus ist eine Sache der Motivation, von einem bestimmten Glauben getrieben. Leider ist dieser Radikalismus in den letzten drei Jahrzehnten von anderen als Werkzeug missbraucht worden, erst vom Westen, der im Konflikt mit der Sowjetunion die radikalen Elemente der Mudschaheddin unterstützt hat; dann wurde, worauf Benazir Bhutto hingewiesen hat, dieses Werkzeug im Sinne der strategischen Tiefe missbraucht. Deshalb ist es wichtig, zwischen den beiden Taliban zu unterscheiden.
Es ist ja anderer Stelle schon oft genug gesagt worden, aber so deutlich und so kurz und prägnant habe ich es vorher noch nie gehört. Aus ursprünglich harmlosen Leuten, wurden durch die CIA und das Pentagon Kampftruppen entwickelt, die zuerst dazu missbraucht wurden, die Sowjets zu bekämpfen, was ihnen auch erfolgreich gelang und die dann als Arm des pakistanischen Diktators Musharraf dazu dienten und noch dazu dienen, in Afghanistan für politische Instabilität zu sorgen. Musharraf ist natürlich wieder ein Kind der CIA und des US-Imperialismus.
Osama bin Laden, die Taliban, die real existierende Al Qaida und natürlich auch der, von den USA aufgebaute Popanz namen Al Quaida, sind alles Produkte der USA. Produkte der USA die jetzt, um bestimmte Warlords und Drogenbarone zu schützen, und ihren eigenen Kriminellen einen billigen Drogenimport zu sichern, ständig Zivilisten in Afghanistan tötet. Natürlich hätte sie uns gerne bei diesem Morden mit im Boot. Es darf keine Unschuldigen geben.
Das Pentagon hofft das die Deutschen wieder Spaß am Gemetzel bekommen und man dann all das Schlimme das noch kommen wird, zumindest mit auf deutsche Schultern verteilen kann. Die Interessen der USA sind dabei klar. Sie brauchen die ganze Gegend in Unruhe um in Ruhe Öl stehlen zu können und sie brauchen jede Menge Mitschuldige.
Wenn wir allerdings Hamid Karasai folgen, dann hat Afghanistan ganz andere Anforderungen. Zunächst braucht es Ruhe vor den pakistanischen Verbrechern die von den USA unterstützt werden Dann ist sein Forderungskatalog ziemlich einfach:
Mehr als alles andere brauchen wir Hilfe beim Aufbau unseres Humankapitals und unserer Institutionen, unserer Armee, unserer Polizei, unseres Beamtenapparates, unserer Richterschaft und so weiter. Wir müssen unseren institutionellen Standard heben. Auch wenn sich die Lage zuletzt verbessert hat, ist insbesondere die unabsichtliche Bombardierung afghanischer Zivilisten durch Nato- und US-Truppen schmerzhaft – wozu es kommt, weil es nicht genügend Bodentruppen gibt. Ich bin allerdings nicht sicher, ob die Entsendung weiterer Truppen die richtige Antwort wäre. Für uns findet der Krieg nicht hier, sondern anderswo statt. Deshalb sollte man sich auf die Zufluchtsstätten und Ausbildungslager konzentrieren. Afghanistan ist keine Zufluchtsstätte. Es war eine, aber wir haben es uns zurückgeholt.
Der Mann bettelt geradezu um Frieden. Und das in einem Springerblättchen. Natürlich wird er keinen Frieden bekommen. Solange Peter Struck in der SPD und in Deutschland noch etwas zu sagen hat, werden wir alles tun um afghanische Zivilisten zu ermorden und Drogenhändler zu schützen. Auch und gerade mit Waffengewalt. Von CDU und FDP braucht man nicht zu reden. Die waren schon immer dafür uns in jeden nur denkbaren Krieg zu treiben, damit sie sich an der Heimatfront austoben könne. Das bekannte Spiel. Warum die Grünen sich dafür auch kaufen ließen, ist mir nicht klar. Aber vielleicht sind sie einfach alt und korrupt geworden.
Karsai redet hier zu tauben Ohren. Seine Leute werden weiter gemetzelt. Auch wenn er versichert das Onkel Osama nicht in Afghanistan ist, wird ihm das nichts nützen. Die Amerikaner wissen sicher wo er ist. In ihren Computern steht er auf jeden Fall immer bereit, um, wann immer die amerikanische Politik es braucht, eine flammende Ansprache zu halten. Den einzigen Trost den man Karsai bieten kann, ist das wir in Deutschland sicher bald eine Revolution erleben werden. Danach kann man die Kriegstreiber hier vor Gericht stellen. Aber das macht weder die toten Afghanen noch die toten Deutschen Soldaten wieder lebendig. Es bleibt nur Rache. Das hat einen fahlen Geschmack. Ich wüsste aber nicht, wie es zu ändern wäre.
re:publica - Die Loge meutert
Nein, es ist nicht die Ehrenloge die meutert, es sind auch nicht Waldorf und Stettler, die vor allem auch über sich selber lachen konnten. Es sind die Herrschaften die mit einem Kissen unter den Armen am Fenster hängen und unter dieser ach so bösen Welt in Klein-Bloggersdorf und überhaupt leiden. Das Kissen verhindert Schwielen an den Armen und Schmerzen, die eventuell ein Nachdenken erlauben würden. Die Welt ist ja so schlecht. Natürlich nur die anderen:
Es sind die selben langweiligen Nasen, die man schon auf unzähligen Videos gesehen hat, die jeden Kongress, jedes Barcamp dieses Landes bevölkern, die immer und immer wieder das gleiche erzählen. Nichts gegen die Damen und Herren persönlich, ich kenne da keinen privat - doch, ich bitte Euch, bisher hat sich da noch niemand als kritischer Zeitgeist hervorgetan. Gegenseitiges Linkgeficke, gegenseitiges In-den-Himmel-loben, gegenseitig die Leser zuschubsen - genau das ist die Basis, auf der die ach so kritische und tolle Blogosphäre aufgebaut wurde.
..
Kurzum: Nichts, aber auch gar nichts Neues - alles wurde schon zig tausend Male durchdiskutiert. Einfach mal die Blogsuche Eurer Wahl anschmeißen. Am einfachsten lässt sich diese Einschätzung belegen, wenn man sich nur die Debatte rund ums Geld anschaut, die den Zusatz reloaded trägt. Wo ist die Innovation, wo ist der Blick in die Zukunft, wo ist the next big thing, wo ist zu sehen, dass Blogs nicht die selbe trübe und müde Masse sind, wie der Journalismus, der ja so gerne kritisiert wird? Wo ist die Begeisterung für das eigene Hobby, wo ist das Andere, wo ist das Begeisternde?
Also eins muss ich den Machern von re:publica auch ins Fahrtenbuch, oder heißt das Stammbuch schreiben. Selbstverständlich ist die Referentenliste ein Witz. Der wichtigste Mann der deutschen Blogszene fehlt. Ich. Aber das werden die sicher noch nachtragen. Außerdem habe ich noch keine kostenlosen Karten bekommen, was aber sicher auch noch geschehen wird.
Nein. Ich werde auch dieses Jahr kein Banner schalten. Das liegt weniger an re:publica als daran das ich keine Banner schalte. Selbst der Kram in meiner Fußzeile fliegt bei der nächsten Attacke von Arbeitswut. Ich werde vermutlich nicht einmal hingehen. Zum einen weil ich geizig bin, zum anderen weil ich so schon kaum Zeit für die Kids habe. Aber warum soll ich mich darüber aufregen, das andere ihren Spaß haben werden werden?
Ich kenne nur einen Bruchteil der Referenten wirklich. Einige Themen würden mich interessieren, andere bringen mich nur bei dem Gedanken an sie, zum einschlafen. Also ist der Kram wohl so ziemlich ausgewogen. Das ist schon mal viel, wie jeder weiß, der mal solch eine Konferenz gebastelt hat.
Ich gebe zu, das ich im Moment eh etwas wütend auf die beiden Zausel von F!XMBR bin, weil die nicht nur bei meinem Lieblingsthemen unfair berichten, sondern sich bei ihrer Zensur auch noch ziemlich dämlich anstellen. Das liegt aber daran, das sie selbst von BSD, das sie propagieren, keine Ahnung haben. Während sie noch mit mir meckerten das ich für frühe Tests von KDE 4 bin und erklärten das BSD das nicht machen wird und ich überhaupt doof sei, schrieben mir andere das sie längst an der Arbeit sind und einer sagte sogar, das es einfach der Zeitmangel sei, weshalb sie noch nicht weiter wären. Ich habe übrigens gerne recht.
Aber davon mal abgesehen. Warum muss sich jemand mitten in Klein-Bloggersdorf auf die Straße stellen und so ziemlich alle anpissen? Wenn die Robert Basic nicht leiden können, weil der ehrlich über die Möglichkeiten des Geldverdienens mit Blogs referiert, dann können die das doch sagen. Aber sie müssen vor lauter Mut selbst den Namen umschreiben. Ich mag ihn. Ich freue mich das er Geld damit verdient. Ich mache es trotzdem anders und gut ist es.
Natürlich gibt es auf dieser Referentenliste auch Leute die ich für übrig halte. Ja und? Mit solchen Leuten bin ich sogar verwandt, muss mich mit solchen Leuten aus gesellschaftlichen oder geschäftlichen Gründen treffen oder kann ihnen nicht ausweichen, weil mein dämlicher Dackel, ihre Dogge zum Knutschen findet. Das ist Leben.
Eine der Spielregeln von Leben ist, das man den anderen ihren Spaß gönnen muss, wenn man selber Anspruch auf eigenen Spaß haben will. Wem es aber nicht mehr um Spaß, sondern nur noch um Gemecker geht, der sollte sich solche Sätze zweimal überleben bevor er sie schreibt:
Wo ist die Begeisterung für das eigene Hobby, wo ist das Andere, wo ist das Begeisternde?
Denn solche Sätze, setzen eigene Begeisterung voraus. Damit ist aber nicht die Begeisterung gemeint, die einige daran haben, die Leistung und Haltung anderer, mit dem großen Hammer platt zu klopfen. Niemand zwingt euch Teil der Bloggerwelt zu sein. Werdet doch einfach Journalisten. Aber ich glaube das hatte ich schon mal gesagt.
Ein wahrer Held der Generalmajor Langheld
Stolz war unser deutsches Militär schon immer. Ich erinnere mich an eine Geschichte die mir mein Großvater erzählte. Er hatte bei irgendeinem Offizier als Ordonanz gedient und durfte jeden Morgen beobachten, wie der vor einem großen Ankleidespiegel stand und deklamierte:
Was ich bin, beweisen meine Sterne!
War ich kann, beweisen meine Kolbenringe!
Oh Mama, was hast du für einen stolzen Sohn!
Es liest sich nicht so gut, wie es mir mein Großvater vorspielte. Mit den Kolbenringen sind übrigens die Ärmelstreifen gemeint, die etwas über die dienstliche Verwendung aussagten.
Ich weiß nicht ob Generalmajor Wolf Langheld einen großen Ankleidespiegel hat und habe auch keine Ahnung ob seine Mutter stolz auf ihn ist. Aber ich glaube das seine Aussage gegenüber n-tv von genau jenem unglückseligen und voreiligem deutschen Militärstolz getrieben wird, der uns schon so oft in unser nationales Unglück stürzte:
Nach Auskunft des Kommandeurs der 1. Panzerdivision, Wolf Langheld, ist die Bundeswehr schon jetzt für die Entsendung einer schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force/QRF) gerüstet. "Wenn der Auftrag kommt, werden wir in der Lage sein, Soldaten mit der entsprechenden Ausbildung nach Afghanistan zu schicken", sagte Generalmajor Langheld beim Jahresempfang der Bundeswehr in Hannover. Dafür würden etwa 250 Soldaten zur Verfügung gestellt. Generell sei seine Panzerdivision "in der Lage, auch in einem hochintensiven Gefecht den Frieden auch mit Waffengewalt zu sichern".
Oh ja. Das hatte ich befürchtet. In der lage den Frieden mit Waffengewalt zu sichern. Für solche Aussagen war unser Militär immer gut. Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt. Leider sind wir jedesmal nach einer solchen Aussage brachialisch auf die Schnauze gefallen. Also nicht unsere Generalität, auch nicht die Majore und sonstigen Goldfasanen. Gefallen sind immer nur die einfachen Soldaten. So ein Held der fällt schon nicht. Der kämpft ja auch nicht mit der Waffe in der Hand, sondern mit dem Maul an der Heimatfront.
Ich weiß das unsere blutgeilen Abgeordneten diesen Feldzug wollen. Unsere Kinder sollen fallen, für das deutsche Kapital und amerikanische Interessen, aber nicht zuletzt auch zum Ruhme der deutschen Generäle. Das lässt sich nur verhindern, wenn wir die ganze Bande aus dem Land jagen. Dazu sind wir momentan noch zu schwach.
Es ist keine Ehre für solch eine Politik und Generalität zu fallen oder verwundet zu werden. Es ist noch nicht einmal gerechtferitgt diesen Krieg überhaupt zu führen. Während sich die kriegsgeilen Politiker bisher formal noch auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai berufen konnten, bricht ihnen diese Legitimationsbasis jetzt auch weg, wie dpa berichtet:
Karsai äußert sich skeptisch zu Entsendung weiterer Truppen
Berlin - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat sich skeptisch über die geplante Verstärkung der Präsenz ausländischer Truppen in seinem Land geäußert. „Für uns findet der Krieg nicht hier, sondern anderswo statt”, sagte er der Zeitung „Die Welt”. Die seit längerem erwartete Bitte der NATO nach Entsendung einer schnellen Eingreiftruppe ging gestern beim Verteidigungsministerium in Berlin ein. Damit steht die Bundeswehr vor ihrem ersten Einsatz mit einem Kampfverband für die NATO in Nordafghanistan.
Der verstärkte Einsatz von Truppen ist also spätestens jetzt auch offiziell ein Angriffskrieg der vom Völkerrecht verboten ist. Natürlich schert sich kein Politiker und kein General an Völkerrecht. Weshalb auch. Seit den Nürnberger Prozessen, sind die Täter doch nie mehr verurteilt worden. Selbst Den Haag ist mehr ein Witz, denn wirklich ein Instrument um Kriegsverbrecher zu bekämpfen.
Politische Auftraggeber und kommandierende Offiziere die jetzt noch unsere Söhne und Töchter und die afghanische Zivilbevölkerung umbringen wollen, haben keine Rechtfertigung und sind nichts anderes als Kriegsverbrecher. Bis auf die Linke handelt es sich um unser gesamtes politisches Spektrum, das kriegslüsternd schreit. Beim Militär ist diese Haltung scheinbar eine Voraussetzung um Karriere zu machen.
Den Namen Wolf Langheld, den sollten wir uns merken. Der hat ohne vernünftigen Grund die anderen freiwillig gemeldet. Er wird seinen Arsch retten. Das wissern wir alle. Wenn aber dann am Ende abgerechent wird, dann bin ich der Meinung das wir noch soviel Kugeln haben sollten, um uns bei ihm zu bedanken.
Nicht erschießen. Das schafft nur Märtyrer. Nehmen wir unsere besten Schüzen und jagen ihn über irgendeinen schlammigen Acker, bis ihm sein Angstschiß aus den Ohren rauskommt. Dann darf man ihm meinetwegen die Zähne mit dem Gewehrkolben ziehen. Vielleicht hört es dann auf, das irgendein verblendeter Offizier, seine Leute freiwillig als bereit meldet. Es ist schon schlimm genug wenn sie gehen müssten, weil wir wirklich irgendwo die Freheit oder das Leben von Menschen zu verteidigen hätten.
Politiker sind doof. Von einem in Friedenszeiten in Deutschland ausgebildeten Offizier erwarte, ich das er die unhaltbare Situation in Aghanistan einschätzen kann, oder ansonsten wenigstens die Schnauze hält und nicht noch Öl ins Feuer gießt. Aber das ist bei Wolf dem Langen Held wohl einfach zuviel verlangt. Er kotzt mich an.
Hans Ottomeyer: Hitler - Profiteur einer krassen Fehleinschätzung
Die Netzeitung springt auf den allgemeinen Adolfzug auf, um ein paar Klicks mehr zu erhaschen und lässt uns an den Erkenntnissen von Hans Ottomeyer dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums in Berlin teilhaben. Natürlich gibt es zu Adolfchen und seiner Zeit nicht mehr viel neues zu sagen, deshalb überfliegt man solche Texte normalerweise und heftet sie innerlich ab. Diesmal aber gibt es ein paar Sätze die man sich nochmals auf der Zunge zergehen lassen sollte:
Hinzu kam die «eigensüchtige Politik der verschiedenen Kabinette», so Ottomeyer. Die konservative Elite verfiel dem Glauben, die durch den Ende 1932 einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung geschwächten Nazis für sich instrumentalisieren zu können. In einer Hinterzimmer-Intrige installierten sie Hitler schließlich als Regierungschef: Hinter dem Rücken seines Nachfolgers Kurt von Schleicher schmiedete der zuvor als Kanzler gescheiterte Franz von Papen ein Bündnis mit Hitler und band darin die reaktionäre Deutschnationale Volkspartei (DNVP) und die nationalistische Organisation Stahlhelm ein. Er wollte die parlamentarische Demokratie aushebeln und ein quasi-monarchistisches Regime mit Reichspräsident von Hindenburg an der Spitze errichten.
..
Die braun gekleideten Scharfmacher gingen in allen Schichten der Bevölkerung auf Stimmenfang. Besonderen Zuspruch erhielten sie aber von Arbeitern, Angestellten und in weiten Teilen des Mittelstands, der den sozialen Abstieg fürchtete. «Selbst wer Arbeit hatte, war oft im Niedriglohnsegment beschäftigt», sagt Ottomeyer. «Es reichte kaum, um eine Familie durchzubringen. Die allgemeine Angst vor sozialem und wirtschaftlichem Abstieg wurde von links und rechts geschürt.»
Ich habe die Reihenfolge der Absätze umgekehrt, weil nur der Inhalt des ersten, den anderen überhaupt möglich machte.
Die eigensüchtige Politik der hinter unseren Regierungen und politischen Parteien stehenden neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Kräfte, ist darauf ausgerichtet, nicht nur den sozialen Konsenz dieser Republik aufzukündigen sondern auch die schon schwache parlamentarische Scheindemokratie durch eine Diktatur zu ersetzen.
Mittels Aufhebung der bürglichen Rechte, Umkehrung des Grundgesetzes, Umbau der Polizei und Armee und dem Einsatz der bewaffneten Armee im Inneren, soll jeder Widerstand beseitigt werden. Ob Leute wie Schäuble, Bosbach, Wiefelspütz und Struck mehr Handlanger oder wirkliche Akteure sind, lässt sich nicht feststellen. Mangels einer freien Presse gibt es auch keine Medienberichterstattung über die politischen Hintergründe mehr. Wir sind also schon weiter als Ottomeyer beschreibt.
Es geht allerdings noch niemand auf Stimmenfang. Obwohl Arbeiter, Angestellte, das Handwerk, wie überhaupt der gesamte Mittelstand und die unteren Teile der Oberschicht den sozialen Abstieg nicht mehr nur fürchten, sondern täglich erleben, ist die Stimmung noch ruhig. Es gibt keine politische Kraft, die dieses Dilemma für sich nutzen würde. Da allerdings der Druck, durch immer weitere Forderungen nach einem noch schnelleren sozialen Abstieg, immer stärker wird, ist damit zu rechnen das dies nicht so bleiben wird.
Dies gilt insbesondere deshalb, weil es nur noch Niedriglohnbereiche geben soll. Selbst für Wissenschaftler soll bei 30.000 Euro per Jahr eine Verdienstobergrenze eingezogen werden, da jedes Unternehmen, ab dieser Summe auch einen Ausländer für die gleiche Arbeit einstellen dürfen soll. Anders als bei Hitler wird es also schon sehr bald keinen Mittelstand und keine Oberschicht mehr geben. Selbst die Handlanger des Kaptials, wie Wirtschaftsforscher, z.B. das DIW, Banker und willige Journalisten werden schon ausgebootet, weil sie zu teuer sind.
Es ist absehbar, das am Ende nur maximal zehn Prozent der Gesamtbevölkerung von dieser Entwicklung profitieren werden, während der Rest gnadenlos verarmt. Unnötig zu sagen, das die meisten Profiteure auch wenn sie noch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, schon lange nicht mehr wirklich im Land wohnen. Also auch für Gegenmaßnahmen nicht mehr erreichbar sind. Die haben aus der Entwicklung unter Adolf gelernt. Kommt es so wie damals, machen sie ihre Gewinne, ohne das ihnen hinterher Schuld nachzuweisen sein wird.
Wir anderen können nur auf den großen Knall warten. Aber zumindest sind wir wieder einmal gewarnt worden. Niemand kann hinterher erzählen, er habe das alles nicht gewusst. Wann haben sie eigentlich das letzte Mal ihre Waffen geölt? Es könnte sein, das sie die bald brauchen.
Der Zaun in Zeit und Raum
Paderborn ist eigentlich wie Bielefeld. Nur viel lebloser und katholischer. Sieht man mal von den wenigen Jahren ab, in denen Heinz Nixdorf der Stadt so etwas wie Bedeutung verlieh, kennen wir Paderborn eigentlich nur aus der Steigerung von Schwarz.
Schwarz - Münster - Paderborn
Wahrlich keine Gegend für geistige Höhenflüge oder gar den Gedanken an Freiheit. Will man Paderborn schönreden, dann muss man einfach über Salzkotten sprechen. Gütersloh ist Provinz. Paderborn hat keine Chance Provinz zu werden. Wie leidenschaftlich haben wir leitenden oder leidenden Mitarbeiter von Nixdorf uns vor Besuchen in der Zentrale gedrückt. Selbst die Hallig Hooge wäre spannender gewesen.
Das liegt übrigens nicht an den Paderbornern. Die sind tapfer. Wer Paderborner Pilsner trinkt, muss tapfer sein. Die Paderborner sind auch weltoffen. Schließlich sind sie ja nicht schuld, wenn die Welt nicht nach Paderborn kommt. Dabei gibt es Flughafen und sogar breite Straßen. Es gibt übrigens auch hübsche Mädchen in Paderborn. Zumindest waren sie damals, als ich zwangsweise öfter da war, noch Mädchen. Heute dürften sie wie ich, langsam anfangen nach Schüppe zu riechen.
Ich nehm mir ja immer mal wieder vor in Paderborn zu halten. Aber wenn ich dann die Gelegenheit habe, denke ich an das Hotel im Zentrum. Irgendsoeine Kette. Nach einem Geier benannt. Das Zimmer war so klein, das ich mir beim Ausziehen des Hemdes fast den Arm gebrochen habe. Da wo ich Raum vermutete war Wand. Dummerweise war das die massivere. 5 mm Gipskarton, leider mit Strebe an der Stelle. Unfair war nur, wenn einer eine Frau mit aufs Zimmer nahm, oder eine Frau einen Mann. Ja das gabs auch zu meiner Zeit schon. Dann waren alle anderen live dabei, auf diesem Flur, dem darüber und dem darunter. Aber dabei sein, war in diesem Fall nicht alles. Es war eher frustrierend, wie man mir erzählte.
Also Paderborn. Das beste, habe ich immer gedacht, was denen passieren könnte, wenn deren Bischof zu den Muslimen übertritt oder eine 18 jährige Stripteasetänzerin heiratet. Nun hatte die rote Lola schon in meinem Zeiten keine 18-jährigen. Gut die waren auch nicht 80. Aber näher an der 80 als an der 18. Wer fährt auch schon von Berlin nach Paderborn um dort in einen Bums zu gehen. Gibts aber auch. Mich zum Beispiel.
Immer wenn die in Paderborn ansonsten schon die Bürgersteige hochgeklappt und die Häuser reingeholt hatten, also so um viertel vor zehn, dann wenn ich mich in Berlin gerade zum Ausgehen fertig machte, gab es in Paderborn nichts mehr. Entschuldigung Disco natürlich. Aber ich mochte meine Ohren schon damals. Außerdem habe ich auch von Musik keine Ahnung. Die ist nur Geräusch. Unnötiges Geräusch. Also fuhr ich zur roten Lola, keine Ahnung ob die wirklich so hieß, oder von uns nur den Spitznamen hatte. Da gab es Alkohol. Nicht mal teuer, auch ohne Damen. Natürlich auch mit Damen. Ist doch klar.
Essen. Essen war gut in Paderborn. Da sind sie eben echte Westfalen. Die wissen was auf einen Tisch gehört. Ehrlich klar und ein Steinhäger dazu. Natürlich fett. Fett ist Nervennahrung. Nein, mein heutiges Aussehen liegt nciht am westfälischen Essen. Das liegt am Berliner Schnellfraß und den Druckbetankungen. Paderborn ist da unschuldig. Ach ja. Wenn man Paderborn beschreiben will ist unschuldig ein tolles und richtiges Wort.
Vielleicht sollte ich jetzt mal zum Thema kommen. Na gut. Ich finde aber das Paderborn zum Thema gehört. Was mir in Paderborn sofort auffiel waren Zäune. Überall Zäune. Ums Werk, um die Zentrale, um jedes Haus ein Zaun. Überall. Ich als damals noch eingemauerter Berliner hatte vielleicht eine Zaunallergie. Aber ich kenne keine Stadt in der ich soviel Zäune wie in Paderborn gesehen habe. Teilweise auch schmerzhafte Zäune. Über ein oder zwei von diesen Dingern musste ich nämlich drüberhüpfen, als ein Ehemann unerwarteterweise zu früh nach Hause kam. Reisekostenabrechnungsabteilungen können ab und an doch überraschen.
Das hat meine Abneigung gegen Zäune noch verstärkt und meine Aufmerksamkeit geweckt. Als ich die ersten Pläne für den Umbau des alten AEG-Werkes in Berlin gesehen habe, war meine erste Frage, ob man nicht die einzelnen Parkplätze, auch noch mit Zäunen versehen kann. Die hatten überall welche eingeplant. Hohe, mittelhohe und kleine Zäune. So dackelhohe. Das war mal Mode. Da gabs auch in den Schrebergärten diese weißen kunststoffummantelten gebogenen Drahtzäunchen. Einmal mit dem Fuß draufgetreten, konnte man den Mist wegwerfen. Sah doof aus, hatte keinen Sinn und kostete viel Geld.
Die Hose die ich mir bei meinem Zaunjumping zerrissen hatte - der Hintern war schwerer als gedacht - ließ sich natürlich in Paderborn nicht flicken. Etwas ebenbürtiges auch nicht kaufen. Zum Glück hatte ich genug Anzughosen mit. Ich bin Sicherheitsfanatiker mit Breitarsch. Ich kaufe immer zwei Hosen zum Anzug, weil ich mehr mit dem Hintern, als dem Jackett arbeite.
Gut Zaun und unschuldig sind für mich fest mit Paderborn verbunden. Wenn aber die Paderborner so unschuldig sind, was ich nach wie vor nicht anzweifle, wofür brauchen die dann die vielen Zäune? Die Frage stellte ich mir schon damals. Allerdings habe ich sie damals nicht beantwortet. Ich hatte da mal eine Avonberaterin kennengelernt, was zwar nicht hier hin gehört, aber trotzdem nett war und mich in Paderborn auf andere Gedanken brachte, zumal die nicht wirklich unschuldig, aber dafür auch nicht aus Paderborn war.
Warum ich all das erzähle. Zum einen weil mir danach ist und zum anderen weil ich gestern folgende Meldung gelesen habe:
Die Überreste eines mittelalterlichen Gartenzauns haben Archäologen in der Innenstadt von Paderborn entdeckt.
Schlick und Modder eines früheren Teichs habe das fragile Holzgebilde 600 Jahre lang bis auf den heutigen Tag erhalten, teilte ein Sprecher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster mit. Ein Paderborner Handwerker des Spätmittelalters hatte den Gartenzaun aus bis zu 50 Zentimeter langen Holzpfosten gebaut, die mit dicht geflochtenen Weidenruten fest verbunden waren.
Zack da war alles wieder da. Paderborn und die Zäune. Mein Sprung über, dieselbigen, das reissen der Hose und die Bilder von all den vielen Zäunen. Bis zu diesem Artikel hatte ich auch noch Freunde in Paderborn, die mir lachend mitteilten, das der Zaun im Paderborner Kötterhagen gefunden wurde. Der Zaun der meiner Hose zum Verhängnis wurde, stand zwar nicht am Kötterhagen, dafür war die Dame deren Gatte so unplanmäßig auftauchte am Kötterhagen in Lohn und Brot. Was die Geschichte rund macht.
Schade es war schön Freunde in Paderborn zu haben. Aber wenigstens weiß ich jetzt warum die Paderborner so unschuldig sind. Wer seit 600 Jahren Gartenzäune baut, wird unschuldig. Soviel zerrissene Hosen kann sich niemand leisten. Der Zaun bildet eine Kultur. Nicht als physikalische Begrenzung sondern als metaphysische Grenze. Der Zaun erzeugt Unschuld.
Plötzlich verstehe ich die Welt. Das Grenzregime der DDR, die Chinesen und ihre Mauer, die Israelis die jetzt fleißig am mauern sind und unseren Innenminister Schäuble, der uns in seiner Dauerüberwachung einmauern will. Der Zaun als Garant für Unschuld. Es ist die Suche nach der endgültigen Unschuld, die uns ein- oder ausgrenzen lässt. Der Zaun ist ja nicht das trennende sondern eher das verbindende Element. Die gemeinsame Unschuldsgrenze.
Ich weiß nicht ob es da ein Grenzflimmern gibt. Hin- und herschwabbernde Unschuld. Aber es gibt sie die Kultur der Unschuld mit dem Zaun als Grundlage. Die Welt wird plötzlich begreifbar.
Nun aber genug gealbert. Sechshundert lange Jahre zäunen wir uns schon ein. Begrenzen uns. Nicht nur die Paderborner. Wir alle. Ist das nicht erschreckend? Zäune wirken doch nicht gegen andere. Gut gegen meine Hose haben sie gewirkt, aber nicht gegen mich. Ich verstehe Zäune um Schafe, Hunde, Rinder, Pferde. Um die Viecher selbst und andere vor ihnen zu schützen.
Aber ansonsten ist ein Zaun doch eher eine Fiktion als eine Realität. Das mit der Mauer rund um Berlin hat doch genauso wenig geklappt, wie mit der in China und die in Israel wird ebenfalls versagen. Mit einem Zaun kann man etwas einsperren, aber nichts aussperren.
Linuxtag 2008
Nur mal eine Frage. Weiß schon jemand ob die Pappnasen vom Linuxtag dieses Jahr wieder einen so trefflichen Schirmherren wie im vergangenen Jahr gefunden haben. Vielleicht lässt sich Wolfgang Schäuble ja noch toppen. Stalin ist allerdings schon tot und Suharto auch. Wiefelspütz wäre ja nur ein müder Abklatsch von Schäuble.
Josef Ackermann oder Nokia fallen mir spontan auch noch ein. Ich hab den Haufen zwar mal angeschrieben, aber so merkbefreit wie die im letzten Jahr reagiert haben, gehe ich davon aus, das die auch diesmal nicht reagieren. Die haben ja auch nicht gemerkt, das Schäuble für Microsoft steht. Weiß irgendwer schon etwas genaues über den diesjährigen Schirmherrn? Dann fahr ich in der Zeit wieder aufs Land, damit es mir nicht so schwer fällt auf den Linuxtag zu verzichten.
Kauder, Kauder und sein Dampfgeplauder
Nein, wir wissen nicht ob unser Volker schon am frühen Morgen betrunken war, als er folgendes Interview gegenüber der Frankfurter Rundschau auskotzte. Eigentlich müsste der Mann ja was vertragen können, schließlich wollte er ja mal als Kellner arbeiten, aber das war wohl auch mehr einer seiner zumindest machtrunkenen Träume, bar jeder Realität.
Jetzt haben sie zwei Wahlen vergeigt. Die eine in Niedersachsen, nicht ganz so schlimm und die in Hessen ganz kräftig. Natürlich lügt er sich aus beiden einen Gewinn. Was interessieren ihn die Wähler. Er ist Politiker dank seiner Partei. Die Wähler die können ihn noch nicht einmal. Er hat ganze andere Herren. Die haben ihm das Lied schon vorgesungen, das Lied das er nun singen muss. Es hat immer den gleichen alten dummen Text, aber er muss es ständig neu lernen. Also singen sie es ihm immer wieder vor. Wie jene alte Dame die vor ihrem Kanariengefängnis steht und bis fast zur Ohnmacht, "Mama ist lieb" mit der Lautstärke eines startenden Düsenjägers flüstert. Dabei will der Geier nur raus aus dem Käfig und Mama ist ihm schnurz piepe.
Der Volker aber fühlt sich wohl. Deshalb singt er das Lied seiner Herren, jenes garstige Lied wie es die
Perspektive 2010 und der Spiegelfechter so klar und deutlich beschreiben.
Gefangene Vögel singen von der Freiheit.
Freie Vögel fliegen
Der Volker will nicht fliegen und er will nicht frei sein. Er fühlt sich wohl in seiner Gefangenschaft. Hier ist er sicher. Er glaubt die Käfigstangen wären zu seinem Schutz angebracht und damit die anderen den gleichen Schutz genießen können, hat er für die alle markige Feststellungen und Ratschläge:
Zunächst kommt es auf das Wahlergebnis an. Das heißt: Roland Koch regiert und er hat einen Auftrag, die nächste Regierung zu bilden, denn die CDU liegt vor der SPD.
..
Roland Koch wird Ministerpräsident bleiben.
..
Unser Ziel ist eine Mehrheit von Union und FDP. Die SPD muss die Stimmen von den Linken zurückholen, wenn sie konkurrenzfähig bleiben will. Rechtsradikale haben bei beiden Wahlen keine Rolle gespielt. Die SPD muss links ihre Aufgabe erfüllen.
Äh. Ja. Die CDU veröffentlicht solch einen Schwachsinn auch noch stolz als Pressemitteilung. Vielleicht sollten die in den Parteizentralen ein Alkoholverbot aussprechen. Zumindest solange bis die alle ihren Sermon für die Medien geliefert haben. Das ist ja schon unappetitlich, wird aber die nächsten vier Wochen sicher so weitergehen.
Besonders gut finde ich es im übrigen das die SPD nun endlich eine Aufgabe hat. Sie muss die Stimmen von der Linken wegholen, damit die CDU mit der FDP regieren kann. Na schönen Schrank auch. Aber dem Beck kann man auch so was erzählen. Der wird die Ypsilanti schon mit dem Koch verkuppeln, damit der Kauder und der BDI glücklich sind und endlich die FDP regieren kann. Welch absonderliche Welt.
Würde ich nachts um drei der besten aller Lebensabschnittsgefährtinnen einen solchen Mist erzählen, müsste ich im Wohnzimmer auf der Couch schlafen. Würde ich sowas am frühen Morgen verbrechen, würde sie sofort den Arzt holen, weil ich dann krank sein müsste. So betrunken kann man frühmorgens gar nicht mehr sein.
Spiegel: Qualitätsjournalismus vom Allerfeinsten
Ich nehme den Spiegel ja schon lange nicht mehr ernst. Spiegelonline schafft es das Klopapier der Nation, die Bildzeitung, immer wieder locker zu unterbieten. Heute war Christoph Biermann am Werke. Ich lese einmal, ich lese zweimal. Das Ding ist gut:
Normalerweise ist es so, dass Verteidiger und Mittelfeldspieler die Bälle bereitstellen, aus denen die Stürmer dann Tore machen sollen. Daher ist es auch normal, dass die Stürmer viele Bälle zugespielt bekommen und nur wenige abspielen, bei Verteidigern ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Auch Mittelfeldspieler verteilen normalerweise mehr Bälle als sie bekommen.
Häh? Wie bitte? Da verteilt ein Mittelspieler mehr Bälle als er bekommt. Das erinnert doch stark an Jesus und die Sache mit den Broten und den Fischen, die nicht alle wurden. Ich geb ja zu der FC Bayern ist etwas besonderes, aber das die nun das Perpetuum Mobile erfunden haben und mehr Bälle weiterleiten als sie gekriegt haben, das war mir neu.
Ich selber produziere ja oft genug unglückliche Sätze in diesem Blog. Aber ich behaupte ja auch nicht ein Qualitätsjournalist zu sein, ich wäre sogar beleidigt wenn mich wer als Journalist beschimpft. Ich bin nur ein Blogger, ich darf blöd formulieren, wenn ich es denn nicht anders kann.
Aber Christoph Biermann hatte heute keinen guten Tag. Zumindest nicht für einen Qualitätsjournalisten. Aber mir hat er Spaß gemacht. Bevor übrigens jemand schreit. Ich weiß was er sagen wollte, freue mich nur darüber wie kompliziert er es nicht gesagt hat.
von der Leyen: Zensur statt Wahrheit
Mutter Ursula vom Orden der nutzlosen Keksbräute hat augenscheinlich genug davon die Besserverdienenden mit Ferkelprämien zu beglücken, oder nachzuprüfen ob die Kekse ihrer Kindheit immer noch zweiundfünfzig Zähne haben. Nein nun möchte sie ein Ferkel schlachten. "Wo bitte geht's zu Gott?" darf das kleine Ferkel nicht mehr fragen.
Zumindest sollen die Kinder die allzuwahren Antworten die das kleine Ferkel bekommt, nicht kennen dürfen. Ursula von der Leyen und ihr unglückliches Ministerium will dieses Buch nämlich auf dem Index für jugendgefährdende Schriften haben. Kinder müssen von den Kirchen über Gott belogen werden, bis sie so weit indoktriniert sind, das jeder Pope sich an ihnen vergehen kann, ohne das sie sich wehren.
Ich finde das Frau von der Leyern auf den Index gehört. Sie und ihr Ministerium sind nicht in der Lage auch nur eines der überall anstehenden Probleme von Kindern und Familien zu lösen. Ja schlimmer noch beide sind nicht interessiert. Aber für Zensur und die Besserverdienenden da ist die Olle immer unterwegs.
Ach ja. Natürlich wird das Buch indiziert werden. Ist doch logisch. Wenn dieses Land Politiker wie Frau von der Leyen vertragen soll, dann verträgt es eben keine aufgeklärten Kinder. Solche Pflanzen wie sie und ihr Vater können nur dort gedeihen, wo der Geist künstlich bedrängt wird. Eine Welt der 52 Zähne eben.
Ich mag zwar Bahlsen, aber immer wenn ich an Albrecht und seine Tochter denke, kaufe ich andere Marken. Dabei kann Bahlsen direkt ja nichts dafür, das die so sind, wie sie sind. Kalt, neoliberal, verantwortungslos und raffgierig wären die wahrscheinlich auch ohne die Kekse.
4. Der Experte
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt
explodiert, wird die Stimme eines Experten sein,
der sagt: 'Das ist technisch unmöglich!'
Sir Peter Ustinov
9.Februar 2003 Wien 10 Uhr 15
Rokitansky fuchtelte mit dem Skalpell herum, wischte es dann an der blutverschmierten Schürze ab. Tschikowski hielt ein Tempotaschentuch vor sein fahlgrünes Gesicht.
Der Gerichtsmediziner dozierte: „Die Tote ist eindeutig vergewaltigt und während der Ejakulation erdrosselt worden.“ Er stellte seine Kaffeetasse neben den Leichnam der Marai, „Und jetzt werde ich die Spermareste herausholen für die DNA ...“
Tschikowski rannte würgend hinaus.
„Was hat er denn?“ Rokitansky streifte den Spatel in ein Glasröhrchen.
„Wann gibt’s das Ergebnis?“, fragte Huber und wich einen unmerklichen Schritt zurück, als der Professor die geöffnete Bauchdecke auseinanderklappte.
„In anderen Umständen war sie jedenfalls nicht ... achso, das kannst morgen Abend haben, Huber.“
Draußen kam eben Tschikowski aus dem Klo, als der Hauptkommissar auf den Gang der Gerichtsmedizin trat. „Was du in letzter Zeit zusammenspeibst. Bist schwanger?“, sagte er, verkniff sich ein Grinsen, der Kerl sah zum Fürchten schlecht aus. Hubers Handy klingelte.
„Pass auf Hubsi, ich lauf jetzt schnell zur Albertina, weil ich eh auf der Kärntnerstraße bin, vielleicht wissen die ja schon was wegen dem Renoir.“
„Was keuchst denn so, Helga?“
„Na, ich laufe zwischen Touristenhorden durch. Furchtbar, lauter Italiener, als ob der Fasching in Wien so toll wär ...“
„Ruf mich an, wenn du die Expertise hast.“
„Hubsi, du musst dort anrufen, damit die mir überhaupt eine Auskunft geben, verstehst? Ich bin nicht mehr bei der Polizei, vergessen?“
Helga bog in die Quergasse zwischen der Staatsoper und dem Hotel Sacher ein, froh, dem Trubel der Kärntner Straße zu entkommen. Immer noch erschrak sie, wenn sie die Blechkonstruktion des Architekten Hollein über der altehrwürdigen Albertina betrachtet, in der eine der weltweit größten Graphiksammlungen und das Filmmuseum untergebracht waren. „Wie kann man nur“, murmelte sie ob der Geschmacklosigkeit. Während sie den Albertinaplatz überquerte, fiel ihr Blick auf das Mahnmahl gegen Faschismus.
„Raue Kunst von Alfred Hrdlitzka, er drückt aus, was ich fühle“, sagte Drago einmal zu ihr. Helga wusste, nach dem Geigenunterricht, der in der Nähe stattfand, kam er oft hierher und betete.
„Ausweis“, sagte der Portier.
„Ich bin angemeldet. Vom Hauptkommissar Franz Huber.“
„Das kann jeder sagen. Beweise?“ Der ältliche Mann beugte sich ein Stück über die Glaswand, hinter der er thronte. „Sind Sie von der Polizei?“
Helga zückte das Handy und löste damit den weltweit bekannten Portiersreflex aus.
„Man wird doch noch mal fragen dürfen! Da könnte ja jeder kommen. Und überhaupt. Zweites Untergeschoss Raum U2-314. Nehmen’S die Treppe, für die Fahrstühle brauchen Sie einen Schlüssel.“
Helga kümmerte sich nicht weiter um den begnadeten Wächter und stürmte durch die Tür, bevor der hinterhältige Summer wieder erlosch.
Dahinter im Treppenhaus umfing sie Düsternis einer mittelalterlichen Gruft und ein Geruch, als ob Desinfektionsmittel den Gestank der Kadaver in den Kerkern zu übertönen versuchten. Tapfer hielt sie bis zur Tür vom zweiten Untergeschoss durch. Sie war versperrt. Eine genaue Analyse des Bereiches um den Türrahmen ergab dort einen Schalter, der früher geleuchtet hatte und damals den Begriff Türöffner verkündete. Sie drückte darauf. Es ertönte ein Summen, das endete, als sie den Türgriff erreichte. Es folgte eine Reihe von Versuchen, mit der einen Hand den Knopf und der anderen den Türgriff zu bedienen. Zum Schluss trat sie mit dem Fuß auf den Öffner und riss gleichzeitig die Tür auf. Nun verstand sie auch, weshalb das Licht an dem Schalter aus war.
Hinter der Tür stand ein sehr erstaunt blickender weißbekittelter Jüngling: „Wie haben Sie das denn geschafft? Bisher ist noch niemand allein aus dem Treppenhaus herausgekommen. Die meisten sind aufgefallen, weil sie nach Stunden die Fluchttür zum Dach öffneten. Die hängt an der Alarmanlage. Sie sind bestimmt Frau Huber wegen dem Renoir? Ich bin Dr. Pollanz, folgen Sie mir einfach.“
Er eilte mit Riesenschritten vor ihr her, sein Kittel stand nach hinten ab zeigte einen knackigen Hintern in engen Jeans. Sie stürmten in ein Labor, an dessen Breitseite der Renoir im Licht vieler Lampen hing.
Helga, die noch geblendet von der Helligkeit an der Tür verharrte, wurde vom Jüngling umfasst, der sie vorwärts zog, um mit ihr im Arm eine Art Kratzfuß vor dem Bild machte: „Darf ich vorstellen, der Stockholmer Renoir, Frau Huber. Frau Huber, der Stockholmer Renoir.“ Dann grinste er Helga breit an und ergriff ihre Hände. „Mensch, das ist mal eine Klasse Ermittlungsleistung. Das Bild hatten wir alle längst verloren gegeben. Denn immer, wenn es keine Lösegeldforderungen gibt, wird das Bild im Auftrag eines Sammlers gestohlen und verschwindet in dessen Sammlung. Wir sehen das Diebsgut höchstens wieder, wenn dumme Erben es versteigern wollen. Ich bin so glücklich.“
Helga entzog ihm ihre Hände nicht, sein Griff war fest und trocken. Die Euphorie des Experten begann auf sie einzuwirken: „Sie sind ganz sicher, dass, das Bild echt ist?“
„Aber ja. Wir haben alle Tests gemacht, die möglich sind, ohne Zerstörungen anzurichten. Farbe, Leinwand, Holz des Rahmens, Maltechnik, Art der Bespannung, alles stimmt. Selbst die kleinen Ungereimtheiten, die sonst immer übrig bleiben fehlen.“
„Welche Ungereimtheiten?“ Helga vergrößerte ein wenig die Distanz, die sich unmerklich verringert hatte.
„Nun ja, Ausbesserungen und zu alte Leinwand, weil der Künstler aus Geldmangel eine gebrauchte übermalte, starke Übermalungen an sich. Alles Dinge, die eine Expertise in Frage stellen können. Aber ich kann Sie beruhigen, hier ist nichts. Alles stimmt. Sobald der entsprechende Gerichtsbeschluss erwirkt worden ist, kann das Bild wieder zurück nach Stockholm. Vielleicht mache ich ja mal da Urlaub und besuche es.“
Helga ertappte sich erst beim Flirten als sie sich sagen hört: „Ich bringe das Bild persönlich nach Stockholm ...“ Ihre Wimpern klimperten. Sogleich schlug sie die Augen nieder. Zu spät, denn Dr. Pollanz ergriff ihre Hand und gurgelte: „Da muss ich gleich meinen Urlaub in der Verwaltung bekannt geben ...“
Gerade überlegte Helga, wie sie die Hand zurückbekommen könnte – Pollanz schickte sich an, einen Kuss darauf zu drücken, da ertönte ein Kampfschrei und die Tür wurde mit einem Tritt geöffnet.
„Hubsi!“ Helga errötete.
Als sie am Mahnmal Richtung Kapuzinergruft vorbeigingen, fing Helga Drago auf, der versunken davor stand, den Geigenkasten an die Brust gepresst. Zu Dritt passierten sie den Graben bis zur Pestsäule. Dort blieb Huber abrupt stehen. „Wenn Tatijana Iwanowna Kroptkin Morgen nach Wien kommt, müssen wir sie mit Dr. Pollanz kurzschließen, er kann ihr am Besten den Renoir aushändigen.“
Drago bemerkte, dass Helga bei der Erwähnung des jungen Experten rot anlief. Ernst musterte er sie. Schnell hängte sie sich bei ihm ein. „Komm, mein Schatz, machen wir Feierabend, ich brauche ein Bad.“
Drago schien die Starre aus dem Blick zu verlieren und drückte Helga an sich.
„Bis Morgen, Hubsi“, sagte das Paar im Duett und trollte sich.
Huber ging in die Dorotheergasse und kehrte bei Trzesniewski ein, um ein paar der „Beliebtesten Brötchen seit 100 Jahren in Wien“, wie über der schmalen Tür stand, zu genießen, kombiniert mit einem Pfiff Bier.
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Noch einmal Nokia und Trolltech
Diesmal aber mit Zahlen, die zumindest mir, vorher so nicht bewusst waren. Scott Wheeler der sich selbst nicht als ausgesprochenen Finanzmarktexperten sieht, hat ein paar interessante Zahlen zusammengestellt:
Trolltech has been publicly traded since the middle of 2006, which means that they've been issuing performance reports. The first thing that hit me when I started sifting through them was to note that Trolltech has been losing money for the last three years. Looking over to the stock market, when they went public there was a fixed share price of €2. A year and a half later they're worth about half that. Nokia, interestingly, agreed to pay double the market rate for the shares (incidentally, exactly the same price as the IPO). Trolltech has around 50 million shares, with about 17m held by board members (mostly the two cofounders), 14.5m by investment firms and 8.5m on the market. (I didn't find documentation for the other 10. This may be related to the 50 million being a current figure and the last report of share holdings being from the end of 2006.) Trolltech's total revenue is around €25 million. Total losses were around €6 million for the last couple of years. Total cash on hand at this point is around €13 million. They've got around 250 employees worldwide.
..
There are reasons that a company will budget to run at a loss for a period of time to try to grow the business. Some of this was probably intentional. However, given the consistently decreasing stock prices, it seems that at least investors were not wholly convinced that it would bounce back to profitability in a timely manner. Revenue has been growing at a pretty consistent 40%, but in 2005 and 2006 costs doubled. Things leveled out a bit as of the third quarter of 2007, they'd only increased by 30% relative to the previous year. In a nutshell, Trolltech was hardly in the toilet, but performance wasn't great either.
Den Trollen sind also die Kosten aus dem Ruder gelaufen, ohne das sie sich dafür wirklich mehr Marktanteil hätten kaufen können. Das macht den Verkauf verständlich. Nun hätte es ja ein Menge möglicher Interessenten geben können, warum also gerade Nokia.
Scott Wheeler sieht den Grund nicht darin, das die Trolle ein Profitcenter innerhalb von Nokia werden können, er weist vielmehr darauf hin, das anders als Novell beim SuSe und Ximian Deal, Nokia kaum eine Last zu schultern hat und Gewinne und Verluste der Trolle kaum eine meßbare Größe im Vergleich darstellen. Das ganze betrifft also eher die Portokasse. Der Hauptgrund für den Kauf liegt für ihn an anderer Stelle:
Qtopia could become their answer to Android, Trolltech might become their WebKit gurus, who knows. Nokia may even have a few ideas they're planning to try out to see how to integrate Trolltech's technology into the company and keep the ones that work, and write off the others.
Genau darauf dürfte es hinauslaufen. Nokia nimmt sich die wenigen Teile die sie brauchen und machen den Rest gnadenlos dicht, nicht ohne dem OpenSourceBereich soviel Steine wie möglich in den Weg zu legen, weil das einfach die Art von Nokia ist. Die hinterlassen gerne verbrannte Erde.
Etwas positiver sieht das Aaron Seigo was ich aber eher nicht der Tatsache zuschreibe das er von Trolltech bezahlter KDE Entwickler ist, sondern seiner Sachkenntnis:
Change always caries some measure of doubt and cause for concern: we know the present and so if the future is similar to the present we feel we have a good understanding of the future, but when the future is being adjusted we lose that "tomorrow will be just like today" shortcut. In spite of this, many (though certainly not all) changes are good. So, is this a good thing for KDE, Qt, Trolltech, etc?
First, we don't have all the answers. There are still many things to work out over the coming months between all the parties involved. Nokia and Trolltech were nice enough to invite me into the conversation recently so as to ensure that KDE's interests, needs and positions are both heard and taken into consideration.
..
Over the coming months we'll all be working together to figure out all the details. I'd be happy to hear the input, thoughts, concerns, etc from people in the KDE community over this. If I don't have the answers, I'll do my best to find them.
Es gibt Veränderungen die einem Hoffnung machen und Veränderungen die einem Hoffnung nehmen. Für mich ist eine Verbindung zu Nokia nichts was Hoffnung macht. Ich gehe davon aus das der Schockwellenreiter recht behalten wird:
Von Norwegen nach Rumänien?
Nokia kauft Trolltech und wird sicher bald alle Entwickler feuern und Qt in Rumänien weiterentwickeln lassen. Was das für KDE bedeutet, kann ich nicht einschätzen. Aber Nokia traue ich nicht (mehr) über den Weg
Ich traue denen alles zu und plädiere dafür sich rechtzeitig von Trolltech zu lösen und auf eigenen Füßen weiterzumachen. Auch wenn das viel Arbeit und vor allem Zeit kosten wird. Nokia hat in Bochum gelogen, Nokia lügt jetzt bei den Trollen. Da ist nichts Gutes zu erwarten. Deshalb besser ein Ende mit Schrecken.
Chancengleichheit
Hallo Kollege Huber, was verschafft mir die Ehre ihres Anrufes.
Ja ich verstehe. Immer dieser Paul. Wir haben da ja auch schon diese Vorbelastungen. Nein, lassen sie nur Herr Kollege man muss es ja mal sagen. Wir können da einfach keine Ausnahme machen. Für niemanden. Ich bin da für ein hartes Durchgreifen. Schließlich müssen wir den anderen Schülern und deren Eltern gegenüber unserer Verantwortung gerecht werden.
Nein, Herr Kollege wir sollten den Fall ganz nüchtern angehen. Alle Grenzen sind schon lange überschritten. Ein Schulverweis ist die einzig konsequente Antwort unsererseits. Der Paul hat sich einfach zuviel geleistet. Ich bin da völlig ihrer Meinung.
Nein, nein wir müssen alle Kinder gleich behandeln. Unabhängig von der Herkunft und dem gesellschaftlichen Rang der Eltern. Ich nenne das konsequente Fairness. Nein Herr Kollege, davon lasse ich mich nicht mehr abbringen. Jetzt werden die Konsequenzen sofort gezogen.
Was? Ob ich Dr. Huber, die schlechte Nachricht ...
Ach soooo. Diesen Paul meinen sie. Herr Kollege schießen sie da nicht etwas über das Ziel hinaus. Ich meine der Paul Schrader ist doch der viel schlimmere Fall. Und dann dieses Elternhaus. Hartz IV. Die kommen doch eh nie wieder hoch. Liegen uns ständig auf der Tasche. Was soll der Junge da mit Abitur.
Ja richtig, der Paul Huber hat anderen Kindern Dinge unter Einsatz seiner körperlichen Mittel weggenommen. Aber muss man das Diebstahl nennen und gleich von Gewalt reden. Er ist halt ein ungestümer Jüngling und Dr. Huber ist im Stadtrat. Wir müssen ja doch irgendwie die Kirche im Dorf lassen.
Nein natürlich nicht. Die Regeln gelten für alle. Aber was sie da als versuchte Vergewaltigung bezeichnen, dann ist doch schlimmstensfalls pubertäre Neugier. Ja. Auch ich weiß das es kein Einzelfall ist. Aber das Subsumieren von Einzelfällen schafft doch auch keine neuen Tatbestände. Das wächst sich aus. Denken sie doch mal an den Vater. Der war früher auch ein Draufgänger und sein Vater auch. Landsknecht werde hart. Noch die gute alte deutsche Schule.
Das er die Referendarin Frau Meyer umgestoßen und geschlagen hat. Natürlich kenne ich den Vorgang. Er wird auch nicht bemerkenswerter dadurch, das sie ihn Vorfall nennen. Die Dame, die sich darum bemüht vielleicht einmal Kollegin zu werden, was ich im übrigen nicht begrüßen würde, hat einfach überreagiert und ihm doch praktisch keinen Ausweg gelassen. Sie hatte schließlich Nachsitzen angeordnet, obwohl Paul mit seinem Vater in den Tennisclub wollte. Da muss man doch mehr Augenmaß beweisen.
Natürlich behandeln wir alle Kinder gleich. Das heißt aber doch nicht, das wir sie alle über einen Kamm scheren müssen. Wir sind doch auch der Individualität gegenüber verantwortlich. Dem persönlichen Entwicklungstand auf der vorhersagbaren Entwicklungslinie. Da hat Paul Huber doch alle positiven Merkmale vorzuweisen.
Nein. Nein Herr Kollege. Schlagen sie sich das aus dem Kopf. Hier gibt es keinen Anlass für irgendwelche Maßnahmen. Was heißt überhaupt er hat ein Messer in der Hand gehalten. Vielleicht wollte er einen Apfel schälen. Ich bin nicht bereit an meiner Schule etwas derartig aufzubauschen. Ich werde jetzt umgehend mit Herrn Dr. Huber reden und sie sind gut beraten, wenn sie die Aufregung etwas zurückfahren und auf das angeblich verletzte Kind und dessen Eltern einwirken. Sorgen sie mir dafür das wieder Ruhe einkehrt. Erwähnen sie die Noten. Dafür sind sie ja schließlich Lehrer geworden.
Ach ja und wenn dieser Paul Schrader auffällig wird, dann dürfen sie ihr Exempel statuieren. Auch für ein Exempel muss man die richtige Person auswählen. Aber sie sind ja noch jung Herr Kollege, sie lernen das schon noch und schicken sie den jungen Huber nach Hause. Der hat Aufregung genug gehabt.
Lachend in den Morgen
Die arme Katja hat manchmal wirklich einen Scheiß-Job. Aber das Ding, das ihr gestern mit der angehenden Betriebswirtin passiert ist, schlägt alles was ich bisher von ihr gelesen habe.
Ich könnte mich wegschmeißen vor Lachen. Wenn das Deutschlands Zukunft ist, dann lebte ich in einer goldenen Zeit.
Die Herren von der FDP bitte mal zur Drogenkontrolle
Bei jeder anderen Partei hätte ich ja lauthals gefragt, wer denen den ins Hirn geschissen hat. Aber bei der FDP bin ich da vorsichtiger. Nicht weil das eine Partei von Anwälten ist, das sind die anderen auch. Ich will die nur nicht dadurch beleidigen, das ich einfach mal so annehme, in der FDP sei Hirn vorhanden.
Auch wenn das hessische Brathähnchen, das mit Sicherheit kein Goldbroiler ist, sondern aus einer FDP eigenen Schnellmast zu stammen scheint, also auch wenn dieser Herr Hahn, mir immer wieder per Pressemitteilung mitteilt, das die FDP keine Umfallerpartei ist, so weiß ich es besser. Die sind damals mit ihrem Großohrenzombie, dem Genschman, so was von umgefallen, das die Erde bis heute noch davon zittert. Kaum hatten sie die Chance ihren Arsch in die Sicherheit von neuen Regierungsämtern zu bringen, da fielen sie auch schon wie ein Mann um.
Die anderen Parteien seien zu weit von den Vorstellungen der Liberalen entfernt, als das sich genügend „Schnittmengen für eine Regierungsbildung“ finden ließen. "Wir sind nicht das Ersatzrad für Rot-Grün", betonte Hahn am Wahlabend.
verlautbarte die Nichtumfallerparteii noch heute Nachmittag um 14 Uhr19.
Was aber interessiert die FDP ihr Geschwätz von gerade eben. Geht es doch um wichtige Dinge. Nämlich um die Teilhabe an der Macht, Dienstwagen, Bestechungsgelder, eben all das schöne im Leben eines Politikers. So ist es auch nicht verwunderlich, das sie dann ein paar Gemeinsamkeiten mit den Grünen findet. dpa meldet um 15 Uhr 18:
FDP geschlossen gegen Ampel in Hessen
Berlin (dpa) - Die FDP-Spitze unterstützt einstimmig den Kurs der hessischen Liberalen gegen eine Ampel-Koalition mit der SPD. Parteichef Guido Westerwelle und der hessische FDP-Vorsitzende Jörg- Uwe Hahn sandten zugleich Signale an die Grünen. Sie müssten für eine Zusammenarbeit mit Union und FDP in Hessen aber zentrale Wahlkampf- Forderungen etwa zum Frankfurter Flughafen räumen. Für die FDP sei es „staatsbürgerliche Pflicht”, ihre Zusagen vor der Wahl für ein Bündnis mit der CDU auch zu halten.
Der ist gut. Ich hör das Hähnchen förmlich betteln: "Gebt mir ein Amt, ach gebt mir ein Amt. Ich falle auchum, wohin ihr wollt."
Noch schöner aber ist, das die Grünen ihre Wahlkampfaussagen vergessen sollen, damit die FDP ihre aus "staatsbürgerlich Pflicht" einhalten könne. Das Ding finde ich noch viel besser. Denen kann keiner ins Gehirn geschissen haben. Die sind schon so geboren. Man könnte das freche Dummdreistigkeit nennen, aber das trifft es nicht. Bei der FDP handelt es sich um Neoliberale. Die sind von Natur aus so. Unfair, verantwortungslos, unsozial, raffgierig und vor allem so blöd, sich an ihrem eigenen Geschwätz zu berauschen.
Ach wenn es nur nicht so traurig wäre, weil wir für diese Vögel auch noch den Unterhalt bezahlen müssen, dann könnte man die glatt als eine Art BigBrother in der freien Natur interpretieren. Obwohl? War das Niveau bei BigBrother wirklich so tief. Ich meine so echt unterflurig? Viertes Tiefgeschoß? Ich weiß es nicht, dazu habe ich nicht genug gesehen. Ins Dschungelcamp können die auf jeden Fall nicht. Nicht weil die sich vor irgendtetwas ekeln könnten. Nein da besteht keine Gefahr. Aber im Dschugelcamp mussten zehn Regeln eingehalten werden. "Zsssseeeeehhhhhn" wie Herr Bach meinten. Das sind leider elf zu viel für die FDP. Eigentlich schade. Die Kakerlaken hätten sich bei der Truppe vermutlich tot gelacht.
KDE Niggelichkeiten I
Hier geht es um nicht große Dinge. Sondern vor allem um Kleinigkeiten, eben Niggelichkeiten, die zwar im Netz schon tausend mal beschrieben sind, aber immer wieder an mich herangetragen werden.
Der Monitor ist zu klein
Unter bestimmten Bedingungen, vor allem bei alten NVIDIA Grafikkarten geht das Bild manchmal über den rechten Bildrand hinaus und taucht dann mit seinem Rest, links wieder auf. Das gleiche kann auch nach unten passieren. Das ist ein Fehler der sich durch die ständige Anpassung des nv Treibers eingeschlichen hat, der heute einfach zuviele unterschiedliche Karten mit noch mehr Monitiorkombinationen können muss. Abhilfe ist nur der Einsatz der propertiären Treiber für die Nvidia. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, das der richtige Treiber erwischt wird. Zwar bin ich sonst immer gegen propertiäre Treiber, aber hier ist das, das einzige was wirklich hilft. Bitte verwendet nicht die tolle Softwore die es euch ermöglicht X automatisch mit diesem Treiber zu konfigurieren. Das geht immer in die Hose. Macht es von Hand.
Arbeitsflächen
Häufig sehe ich bei Privatanwendern Rechner, auf denen nur zwei virtuelle Bildschirme eingerichtet sind, aber nur einer genutzt wird. Die sehen mich dann immer ganz erstaunt an, wenn ich vorschlage doch einen Meter von ihrem Schreibtisch abzusägen. Dann meinen sie, das sie den Platz doch brauchen. Genau den Platz brauchen sie eben auch auf ihrem virtuellen Schreibtisch. Denn genau dafür sind die virtuellen Bildschirme oder Desktops bestens geeignet. Einen für Mail, Kalender und Adressbuch. Einen für Spiele und die bösen Bilder aus dem Netz. Einen für Texte und Notizen. Gebt den Dingen Raum. Wichtig dabei ist, den Dingen einen festen Platz zu geben.
Ich habe immer 16 Bildschirme zur Verfügung. Nein, die fressen keine Systemleistung. Zumindest keine messbare. Aber sie schaffen Ordnung in meinem Chaos. Auf 1 liegen die Patiencen, auf zwei xskat. Damit haben sich die Spiele die ich regelmäßig spiele schon erledigt. Höchstens mal Schach, Mahjong oder Shisen-Sho wenn Zeit ist. Auf drei liegt Google. Den habe ich immer offen, damit ich ohne Arbeit sofort nachsehen kann. Müsste ich erst einen Browser aufmachen, würde ich nicht nachsehen. Auf 4 ist Platz für die Browserfenster die Texte enthalten die ich gerade für den Blog bearbeite. Auf fünf der Blog und auf sechs ein Kontrollbild des Blgos mit einem anderen Browser. Sieben dient der Programmierung oder Systemarbeiten, Acht ist frei, wenn ich nicht gerade Fernsehen an habe, was allerdings selten vorkommt. Neun ist freischwebend, hat so recht keine feste Zuordnung. Auf 10 liegen die Mails und der Kalender. Auf 11 der RSS Feed und dpa sowie Reuter. 12, 13 und 14 sind für meine Bücher und deren Recherchen. 15 ist frei und auf 16 hängt amarok für die Musik.
Diese Ordnung halte ich für mich ein, weil sie mir die Arbeit erleichtet. Natürlich nicht sklavisch, aber doch im wesentlichen. Ich weiß genau wo ich was habe. Das macht mich schnell und effizient.
KDE 4 stellt die Arbeitsflächen nach dem Hochfahren nicht so wieder her wie sie waren
Das stimmt. Alle Konqueror Fenster liegen zur Zeit auf dem Arbeitsplatz, der als letzter aktiv war. Das ist nicht schön, aber auch nicht so dramatisch. Wer seine Arbeitsflächen fest organisiert hat, kann darüber lächeln. Der Arbeitsflächeumschalter zeigt nämlich das aktuelle Fenster in blauer Markierung an. Klickt man dieses blau markierte Fenster mit der linken Maustaste an und hält es fest, kann man es auf dem Arbeitsflächenumschalter an die richtige Stelle bewegen. Damit ist der Fehler im Handumdrehen behoben.
Ein Fester ist größer als der Schirm / Mmonitor
Obwohl der Scrollbar eines der ersten Dinge war, das in KDE wirklich gut funktionierte, gibt es immer noch Programme die auf ihn verzichten und dann gerade so groß sind, das sie nicht auf den Bildschirm passen. Dann muss man aber wirklich nicht die Auflösung ändern, wobei sich einige Programme auch dann noch spassigerweise wehren, sich ganz darstellen zu lassen. Nein der Trick ist ganz einfach. Den Coursor mitten in das betroffene Fenster fahren, die Alt-Taste gedrückt halten und das Fenster mit gehaltener linker Maustaste bewegen. So kommt man auch an die wichtigen Stellen des Fensters, die sonst verdeckt sind.
Nokia frisst Trolltech - Armes KDE
Die armen Trolle war mein erster Gedanke. Mein zweiter ging aber gleich in Richtung KDE. QT von den Trollen ist nun einmal die Basis für KDE. Bevor jemand auf den Gedanken kommt, das ich mich nur wegen Nokias Betrug an den Menschen in Bochum aufrege, den ich mit Sicherheit nicht vergessen habe und vergessen werde möchte ich kurz darüber berichten wofür Nokia steht.
ars technica zeigt am Beispiel Ogg das Nokia in Wirklichkeit nicht für freie Software steht, sondern mit aller Macht ihrer Milliarden propertieren Dreck an der Macht halten will. Freiheit ist genau das Gegenteil von dem was Nokia will. Natürlich begründet Nokia seine Bedenken anders. Aber wer Ohren hat zu hören, der möge auf die Zwischentöne achten.
Natürlich fällt auch anderen sofort der Vergleich zu Novell und SuSE ein, der ja in diesem Blog schon mehrfach ein Thema war. Ähnlich wie es bei Novell kein wirkliches Bedürfnis für offene Software sondern nur für einen Schulungsmarkt an Vollidioten gibt, liegen die Dinge auch bei Nokia. Das N810 baut auf GTK auf, weshalb also wollen die QT.
Die Antwort ist einfach. Es geht um die vielen Leute, die im OpenSource Bereich die eigentliche Entwicklungs- und Testarbeit für Trolltech geleistet haben. Nokia ist gerne bereit deren Abeit zu nehmen und jetzt und in Zukunft, nichts dafür zu geben. Wie eben auch in Bochum und in vielen vielen anderen Fällen. Das ist nicht nur der große Fisch, der den kleinen frisst. In diesem Fall habven wir es mit einem großen Fisch zu tun, dem es häufig ausreicht den kleinen einfach tot zu beißen und dann gelangweilt fallen zu lassen.
Egal was Trolltech und Nokia jetzt auch an beruhigenden Worten absondern. Ich glaube ihnen kein Wort. Die Trolle würden wohl gerne so weiter machen wie bisher und waren auch immer verlässliche Partner. Bei Nokia ist das einzige worauf man sich meiner Meinung nach verlassen kann, das sie uns bescheißen werden. Da können wir uns allerdings ganz sicher sein.
Das bedeutet das QT keine sichere Basis mehr ist. Die Versionen von QT die zur Zeit unter der GPL stehen sollten noch genutzt und weiterentwickelt werden, aber eine Zusammenarbeit mit einer von Nokia geführten Trolltech sehe ich nicht. Man muss sich auch verabschieden können. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt. Aus den GPL gesicherten Quellen muss ein freies neues QT entstehen, an dem Nokia nicht mehr profitieren kann. Das wird viel Entwicklungszeit kosten, ist aber die einzige Möglichkeit um frei zu bleiben.
Der alte Richard Stallmann hatte doch recht. Wir hätten wirklich nicht mit diesen Schmuddelkindern spielen sollen. Spätestens seit heute, wissen wir das sie für völlig andere Ziele stehen.
Besonders beeindruckt hat mich ein Kommentar eines zu diesem Thema:
For me it is also very difficult to be positive about this announcement. I’m based in Finland and have seen many Nokia acquisitions go completely wrong. The corporate culture there is quite rotten, and they have considerable difficulty wrt brain-drain. I hope my gut feeling is wrong and Nokia is able to give you trolls a good boost and Qt and Qtopia wider industry exposure. However I can’t shake the feeling that this will backfire in the long run.
Ein anderer ergänzte das um den Satz das Nokia zwar gut zu Nehmen weiß, aber mti dem Geben keine Erfahrung hat. Schade. Das ist ein schlimmer Tag für die Trolle, QT und KDE.
Wahlen: "Nun haben wir den Salat"
Beginnen wir mit dem einfachsten. Mit Niedersachsen. So flach wie das Land ist, verlief auch der Wahlkampf. Bei der SPD war selbst am Wahlabend noch nicht klar, ob sie einen Spitzenkandidaten hatte. Niemand der das Geschehen beobachtete hätte auch nur im entferntesten annehmen können, das die SPD dort eine Wahl gewinnen wollte. Das sahen die Bürger wohl ähnlich und mit einem Verlust von 3,1 Prozent ist die SPD eigentlich noch nicht einmal bestraft worden. Der ist wohl eher der geringen Wahlbeteiligung zuzuschreiben.
Natürlich ist die Linke schuld, die sich doch glatt erdreistete, 7,1 Prozent der Stimmen zu holen und damit sicher im Landtag ist. Natürlich wird sich die SPD intern das Wahlergebnis schön reden und die Stimmen der Linken, einfach den eigenen Zahlen zurechnen. Das aber ist ein gefährlicher Fehler. Die Linke hat nämlich auch außerhalb der SPD-Hochburgen, eigenes Terrain erobert. Diese Stimmen dürften eher aus dem Bereich der Nichtwähler und der Grünen als aus der SPD kommen.
Das der Wulff trotzt massiver Stimmenverluste weiterregieren darf, liegt vor allem daran, das er die beste aller Ausreden hat. Er hat ja nichts getan. Darin liegt eine Stärke dieses Typs von Schwiegermutterliebling. Die Dinge gehen einfach an ihm vorbei und es gibt tausende von Entschuldigungen, warum der arme Christian da eben nichts tun konnte. Das reicht für eine Kaffeefahrt auf dem Maschsee, aber wer möchte schon mit solch einem Kapitän in gefährliches Fahrwasser.
Allerdings hatten die Niedersachsen ja keine Wahl bei der Wahl. Das sie Wulff mit einem Verlust von 5,8 Prozent bestraft haben, kann dem egal sein. Er hat erst einmal seine Ruhe und darf hoffen, die Angela Merkel zu beerben, wenn ihm Porsche bei VW nicht noch mal eben im Vorbeigehen die Füße weghaut. Porsche-Chef. Wendelin Wiedeking wäre genau der richtige Mann um Wulff, so nackt und dumm dastehen zu lassen, wie er wirklich ist.
Viel spannender war der Wahlkampf in Hessen. Bevor man sich dem Ergebnis widmen kann, das zwischen SPD und CDU ja sehr knapp ist, muss zuerst etwas zu den Wahlen an sich gesagt werden. Es hat sich gezeigt, das der Manipulation der Wahlcomputer Tür und Tor geöffnet waren, da die Dinger teilweise bei Parteimitgliedern, unbeaufsichtigt von Dritten, für jede Manipulation frei zugängig waren. Das heißt nicht, das auch wirklich manipuliert wurde, aber es gab die Möglichkeit und die Menschen sind schwach.
Wie schwach zeigte sich auch, als Bürger ihrer Recht auf Wahlbeobachtung wahr machen wollten. In nicht wenigen Wahllokalen, wurden ihren die zwangsweise Entfernung durch die Polizei angedroht. Auch das heißt nicht, das dort wirklich manipuliert wurde, aber es gab die Möglichkeit und aufgrund des Verhaltens der Wahlleiter damit auch den starken Verdacht. Nicht zu vergessen die Menschen sind schwach und es geht um viel Geld.
Im Ergebnis selber ist Koch laut n-tv die ja zu Mohn/Bertelsmann gehören der Wahlsieger. Das sind eben echte Qualitätsmedien. Den Autor dieses Berichtes sollte man ins Dschungelcamp schicken, damit er dort einem lebenden Salzwasserkrokodil von vier Metern Länge den Penis abbeissen kann. Keine Sorge, dem Tier wird schon nichts passieren.
Kochs CDU liegt nach amtlichem (CDU amtlichem) Endergebnis mit 3.595 Stimmen vor der SPD. Wie bitte war das noch einmal mit den Menschen die schlecht sind und den Möglichkeiten der Manipulation. Man soll ja nicht in alles etwas hinein geheimnissen. Wahrscheinlich ist einfach so gewählt worden. Obwohl für das Glauben ja eigentlich die Gotteshäuser der richtige Raum sind und nicht die Wahllokale.
Auf jeden Fall hat Koch so richtig was auf seine vernarbte Fresse gekriegt. Danke Hessen. Ein Minus von 12 Prozent ist genau die Antwort, die der menschenfeindliche Wahlkampf der CDU verdient hatte. Zweimal sind sie damit durchgekommen. Nun ist der Koch nicht zum Stimmenbrunnen, sondern zu Bruch gegangen. Aber leider sind die Scherben nicht klein genug, als das er nicht doch noch notdürftig gekittet werden könnte. Zwar wird er nie wieder ganz dicht sein, aber war er das vorher?
Das Wahlergebnis in Hessen macht nämlich keine einfache Koalition möglich und komplizierte Fälle sind für unsere Politiker meist viel zu kompliziert. Nun rächt sich, das die sogenannten demokratischen Parteien, eben nicht sonderlich demokratisch sind. Da will der eine nämlich nicht mit dem anderen Spielen. Wie früher im Sandkasten: "Ieeeh. Die Linken haben mir meine Puppenlappen weggenommen. Bäh die SPD sabbert immer in den Sand. Pfui die Grünen, wollen das ganze Unkraut im Sand schützen, aber ich will da mit meinem Bagger baggern." Natürlich sind das nur Politiker und die sind eben so.
Aber genau das macht die Lage kompliziert. Natürlich wäre rot grün rot. Geht aber nicht, weil der Papa Beck, der Ypsilanti gesagt hat, das sie nicht mit den Linken spielen darf, weil die immer seine Pflaumen klauen und ihr eventuell die Unschuld rauben. Rot gelb grün, die klassische Ampel ginge auch. Aber das Hähnchen von der FDP hat schon gesagt das er mit der SPD und den Grünen nicht spielen will, weil die am Hintern nicht so toll riechen wie der Roland Koch. Übrigens wollen die Grünen auch nicht mit linken Roten und mit den Gelben von der FDP in Wirklichkeit auch nicht. Aber ganz sicher wollen sie nicht mit dem Koch, so das schwarz gelb grün auch nicht geht.
Wenn aber all das nicht geht, was bleibt denn dann? Nun das was immer bleibt. Die schlimmste aller Lösungen. Der Koch bleibt Ministerpräsident und die SPD macht den Juniorpartner. Das kann die Ypsilanti nicht machen? Und ob die kann. Die will doch an die Macht und Charakter und SPD passen doch schon lange nicht mehr zusammen. Aber vielleicht ist die CDU ja auch nett zur SPD. Wenn die dem Bundeswehreinsatz im Inneren, dem vollständigen Abbau des Kündigungsschutzes, aller Bürgerrechte und des Streikrechtes zustimmt und gleichzeitig noch die Mehrwertsteuer um zehn Prozent anhebt, dann nimmt sie den Koch aus dem Rennen und setzt da eine andere Gruselgestalt hin.
Vermutlich den Jung. Der ist in Berlin eh übrig. Oder wenn sie schlau sind nehmen sie den Volker Bouffier. Dann haben sie Koch ohne Koch, was doch auch ganz nett ist. Ich tippe auf eine große Koalition in Hessen. Natürlich nur aus sachlichen Gründen. Geld ist der beste aller Sachgründe. Außerdem wird die Koalition in Berlin wohl bis zu den Neuwahlen halten. Die Linken schweißen die SPD noch fester an die CDU.
Die Linken sind übrigens die einzig positive Überraschung dieser Wahl. Sie konnten sich in Niedersachsen und in Hessen etablieren. Das bedeutet das wir für die nächste Zeit fünf Parteien in allen Parlamenten haben werden. Das erhöht den Druck und schreit geradezu nach neuen Lösungen. Es macht es aber vor allem schwerer, die alte Linie der Menschenverachtung durchzuziehen. Ähnlich wie damals, als die Grünen zum ersten Mal in die Parlamente kamen, werden wir frische Fragen und Lösungsvorschläge bekommen, die den alten Mief ziemlich durcheinanderbringen.
Natürlich wird das nicht lange anhalten. Aber es stoppt oder verlangsamt zunächst einmal einen Prozess, bei dem die Bürger in Deutschland bisher nur verloren haben. Wie lange das gut geht weiß keiner. Das Kapital ist heute beim Kauf von Politikern viel geschickter als noch vor Jahren. Es kann auch sehr schnell gehen. Aber hoffen wir zunächst einmal das beste.
Und dann fahren wir nach Venedig
"Karl ist tot!". Irgendwie klang das wie ein Vorwurf. Natürlich weiß ich, das Karl tot ist. Schließlich habe ich ihn selber mit beerdigt. Das heißt wir haben ihn nicht beerdigt. Er wollte nie in diese feuchten Erdlöcher, in denen einen die Würmer fressen. Er wollte verbrannt werden und "dann in so ein Loch in einer Wand, mit ner Platte davor, damit die Viecher nicht rankommen und keiner Unkraut zupfen muss.". Er wollte in ein Kolumbarium. Nur gut das er nicht wusste, das der Name vom römischen columba, dem Taubenschlag stammt.
Tauben hat er eigentlich nie besonders gemocht. Für ihn waren sie immer die Ratten der Lüfte. Trotzdem wollte er sein Leben lang mit seiner Margarete nach Venedig. Da schreckten ihn auch die Tauben nicht. Die beiden haben nie eine Hochzeitsreise gemacht. Auch nie eine Urlaubsreise. Zu Hochzeiten und Beerdigungen mal zu Verwandten, aber auch das waren nicht viele. Karl und seine Margarete gehörten zu den ganz Lieben. Immer fröhlich, immer zufrieden. Sie hatten nur einen Traum. Venedig.
Fünf Kinder haben sie groß gezogen. Sie haben sie nicht nur großgezogen, sondern auch zu graden, anständigen Menschen gemacht. Mit viel Bildung. Sie haben sich die Bildung ihrer Kinder vom Munde abgespart und ihre Kinder hatten und haben immer noch einen Blick für die Erziehungsleistung und die Hingabe ihrer Eltern. Karl war Arbeiter. So richtig in einer Fabrik. Sein ganzes Leben lang. Margarete hat geputzt, an der Kasse gesessen, Kinder beaufsichtigt und manchmal Haare geschnitten. In ihrer Küche. "Nur für Männer. Die sind nicht so anspruchsvoll.".
Die Ziele waren immer klar. Die Kinder durchs Studium bringen. Ein anständiges und sauberes Zuhause bieten und wenn dann noch was übrig bleibt: "Und dann fahren wir nach Venedig!". Das war kein reales Venedig. Das war nur der Wunschtraum eines Wunschtraumes. Das hätten sich die beiden nie zu träumen gewagt. Ich war so etwas wie ein guter Bekannter. Freund wäre zuviel gesagt gewesen. Aber es war mehr als guten Tag und guten Weg. Wir haben uns geholfen. Mit Rat und Tat. Ich war für sie eine andere Welt. Eine Welt, die sie ihren Kindern erschlossen haben.
Irgendwann klingelte Margarete bei mir. Ob ich nicht in den nächsten Tagen abends mal auf eine Stunde und ein Bier Zeit hätte. Schon daran das sie klingelte, anstatt mich irgendwann zufällig im Hausflur zu treffen, sagte mir das etwas wichtiges passiert sein musste. Natürlich hatte ich sofort Zeit. Karl las mit zitternden Händen ein ziemlich offiziell aussehendes Papier. Er hatte schon die zweite Flasche Bier am Wickel ohne die erste raus gebracht zu haben. Meist trank er nur eine Flasche Bier am Abend und das längst nicht an jedem Wochentag.
Ich setzte mch, bekam eine Flasche, ein Glas, mir wurde eingeschenkt. Mit Schaum. Das Glas war vorher nochmal kalt durchgespült, damit ja kein Spülmittel die Krone zum einstürzen bringt. Dann bekam ich den Brief. Es war gar nichts schreckliches. Es war etwas Gutes. Ein entfernter Verwandter war gestorben und Margarete und Kurt hatten, knapp 50.000 DM also etwa 25.000 Euro geerbt.
Es war nicht etwa die Trauer um den Verwandten den sie so gut wie gar nicht gekannt hatten. Karl war bei der Beerdigung gewesen. Das war schon ein paar Wochen her. Es war dieses Geld, das ihr wohlgeordnetes Leben durcheinander brachte. Margarete brachte es auf den Punkt: "Jochen, was sollen wir denn jetzt damit machen. Wir haben doch genug. Ich kann jetzt in dem Kaufhaus auch noch putzen. Da kommen wir sehr gut über die Runden. Und jetzt das viele Geld. Wir haben doch nie gelernt mit so viel Geld umzugehen.". Geld kann wirklich unglücklich machen.
Ich weiß genau was ich mit dem Geld gemacht hätte, an ihrer Stelle. Ich wäre morgen nach Venedig gefahren, wenn sie dort hinwolllten. Aber das kam gar nicht in Frage. Zum Schluß gab es einen neuen Küchentisch und einen neuen Fernseher, weil der nach einer Stunde Einschaltzeit das Bild immer durchlaufen ließ. Die Kiste war steinalt, aber den beiden immer gut genug gewesen. Nun gab es also Farbe. Ziemlich genau zehn Jahre nach der Einführung des Farbfernsehens.
Der Rest des Geldes wurde angelegt. Mündelsicher und trotzdem sehr gut verzinst. Zunächst aus steuerlichen Gründen festgelegt, dann blieb es dabei. Immer wenn die Rede auf das Geld oder die Zukunft kam, wurde der alte Spruch aktiviert. "Und dann fahren wir nach Venedig. Ende 2006 hätte das Geld aus steuerlichen Gründen vollständig umgeschichtet werden müssen. Ihre Kinder brauchten nichts, hatten selbst mehr als genug und es wurde höchste Zeit, Venedig zu realisieren, wenn sie es noch erleben wollten.
Nach vielem hin und her wurde für den Sommer eine Reise nach Venedig gebucht, der Rest des Geldes an die Enkel übertragen, weil Karl und Margerete immer noch genug hatten oder ehrlicherweise einfach viel zu bescheiden waren. Natürlich musste mit dem Zug nach Venedig gefahren werden. "So ein Flugzeug ist ja wie ein Grab", sagte Margarete.: "Dann können wir ja gleich mit dem U-Boot fahren und Karl geht in kein U-Boot!". Alles kein Problem im Juni ging es los. 14 Tage Venedig und die Reise in der ersten Klasse. Ein wohlerzogenes Enkelkind machte die Bärenführerin.
In der Kneipe frotzelten wir über den vierten Frühling. Venedig sehen und sterben. "Und dann fahren wir nach Venedig" war längst ein geflügeltes Wort. Ich bekam auch eine Ansichtskarte. Markusplatz mit Tauben, Karl und Margarete und die Enkelin mitten drin. Karl war ganz begeister davon, das man in Venedig vom eigenen Bild eine Postkarte machen konnte. Fast alle bekamen eine. Natürlich mit dem gleichen Motiv. Margarete hat bestimmt einen Rabatt ausgehandelt.
Die Enkelin hatte zwar mal zu Hause angerufen und war von Venedig begeistert, aber wir waren gespannt was die beiden sagen würden. Ich hatte bei meinem einzigen Besuch das ganze nicht so toll gefunden. Aber ich hatte als Ausgleich die Insel Amurianum, wie Murano ursprünglich hieß und dort die Glasbläser bei denen ich Jahre hätte verbringen können. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, was die beiden sagen würden.
Als wieder da waren, hatte ich, nachdem sie sich etwas erholt hatten, eine Kiste kaltes Bier mitgebracht und harrte nun der Geschichte. Die Fahrt war toll gewesen. Die Bahn, die Berge, die Landschaft, das Schiff, die Gondel und überhaupt. Dann kam der erste Seufzer. Nein sie waren nicht enttäuscht von Venedig. Der nächste Seufzer folgte. Nach und nach zog ich den beiden die Geschichte aus der Nase.
Klar waren sie in Venedig. Ja Venedig war toll. Zumindest das Venedig das sie gesehen hatten. Aber das Venedig war nicht ihr Venedig gewesen. Nicht das Venedig ihrer Träume. Die Paläste in ihrem Venedig waren prächtiger, die Lagune blauer und selbst mein Glas bunter. Venedig war wirklich ganz nett, aber kein Vergleich zu dem Traum von Venedig, den sie in ihrem Kopf gehabt hatten.
Margarete starb im Herbst. Sie war voller Krebs. Das war nicht die Entäuschung wegen Venedig. Karl folgte ihr kurz vor Weihnachten. Auch er starb nicht wegen Venedig. Kurz bevor er starb habe ich ihn noch besucht. Als ich schon in der Tür stand, winkte er mich noch einmal zu sich: "Unser Traumvenedig war doch viel schöner. Am schönsten aber war, das wir uns ein Leben lang einen Traum geteilt haben.".
Karl ist tot. Aber ein Stück von ihm und seiner Margarete lebte noch in mir.
Bugaton- ich hab ein neues Wort gelernt
Kürzlich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir von einem BSD-Freak die Welt erklären zu lassen. Also im wesentlichen hat er mir gesagt, das ich doof bin - was keine wirkliche Neuigkeit für mich war - und das alles für das ich stehe, in der Wurzel nichts taugt. Es gibt nur einen Gott und der heißt BSD und wir sollen keine anderen Götter neben ihm haben. Auslöser war, das ich mir erlaubt hatte, darauf hinzuweisen, das KDE 4.0 sehr wohl ein Release ist und zusammen mit den 3.x Paketen auch eingesetzt werden sollte, damit wir Testergebnisse bekommen. Früh veröffentlichen, um auch früh reagieren zu können.
Natürlich war das völlig verkehrt. Zum Glück gibt es da richtig kompetente Blogs, die einem dann sagen wie das Leben in Wirklichkeit zu sein hätte. Das ist bei Menschen wie mir natürlich ein Fehler. Ich bin dann nämlich verärgert und doppelt aufmerksam.
So lernte ich denn auch ein neues Wort kennen. Ein Bugaton, ist ein Fehlermarathon bei dem im Rahmen einer Gewaltaktion über drei Tage, Fehler in einem IRC-Channel besprochen und behoben werden. Das klingt für mich entweder sehr ambitioniert oder sehr dumm.
Ich hasse die Bug-Mechanik bei KDE, weil sie mir zu behäbig erscheint, viele Leute aus sprachlichen Gründen abschreckt und trotzdem bei den Entwicklern viel unsinnige Zeit frisst. Mir wäre eine sprachorientierte Sammelstelle lieber, um dort bereits zusammen zu fassen und zu verdichten oder evtl. schon abgearbeitetes verbreiten zu können. Aber der Aufwand lässt sich augenscheinlich nicht leisten und ich habe auch nicht die Absicht mich unbedingt freiwillig zu melden.
Wenn ich mir aber vorstelle einen Bugaton für KDE im IRC zu veranstalten dann lobe ich alles was wir haben. Trotzdem wünsche ich den Kollegen ein gutes Gelingen und meinetwegen auch die weiteren 30 Jahre die sie noch mit BSD verbringen wollen. Selbstverständlich ist BSD heute nicht mehr das alte V7 von AT&T, allerdings meinte ein guter alter Freund, das sich jeder alte Hase aus den siebzigern, noch heute im Schlaf in BSD zurechfinden würde, wenn man mal von der Oberfläche absieht.
Ich hab übrigens auch noch irgendwo V7 Handbücher. Wahrscheinlich liegen die dort, wo sich auch auch die alten Schmöker von Siemens BS2000 befinden. Schön war die Zeit. Aber heute ist es schöner.
Unser aller Udo Ulfkotte
Manchmal bekommt man ja schon Angst, wenn man von liebgewordenen Gegnern über lange Zeit nichts mehr hört. Ich mache mir dann immer Sorgen. Auch Gegner wollen gepflegt werden. Aber es gab einfach nichts neues. Auf der einen Seite sicher gut für die Menschen islamischen Glaubens, die sich ein wenig Ruhe und weniger Aufgeregtheit sicherlich verdient haben. Dann war ja auch Weihnachen und der Jahreswechsel.
Alles gute Gründe mal kürzer zu treten und den lieben Muslim einen guten Mann sein zu lassen. Aber weit gefehlt, ich bin nur einfach nicht aufmerksam genug. Karl Gaulhofer und Christian Gultsch haben in Die Presse.com einen bemerkenswerten Artikel über "Das neue Gespenst der Islamophobie" geschrieben, die gesamte europäische Szene in einer Tour de Horizont, beleuchtet und Bekanntes bekräftigt aber auch bekannte Zusammenhänge noch einmal untermauert:
Weiter geht der Deutsche Udo Ulfkotte, ein ehemaliger Auslandskorrespondent und Islamexperte der FAZ. Seine anti-islamischen Ergüsse haben bereits viel stärker den Charakter von Verschwörungstheorien. Er fantasierte in seinem Buch „Heiliger Krieg in Europa“ von einem „100-Jahre-Plan“, mit dem sich die „Muslimbruderschaft“ die Weltherrschaft sichern wolle.
Nach kommunalpolitischen Anläufen in Hamburg und Bremen schien es eine Zeitlang so, als plane Udo Ulfkotte die Gründung einer bundesweiten Islam-kritischen Partei.
Mit dem Vlaams Belang verbindet ihn eine wechselvolle Geschichte von Kooperation und Distanzierung. Doch in Graz lauschte auch er den Ausführungen Dewinters. Die Reihen der Anti-Islamisten Europas beginnen sich dichter zu schließen.
Ich darf ja dank einer einstweiligen Verfügung des Frankfurter Landgerichtes praktisch kaum noch etwas über Udo Ulfkotte sagen. Zumindest bis wir das Hauptsacheverfahren hatten. Danach dürfte die Sache , wohl etwas anders aussehen. Das kann mich aber nicht hindern, unabhängig von Ulfkotte die Dinge beim Namen zu nennen.
Ich muss glaube ich nicht betonen, das es mir Angst macht, wenn die Reihen der Anti-Islamisten Europas sich zu schließen beginnen. Bei uns ist die Medienlandschaft noch gar nicht aufgewacht. Auch die jüdischen Verbände haben scheinbar noch nicht begriffen, das die Ausgrenzung der Menschen islamischen Glaubens nur ein erster Schritt ist. Die Leute die an den Stammtischen der Realität, aber vor allem auch anonym an den Stammtischen des Internet, wie z.B. bei den nicht nur politisch impotenten von PI und den Foren von Stormfront und sonstigem braunen Pack, diese Ausgrenzung bejubeln, fordern auch schon immer lauter, bei den Muslimen nicht aufzuhören, sondern mit den Juden, Linken und Schwulen, weiterzumachen.
Wer den Rechtsbruch gegen unseren muslimischen Mitmenschen nicht verhindert muss damit rechnen, das er zum Schluß selbst ein Opfer ist. Die Muslime sind ja nicht schuld an der Situation in der Welt, also bringt ihre Ausweisung oder gar ihre Ermordung überhaupt nichts. Die Situation bleibt gleich. Dann muss ein neuer Feind her. Sagen wir die Linken, Juden oder Schwulen. Egal mit wem sie anfangen. Am Ende gibt es kein Ende. Es muss immer ein innerer Feind bekämpft werden, damit man sich nicht mit der Wahrheit und der eigenen Unfähigkeit, beschäftigen muss.
Es stammt nicht von mir und ich habe es schon mehrfach wiederholt, aber ich glaube es ist eine der wichtigsten Aussagen aus der jüngeren deutschen Geschichte:
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Martin Niemöller
Ich möchte das wir gemeinsam verhindern, das sie den ersten holen können. Egal wer der erste ist. Unabhängig vom Glauben oder Weltanschauung, von Haut oder Haarfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung. Ich will denen Keinen und Keine als Opfer überlassen. Ihre Macht hat von 1933 bis 1945 nur auf dem Schweigen der angeblich nicht Betroffenen beruht. Aber wie die Zeit damals gezeigt hat, gab es keinen, der nicht Betroffener war.
Wir sind alle potentielle Opfer.
Die Qual der Wahl
Wahlen sind in Deutschland ein Thema das niemanden so richtig glücklich macht. Das liegt vor allem daran, das es bei den Wahlen keine Wahl mehr gibt. Unsere Parteien haben sich von ihrem Volk freigeschwommen. Seit es keinen real existierenden Sozialismus als Wettbewerber mehr gibt, hat auch die letzte Politiktruppe alle Masken fallen lassen. Die Interessen der Bürger interessieren die Politik nicht mehr.
Während die CDU ganz offen, nicht nur das Grundgesetz in sein Gegenteil, nämlich ein Grundverbot und eine Grundlage für eine Diktatur umkehren will, hat sich die SPD entschieden, alles zu tun, was sie irgendwie an der Macht hält und dafür sorgt, das politische Altlasten wie Wolfgang Clement und Gerhard Schröder, von ihren neoliberalen Auftaggebern wenigstens gut versorgt werden.
Die FDP hat zum Glück kein Problem mit einer eigenem Meinung oder gar einem Standpunkt. Sie setzt lediglich alle Wünsche des Großkapitals und der diversen neoliberalen Gruppierungen, sofort in eigene Forderungen um und verschärft dabei stets Ton und Umfang. Das wichtigste Ziel der FDP in Deutschland, ist es den Menschen allen Mut und alle Hoffnung zu nehmen. Natürlich will die FDP damit in die Regierung kommen, aber in neoliberaler Verantwortungslosigkeit lässt sich auch gut aus der Opposition heraus leben. Das Geld scheint in ausreichenden Mengen zu fließen.
Die Grünen haben sehr schnell gezeigt, wohin eine Partei kommt, deren Führung vor allem Teilhabe an der Macht will, ohne einen wirklichen Plan zu haben, was mit der Macht anzufangen wäre. Der berühmte Marsch durch die Institutionen lässt sich an Joschka Fischer sehr deutlich in seinen Folgen ablesen. Vom Straßenkämpfer gegen eine Unterdrückerpolizei hin zu jemandem, der einen Kriegseinsatz für amerikanische Interessen in Afghanistan mit einem kalten Lächeln durchsetzte. Vom linken Staatsveränderer zum Hartz IV Befürworter.
Die Kraft der Institutionen in Deutschland scheint stark zu sein. Die Grünen wurden von ihnen auf jeden Fall deutlich weichgespült. Oswald Metzger ist eben nicht die Ausnahme, auch wenn der sicherlich den Menschen in diesem Land gar kein Leben mehr gönnt und die Mehrheit der Grünen den Deutschen zumindest ein Vegetieren auf niedrigstem Niveau zugestehen würde.
Natürlich sind die die Parteien nicht in allen Bundesländern vollständig gleich. Das Schwarz des Roland Koch hat einen deutlich braunen Einschlag, während Deutschlands liebster Schwiegersohn ein blässliches Grau mit violettem Einschlag aufweist. Korpsstudent gegen den lieben Jung, von dem niemand weiß, ob er wirklich für oder gegen etwas steht.
Die Ypsilanti hat als entscheidenen Vorteil für mich, das der Clement und der Schröder sie nicht mögen. Aber das reicht wohl kaum, um sie zu wählen. In Niedersachsen hat die SPD wohl auch einen Kandidaten. Den musste ich extra bei Google nachschlagen, der heißt Wolfgang Jüttner. Ein Gesicht zu dem habe ich nicht parat. So tief hat er mich beeindruckt.
Die FDP bietet in Hessen irgendein Hähnchen, das aber nur mit dem abgekochten Roland regieren will. Kann mir mal irgendwer erklären, warum man eine FDP wählen sollte, die einen regierenden Koch will. Da kann man doch gleich den Koch wählen und das Hähnchen in den Wienerwald schicken oder zum Chickenkebab. So ein richtiges Argument für eine Wahl der FDP, gibt es weder in Hessen noch in Niedersachsen. Verändern wollen sie nichts und nur damit die auch noch an die Macht kommen oder bleiben und Dienstwagen mit Fahrer haben, muss man sie wirklich nicht wählen.
Dann bleiben einem noch die vielen kleinen Parteien. Nette Ideen teilweise dabei. Auch die freien Wähler gefallen mir manchmal sehr gut. Da die aber alle an der fünf Prozent Hürde scheitern, wir wählen halt Parteien und leider nicht Personen, macht es keinen Sinn diese Parteien zu wählen. Mir wäre ja die Direktwahl der Kandidaten und ein Verbot der Parteienwerbung und der Fraktionen das Liebste und für Deutschland wäre das sicher auch das Beste. Aber das ist in unserer Parteiendiktatur nicht zu erreichen. Damit sind die kleinen Parteien raus, es lohnt sich nicht, ins Wahllokal zu gehen, um seine Stimme wegzuwerfen.
Bleiben die Rechten. In Hessen ist das einfach. Da brauchen die keine ausländerfeindliche Partei und niemanden der gegen Bürgerrechte ist, als Extrapartei. Das erledigt der Koch gleich mit. In Niedersachsen ähneln die Braunen dem Wulff. Während dessen CDU trotz seiner Bedeutungslosigkeit gewählt wird, bleiben die Rechten bedeutungslos unter den sonstigen Parteien. Unter ferner liefen der der Buchmacher und sein Hund.
Spannend bleibt, was mit der Linken passiert. Ich persönlich, der ich mein Leben lang SPD gewählt habe, spreche mich klar dafür aus die Linke zu wählen. Nicht weil ich mit dieser Linken so unheimlich toll zufrieden wäre. Sie ist zwar die einzige Partei, mit realen Chancen in beide Landtage zu kommen, die meine Interessen weitgehend vertritt, aber sie ist eine Partei.
Als Juniorpartner der SPD in Berlin ist sie nicht sonderlich überzeugend, was aber vielleicht auch an der Größe der Probleme liegt. In Berlin hat die CDU uns ja finanziell bis auf den letzten Cent ausgeblutet, unsere Banken ruiniert und die Wirtschaft vertrieben. Allerdings ist es in Berlin deutlich an der Zeit, das die Linken endlich mal Gesicht zeigen und sich nicht ständig an der Nase herumführen lassen.
De größte Nachteil der Linken ist, das sie eine Partei sind. Oskar Lafontaine, Gregor Gysi. Das sind Namen denen ich genausowenig traue wie Koch, Wulff, Steinbrück, Müntefering oder Merkel. Die beiden haben zusätzlich den Malus, da sie von der Fahne gegangen sind. Das Oskarlein hat die Brocken hingeschmissen und dem Schröder freie Hand gelassen, uns Bürger fertig zu machen. Das werde ich ihm nie verzeihen. Egal was er redet. Man kann ihm nicht trauen. Gregor Gysi hat die erste Gelegenheit wahrgenommen, ebenfalls aus der Verantwortung abzuhauen. Es ist ja auch nicht sexy Landespolitik mit leeren Kassen in Berlin zu machen.
Dazu die Parteistrukturen der Linken. WSAG und PDS. Eine Zweckehe aber sicher keine Liebesheirat. Nur leider haben wir nichts anderes. Wir haben eben keine Wahl, bei der Wahl. Rot, Grün, Gelb und Schwarz stehen für neoliberalen Wirtschaftsfaschismus, der neunzig Prozent der Menschen in Deutschland in die Armut schickt um zehn Prozent glücklich zu machen, die dann aber lieber in der Schweiz oder am Mittelmeer leben, als in diesem miefigen Deutschland, das sie ausbluten ließen.
Wir können unseren Mißmut nur dadurch ausdrücken, das wir die Linke stark machen. Das wird uns für ein paar Jahre eine kräftige Opposition und vermutlich etwas bessere Lebensbedingungen, für die Menschen in diesem Land geben, bis auch die Linken gekauft und korrumpiert sind. Unsere Wahlgesetze und die grenzenlose Bevorzugung von Parteien und deren Spitzen lässt eben eine dauerhafte Demokratie nicht zu. Unsere Parteien und die Art wie bei uns gewählt wird, sind der größte Feind der Demokratie.
Ähnlich wie die Grünen, werden auch die Linken nur für eine Übergangszeit brauchbar sein. Als Korrelativ, damit die anderen es nicht total übertreiben können. An den Machtverhältnissen wird sich nichts ändern. In Hessen wird zum Schluß die Ypsilanti mit dem Koch in den Rosenmontag schunkeln und beide werden den Hessen einen langen Aschermittwoch präsentieren. In Niedersachsen verliert der Wulff ein paar Federn, aber er bleibt Mamis und Schwiegermamis Liebling. Seltsam das Mütter und Schwiegermütter immer die Schwachen so lieben. Ist das weibliches Dominanzverhalten oder wirklich Mitgefühl?
Das einzige was bei den Wahlen in Hessen und Niedersachsen erreicht werden kann, ist das der Niedergang der Mehrheit der Menschen in Deutschland verlangsamt wird. Eine Trendwende steht leider nicht zur Wahl. Sie ist mit diesen Parteien und diesem Wahlsystem auch nicht zu erreichen.
Wahlenthaltung ist übrigens das Dümmste was man tun kann. Das ist noch dämlicher als ungültige Stimmen abzugeben. Wir sind in Deutschland nicht mehr in der Lage, uns angewidert vom Spielfeld abzudrehen und einfach nicht mit zu machen. Wir müssen Zeit gewinnen um eine Gegenwehr zu organisieren. Deshalb bedeutet ein starkes linkes Wahlergebnis auch einen Dämpfer für die jetzt und auch in Zukunft herrschenden Parteien. Sie müssen es langsamer angehen lassen. Nur darin liegt unsere Chance.


















