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Einträge für April 2008

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Einträge für April 2008

Eine amerikanische Vorstadt stirbt

Geschrieben von
Jochen Hoff
Mittwoch, 30. April 2008
Kommentare (8) | Trackbacks (0)

Suburbia ist der amerikanische Traum schlechthin. Endlose Reihen von Eigenheimen, die meist ihren Besitzern, oder besser deren Banken gehören und innen wie außen viel Platz für die amerikanische Art zu leben bieten. Bauen war in den USA immer billiger, da es unsere Regulierungswut, aber auch unser Anspruchsdenken dort nicht gibt.

Als ich das erste amerikanische Haus entstehen sah war ich entsetzt. Aber es funktioniert. Dünne Latten mit seltsamen Dämmmaterialien, Installationen die nicht dem rechten Winkel sondern dem kürzesten Weg folgen. Holz innen, Holz aus. Immer sehr dünn. Viel Pappe. Sowie sich ein Deutscher die schlechteste Art von Fertighaus in seinen Alpträumen vorstellt. Trotzdem werden auch diese Dinger bei guter Pflege leicht 200 Jahre alt.

Die Amerikaner lieben sie. Viel Platz für wenig Geld auf Grundstücken die für deutsche Verhältnisse schamlos billig sind. Man hat Nachbarn, sitzt sich aber nicht auf der Pelle, die Grundstücke sind groß, erfordern aber auch Arbeit, genau wie die Häuser. Die Nachbarschaft bietet gesicherte Infrastruktur und Sicherheit, da diese Vorstädte meist über personell und technisch besser ausgestattete Polizei verfügen.

Ein Freund von mir wollte in so einer Stadt dass Haus seiner Schwester an einen Käufer zu einem festgesetzten Preis verkaufen. Nichts dramatisches, es ging nur um die Abwicklung, da seine Schwester seit Jahren in Berlin lebt. Der Freund kennt die Gegend gut, weil er selber bis vor ein paar Jahren auch da gewohnt hat.

Was er mir erzählte ist erschreckend und hat ihn wohl auch erschreckt:

Ich hatte mich richtig gefreut mal wieder in Bellevue zu sein. Nicht das ich noch wirklich an dem Kaff hänge, aber es ist doch ein Stück Heimat. Das letzte mal war ich vor anderthalb Jahren hier, um mit dem Mieter meiner Schwester ein paar Reparaturen zu besprechen. Damals wäre das Haus auf dem großen Grundstück ungefähr 650.000 Dollar wert gewesen. Meine Schwester hat es für 380.000 Dollar vor 12 Jahren gebaut. Jetzt wird es für 250.000 Dollar verkauft. Das ist wenig, entspricht aber wohl der aktuellen Marktlage.

Da das Haus voll ausgestattet ist, hatte ich mir kein Hotel genommen, sondern habe dort übernachtet. Als ich abends ankam, sah ich zwar das einige Häuser nicht erleuchtet waren, habe mir aber nichts dabei gedacht. Erst beim joggen am nächsten Morgen wurde mir klar, was passierte. Vor vielen Häusern standen Schilder, das sie zu verkaufen waren.

Der Polizeichef erzählte mir später am Tage, das ungefähr jedes fünfte Haus betroffen sei. Das ist dramatisch, da es sowohl bei Feuerwehr als auch bei der Polizei schon Entlassungen geben musste, weil weniger Bewohner und Steuerzahler eben auch weniger Einnahmen bedeuten. 4 Streifenwagen von 20 weniger im Einsatz, sieht zunächst nicht nach viel aus, aber es sind eben 20 Prozent weniger.

Ähnliches erzählte mir die Maklerin. Häuser bis zum abwinken und ich hätte damals noch rechtzeitig verkauft. Die Preise hätten sich seitdem fast halbiert und trotzdem gäbe es kaum Käufer. Als ich wieder zum Haus meiner Schwester fuhr, achtete ich bewusst auf diese Häuser. Im Rasen zeigte sich die wilde Möhre, die in dieser Gegend schnell kommt, die Hecken und Büsche waren zwar beschnitten, aber eben von Leuten die dafür bezahlt wurden und die keiner wirklich kontrollierte.

Da wo ein Besitzer geschickt das Grün über dem vertrockneten Teil stehen gelassen hätte, sind jetzt kahle Stellen in Hecken und Büschen. Rasen mähen bedeutet nicht Unkraut ausstechen und die vielen kleinen Reparaturen die in bewohnten Häusern einfach so nebenbei gemacht werden finden nicht statt. Es ist noch nicht Verfall, aber auf dem Wege dort hin.

Hier ein loses Brett, dort eine kaputte Scheibe. Graffiti an den Rückseiten der Häuser. Man sieht die Anfänge und es macht traurig. In den ärmeren Bereichen sollen auch schon Häuser von Durchfahrenden einfach okkupiert worden sein. Ich glaube ich werde nicht noch einmal herkommen. Ich habe mein altes Haus gesehen, da ist sogar die Tür aufgebrochen. Ein ehemaliger Nachbar wohnt jetzt zwischen lauter leeren Häusern. Er kann nicht mehr verkaufen, er bekommt nichts für sein Haus und fürchtet sich in der Nacht, weil sich die Polizei auf die bewohnten Bereich beschränkt..


Natürlich soll man nicht verallgemeinern. Aber das ist ein Bild das Amerikas Vorstädte an vielen Orten zeigen. Ein Bild das sich auch nicht bessern wird, weil einfach die Bewohner fehlen, die den Verfall aufhalten könnten. Ohne Bewohner keine Polizei und keine Feuerwehr. Zum Schluss werden diese Gegenden einfach sich selbst überlassen.

Anders als bei uns gibt es in den USA Grund und Boden genug. Es macht keinen Sinn an einer solchen Stelle der Niederlage zu renovieren. Da bauen die Leute lieber in neu erschlossenen Gebieten und schaffen Zuzugskommissionen die festlegen wer dort wohnen darf. Dabei geht es weniger um Moral, als um anhaltende Wirtschaftskraft. Suburbia ist eben nur für Sieger. Was aber wird aus Suburbia wenn alle verlieren.

Die gleiche Frage stellt sich auch bei manchen Flächen in Berlin. Am Potsdamer Platz bröckeln Fassaden, in der Friedrichtstraße haust der Schimmel fingerdick in einigen Zwischendecken. Überall in teuren, nicht vermieteten Bürohäusern, schlägt sich die Feuchtigkeit nieder. Undichte Fenster, Dächer werden wochenlang nicht bemerkt. Die Schäden steigen und Nachts fährt einsam der Streifenwagen, an einer völlig toten Gegend vorbei.

An anderer Stelle wird nach gleichem System neu gebaut. Die, die es sich leisten können, ziehen aus den schnell alternden Gebäuden weg und bevölkern für ein paar Jahre die neuen, aber meist schon zu billigeren Mieten. Bei ein paar Bauten wird auch schon ernsthaft über Abriss geredet, aber auch der kostet Geld.

Es ist auch nicht nur Berlin. In allen anderen Städten gibt es ähnliche Bereiche. In Frankfurt verlassen die Firmen die Stadt. Ganz leise und ohne viel Aufhebens. Aber wer einmal weg ist, kommt nicht wieder. Alles Geld in die Büroflächen führte natürlich dazu die Wohngebäude zu vernachlässigen. Neubau statt Sanierung oder Instandhaltung. Aber was tun wenn diese Neubauten, weder in Sachen Wärmedämmung noch beim Schimmel zu gebrauchen sind? Weggehen als Mieter.

Ich weiß nicht was wir an Blase in unseren Büroflächen stecken haben. Aber ich sehe, das selbst Vermietungsschilder abgenommen werden, weil diese Schilder in der Menge untergehen. Interessanterweise gibt es aber immer mehr Schilder an den Häusern auf denen dezent die Anschrift des Vermieters vermerkt ist. Falls denn mal wer kommt, der mieten möchte.

Es ist nicht nur Amerika, England oder Spanien. Es ist längst hier. Wir müssen es nur wahrnehmen wollen.


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Immobilien - Die Krise kommt näher

Geschrieben von
Jochen Hoff
Mittwoch, 30. April 2008
Kommentare (2) | Trackbacks (0)

Sensiblere Menschen können teilweise schon die Wucht der Einschläge hören. In Spanien ist es nicht gelungen Teile des Immobilienkonzerns Colonial an die angeblich bereitstehenden Investoren aus dem arabischen Raum zu verhökern. Bezeichnenderweise ist allerdings auch so, das die beteilgten Banken den Laden nicht übernehmen wollen:

Sechs der Gläubigerbanken des hoch verschuldeten spanischen Immobilienkonzerns Colonial haben nach eigenen Angaben einen Pakt geschlossen, um dem Unternehmen eine langfristige finanzielle Erholung zu ermöglichen.

Die Institute, die zuletzt erhebliche Anteile an Colonial übernommen hatten, würden das Unternehmen für mindestens ein Jahr kontrollieren, erklärten sie am Montag. Ihren Anteil von derzeit zusammen 20,5 Prozent würden sie nicht über 30 Prozent aufstocken, um kein Übernahmeangebot vorlegen zu müssen. Ziel sei es, einen "stabilen Kern" von Aktionären zu bilden, um dem Unternehmen Stabilität für eine Sanierung zu garantieren.


Ich würde das eher etwas unfreundlicher übersetzen. Sie sind eher bereit den ganzen Laden den Bach runter gehen zu lassen, bevor sie den 20,5 Prozent an schlechtem Geld noch weiteres hinterherwerfen müssen. Momentan liegt Colonial offiziell mit 7,4 Milliarden schief, wer die Branche kennt, wird wohl eher auf 22 tippen. Natürlich würden die internationalen Banken die Kredite liebend gern an die spanischen Banken übertragen, aber die sehen was an anderen Immobilienkrediten auf sie zukommt und winken ab.

Aber selbst wenn sie bei Colonial mit einem blauen Auge davonkommen, rettet sie das nicht. Da warten noch ganz andere, viel größere Probleme:

Doch jetzt fordert das Platzen der Spekulationsblase im spanischen Immobiliensektor ihren Tribut, das ist die spanische Variante der Finanzkrise. Denn die iberischen Banken haben sich anderen Risiken ausgesetzt. 60 Prozent ihres Kreditvolumens sind an den Immobilien- oder Bausektor gekoppelt, insgesamt rund eine Billion Euro. Davon entfallen 300 Milliarden Euro auf Immobilienentwickler.

Die konnten zwar während der Boomphase satte Gewinne einstreichen. Doch der Einbruch auf dem Immobilienmarkt hat eine beispiellose Pleitewelle in diesem Sektor ausgelöst. Nach Angaben der Bank von Spanien hat sich die Zahl der Insolvenzanträge im Bau- und Immobilienbereich in den ersten drei Monaten des Jahres um 147 Prozent erhöht. Die spanischen Banken seien trotz solider Ausgangsposition nicht immun gegen die Krise, warnte Notenbankchef Miguel Angel Fernández Ordoñez.


Wenn man sich das langsam auf der Zunge zergehen lässt, weiß man was kommt. 300 Millionen bei den Immobilienentwicklern sind weg. Wenn nicht schon jetzt dann morgen. Damit werden auch Baufirmen und Handwerker nicht mehr bezahlt, die ihrerseits Konkurs gehen. Damit reden wir von 1 Billion Euro und 60 Prozent des spanischen Kreditmarktes die sich mehr oder weniger in Luft auflösen. Zumindest als Kredite.

Ganz sicher haben die spanischen Banken auch bemerkt das die Briten zur Zeit nicht nur Ärger mit marodierenden hungrigen Affen auf Gibraltar haben und deshalb ihre heiligen Affen sogar abschießen, sondern auch das der englische Hypothekenmarkt gerade kräftig baden geht:

Die Kreditkrise treibt Londoner Hausbesitzern den Angstschweiß auf die Stirn: Selbst in Stadtteilen nahe der City fallen die Immobilienpreise ins Bodenlose. Im schlimmsten Fall könnte die aufziehende Krise am britischen Immobilienmarkt das ganze Land in eine Rezession stürzen.

..

Die jüngsten Statistiken des Hypothekenfinanzierers Halifax treiben nicht nur Millionen hochverschuldeter Grundeigentümer im Vereinigten Königreich den Angstschweiß auf die Stirn. Selbst Premierminister Gordon Brown zeigte sich jüngst tief beunruhigt: „Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen das Vertrauen in ihre Hypotheken zurückgewinnen und wir die Wirtschaft durch schwierige Gewässer lotsen.“

Das ist gar nicht so leicht, denn die Zinssenkungen der Bank of England sind bislang fast wirkungslos verpufft, weil die Geschäftsbanken die Verbilligung der Kredite nicht an ihre Kunden weiterreichen. Die Subprime-Krise hat die Banken so misstrauisch gemacht, dass sie sich gegenseitig kaum noch Geld leihen wollen. Und weil die Banken am Geldmarkt keinen Kredit mehr bekommen, können sie auch selbst weniger Kredite vergeben. First Direct, eine Tochter von Europas größtem Geldhaus HSBC, will neuen Kunden sogar gar keine Hypothekendarlehen mehr gewähren.


Die 50 Milliarden Pfund mit denen die Bank of England sich illiquide Hypotheken als Kreditsicherheit andrehen lassen will, können laut Aussage des ehemaligen Zentralbankers Charles Goodhar nur verhindern, das sich die Lage nicht weiter verschlechtert.

Kaum waren die Zahlen auf dem Tisch, zeigte sich jedoch, das diese Maßnahmen den Banken nicht reichen. Weiterhin besteht die Drohung das in Zukunft alle Banken die Hypothekenvergabe um die Hälfte oder sogar um mehr zurückfahren. Das würde bedeuten, das der Hypotheken- und Immobilienmarkt komplett zusammenbricht.

Wenn die Briten sogar den Gestank von deutschen Schweinen auf ihrer Insel riechen können, dann sollten die deutschen Immobilienbesitzer wissen, das von der spanischen und englischen Katastrophe sehr viels zu uns herüberschwappen wird. Rette sich wer kann.


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Es sieht nur wie Gemüse aus

Geschrieben von
Jochen Hoff
Mittwoch, 30. April 2008
Kommentare (5) | Trackback (1)

Während sich überall auf der Welt Nahrungsmittelknappheit bemerkbar macht und an vielen Orten schon Hunger herrscht, sind sich viele Leute noch gar nicht darüber im klaren, dass auch auf uns eine Änderung in der Ernährung zukommen wird. Alle ernstzunehmenden Experten sind sich darüber einig, das Treibstoff aus Öl oder Biomasse nicht mehr billiger wird. Es geht nur noch um die Frage wie schnell der Preis und wohin er steigt.

Die Fluggesellschaften kommen jetzt schon nicht mehr mit dem Geld für Sprit aus, was zwangsläufig zunächst zu weiteren Spritzuschlägen, auf Dauer aber zu höheren Flugpreisen für Fracht und Passagiere führen wird. Damit fallen viele Lufttransporte auf Dauer einfach aus und können auch nicht durch Schiffstransporte ersetzt werden. Der LKW hat seine eigenen Probleme und wird als Kühllaster aber auch im Normalverkehr erhebliche Einschränkungen erfahren. Auf einer Strecke leer zu fahren, wird sich bald nicht mehr lohnen.

Da weder die aktuelle Politik noch die Europäische Zentralbank einen Inflationsausgleich über kurze und heftige Lohnrunden zulassen, wird der Großteil der Verbraucher eine Menge an Einschränkungen hinnehmen müssen. Wer weiß, das ein Kilo Huhn den Gegenwert von sechs Kilo Getreide plus Aufzuchtkosten darstellt, kann sich ausrechnen das die sich im Welthandel verdoppelnden Getreidepreise auch bei uns zu verdoppelten Fleischpreisen führen werden. Im Moment schützt uns da noch der hohe Wert des Euros, aber schon zum Jahresende dürfte diese Marke erreicht sein, wenn es nicht durch Missernten noch vielschlimmer wird.

Da wir in Deutschland nach Meinung der Ernährungsmediziner viel zu viel Fleisch essen, ist ein Ausweichen auf Obst, Gemüse und Getreide sicher kein Problem. Allerdings erwartet uns da ein völlig neues und unerwartetes Problem, das sich keinesfalls auf die Niederlande oder den Treibhausanbau begrenzt:

Dem Gemüse gehen die Vitamine aus

Die Qualität des Eisberg-Salats, der Champignons und Gurken sowie anderen Gemüse-Produkten, die auf holländischem Boden wachsen, lässt zu wünschen übrig. Der Boden ist aufgrund seiner intensiven Nutzung total ausgelaugt und versorgt das Gemüse nicht mehr mit ausreichend Mineralien, aus denen dann im Gemüse während des Wachstumsprozesses Vitamine entstehen können.

Die Folge: Der Gehalt von Vitamin C beispielsweise in Gurken aus niederländischen Gewächshäusern ist in den vergangenen sieben Jahren um 99 Prozent zurückgegangen, fanden Wissenschaftler der renommierten Agrar-Universität Wageningen heraus, die ihre Ergebnisse in der Zeitung „de Telegraaf“ jetzt veröffentlichten. Auch der Vitamingehalt von holländischem Broccoli oder Karfiol ging demnach seit 2001 um 84 bzw. 64 Prozent zurück. Der Chicorée enthält überhaupt kein Vitamin C mehr. Das einzige Gemüse aus holländischer Produktion, das seinen Vitamingehalt steigern konnte, ist der rote Paprika. Er spendet heute 3,6 Prozent mehr Vitamin C als noch vor sieben Jahren.


Alle in Treibhäusern und für den Transport gezüchteten Gemüse und Obstsorten, müssen zuerst transport- und lagerfest sein. Wenn sich die Produkte von der Südwestspitze Spaniens bis nach Nordfinnland ohne Kühlung transportieren und dann auch noch verteilen und verkaufen lassen, sind sie gut. Dann geht es um die Erntemengen. Je mehr desto besser. Der nächste Anspruch ist die Optik. Große Früchte in kräftigen Farben erscheinen gesünder, weil sie in normalem Anbau eben Reife signalisieren. Danach folgt der Geschmack, der sich aber erziehen lässt. Die meisten Menschen wissen ja gar nicht, wie alte Sorten schmecken und wie z.B. Erdbeeren schmecken müssten.

Die Inhaltsstoffe interessieren dann niemanden mehr, weil es dafür keinen Grund gibt. Das geschieht nicht aus böser Absicht, sondern ist einfach das Ende einer logischen Kette. Dünger in Treibhäusern oder gar lebendige Erde mit Bodenleben kostet Zeit, Geld, und bringt als lebendige Erde auch noch Schadinsekten mit ein, die dann bekämpft werden müssen.

Natürlich wird sich jetzt etwas ändern. Die holländischen Tomaten haben ja auch wieder etwas Geschmack bekommen, sind aber immer noch Lichtjahre von alten Sorten entfernt. Wenn wir beim Gemüse, aber auch bei Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln nicht nur das schöne Aussehen und Nahrungswert von Pappe haben wollen, müssen wir umdenken. Wir müssen zurück auf ältere Sorten die vielfach frei sind und sich eben auch bei uns anbauen lassen.

Das aber wird Geld kosten, viel Geld. Alte Sorten haben weniger Ertrag, sind nicht so widerstandfähig gegen Schädlinge und Krankheiten, oder lassen sich nicht so leicht behandeln. Der Zeitraum für den Transport schrumpft und auch die Lagerfähigkeit an sich. Kühlhäuser wirken teilweise kontraproduktiv. Es kann also auf gleichen Flächen nur viel weniger an Endprodukten erzeugt werden. Ich tippe auf eine Halbierung, mit etwas Glück verlieren wir nur ein Viertel.

Im Prinzip kommen wir um den biologischen naturnahen Anbau nicht herum. Allerdings brauchen wir im Bereich Düngung ein anderes Rechenmodell. Wir müssen das was wir dem Boden mit Früchten und Kraut entnommen haben, auch wieder zuführen dürfen, mit Düngemitteln aus dem Zukauf. Eine Hoftürbilanz der Energie wäre eine einfache Lösung.

Gleichzeitig müssen wir allerdings solche Leute wie die BASF mit ihrer Gen-Amflora nicht zum Zuge kommen:

Die Kartoffel soll nicht auf dem Teller landen«, erklärt BASF-Vorstand Marcinowski. Das Gemüse ist für die Industrie verändert worden. Der wichtigste Inhaltsstoff, der Stärkebestandteil Amylopektin, soll herausgefiltert werden und anschließend Druckpapier glänzen lassen und Klebstoffe länger flüssig halten. Das aber geht am besten, wenn der andere Stärkebestandteil, die Amylose, gar nicht erst entsteht. Deshalb haben BASF-Forscher die Pflanzen manipuliert. Ein lohnendes Geschäft winkt.


Während wir ernsthaft überlegen müssen, wie die Ernährung in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen ist, wollen solche Leute wie Marcinowski ihren Gendreck freilassen um Druckpapier glänzen zu lassen. Zum Glück weigert sich die EU, den gefährlichen Unfug zuzulassen. Selbst die Diskussion ob man solchen Unfug braucht ist schon fast strafwürdig, wenn man den Hunger in der Welt sieht.


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29. Der Liebe bitt'res Weh

Geschrieben von
Jochen Hoff / Elsa Rieger
Dienstag, 29. April 2008
Kommentare (0) | Trackbacks (0)

Du mit den großen Augen,
Ich hab es dir immer gesagt,
Dass ich dich unsäglich liebe,
Dass Liebe mein Herz zernagt.

Doch nur in einsamer Kammer
Sprach ich auf solche Art,
Und ach! ich hab immer geschwiegen
In deiner Gegenwart.

Heinrich Heine


29. März 2006 Wien 7 Uhr 15

Johann betrat die Suite, kam auf Tatijana zu und schaute über ihre Schulter auf den Monitor.
Sie versteifte sich, konnte die Fremde an ihm riechen! Wie müde er aussah. Ausgepowert wie ein streunender Kater. Was mochten all diese Frauen haben, was sie ihm nicht bieten konnte? Sie hätte ihn ermorden können.
Wo er bloß dauernd die Frauen aufgabelte? Daran, was er mit ihnen trieb, wollte sie gar nicht denken. Trotzdem schossen ihr die wildesten Vermutungen durch den Kopf, zumal zwischen seinen Aktivitäten oft Monate lagen, in denen er zusehends unruhiger wurde.
Sie hätte ja durchaus die Mittel gehabt, ihm Detektive hinterher zu jagen, aber einerseits fürchtete sie die Ergebnisse und andererseits würde er ihre Spürhunde wahrscheinlich schnell entdecken. Dann würde er nicht locker lassen, bis er wüsste, wer und warum sie ihm auf den Hals gehetzt worden waren. Die Blöße würde sie sich nicht geben.
Also wütete sie still in sich hinein. Ließ den Drucker alles ausdrucken, was in der Zeit seiner Abwesenheit passiert war und berief kurzfristig eine Konferenz ein.
Zu den aktuellen Ereignissen gehörte, dass die Italiener für ihre Verhältnisse erstaunlich schnell gearbeitet hatten. Die Untersuchungsergebnisse im Fall Bruscini lagen vor, zusammen mit einer Liste von gestohlenen Bildern, deren Originale in seinem Besitz waren, dazu eine Anzahl von Kopien aus anderen Diebstählen.
Die Italiener hatten zu ihrem Entsetzen auch eine Menge Foltervideos gefunden, die echt zu sein schienen. Darunter die Filme von der Kreuzigung des Grafen Caloprini und vom Tode der Lamm. Die in Wien inhaftierten Sarden waren auf vielen der Aufnahmen zu sehen. Der Giftzwerg auf allen.
Bruscini hatte eine ausgeklügelte Buchhaltung über seine Geschäfte geführt, um zu verhindern, dass seine Mitarbeiter ihn bestahlen. Sie war zwar noch nicht vollständig entschlüsselt, gab aber jetzt schon einen Überblick darüber, wie weit verzweigt seine illegalen Unternehmen waren und wie sehr sie auch für die Interessen seiner legalen arbeiteten.
Die minderjährigen Nutten hatten in seinem Auftrag mit dem Führer der neuen, demokratischen Partei geschlafen, seine Paparazzi die Fotos gemacht und seine Fernsehgesellschaften und Printmedien die Sache aufgebauscht, bis der Mann seinen Hut nehmen musste.
Die enge und vielfache Verknüpfung von legalen und illegalen Geschäften verblüffte selbst die erfahrenen italienischen Ermittler.
Wäre nicht Bruscinis Hang zur Kontrolle und seine Freude am Schmerz der anderen gewesen, hätte es vermutlich noch lange keine Ermittlungen gegen ihn gegeben.
Aber nun war eine Lawine in Bewegung geraten, die sich nicht mehr aufhalten ließ. Fast im gleichen Augenblick, in dem die betroffenen Ermittler und Polizeibehörden in den unterschiedlichen Ländern erste Information über die Ergebnisse erhielten, wurden die Medien informiert. Fünf Stunden, nachdem Bruscini die Schweiz verlassen hatte, tauchten die ersten Fernsehbilder auf.

Die Ermittler trafen um neun zum Frühstück in Johanns Suite ein.
Helga, die Störchin, Huber und Tatijana saßen heftig diskutierend am Tisch, als der Reichsgraf den Raum betrat. Frisch geduscht, stellte Tatijana fest, neue Klamotten: dennoch roch sie die andere.
Helga und die Störchin beobachteten mit einem wissenden Lächeln Tatijanas stechenden Blick, während Hubsi natürlich ebenso wenig etwas davon merkte wie Johann selbst. Der Reichsgraf ließ sich sehr umständlich auf seinen Stuhl herab und verzog das Gesicht, als litte er unter starken Schmerzen.
„Hast du dich verlegen, Johann?“, fragte Huber besorgt.
„Nein es ist nichts, zumindest solange ich nicht lache oder huste. Ich hab mir eine Rippe geprellt.“
„Damit solltest du nicht spaßen, ich lass mal schnell den Polizeiarzt kommen. Die Lunge könnte verletzt sein.“ Huber griff zum Telefon und machte einen schnellen Termin klar.
„Bist wohl beim Pflügen aus der Furche gefallen“, keifte Tatijana zornbebend, „oder kam der Ehemann zu früh nach Hause?“
„Ersteres“, antwortete Johann, um seine Ruhe zu haben. Er verstand nicht, weshalb Tatijana so aggressiv reagierte.
Als der Arzt kam und eine angebrochene Rippe feststellte, stichelte sie: „Man soll sich Pferden im Dunkeln nicht von hinten nähern, weil die austreten können.“
Immer wieder warf sie Johann düstere Blicke zu, nachdem er nicht reagierte, klinkte sie sich wohl oder übel in die gemeinsame Planung der nächsten Schritte ein.
Homer nahm daran in Form einer Telefonschaltung teil, da er noch in Deutschland zu tun hatte.
Johann würde mit russischen und eigenen Sicherheitsleuten sowie Dolmetschern nach UlanBator fliegen, um sich dort umzusehen.
Tatijana und Helga würden ihr Glück in Moskau versuchen und wollten auch möglichst schnell aufbrechen. Der Fall kam endlich in die Gänge. In die Sitzung platzte ein Anruf des Berner Polizeichefs, der mehr als ärgerlich war.
„Natürlich kannst du auf Mithören schalten, ich muss mich ohnehin für meine Regierung entschuldigen. Die haben Bruscini trotz Vorliegens eines italienischen Haftbefehls einfach über Kloten nach Rio ausfliegen lassen. Begründung wie immer: Keine. Ich schäme mich wirklich sehr.“
Johann wusste, was es für einen echten Polizisten bedeutete, einen Gesuchten laufen lassen zu müssen, weil irgendwelche Politiker ihr eigenes Süppchen kochten und dabei auf Recht und Gesetz spuckten.
„Mach dir nichts draus. Es sind eben geldgierige Politiker. Das kannst du nicht ändern. Ist er noch in der Luft oder schon gelandet?“
„Vor zwei Stunden angekommen, der dürfte endgültig verschwunden sein. Den sehen wir nie wieder. Verdammter Mist.“
„Mal abwarten. Vielleicht kann ich da ja was tun. Ich halte dich auf dem Laufenden.“ Johann rief das Justizministerium in Brasilia an. Nun wurde dort jemand mitten in der Nacht geweckt. Danach beauftragte er ein größeres Detektivbüro Bruscini aufzustöbern.
Irgendwo tagte gerade mal wieder eine Konferenz der europäischen Innenminister, bei der die Nachricht von Bruscinis Flucht auch die Runde machte. Es ließ sich später nicht mehr herausfinden, welcher dieser obersten Ordnungshüter auf die Idee kam, damit sei die Sache mit den Kunstdiebstählen erledigt und man könne in der Ermittlungsarbeit wieder langsamer treten.
Johann verwunderte diese Haltung nicht besonders, da es sich bei den Innenministern um Politiker handelte, die mit der Einhaltung von Recht und Gesetz schon berufsbedingt Schwierigkeiten haben. Einige von ihnen hätten aufgrund eigener Vergehen in ihren Ländern nie mehr Beamte werden können, wurden dafür die Vorgesetzten jener. Darin war sich dieses politische Europa einig.
Als die ersten Polizeichefs, die Anweisung erhielten, die internationale Zusammenarbeit in Sachen Bilderdiebstahl runter zu fahren, gab es einige, die sofort übereifrig reagierten, andere, die gar nichts taten und einige, die wütend wurden, weil sie immer ein Auge auf die Ermittlungsergebnisse gehabt hatten.
Johann, Huber und den Chef der Schweizer Versicherungsgruppe erreichten die Nachricht gleichzeitig. Huber wurde angewiesen, seine Ermittlungen, wenn möglich zu intensivieren, solange er den Fall nicht für abgeschlossen hielt.
Der Versicherungschef, der sonst gerne von den Fehlentscheidungen der Politik profitierte, war stinksauer. Er hatte über seine Kanäle eine klare Nachricht an die Ministerrunde absenden lassen. Keine Ermittlungen bedeuten auf lange Zeit keine Spenden mehr für die Parteien der Betreffenden.
Johann wurde von den Schweden informiert, dass die Regierung weiteres Vorgehen für unbedingt notwendig hielt, gleiches galt auch für Griechenland und Irland.


29. März.2006 Berlin 9 Uhr 15

Der Berliner Polizeichef hatte die Anweisung gleich durch den Reißwolf gejagt. Er war nicht feige, aber Mücke mit so einem Scheiß zu kommen, hätte den vor Wut platzen lassen. Mochte sein Innensenator sich auch für unverwundbar halten, der Polizeichef wusste es besser.
Die Pressekonferenz von MM zu einem solchen Thema, wollte er nicht erleben. Er erinnerte sich mit Schrecken an die Stellungnahmen, die Mücke bei den Politikermorden abgegeben hatte. Mit ihm nicht. Basta.
Natürlich rief ihn dieser verdammte Kerl ausgerechnet jetzt an. „Hi, MM. Was’n los?“
„Ich dachte, das könnten du und dein Innensenator mir sagen. Bei mir pfeifen nämlich sämtliche Spatzen von allen Dächern, dass unsere Bundesregierung in Form unseres menschenliebenden Innenministers keine Fortsetzung der Ermittlungen in der Sache Bilderdiebstähle wünscht. Wahrscheinlich brauchte es seine gesamte Konzentration, wie es zu schaffen wäre, die Bundeswehr auf die Bundesbürger schießen zu lassen. Was sagst du dazu?“
„Du missverstehst ihn da. Er möchte ja nur die Bundeswehr einsetzen können, wenn Terroristen mit Massenvernichtungsmitteln ...“
„Das kann der Vogel nicht einmal seiner Großmutter verkaufen. In solch einem Fall reicht ein Anruf und die Bundeswehr hilft. Das tut sie nämlich schon seit Gründung dieses Staates, bei Flut, Schneechaos, Feuer und wie du an unserem letzten Einsatz gesehen hast, klappt das sogar mit Fernaufklärung. Was also ist mit den Ermittlungen?“
„Natürlich machst du weiter. Ich habe nichts Gegenteiliges gehört.“
„Du solltest nie ein Verbrechen begehen, du bist ein schlechter Lügner. Aber wenigstens tust du das Richtige. Wenn die Presse Wind davon bekäme, wieviel Erfolg wir in dem Kampf gegen die Faschos nur diesen Ermittlungen verdanken, stünde die Politische Polizei ziemlich schlecht da.“
„Wir haben keine politische Polizei. Das sind Beamte mit Staatsschutzaufgaben. Mach weiter und mach was du willst, du hast Rückendeckung.“
Grinsend legte Mücke auf und rief Johann an. Hatten die Innenminister mit ihrer Entscheidung eine Welle verursacht, so knallte ihnen nun ein Tsunami der Entrüstung entgegen. Prompt taten sie das, was Politiker immer tun, wenn sie auf Widerstand stoßen. Sie knicken ein und behaupten das Gegenteil von dem, was sie ursprünglich wollten.
Sofort trat der portugiesische Innenminister vor die Presse und verkündete, dass die Ermittlungen wesentlich verstärkt werden würden. Die Innenministerkonferenz empfinde gerade diese Ermittlungen als ein sehr gutes Beispiel für europäische Zusammenarbeit.


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Verbrauchervertrauen oder Mut der Verzweiflung

Geschrieben von
Jochen Hoff
Dienstag, 29. April 2008
Kommentar (1) | Trackbacks (0)

Gute Nachrichten müssten doch eigentlich das Herz erfreuen:

Finanzkrise und steigender Preise bessert sich überraschend die Kauflaune der Verbraucher. Das Barometer für das Konsumklima im Mai stieg um 1,1 auf 5,9 Punkte, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit dem Herbst. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Die abnehmende Arbeitslosigkeit und die jüngsten Tarifabschlüsse sorgten dafür, dass die Bürger ihre Einkommenserwartungen kräftig nach oben schraubten und wieder eher mit größeren Anschaffungen liebäugeln. „Der Verbraucher geht davon aus, dass er netto trotz Inflation mehr in der Tasche haben wird“, sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst zu Reuters.


Eigentlich doch eine wirklich gute Nachricht, wenn die FAZ ihr nicht folgende Überschrift verpasst hätte:

Verbraucher optimistischer als Manager


In dieser Überschrift versteckt sich die etwas hilflose Frage, warum denn die Manager mehr Angst vor der Zukunft haben als die Verbraucher. Dabei ist die Antwort ganz einfach. Wenn die Medien ihren Lesern nicht die Wahrheit erzählen, sondern ein ewiges Eia Popopeia und es wird schon wieder, es ist Licht am Ende des Tunnels, dann müssen die normalen Bürger eben an das glauben was die Medien erzählen.

Natürlich könnten die Bürger zwischen den Zeilen lesen, aber das wollen sie nicht. Sie wollen ja glauben das alles gut wird, ja das es vielleicht sogar besser wird. Da will man nicht wissen, das die wachsende Beschäftigung eben nicht mehr Geld sondern nur Billigstarbeitsplätze bedeuten von denen niemand leben kann. Das diese Arbeitsplätze Betrug sind. Da will keiner etwas von 9 Millionen echten Arbeitslosen hören, oder gar von 9,5 Prozent realer Inflation, die jede Lohnerhöhung lächerlich erscheinen lässt. Da will keiner etwas von Finanzkise, Peak Oil oder Hunger wissen.

Die Bürger wollen das Lied der Freude gerne hören und tatsächlich kaufen sie auch. Wir ja auch. Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen hat das Sofa und den Esstisch ersetzt. Mit Recht. Aber ihre Argumentation war noch härter: "Billiger wird es sicher nicht.". Kaufe jetzt weil du es dir morgen nicht mehr leisten kannst. Soweit sind jetzt auch schon Banker

Sonst kaufen andere

[ Janwillem Acket ] Der Chefökonom des Schweizer Bankhauses Julius Bär wirbt für Aktien, weil er an ein Wachstum der Weltwirtschaft glaubt

Der Privatkunde müsste sich wie ein strategischer Investor gebärden und jetzt auf Schnäppchenjagd gehen. Er müsste sich einkaufen in die möglichen Flaschenhälse der Zukunft auf dem globalen Markt. Damit meine ich Knappheiten in bestimmten Sektoren und Branchen, wo Preissteigerungen zu erwarten sind wie Rohstoffe und Infrastruktur.

..

Natürlich ist es riskant, jetzt am Aktienmarkt einzusteigen. Das kann ohne Weiteres um zehn oder zwanzig Prozent runtergehen. Deshalb raten wir unseren Kunden: Staffeln Sie Ihren Einstieg über Wochen oder Monate.

..

Ob das eine Rezession ist, wissen wir sicher erst am Ende des Jahres. Außerdem leben wir in einer multipolaren Welt mit vielen Wachstumsquellen. Drei Milliarden Menschen sind in den Schwellenländern unterwegs, den Abstand von ihrem Lebensstandard zu unserem zu verkürzen.


"Leute kauft Kämme, es gibt lausige Zeiten, ist das was mir zu solchen Aussagen einfällt. Natürlich hat das Bankhaus Julius Bär noch haufenweise Papiere in ihren Depots die sie lieber in den Depots von anderen sehen möchten und zudem die Furcht im Nacken, wann der nächste Mitarbeiter die Wahrheit sagen könnte. Den ersten konnten sie nicht zum schweigen bringen, das ermutigt andere.

Ob das eine Rezession ist kann Herr Acket erst am Ende des Jahres sagen, nachdem er hofft seine maladen Papiere losgeworden zu sein. Schade das es in der Schweiz kein Internet gibt und das er wohl auch den Tagesanzeiger.ch nicht lesen darf. Der sagt ihm nämlich genau das Rezession ist und das es täglich schlimmer wird und er würde auch Herrn Acket erklären warum das so ist

Die USA im Schuldenrausch

Vier von fünf amerikanischen Haushalten sind verschuldet. Auto, TV, Jeans – alles auf Pump gekauft. Nach der Immobiliendroht nun die Konsumkrise.

Schuldner sind in den USA fast alle. Knapp 80 Prozent aller Haushalte stehen bei Banken und Kreditkartenfirmen in der Kreide – per Ende 2007 mit 13 800 Milliarden Dollar. Das Schuldenmachen beginnt schon im Studium. Gut zwei Drittel aller Absolventen beanspruchen inzwischen Ausbildungskredite. Tendenz steigend. Seit 1990 hat sich die Zahl der Studenten verdreifacht, die mit mehr als 25 000 Dollar Schulden ins Arbeitsleben starten, wie die Organisation Student Debt Alert festhält. Wer nach dem Studium keinen gut bezahlten Job ergattert, stottert das Geld zum Teil jahrzehntelang ab.

..

Seit 1998 nahm die Summe der Nicht-Hypothekarkredite um 86 Prozent auf 2600 Milliarden Dollar zu. Ein substanzieller Teil jenes Konsums, der die amerikanische Wirtschaft bisher am Laufen gehalten hat, erfolgte somit auf Pump.

..


Da der Konsum den bei weitem grössten Teil zum Bruttoinlandprodukt beiträgt, macht sich schon ein kleiner Rückgang stark bemerkbar. «Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die USA dadurch in eine länger dauernde Rezession geraten», sagt Baker. Und das, so erwartet er, würde auch dem System der auf Schulden basierenden Wirtschaft den Garaus machen.


Natürlich gibt es in der Schweiz Internet und auch die Bank Julius Bär weiß genau, wohin die Reise geht. Aber sie sagt ihren und anderen Kunden einfach nicht Wahrheit. Sie weist auf die Gefahren hin, füttert aber gleichzeitig mit dem Rauschgift Hoffnung. Die deutschen Medien, gerade die Wirtschaftspresse nimmt das gerne auf. Es muss doch weiter gehen. Wer soll denn all die schönen Anzeigen schalten von denen sich doch so bequem leben lässt. Welchen Sinn macht Börsenfernsehen wenn man die Wahrheit sagt.

Das ist natürlich Unfug. Eine kluge Wirtschaftspresse spricht die Wahrheit aus um etwas zu bewegen und dafür zu sorgen, das die Kunden ihnen nach der Krise eben auch noch glauben. Die Kunden sind aber nicht die Werbekunden, sondern die Zuschauer und Leser. Egal was die Werbekunden denken und tun, ohne Leser und Zuschauer gibt es keine Medien, weil dann auch die Werbekunden weglbleiben. Wahrheit liefern um Kundenvertrauen zu gewinnen, ist das eigentliche Mediengeschäft. Wer das nicht begreift wird untergehn.

Natürlich kann man auch jetzt noch Aktien kaufen, wenn man selber genau weiß was man tut. Fonds, gerade Bankenfonds ähneln im Moment manchmal den Ladeflächen von fahrenden Schrotthändlern. Da ist oft alles drauf und drin was sich sonst nicht mehr verwerten lässt. Gebündelter Ramsch.


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Der Brandstifter geht in Pension

Geschrieben von
Jochen Hoff
Dienstag, 29. April 2008
Kommentar (1) | Trackbacks (0)

Der Struck macht uns den Stiegler. Natürlich ist es gut das er endlich geht, aber hätte er das nicht vor dem 4. Dezember 2002 und vor seinem unsäglichen Satz tun können:

Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.


Auch ohne die Tatsache, dass unter seiner Leitung sehr zielgerichtet in großem Umfang brisante Daten etwa zu Auslandseinsätzen aus der Zeit der SPD-Regierung (1999–2003) vesehentlich gelöscht wurden, war Struck eine der großen Katastrophen der SPD. Ich erinnere mich noch gut, das er einer Abgeordneten die nach ihrem Gewissen und nicht nach seinen Befehlen entscheiden wollte, so viel Druck machte, bis diese weinend zusammenbrach und ich habe sein Lächeln in diesem Moment noch wie eingebrannt vor meinen Augen.

Da geht kein Demokrat, da geht schon gar kein Sozialdemokrat. Ausgesorgt hat er schon lange, es werden auch noch Belohnungen auf ihn warten. Aber wie Stiegler geht er natürlich auch zum richtigen Zeitpunkt. Die Bundestagswahl 2009 wird zum Desaster für die SPD. Von Rüttgers in der Koalition links überholt, werden auch die letzten halbherzigen Themen in kleinen Rauchwölkchen am Himmel verblassen.

Diese SPD hat keine Kraft und auch keinen Rückhalt mehr in der Bevölkerung. Wahrscheinlich hat sie auch gar kein Interesse mehr an einem Wahlkampf. Es ist ja auch unerheblich ob am Ende 18, 22 oder gar 26 Prozent dabei herauskommen. Eine Regierungsbeteiligung wird es für die SPD auf lange Sicht nicht mehr geben.

Schwarz-Grün oder Jamaika werden die Farben der nächsten Legislaturperiode, wobei ich auf Jamaika tippe und die FDP mit der Drohung von Schwarz-Grün-Rot kleingehalten wird, bis sie sich auf Dauer selbst zerreibt.

Da ist es an der Zeit für die Verantwortlichen sich langsam aber sicher aus dem Staub zu machen. Der Auftrag die SPD zu ruinieren ist erfolgreich abgeschlossen, zu gewinnen oder gar zu entscheiden gibt es in Zukunft nichts mehr, also geht man aus der Macht in die Pension. Das sieht dann hinterher in den Biographien sehr viel freundlicher aus.

Wer der Nachfolger von Struck wird ist völlig egal. Gabriel dürfte die Pension noch nicht beisammen haben, auch wenn er viel für die Atomindustrie und die Ölmultis getan hat. Schließlich hat er den einen ein Endlager und den anderen ein großes Geschäft dadurch verpasst, das er deutschen Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen künstlich verteuert hat. Atomkraft, nicht nur Schacht Konrad, da kommt auch noch Gorleben. Er weiß schon wem er verpflichtet ist.

Steinbrück und Steinmeier werden in die Wirtschaft gehen. Aufsichtsräte. Auch sie haben ja ihre Aufgaben erfüllt, ebenso wie Sarrazin, der seinen Absprung ja mit aller Macht vorbereitet. Den Wiefelspütz wird es in die Rente ziehen, aber vielleicht macht er auch noch eine Runde. Das ist ja bares Geld und er muss ja nicht in Berlin sein.

Gespannt bin ich nur auf die Begründungen von den Leuten, die erst nach der Wahl offiziell abspringen.


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Die Sieger von Tempelhof

Geschrieben von
Jochen Hoff
Dienstag, 29. April 2008
Kommentare (2) | Trackback (1)

Das ist das schöne an der deutschen Politik. Es gibt immer nur Sieger. Die Zahlen dürften bekannt sein, aber erwähnen wir sie trotzdem noch einmal. Für den Erhalt des Flughafen stimmten 21,7 Prozent der Berliner Stimmberechtigten. Nötig gewesen wären 25 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug beschämende 36,1 Prozent der Stimmen. Von den Leuten die zur Abstimmung gingen, stimmten 60,2 Prozent für den Erhalt des Flughafens.

Beginnen wir mit der Wahlbeteiligung. So ein Flughafen kostet Geld, viel Geld und es kann einfach nicht sein, dass irgendein Wahlberechtigter der normalen Einkommensklassen, dieses Geld übrig hat. Unabhängig von Zustimmung oder Ablehnung zum Flughafen empfinde ich es als demokratische Fehlleistung von seinem Abstimmungsrecht nicht Gebrauch zu machen.

Wenn im Jahr 2006 noch 1.104.370 für Volksentscheide waren und jetzt nur 880.808 hingingen, dann haben 223.562 Leute seit 2006 entweder entschieden, das sie Volksentscheide nun doch nicht mehr für sinnvoll halten, sind weggezogen, oder so schwer erkrankt, das sie nicht teilnehmen konnte. Zumindest von größeren Krankheitswellen ist mir nichts bekannt. Es ist Faulheit und Desinteresse. Also unentschuldbar für Demokraten.

Es komme mir auch keiner damit, das der Senat eh nicht reagieren wollte, oder Wowereit so schöne Häschenpantoffeln besitzt. Wenn ich in einer Demokratie nicht mitmachen will, brauche ich auch keine Demokratie. Das gilt insbesondere auch für die Leute in meinem Bekanntenkreis, die zwar immer die Schnauze aufreißen und nach Veränderungen rufen, aber dann nicht in der Lage sind zu ihrem Wahllokal zu fahren, zu rollen oder zu laufen. Kommt mir also nicht mit Veränderungen und das man nichts verändern kann.

Nehmen wir dann unseren Regierenden. Das der sich in dieser Diskussion selten dämlich und weit unter seinen Möglichkeiten gezeigt hat, wissen wir alle. Er sollte sich seiner Macht nicht zu sicher sein. Ich halte dieses Ergebnis nämlich nicht für einen Vertrauensbeweis an Rot-Rot. Ein Vetrauensbeweis für Rot-Rot lässt sich auch unter Beigabe von viel Alkohol aus diesem Ergebnis nicht herauslesen.

Der Sieg ist keiner, weil ja nicht die Regierung zur Disposition stand, sondern Freund Pflüger mit seinen dubiosen Hintermännern, die ein offensichtliches Nichtthema zum Thema machen wollten und damit kläglich gescheitert sind. Ein Volksentscheid ob Rot-Rot weiter regieren soll oder ob Neuwahlen gewünscht werden, hätte vermutlich als schwere Niederlage für den Senat geendet.

Den großartigsten Sieg haben natürlich Friedbert Pflüger und Ingo Schmitt eingefahren:

Oppositionschef Pflüger sprach trotz der Niederlage vom "Sieg eines breiten bürgerlichen Bündnisses". Denn obwohl das Quorum deutlich verfehlt wurde, hatten die Befürworter 530.000 Stimmen erhalten. Die Gegner des Flughafens kamen auf 348.000 Stimmen.


Das die Berliner CDU es nicht so mit dem Rechnen hat, wissen die Berliner aus leidvoller Erfahrung. Pflüger wurde allerdings extra aus Niedersachsen importiert. Entweder ist diese Rechenschwäche ein generelles CDU Problem oder die Rechenschwäche der Berliner CDU eine ansteckende Krankheit.

Der großartige Sieg seines breiten bürgerlichen Bündnisses ist eher etwas jämmerlich ausgefallen. Bei der letzten Wahl hatte die CDU 350.531 Erststimmen und die FDP 99.951, was zusammen 450.482 ausmachte. Diesmal bekam das bürgerliche Lager, was ja bekanntlich auch SPD und Grünenwähler einschließt zusammen 530.231 Stimmen, was einen Zuwachs von 79.749 bedeutet. Ein seltsamer Sieg. Das dürften alleine die Stimmen sein, die aus der Westberliner SPD Wählerschaft gekommen sind. Pflüger hat nicht einmal die CDU Wähler komplett auf die Beine gebracht.

Die Islamophoben, die sich ja Pflüger aufgrund seiner nicht ausländerfreundlichen Haltung besonders gewogen zeigen, haben natürlich auch gleich ihre "Anal"yse parat: "Ossis versetzen Tempelhof den Todesstoß":

Im Ostteil der Stadt stieß der erste Volksentscheid in der Geschichte der Hauptstadt nicht nur auf geringes Interesse, sondern die Ossis stimmten auch zu 49% für die Schließung (Westen: 60% für den Weiterbetrieb). Zwar sprachen sich bisher über 500.000 Berliner für die Offenhaltung aus, die erforderlichen 609.000 Ja-Stimmen (25% der Wahlberechtigten) werden aber kaum noch erreicht werden können.


Wer sich den Tag so richtig versauen will, liest dort auch ein wenig in den Kommentaren, die mehr über den Geist der hinter dieser angeblichen Volksabstimmung steckt verraten, als den Frontmännern lieb sein dürfte. Natürlich ist der Schluss völlig falsch wie immer bei diesen kleinen braunen Zwergen. Es ist nicht der Osten oder der Westen. Verglichen mit dem Wahlergebnis von 2006 wurden ähnliche Werte erreicht, wobei die Zugewinne aus dem bürgerlichen Grünen und SPD Bereich im Westen deutlicher sind, weil es hier eine engere Verbindung und viele Erinnerungen zu und an Tempelhof gibt.

Viel Spaß macht mir auch die Berliner Handwerkskammer die schon von Hause aus ein völlig überflüssiger Verein ist:

Der Präsident der Berliner Handwerkskammer, Stephan Schwarz, erklärte, die zu geringe Wahlbeteiligung könne eine Folge der entmutigenden Signale des Senats gewesen sein. Dennoch komme die Politik an dem klaren Ja-Votum nicht vorbei. Der Flughafen Tempelhof müsse mindestens bis zur Fertigstellung von BBI aufrecht erhalten werden.


Aber nun gut. Der Mann ist Funktionär, der hat wahrscheinlich ein ganz anderes Rechenbuch als normale Menschen und kann, da er ja von Zwangsgeldern lebt, auch ohne Probleme Adam Riese für eine Sagengestalt halten.

Es wundert überhaupt, wie wenig Sachverstand in der gesamten Kampagne steckte, die ja richtig Geld gekostet hat. Da waren doch haufenweise Spin-Doktoren, Werbeleute und viel Geld aus wohl ziemlich übelriechenden Quellen am Werke, die man lieber nicht veröffentlicht sehen will. Das ist verständlich, aber wie ich Berlin kenne, werden wir im Herbst die Zahlen haben und Roß und Reiter nennen können. Das Springer alles tut um Berlin zu schaden, war ja schon lange bekannt.

Ich halte das Ganze überhaupt für einen Probelauf, mit dem festgestellt werden sollte, wie das dumme Wählervolk manipuliert werden kann, um der herrschenden Klasse Abstimmungs- und Wahlergebnisse nach deren Gusto zu liefern. Natürlich werden auch die heute ihren Sieg feiern. Wie immer kann man in die Zahlen alles hineininterpretieren. Lügen wird mit Statistik erst richtig schön.

Natürlich ist diese Koalition der Heimlichen vollständig gescheitert. Nicht das es denen um den Flughafen gegangen wäre. Dann hätten sie einfach einen Gesetzesantrag zur Abstimmung gestellt. Aber den Flughafen wollte ja keiner. Man wollte siegen und es Rot-Rot überlassen, dann trotzdem zu schließen, weil das wirtschaftlich und vertragsrechtlich betrachtet die einzig richtige Maßnahme ist.

Es hat nicht gereicht. Trotz alledem. Trotz vielem Geld, Trotz Springermacht und Pflügertricks. Das ganze ist vor die Wand gefahren worden. Das ist für mich die eigentliche Überraschung. Ich hatte nach all diesem Aufwand mit mehr als 30 Prozent gerechnet. In den Blogs, den Zeitungen, den Kommentaren und Leserbriefen, sowie in persönlichen Gesprächen war zwar zu erkennen, das viele Leute die eigentlich für Tempelhof gewesen wären, sich von der Art der Kampagne und den fragwürdigen Hinterleuten abgestoßen fühlten, aber das schmale Ergebnis hatte ich nicht erwartet.

Das wird genau diese Hinterleute natürlich nicht von einem erneuten Versuch bei der nächsten Wahl abhalten. Wahlkampf wird wohl immer zu einem reinen Parolengewerfe ohne Inhalte und Sachbezug. Das ist traurig. Bei den geringen Wahlmöglichkeiten innerhalb unseres Wahlsystems, engt das Demokratie noch weiter ein. Wer als Ministerpräsident abgewählt wird, wird eben Bundesminister. Wer brav und artig der Linie des jeweiligen Parteivorstandes folgt, hat ein sicheres Mandat.

Die Wahlen der Zukunft werden sehr stark vom vorhandenen Geld der Parteien und ihrer Unterstützer abhängen. Wer das Geld gibt, wird immer undurchschaubarer. Es steht jedoch fest, dass die Geldgeber eine Gegenleistung wollen und auch bekommen. Dabei ist es egal wie wir das nennen. Ob Bestechung oder gegenseitige Unterstützung. Es entfernt die Politik noch weiter von den Menschen.

Ingo Schmitt und Friedbert Plüger dürfte das wohl nur noch am Rande betreffen. Schmitt hat sein sicheres Bundestagsmandat über die Liste und wenn er keine silbernen Löffel stiehlt, kann er da in Ruhe alt werden. Den Parteivorsitz wird er abgeben müssen, aber es ist kein Kandidat sichtbar. Friedbert Pflüger hat es zu verantworten, das auch dieser Volksentscheid vergurkt wurde. Eine Fehlleistung folgt der anderen. Sein Rückhalt in der Partei dürfte wohl bei Null angekommen sein. Aber wohin soll Pflüger gehen. Niemand kann ihn gebrauchen.

Die Bösen Worte haben ihr eigenes Abschiedszenario:

Letzter Aufruf für Tempelhof

Das war wohl nichts Friedbert. Das beste wäre Du, der Ingo und die anderen Kanalien zwängen sich in einen dieser Provinzflieger und düsen schnell via Tempelhof ab. Dann hätte der Flughafen letzten Endes noch einen guten Zweck gehabt.


Casablanca, nein Tempelhof im Abendrot. Auf dem Rollfeld die letzte Maschine. Ernst aber gefasst steigt Friedbert Pflüger in den letzten Flieger. Seine Familie hat er schon ins befreundete Ausland, nach Hessen, geschickt. Die CDU Granden winken statisch, wie man es von der alten DDR Führung kennen, irgendwie ziellos in den Abend. Sie sehen sich nicht an. Noch ist überall Presse, es ist noch nicht die Zeit, die Erleichterung zu zeigen.

Das kleine Flugzeug ist mühelos gestartet. Ihm reichten ein paar Meter Rollbahn, an deren Ende die Bagger schon bereit stehen. Das Flugzeug kreist noch einmal um den Platz. Eine Friedbert Abschiedsrunde. Was ist das? Eine Tür öffnet sich. Friedbert wird uns doch wohl nicht den Möllemann machen. Nein es ist der Pilot der mit einem Fallschirm abspringt und sicher landet.

Er erklärt den Autopiloten so eingestellt zu haben, das er der Sonne nach Westen folgt. Halb zwischen Europa und den USA wird der Maschine wohl der Treibstoff ausgehen und Friedbert seinen Frieden finden. In der Mitte zwischen allem. Im Nichts. Wir können nur erahnen welch großartige Taten er sonst wohl noch vollbracht hätte. Aber es war seine Entscheidung. Möge er in Frieden ruhn.

Während das restliche Publikum doch ziemlich erschüttert ist, steigen die CDU Granden mit dem Piloten in die bereitstehenden Dienstwagen. Man sieht bereits das eine oder andere hämische Grinsen. Sollte Friedbert vielleicht doch nicht ganz freiwillig. Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, das er nicht Fallschirmspringen lernen wollte.


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Der FTD platzt der Kragen - Große Wahrheitsstunde

Geschrieben von
Jochen Hoff
Montag, 28. April 2008
Kommentar (1) | Trackbacks (0)

Ungewohnte Worte von der FTD, deshalb will ich auch sofort weitergeben, was Lucas Zeise schreibt:

Sie [die EZB-Banker] wollen, dass es zu keinen Sekundäreffekten kommt. Damit meinen sie, dass sich die Inflation von den Importgütern auf andere Sektoren verteilt. Genauer gesagt, soll der Kaufkraftverlust der Konsumenten von diesen nicht weitergegeben werden. Sie sollen für Benzin, Heizung, Gemüse, Brot und Reis zehn oder 20 Prozent mehr bezahlen. Sie sollen aber deshalb nicht fünf Prozent mehr Lohn erhalten. Kurz, sie sollen Reallohnverluste hinnehmen. Der feinere Ausdruck dafür lautet: Die Notenbank dürfe die gestiegenen Rohstoffpreise nicht akkomodieren.

Man kann sich darüber unterhalten, ob eine solche Haltung sozial gerecht oder volkswirtschaftlich effizient ist. Darum geht es leider aber gar nicht. Denn die Lohnbezieher haben wenig Chancen, ihre Kaufkraftverluste als Kosten für die Arbeitgeber weiterzureichen (und deren Gewinne zu schmälern). Nicht überall ist die Lage so krass wie in Deutschland, wo in den letzten Jahren die Lohnabschlüsse unter dem Produktivitätsfortschritt blieben. Auch die jüngsten Tarifabschlüsse waren wieder bescheiden.

..

Welche Wirkung es hat, dass der Zuwachs von Renten und Löhnen in Deutschland im dritten Jahr des sogenannten Aufschwungs hinter der Inflation zurückbleibt, darüber sprechen weder Weber noch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gern. Sinkende Reallöhne und Realrenten erscheinen ihnen positiv. Bestünde die Gefahr, dass dieser triste Zustand - gern als "notwendige Reformen" bezeichnet - ein Ende fände, würden sie höhere Zinsen fordern.

So weit wird es nicht kommen. Vielmehr wird die Euphorie mancher Unternehmer, Exporteure und Bundesbanker darüber, dass man von der US-Finanzkrise hier gar nichts merkt, einer nüchternen Sicht weichen. Der Konsum wird zur Überraschung der Bundesbank-Volkswirte noch schwächer werden. Und die nun hochgelobte Solidität der deutschen Wirtschaft wird wieder Stagnation heißen.


Harte herbe aber vor allem wahre Worte. Ein weiterer Reallohnverlust ist nicht mehr tragbar, weil dieser unsere Binnenkonjunktur zerstört. Was wir jetzt brauchten wären mutige Zentralbanker, die eben genau diesen Inflationsausgleich fordern und gleichzeitig mit den Zinsen rauf müssten. Allerdings nicht halbherzig sondern richtig.

Der Euro muss sich vom Dollar abschotten und den in den Bankrott schicken. Dort wird er so oder so landen, die Frage ist nur wie lange es dauert. Wir haben in den USA eine Rezession und entweder machen wir den Euro zur Leitwährung, was höhere Zinsen, höhere Löhne und eine zeitlang geringere Kapitalerträge bedeutet, oder unsere Arbeitnehmer und Rentner bezahlen die amerikanischen Schulden bis unsere Wirtschaft ruiniert ist.

Wir brauchen die USA in deren momentanen Verfassung nicht und wir tun ihr mit dem hinauszögern des Endes auch keinen wirklichen Gefallen.


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Möge die Macht mit Ihnen sein

Geschrieben von
Jochen Hoff
Montag, 28. April 2008
Kommentare (2) | Trackbacks (0)

Die GAL in Hamburg hat sich entschieden. Für die Macht. Das hatte ich auch nicht anders erwartet. Ich hab nur ganz kurz einen Redner gesehen den ich nicht kenne und der ganz ehrlich sagte, das die Grünen die Macht wollen. Er meinte die Gestaltungsmacht.

Träume sind eine wunderbare Sache. Macht und Geld auch. Ich verstehe die GAL und kann ihren Wunsch nach Macht mitempfinden. Ich schreibe ja hier in meinem Blog auch nicht für Veränderungen, weil ich sonst mit meiner Zeit nichts anzufangen wüsste, sondern weil ich Leute sammeln und etwas verändern will. Schreiben kann ich auch an meinen Krimis oder Fachbüchern.

Die GAL hat einiges an Kröten gefressen um in diese Koaltion zu kommen. Damit meine ich nicht die Elbvertiefung. Darüber lässt sich in Wirklichkeit gar nicht diskutieren, wenn man den Hafen behalten will. Ist Wilhelmshaven erst ausgebaut, wird es ohnehin schwer. Wenn Hamburg den Hafen aufgibt, kann es im Grunde genommen auch gleich irgendwo anders ganz neu anfangen.

Ich meine auch nicht das Kohlegroßkraftwerk Hamburg-Moorburg. Das ließe sich ja mit Hilfe des Stints leicht, wenn auch sehr teuer, verhindern. Nur wird sich diese Frage nicht mehr stellen. Vattenfall wird sich, wenn sie es nicht schon gerade tun, möglichst bald auch noch eine weitere Nutzung der Restwärme einfallen lassen. Bei den aktuellen Energiepreisen, sind komplexere Wärmetauscher für den Niedrigtemperaturbereich nämlich auch von den Kosten her interessant.

Elbe und Kohlekraftwerk, da gibt es keine Wahl. Leider nicht. Aber all die vielen schönen Dinge aus dem Koalitionsvertrag, die Ideen zu Verbesserungen oder auch nur vermeintlichen Verbesserungen für die Menschen werden nicht kommen.

Ole von Beust hatte zwar Kreide gefressen, aber das Olle Biest ernährt sich nicht von Kreide, der ist Fleischfresser und vertritt ganz andere Interessen als die Grünen an der Basis zu ahnen vermögen. Er ist nicht dumm, er kommt nicht sofort mit dem ganz großen Knüppel. Aber er wird sehr schnell anfangen nein zu sagen.

Koalitionsvertrag hin, Koalitionsvertrag her. Das hat die Linke in Berlin auch nicht geglaubt, das sie zwar die Prügel auch mit bekommt, aber trotzdem nichts zu sagen hat. Unser regierender Partybürgermeister lächelt immer fein, wenn die Linke aufmuckt und zeigt denen die Visitenkarte von Pflüger und die Liste im Vorzimmer des Regierenden, in die Pflüger immer einträgt wo er so ist, damit der Regierende ihn sofort als neuen Koalitionspartner erreichen kann.

Hat sich was mit Gestaltungsmacht. Die Linke in Berlin hat Gestattungsmacht. Sie darf dem Regierenden gestatten, das er das macht, was er sowieso machen will. Aber sie hat zumindest ein Mitspracherecht. Auf der Fraktionstoilette darf sie sagen was sie will, solange sie das leise tut.

Genau das wird den Grünen in Hamburg passieren. Wenn sie etwas gestalten wollen, dürfen sie sicher irgendeinen Park umbepflanzen. Natürlich nur wenn die Pflanzen und die Arbeit aus der Fraktionskasse kommen. Macht haben sie auch. Sehr theoretische Macht. Sie könnten die Koalition verlassen und damit das Geld, die Dienstwagen, die theoretische Bedeutung. Den Schritt werden sie nie gehen, sie machen es wie die Linke in Berlin. Sie machen die Augen zu und träumen.

Ihre Wähler werden mit den Ergebnissen leben müssen. CDU Politik eben. Anders als die Linke, ist das für die Grünen ja auch nicht ganz so schlimm. Ein paar Brandreden, irgendwelche Einzelaktionen und man ist da angekommen, wo man hin wollte. Man ist die grüne FDP. Metzger ist wohl zu früh gegangen.

Spannend wird nun, was die FDP machen kann, um die Menschen davon zu überzeugen dass sie noch gebraucht wird. Politisch hat sie, außer bei allfälligem Verrat ja nie etwas bewegt. Sympathieträger hat sie seit Walter Scheels "Hoch auf dem gelben Wagen" nicht mehr. Selbst FDP Wähler können die miesepetrigen Gesichter, das Gelabere von der roten Laterne und das Gerede eines Niebel und Westerwelle nicht mehr hören.

Auch die Nachfolger wie Dr. Philipp Rösler aus Niedersachsen von denen man ja Ideen erwarten könnte, reden den verbrauchten alten Quark weiter und scheinen nicht bemerkt zu haben, das sich heute einfacher Verrat nicht mehr auszahlt. Da muss schon mehr geliefert werden. Es reicht auch nicht dem Kapital nach dem Mund zu reden, das erledigen schon CDU und SPD. Selbst die Grünen können das schon ganz gut.

Wenn Hamburg eine Veränderung bedeutet, dann ist es vielleicht, das in Hamburg das Ende der FDP eingeläutet wurde.


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Der Stiegler geht

Geschrieben von
Jochen Hoff
Montag, 28. April 2008
Kommentar (1) | Trackbacks (0)

Das ist Musik in meinem Ohren, ich summe schon seit ein paar Tagen:


Glück auf, Glück auf,
Der Stiegler geht,
|: Und er hatte nie ein Licht
Bei der Hand, :|
|: Schön weggepennt. :|

Nicht's angeschafft,
Es gibt kein Licht,
|: Und damit so fahren wir
Bei der Nacht :|
|: Nach Bayern hinnein. :|


Natürlich ist es schwer in Bayern Lichter anzumachen. Da kommt sofort wieder einer von der CSU und bläst die aus. Damit niemand nichts sieht und keiner nichts weiß. RiRa Runkel im Bayernland ist's dunkel.

Allerdings ist die SPD selbst schuld. Jeder der irgendwo schon einmal eine Lampe gekauft hat, sie getrost nach Hause trug und dann den Zettel "Ohne Beleuchtungsmittel" fand, weiß was ich meine. Strom ist da, Lampe ist da, roter Pullover ist da, allein die Glühlampe, die nun wirklich keine Glühbirne ist, fehlt.

Nun hört er also auf. Mit 65. Nichts erreicht außer seiner guten Pension, aber man muss ihm zugestehen, dass er nicht bei jeder Bürgerquälerei willig mitgemacht hat, nur bei vielen. So ein SPDler geht in schwierigen Situationen eben zu Peter Struck und lässt sein Gewissen neu eichen. Die neueren Modelle von SPDlern, haben gar kein Gewissen mehr, das ist Arbeitserleichterung für Struck.

Nein das sind keine Sozialdemokraten, die gibt es in der SPD nicht mehr. Ja Ottmar ist ja gut, aber du bist eben in der falschen Partei. Nein, die Linke ist auch nicht gut, nur gibt es da gibt eben noch viele Sozialdemokraten und sie ist das kleinere Übel. Das kleinere Übel haben wir ja immer gewählt. Früher hieß das mal SPD.

Nun also kommt die Ablösung für Stiegler. Werner Schieder, 59, bisher ohne den roten Pullover. Eigentlich hatte Schieder mit der Politik im bayrischen Landtag aufhören wollen. Die Pension ist zusammen und was soll der Ehrgeiz in dem Alter. Vielleicht hofft er in Berlin auch noch mal den Seehofer machen zu können, bewegen wird er nichts mehr, bis er dann nach einer Legislaturperiode auch geht.

Ich finde das genial von der bayrischen SPD. Der Stiegler konnte nie so recht, und die paar sprachlichen Aufreger hat der nie ernst gemeint, der Schieder muss nicht, weil er nichts zu verlieren hat. Da wird sich die SPD aber für Bayern einsetzen, dass er nur so eine Lust ist. Ich werde selbst 51 und ich gehöre nicht mehr als Anfänger in den Bundestag. Zu alt, zu festgefahren. Einfach untauglich. Sollte das bei Schieder anders sein. Ich glaube nicht.

Warum um ist es nicht möglich eine junge Frau oder einen jungen Mann zu finden. Sagen wir mal Anfang 40 oder noch jünger. Jemanden der kämpfen will und kämpfen kann. Für sich und für Bayern. Ich habe so eine Ahnung. Kämpfende Abgeordnete irritieren nur, gebraucht werden reine Befehlsempfänger. Nicht Demokratie sondern unbedingter Gehorsam gegen über der eigenen Führung und den neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Auftraggeber ist gefragt.

Das wird der Schieder auch ohne roten Pullover hinbekommen. Weiß wäre keine schlechte Farbe. Nein, nicht das jungfräuliche Weiß, sondern das Weiß, der weißen Fahne, aufgeben bevor der Kampf beginnt. Eben SPD.


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Öl und Gas - wie knapp wird das

Geschrieben von
Jochen Hoff
Montag, 28. April 2008
Kommentare (0) | Trackback (1)

Beginnen wir die Woche mit unseren amerikanischen Brüdern. Brüder, weil man sich Freunde ja aussuchen könnte. Brüder werden einem geschenkt. Wenn ich Andrian Kreye auf seiner "FLUCHT IN DIE WILDNIS" folge, kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Ja so sind sie die Amerikaner. Stets auf der Suche nach dem einen, dem wahren Glauben der dann aber auch gegen jede Anfeindung verteidigt werden muss. Große Kinder mit großen Gefühlen, viel Herz und oft genug wird überraschend wenig, vom zweifellos vorhandenen Verstand eingesetzt:

Die amerikanische Peak-Oil-Bewegung glaubt an das Ende der Weltwirtschaft und das Überleben in der Einöde

New York im September '06 - Es war ein langer Marsch durch den regnerischen Central Park, doch auf der Höhe der 102. Strasse wird Steve Brill auf einer versteckten Lichtung endlich fündig. “Klettenwurzeln!", ruft er aus. Gut gekocht schmecken die wie eine Kartoffel. Dann kniet er auch schon im feuchten Erdreich und stichelt mit seiner Gartenkelle einen graubraunen Strunk frei. “Wild Man" nennt sich Steve Brill auf seiner Webseite, auf der man sich zu seinen botanischen Rundgängen anmelden kann, und um den “wilden Mann" zu unterstreichen, trägt der 57jährige zu seiner Nickelbrille und dem Professorenbärtchen kurze Safarihosen und einen Tropenhelm.

Gut dreißig Interessierte führt er an diesem Samstagvormittag auf der Suche nach essbaren Pflanzen durch den Central Park. Ein paar Familien sind dabei, die ihren Kindern ein wenig Gespür für die Natur nahe bringen wollen. Aber da sind auch die Damen und Herren mit den Notizblöcken und den vielen Fragen, die den Rundgang viel ernster nehmen, als die Familien. Die ernsthaften Damen und Herren gehören zu einer neuen Sorte Klientel, die seit einigen Monaten auf Steve Brills Rundgängen durch Stadtparks und umliegende Wälder anzutreffen sind. Für sie ist die Suche nach essbaren Pflanzen im Stadtpark kein Wochenendspaß, sondern ernsthafte Vorbereitung auf die finsteren Zeiten, die da kommen und mit dem Begriff der “posttechnologischen Gesellschaft" eigentlich viel zu freundlich beschrieben sind, wie sie versichern. Aber genau das ist es, was da auf uns zukommt, wenn man Bill, Dan oder Gusti glaubt - eine Welt ohne Technologien, ohne Maschinen, ohne Massenfabrikation und vor allem ohne fossile Energiequellen, was natürlich zunächst einmal den Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystemes und die Rückkehr der Menschheit in die Zeiten der Jäger, Sammler und Kleinbauern bedeutet. Genau deswegen sollte man sich möglichst bald auf die harten Zeiten des Rückschritts von der technokratischen, globalisierten Moderne zurück in eine vorzivilisatorische Geselschaftsform vorbereiten, in der wieder jede Familie, jede Gemeinde für sich selbst sorgen wird.


Man sollte den Artikel unbedingt ganz lesen. Es lohnt sich. Natürlich ist das alles Quatsch. Nicht die Frage ob es Peak Oil gibt, ob es vor oder hinter uns liegt, sondern die Reaktion. Obwohl Russland, Norwegen und Saudi Arabien Peak Oil, also den Höhepunkt der Fördermenge gemeldet haben, bedeutet dies ja nicht, das die Flasche leer ist. Es bedeutet, das die höchstmögliche Fördermenge erreicht wurde und es von nun an bergab geht.

Ich kenne alleine drei unterschiedliche Rechenmodelle, die jeweils noch einen Haufen Parameter zusätzlich haben um den weiteren Förderverlauf nach Peak Oil zu berechnen. Die zu erklären würde die Verwirrung noch zusätzlich vergrößern, weil es einfach zu viele Stellschrauben gibt. Es gibt auf der Welt ganz wenige Felder, bei denen der Druck so hoch ist, das sie spätestens 10 Jahre nach dem jeweiligen Peak Oil leer sind. In der Mehrheit der Felder reden wir je nach Lesart von einer kontinuierlich sinkenden Förderung und einem Ende nach 20 - 45 Jahren.

Das sollte niemanden hindern sich wieder für essbare Pflanzen und deren Anbau zu interessieren. Aber Peak Oil ist daran nicht schuld. Wir haben praktisch alle Möglichkeiten um den Verlust von Öl und Gas zu überleben, ohne mit der Waffe in der Hand unsere drei Möhren auf dem Balkon verteidigen zu müssen.

Jochen Bard vom Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) meint das wir ein Drittel des Weltstrombedarfs aus Meeresnergie gewinnen könne. Selbst wenn es nur 15 Prozent werden, wäre das schon hilfreich.

Wir können in der Welt ein Drittel unseres Energiebedarfes durch Dämmung, verbesserten Transport, Abbau von Verschwendung und besserem Energierecycling einsparen. Andere Rechnungen meinen sogar das es bis zu 45 Prozent reicht. Wir gehen wieder nur von 15 Prozent aus um auf der sicheren Seite zu sein.

Mit großen Thermischen Solarkraftwerken in den Sonnenwüsten unserer Erde, auf nicht landwirtschaflich nutzbarem Land könnten wr sogar sehr schnell unseren aktuellen Energiebedarf an Strom und Treibstoff herstellen, wenn wir uns beim Treibstoff auf die Brennstoffzelle und Wasserstoff oder Batterien einlassen.

Leider interessiert uns weder Einsparung, noch Meeresenergie und in den Wüstengebieten beleidigen wir lieber die dort lebenden Menschen durch Leute wie Herrn Wilders und seine Freunde, anstatt zu unser aller Nutzen mit allen Menschen vernünftig zusammen zu arbeiten.

Deshalb gibt es auch neben der Hoffnung auf eine machbare und gute Zukunft, die schlechten Nachrichten. Eine davon sieht auf den ersten Blick sehr positiv aus, ist aber eine Riesengeldverschwendung die zudem für noch erhebliche Gefahren beinhaltet:

Neben dem Transport durch Pipelines gewinnt deshalb der Transport von verflüssigtem Erdgas per Schiff an Bedeutung. Der Bedarf an Flüssigerdgas wird sich bis zum Jahr 2015 auf 400 Millionen Tonnen im Jahr verdoppeln, prognostiziert die IEA. Vor allem die boomende Wirtschaft Asiens setzt auf das sogenannte "Liquefied Natural Gas" (LNG).

..

Mit großen Flüssigerdgas-Tankern könnten deutsche Versorger zusätzlich Gas aus Afrika, Asien oder Nahost beziehen. Der Transport lohnt sich nur in flüssiger Form, weil die Energie so kompakter zu speichern ist. 600 Kubikmeter Gas schrumpfen bei gleichem Energiegehalt auf einen Kubikmeter Flüssigerdgas.

Der Energiekonzern Eon plant, in Wilhelmshaven das erste Regasifizierungsterminal in Deutschland zu bauen. Es wird benötigt, um das für den Transport verflüssigte Gas wieder in den verbrauchsfertigen Aggregatszustand zurückzuversetzen. Eine Machbarkeitsstudie ist bereits abgeschlossen.

Die Anlage könnte schon 2011 ihren Betrieb aufnehmen. Die Jahreskapazität entspräche dem Gasbedarf von fast drei Millionen Haushalten. "LNG ist eine vielversprechende Option", sagt Eon-Chef Wulf Bernotat. "Das geplante Terminal in Wilhelmshaven gibt Deutschland Anschluss an den weltweit wachsenden LNG-Markt."


Dummerweise wird Peak Gas schon für 2025 erwartet, so dass der schöne Eon Plan gerade noch rechtzeitig fertig wird, um sich nicht zu rentieren. Aber davon mal ganz abgesehen, ist es immer wieder bewundernswert wie blauäugig ein so hochbezahlter Manager, wie Herr Bernotat ist, durch die Gegend läuft. Wenn er einmal in Rotterdam zugesehen und zugehört hätte was es bedeutet wenn ein Gastanker einen Hafen anläuft und wie gefährlich das ist, dann würde er diese schwimmenden Bomben nicht durch den Ärmelkanal, bis nach Wilhelmshaven fahren lassen wollen.

Aber Herr Bernotat muss eben keine Ahnung haben. Vielleicht kann ihm jemand klar machen, das so ein Terminal und eine derartige Anlage nach Rotterdam gehört oder an einen anderen Punkt an der Atlantikküste der möglichst menschenleer ist.

Viel schlimmer aber ist, dass mit dem Geld, das für solchen Schwachsinn verballert wird, die ersten Solarkraftwerke gebaut werden könnten. Wie bekommt man einen deutschen Manager nur dazu in die Zukunft zu investieren, anstatt sich wie ein Affenbaby an seine Mutter, an die Vergangenheit zu klammern.

Auch die andere Nachricht ist nicht besonders gut, weil zwei Probleme sich aufeinander addieren:

Wegen förderbedingten Engpässen sind Öl-Förderunternehmen immer häufiger dazu gezwungen, auch Tiefseeregionen anzuzapfen. Gleichzeitig gestaltet sich die Finanzierung derartiger Projekte angesichts des Dollar-Tiefs und der internationalen Finanzkrise aber immer schwieriger. Nachdem der Ölpreis zuletzt einen neuen Rekordstand von 119,90 Dollar für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate erreichte, prognostizieren Analysten noch immer eine steigende Nachfrage durch aufstrebende Schwellenländer wie Indien und China. Somit seien höhere Ölpreise auf längere Sicht unvermeidbar. "Die Öl-Vorkommen haben sich über die Jahrzehnte hinweg aufgrund der hohen Nachfrage massiv verkleinert, sodass Öl-Multis inzwischen zu kostenintensiven Tiefseeborungen übergehen müssen. Das unlängst entdeckte Ölfeld vor der brasilianischen Küste ist nur ein Beispiel von vielen", so HSH-Nordbank-Analyst Andy Sommer im Gespräch mit pressetext.


Wir erinnern uns an die Felder vor Brasilien in 5.000 Meter unter dem Salz. Aber der Experte hofft noch auf weitere Felder in Alaska, an der Westküste Afrikas und am russischen sowie norwegischen Polarkreis. Ich will das auch gar nicht in Abrede stellen, am eigentlich Problem werden auch diese Funde nichts ändern.

Wenn uns jetzt aber, bei diesen hohen Ölpreisen, aufgrund der Finanzkrise das Geld für die Förderung und weitere Exploration fehlt, dann beginnt die Katze sich selbst aufzufressen. Kein Geld für Öl, kein Geld für Förderung von bekanntem Öl, kein Geld für Solarkraftwerke und für Kraftwerke die Meeresenergie nutzen. Wenn wir diese Entwicklung nicht in den Griff bekommen, könnten die amerikanischen Peak Oil Extremisten doch noch Recht bekommen, ohne es wirklich zu haben. Dann kommt der Hunger auch sehr schnell zu uns.


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Berliner aufwachen, Flughafen Tempelhof stilllegen

Geschrieben von
Jochen Hoff
Sonntag, 27. April 2008
Kommentare (5) | Trackbacks (0)

Nein ich halte einfach meine Klappe, Citronengras hat das, was ich sagen möchte, viel schöner und unaufgeregter gesagt.

Kosmar twitterte gestern, dass er heute noch einen Flughafen stilllegen müsste, davon stammt die Überschrift.

Es reicht wirklich nicht, einfach zu hoffen, das die Gegenseite nicht die notwendigen Stimmen bekommt. Demokratie bedeutet, das man aktiv das mögliche macht. Auch wenn wir nur wenig demokratische Möglichkeiten haben, stellen wir uns ein Armutszeugnis aus, wenn wir die dann aus Trotz nicht nützen.

Ohne deinen Einsatz gibt es auch die Restdemokratie nicht mehr. Ohne Demokratie keine Freiheit.


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Die Sache mit den Pfandbriefen

Geschrieben von
Jochen Hoff
Sonntag, 27. April 2008
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Wir erinnern uns noch an die letzte Woche als die Düsseldorfer Hypothekenbank zwar nicht offiziell pleite ging, aber schneller vom Einlagensicherungsfonds der Banken übernommen wurde als ein Durchschnittsbürger Hypothekenkrise sagen kann. Selbst die brave, alte Zeit ist da erschreckt aufmerksam geworden:

Das schnelle Eingreifen des Feuerwehrfonds soll nach offizieller Lesart einer „geordneten Zuführung an einen neuen Eigentümer“ dienen. In Wirklichkeit geht es jedoch um die Reputation des Pfandbriefs – immerhin sind Papiere im Volumen von rund einer Billion Euro im Umlauf. Für Anleger birgt der Pfandbrief zusätzliche Sicherheiten, deshalb galt er bislang immer als krisenfestes Witwen- und Waisen-Papier.

..

Doch weshalb dann der fast schon panikartige Eingriff des Bankenverbandes, wo doch die Papiere, welche die Düsseldorfer Hypothekenbank emittierte, zusätzlich besichert sind? Grund dafür ist die Angst der Marktteilnehmer, dass selbst beim Pfandbrief unerwartete Risiken auftreten könnten. Würde einer der großen Pfandbrief-Emittenten in die Pleite schlittern, müsste seine Kredite mitsamt Sicherheiten und Refinanzierung direkt von einer anderen Bank übernommen werden, um eine reibungslose Weiterführung zu gewährleisten. Doch was geschieht, wenn dazu kein Institut willens oder in der Lage ist?


Bei der Düsseldorfer Hypothekenbank, ging es nur um ein Institut mit 27 Milliarden Euro Bilanzsumme, das vor allem Kredite an Kommunen vergibt. Eigentlich kein Grund zur Panik, da die darauf ausgeliehen Kredite ja nur 60 Prozent des Immobilienwertes beleihen dürfen.

Was ist denn eigentlich so ein Immobilienwert wert. Die Antwort darauf könnte uns eine Maßnahme der Hypovereinsbank:

Die HypoVereinsbank (HVB) will sich dem «Spiegel» zufolge von 143 000 Kunden und einem Kreditvolumen von 19,8 Milliarden Euro trennen.

In eine Sanierungsabteilung seien vor allem Kunden ausgelagert worden, die ihre Immobilienkredite immer einwandfrei bedient hätten, aber als wenig gewinnträchtig eingestuft würden, schreibt das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Allerdings laufe das 2006 unter UniCredit-Chef Alessandro Profumo angestoßene Programm nicht so reibungslos wie erwünscht, heißt es. Bisher seien nach Auskunft der HVB erst knapp 50 000 Kunden mit einem Kreditvolumen von acht Milliarden Euro aus der Sanierungsabteilung ausgeschieden.

Die meisten von ihnen hätten sich eine neue Bank gesucht. Die anderen hätten zusätzliche Sicherheiten oder Umsätze einbringen können und würden wieder wie normale HVB-Kunden behandelt.


Man sollte diesen Text zweimal lesen. Na gut vielleicht noch ein drittes Mal. Da sollen einwandfrei bediente Immobilienkredite verkauft werden, es sei denn die Besitzer hätten zusätzliche Sicherheiten zu bieten, oder schleppten ein paar umsatzstarke Konten oder besser noch Depots und Anlagen neu zur Bank.

Wenn ich das für mich in Klartext übersetze, bedeutet das, dass der Immobilienwert bei korrekter Tilgung und Zinszahlung einfach nicht mehr reicht um die Hypothek bankfähig zu machen. Das bedeutet im Klartext, das diese Hypotheken schon für die nächste Zeit als nicht mehr sicher angesehen werden, weil die Bank von sinkenden Immobilienpreisen ausgeht oder die Bank die realen Werte der Immobilen schon heute so schwach einschätzt das sie zur Deckung nicht mehr ausreichen.

Wir alle wissen, das die Banken in den letzten Jahren immer höhere Eigenkapitalquoten gefordert und auch bekommen haben. Bei neuen Zinsvereinbarungen wurden schon weitere Sicherheiten eingefordert. Viele Hypotheken wurden bereits an Heuschrecken verramscht und dann sofort zwangsversteigert.

Zusammengenommen bedeutet das für mich, das wir eine Immobilienblase haben und die Banken zur Zeit ein Platzen dieser Blase um jeden Preis vermeiden wollen. Insgesamt geht es um die Kleinigkeit von einer Billion Euro, das sind 1.000.000.000.000. Euro, 3,5 Jahre lang der gesamte Bundeshaushalt, 28,5 Jahre der Gesamtetat des Bundes für Arbeitslose. Man könnte damit auch zwei Drittel unserer gesamten Staatsverschuldung abbauen.

Wenn diese Billion nun vielleicht nur noch 80 Prozent ihres Ursprungswertes hat und die Banken aber 60 Prozent davon schon weiter verliehen haben, dann beginnt es eng zu werden. Meist addiert sich ja alles zur falschen Seite. Kredite können nicht zurückgezahlt werden, während neue Verbindlichkeiten aufgebaut werden. Addieren wir die bisher bekannten Verluste aus der Subprime Krise dazu, dann könnte schon bald auch für andere Banken die Luft eng werden.

Was aber sind Pfandbriefe noch wert, wenn gleich mehrere Pfandbriefbanken wackeln. Wenn die Feuerwehr einen Brand, nach dem anderen löschen kann und Ruhepausen dazwischen hat, kann alles gut gehen. Aber wenn es gleich an mehreren Stellen brennt, dann kann nur noch ein Übergreifen verhindert werden und auch das funktioniert oft nicht.

Der Meyer verweist auf die Entwicklung beim Silber Eagle, man möge aber unbedingt seinen Hinweis auf den Scheibenwischer beachten.

Aber keine Sorge, wenn die Karre endgültig vor die Wand gefahren ist, gibt es pro Silber Eagle ein Ei und für gleichgroße Goldmünzen gibt es sogar zwei, echte Teppiche und Bilder werden auch genommen, bei Statuen kommt es darauf an, ob sie als Kleiderständer taugen.

Vielleicht wäre es nicht schlecht am Montag mal nachzusehen, wieviele Pfandbriefe, so über Fonds und direkte Geschäfte ins Depot gewandelt sind und zu überlegen was man tun kann.

Die Zeit hat aber zum guten Schluss noch einen Trost für uns:

Eine Pfandbrief-Krise wäre verlustreich für die Anleger, aber fatal für die Banken – und das gibt Anlass zur Hoffnung, dass im Gegensatz zu den lange missachteten Risiken der Kreditderivate die Gefahr für den Pfandbrief von den Banken erkannt und Ernst genommen wird.


Na dann. Dann können wir ja beruhigt frühstücken. Vielleicht sollte man auch besser wieder ins Bett gehen, die Decke über den Kopf ziehen, am Daumen lutschen und wimmern.






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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Geschrieben von
Jochen Hoff
Sonntag, 27. April 2008
Kommentare (0) | Trackback (1)

Eigentlich wollte ich heute morgen nur den Song zum neuen supergeilen Ruhrgebiets-Slogan noch einmal hören, hab mich aber dann in den Tiefen von Youtube verirrt.

Dort fand ich seltsam zauberhaftes wie PfeifferSoltauLugerth - Musse feife inne Wind:




Schwach wie ich bin kam ich an If You See Her Say Hello - www.lugerth.de auch nicht vorbei:





Was mich zwangsläufig zu Wiglaf Droste und dem Spardosen-Terzett mit "Du kleine Löterin" brachte:





Wir kämpfen schon so lang. Schon sehr lange. Konstantin Wecker und Hannes Wader "Schon so lang":





An die Berliner unter meinen Lesern, rafft euch hoch. Geht abstimmen heute. Seit meinetwegen für diesen Geldfriedhof von einem Flughafen, aber zeigt das ihr da seid, das sie immer mit euch rechnen müssen. Macht ihnen Angst mit dem Stimmzettel. Denn egal ob Wowereit oder dieser Pflüger, sie haben nur vor einer Sache Angst:

Sie haben Angst davor, das wir sie von den Futtertöpfen wegwählen,
Sie haben Angst davor arbeiten zu müssen, U-Bahn zu fahren,
Sie haben Angst davor, "nur noch" normale Menschen zu sein.
Sie wollen Herrscher sein und wir sagen "Nein!"

Macht ihnen Angst - geht abstimmen.


Denn eins muss endlich wieder klar werden. Dies Land ist unser Land und so soll und muss es sein.


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Tempelhof, Martenstein und die Dummheit an sich

Geschrieben von
Jochen Hoff
Samstag, 26. April 2008
Kommentare (8) | Trackbacks (0)

Am Sonntag muss meine Süße mit mir wählen gehen,
das ist gar nicht schön,
wir würden lieber segeln gehn!


Aber Friedbert Pflüger, das letzte Aufgebot der CDU für Berlin fand im Berliner Abgeordnetenhaus einfach kein Gehör. Immer wenn er was sagte, waren die Regierungsparteien versucht in schallendes Gelächter auszubrechen, weil er keine Ahnung hatte, die FDP schüttelte sich vor Schreck und selbst die eigene Partei hatte Mühe nicht laut loszuprusten.

Egal was Pflüger anfasste, welchen Stein auch immer er anhob, überall fand er den Mist und die Kungeleien von Landowsky und Diepgen. In Anlehnung an die Fabel von dem Hasen und dem Igel, scholl es ihm aus jedem Loch entgegen: "Hier haben wir schon abgeräumt.". Die Partei begann ihn wie einen Aussätzigen zu meiden. Für den Landesvorsitz kam er nicht in Frage und alles wartete eigentlich darauf, das er seine Klamotten packen und endlich wieder verschwinden möge.

Allein, er wusste nicht wohin. Er wäre ja gerne verschwunden, aber niemand ruft ihn. Er ist nicht mehr im Bundestag, wird wohl auch nicht wieder hereinkommen. Als Berliner Abgeordneter ist er ja auch nicht auf Rosen gebettet. Das Geld das er von seiner Exfrau als Zugewinn erklagte, dürfte längst verbraucht sein:

Pflüger heiratete 1984 Margarita Mathiopoulos. Seit Sommer 2003 lebt er mit seiner 22 Jahre jüngeren Lebensgefährtin und ehemaligen Persönlichen Referentin Sibylle Hällmayr (* 1977) zusammen. Sie sind seit Dezember 2006 verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder.

Mathiopoulos und Pflüger trennten sich im Herbst 2003. Nach der Trennung verlangte Pflüger von seiner Ehefrau Zugewinnausgleich in Höhe von 157.000 Euro, den ihm ein Berliner Familiengericht in seinem Scheidungsurteil auch zusprach. Mathiopoulos kommentierte Pflügers Verhalten in einem Leserbrief an das Magazin Focus mit den Worten: „Meines Erachtens ist jedoch die Ehefrau, die freiwillig ihrem Parlamentarischen-Staatssekretärs-Noch-Ehemann, seiner Praktikantin und deren unehelichem Kind finanziell unter die Arme greifen soll, noch nicht geboren“. Eine Berufungsklage von Mathiopoulos wies das Berliner Kammergericht am 27. September 2006 ab.


In Berlin nicht erwünscht, woanders wird er nicht gebraucht. Was tun. Niemand weiß wer ihn auf die Idee brachte, oder ob er sie gar selber hatte. Aber Pflüger und wohl auch Teile seiner CDU starteten eine teure Kampagne für eine Volksbefragung. Ich weiß nicht wo die das Geld dafür her hatten und nehme auch an, das wir es nie genau erfahren werden. Wozu auch. Finanzielle Interessen sind in diesen Bereichen ja stets ausgeschlossen. Die haben nur kleine Beamte die einen Kugelschreiber oder einen Kaffee annehmen.

Bürgerentscheid und CDU. Das passt wie die Faust aufs Auge. Das ist die gleiche CDU die uns nicht über die Verfassung bei der Wiedervereinigung entscheiden ließ und die uns auch nicht über die EU Verfassung entscheiden lässt. Aber Friedbert darf und soll das mit dem Volksentscheid, obwohl er gar nicht Teil des Volkes und nicht einmal ansatzweise Berliner ist.

Es geht um Tempelhof. Nein es geht nicht um Tempelhof. Da sind alle Entscheidungen längst gefallen. Der wird still gelegt, weil es Berlin-Brandenburg-International BBI geben soll. Der liegt bekanntlich in Schönefeld.

Tempelhof und Tegel sind seit der Entscheidung für BBI erledigt. Ein offener Flughafen kostet Geld, für Sicherheit, Betrieb, Heizung und und und. Sehr viel Geld. Das muss die CDU nicht stören, weil sie in Berlin noch nie mit Geld umgehen konnte. Deshalb müssen Tempelhof und Tegel so früh wie möglich geschlossen werden um Geld zu sparen, gerade gegen den Willen der CDU.

Sobald Tegel und BBI den Betrieb von Tempelhof aufnehmen konnten, wurde die Schließung von Tempelhof eingeleitet. Ich persönlich bedauere das, aber rein wirtschaftlich gab es gar keine andere Lösung, als den kleinsten und unwirtschaftlichsten Flughafen zuerst zu schließen. Eben Tempelhof. Ja. Da kann man sentimental werden. Für ein paar Minuten und dann muss man die Toten den Toten überlassen und sich um die Lebenden kümmern.

Pflüger kümmerte sich lieber um die Toten, vielleicht weil er politisch schon so lange tot ist und sich da geborgener fühlt. Das ist sein gutes Recht und auch das er dem Vernehmen nach städtische Bedienstete dazu mißbrauchte, um für seine Liste zu einer Volksabstimmung zu stimmen, ist legitim. Wenn die CDU wieder an die Macht kommt, hätten die es sonst sehr schwer, weil Pflüger und die CDU mit großer Sicherheit nachtragend sind.

Es kam wie es kommen musste. Die Zahl der Stimmen wurde erreicht und nun müssen wir abstimmen. Am Sonntag. Natürlich wird Pflüger die Abstimmung gewinnen. Die meisten werden sagen was interessiert mich Tempelhof und lieber in den Wald oder zu Tante Emma fahren. Der Sieg wird allerdings Tempelhof nicht offenhalten, sondern die Betriebserlaubnis erlischt im Oktober. Das ist nicht mehr zu ändern.

Dann wird es aber richtig teuer für die Berliner Bürger. Denn dann ist der Senat verpflichtet Tempelhof als Flughafen ohne Flugbetrieb zu erhalten und eine neue Betriebserlaubnis zu beantragen, die es nicht geben wird. Die es nach deutschem und europäischem Recht für einen derartigen Flughafen mitten in der Stadt nicht geben kann. Das weiß auch Herr Pflüger. Es geht also nur um politischen Wind, die übliche Rumpfurzerei und darum die Bürger Berlins finanziell zu schädigen.

Es ist unnötig darauf hinzuweisen, das unser regierender Partybürgermeister in seiner Großkotzigkeit natürlich völlig falsch reagiert hat, als er sagte das der Volksentscheid ihn nicht bindet. Natürlich ist er gebunden, aber der Volksentscheid bringt keinen Flughafen Tempelhof, sondern für die nächsten 40 Jahre eine teure Fläche, die Berlin erhalten müsste. Aber das will Wowereit den Bürgern ja nicht erklären. Er steht schon viel zu weit über den Menschen und hat ja Sarrazin, der die nötige Härte zeigen wird, um Kinder, Arme und Alte auch diese Niederlage bezahlen zu lassen.

Das unsere Politiker nichts taugen, ist ja schon lange klar. Das ich von Journalisten begründeterweise nicht viel halte, ist wohl auch bekannt. Wenn ich mir aber ansehe was der "Journalist" Martenstein in seiner Kolummne auf WatchBerlin da so aus sich rauskotzt, dann frage ich mich ob denken weh tut.

Die Tatsache das wir uns nicht drei Flughäfen leisten können interessiert ihn nicht. Das es keine Volksbefragung der Bürger sondern ein politischer Schachzug einer Partei, auf Kosten der Allgemeinheit ist, kapiert er nicht. Er selbst erklärt das er den Flughafen nicht benutzt, aber trotzdem dafür stimmen wird, weil ihn Wowi nicht ernst nimmt. Gut ich nehme ihn auch nicht ernst. Er ist einer von den Leuten die früher schon immer frierend im Schnee standen und lamentierten:

Ist meine Mutter doch selbst schuld wenn mir an den Händen friert,
hätte sie mir doch Handschuhe anziehen können.


Wer aber geistig so tiefstehend ist, das er die Vertreibung der Juden aus Berlin, mit der Nichtbezahlbarkeit eines Flughafens für Herrn Pflüger vergleicht, der soll ruhig für Herrn Pflüger stimmen. Der gehört zu Herrn Pflüger. Und an meine Boggerkollegen die Bitte. Erzählt mir nichts mehr über Martenstein, der ist nicht einmal dazu geeignet Texte für mein Klopapier zu entwickeln und die liest nur mein Hintern.


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Der fürchterliche Hähnchensaurier

Geschrieben von
Jochen Hoff
Samstag, 26. April 2008
Kommentar (1) | Trackbacks (0)

Das Leben und die Wissenschaft ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Mir fällt bei T-Rex sofort ein Lied ein:

Children of The Revolution





Nein, diese Saurier sind natürlich nicht gemeint, obwohl Marc Bolan durchaus etwa von einem Hahn hatte. Zumindest mochte er den Hühnerhof sehr.

Aber wir haben ja noch gar nicht Sonntag und an Samstagen gibt es eigentlich keine Musik hier. Deshalb also zurück zu den Hähnchensauriern die einigen Zeitungen zu einem sensationellen Artikel verhalf. Was würden diese Zeitungen nur machen, wenn dpa eine Woche streikt. Vermutlich weiße Seiten ausliefern oder es wie die Bild machen und gleich reine Fantasie liefern.

Während die Welt, die ich als erste verlinkt habe, so tut, als ob der Bericht auf ihrem Mist gewachen ist, macht die Schwäbische Zeitung so ehrlich wie immer und verweist auf die Herkunft aus dem dpa Ticker. Die versuchen wenigstens da nicht zu lügen, wo jeder die Wahrheit kennt. Das ist heute für Journalisten schon echt viel Ehrlichkeit macht ihren Artikel aber auch nicht besser:

Der Tyrannosaurus rex ist tatsächlich der Urahne unserer heutigen Hühner. Erstmals konnte ein US-Forscherteam durch Proteinanalysen nachweisen, dass der vor 68 Millionen Jahren lebende Dinosaurier enger mit den Vögeln verwandt ist als mit irgendeinem anderen heutigen Wirbeltier.


Ja. Ja. Die Sache mit den Vögeln. Da haben wohl einige "Journalisten" zu häufig "Dinner for One" mit Freddie Frinton und May Warden gesehen und den kurzen Dialog

"Please Sir, the Chicken."
"That looks so delicate, I think, we have champagne with the Bird!"


ein wenig zu sehr verinnerlicht. Bird und Chicken. Ähnlich aber nicht gleich. Man kann zwar ein komischer Vogel sein, ist aber deshalb kein dummes Huhn. Wenn wir uns den Artikel in der Schwäbische Zeitung ansehen, dann reden die vom Tyrannosaurus rex als Urahn unserer Hühner. Die Welt, ein qualitativ dem Springerkonzern entsprechendes Blättchen weiß es ebenfalls genau, sagt aber nicht wo sie es her hat, zeigt dafür schöne Bilder:

Erstmals konnte ein US-Forscherteam durch Proteinanalysen nachweisen, dass der vor 68 Millionen Jahren lebende Dinosaurier tatsächlich der Urahne unserer heutigen Hühner ist.


Ah ja. Urahne der Hühner. Unsere Medien eben. Einer muss den Mut haben auch die dümmste Lüge rumzufaseln. Leider hatte ich gerade «Science» (Bd. 320, S.499) nicht vorliegen, sicherlich ein schreckliches Versäumnis meinerseits, aber ich glaube wir können uns auch auf die Nachricht in Nature 446, 180-184 (8 March 2007) verlassen und dürften damit für unsere Zwecke gut bedient sein:

Avian genomes are small and streamlined compared with those of other amniotes by virtue of having fewer repetitive elements and less non-coding DNA1, 2. This condition has been suggested to represent a key adaptation for flight in birds, by reducing the metabolic costs associated with having large genome and cell sizes3, 4. However, the evolution of genome architecture in birds, or any other lineage, is difficult to study because genomic information is often absent for long-extinct relatives. Here we use a novel bayesian comparative method to show that bone-cell size correlates well with genome size in extant vertebrates, and hence use this relationship to estimate the genome sizes of 31 species of extinct dinosaur, including several species of extinct birds. Our results indicate that the small genomes typically associated with avian flight evolved in the saurischian dinosaur lineage between 230 and 250 million years ago, long before this lineage gave rise to the first birds. By comparison, ornithischian dinosaurs are inferred to have had much larger genomes, which were probably typical for ancestral Dinosauria. Using comparative genomic data, we estimate that genome-wide interspersed mobile elements, a class of repetitive DNA, comprised 5–12% of the total genome size in the saurischian dinosaur lineage, but was 7–19% of total genome size in ornithischian dinosaurs, suggesting that repetitive elements became less active in the saurischian lineage. These genomic characteristics should be added to the list of attributes previously considered avian but now thought to have arisen in non-avian dinosaurs, such as feathers5, pulmonary innovations6, and parental care and nesting7.


Selbst meine miserablen Englischkenntnisse erlauben mir festzustellen, das es nicht um Hühner sondern um Vögel an sich geht. Ebensowenig geht es um den Tyrannus Rex sondern um die nicht flugfähigen Dinosaurier.

Das Bräthähncen bleibt ein Brathähnchen, Springer bleibt Springer, Journalisten bleiben Journalisten und der Tyrannus Rex ein Tyrannus Rex. Wie nature in diesem Artikel auch berichtet, war schon lange von der Verwandtschaft der Dinosaurier mit den Vögeln ausgegangen worden, da Federkleid, Lungensystem, elterliche Fürsorge und Nestbau typische Indizien waren.

Von all dem vielen Wind bleibt die Nachricht, das wir beweisen können, das die Dinosaurier an sich ein Schritt auf der Evolutionslinie in Richtung zu den heutigen Vögeln sind. Wieviele Evolutionslinien die Natur auf diesem Weg als Irrtum abgeschnitten hat, wissen wir nicht. Was der Springerschreiber aber nicht gemerkt hat, das er damit wieder einmal einen Beweis gegen die Schöpfungslehre der Kreationisten geliefert hat, die uns Springer ansonsten ja gerne schmackhaft machen will.

Früher war es die Aufgabe der Kirche die Leute dumm zu halten, was sie heute nicht mehr schafft da kaum jemand noch hingeht und die Fürsten hielten die Menschen arm. Heute sind Springer und viele andere "Qualitätsmedien" für die Verbreitung der Dummheit zuständig. Für Armut sorgt schon unsere Politik, die ja immer ein werbendes Plätzchen in den Medien sucht.

Was mich allerdings sehr tröstet ist, dass Springer nun an der Rudi-Dutschke-Straße liegt. Die Welt ist schön.


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Wieder Missbrauch aber eine neue Reaktion

Geschrieben von
Jochen Hoff
Freitag, 25. April 2008
Kommentar (1) | Trackbacks (0)

Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben und so wie es aussieht gibt es auch Bischöfe die sich für verantwortlich erklären und dann auch noch schnell und verantwortlich handeln. Dafür von mir ein großes und dickes Lob. Der Missbrauch wird dadurch nicht besser, aber wir können sinnvoller damit umgehen:

„Ich bin sehr betroffen, dass ein Priester unserer Kirche unter einem solchen Verdacht steht“, sagte Hamburgs Erzbischof Werner Thissen am Donnerstag in der Hansestadt. Er habe erst durch Medienberichte von den Vorwürfen erfahren. „Ich habe den beschuldigten Priester bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst beurlaubt. Dies geschieht zum Schutz möglicher Opfer und aus Fürsorge für den Verdächtigten. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um zur Aufklärung der Vorwürfe beizutragen“, sagte der Erzbischof.

„Wenn junge Menschen durch einen Priester zu Schaden gekommen sind, bedauern wir das zutiefst. Wenn junge Menschen zu Schaden gekommen sind, werden wir alles tun, um ihnen zu helfen“, heißt es in der Erklärung des Erzbischofs.


Klare ehrliche und anständige Worte, die man besser von niemandem in dieser Situation erwarten kann. Alles andere ist Sache der Justiz. Ich bin froh das ich nicht der Chef von diesem Priester bin und fühle mit den Opfern, aber auch seinen unschuldigen Kollegen und dem Bischof.

Damit wäre die Geschichte normalerweise zu Ende und man könnte fröhlich in den Tag gehen. Wie einige meiner Leser wissen beobachte ich neben dem Tagesgeschehen auch immer diverse islamophobe, anitsemitische, faschistische und sonstige, für mich mehr als seltsame Seiten. Die sind bei mir unter der Kategorie Irre zusammengefasst und oft lösche ich die Feeds einfach, weil ich gar nicht so viel kotzen könnte, wie einem alleine beim Überfliegen dieser Seiten schlecht wird. Darunter fällt auch kreuz.net denen ich schon einige schwere Übelkeitsanfälle verdanke und die ihr wahres Gesicht gerade in diesem Fall wieder einmal deutlich zeigen:

In Hamburg haben mehrere Zeugen gegen einen „keinesfalls unbekannten und unbedeutenden“ Homo-Priester Vorwürfe der Kinderschänderei erhoben.

..

Die Fälle sollen sich vor fast zehn Jahren zugetragen haben, als der Priester als Vikar in Hamburg tätig war.

..

Der Geistliche soll neben dem Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen auch der Homo-Unzucht mit Volljährigen verfallen sein.


Ob die Herrschaften dort wohl glauben, dass es einen signifikanten Unterschied zwischen dem Missbrauch von Jungs und Mädchen gibt, oder ob sie einfach noch einmal zusätzlich ihren Schwulenhass austoben wollten? Ich habe einfach keine Lust, das auch noch weiter zu kommentieren, aber es gibt natürlich auch Einstellungen die kreuz.net gefallen. Auch das will ich nicht bewerten. Ich habe einfach keinen Bock darauf mir den Tag damit zu versauen.


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Der libysche Gesandte Ibrahim Dabbaschi bei der UN hat einen Knall

Geschrieben von
Jochen Hoff
Freitag, 25. April 2008
Kommentare (2) | Trackbacks (0)

Immer wenn ich solche Meldungen frage ich mich unwillkürlich ob derartige Leute naturdoof sind und einfach nichts begreifen, oder absichtlich nichts begreifen wollen:

New York (Reuters) - Im UN-Sicherheitsrat hat ein Holocaust-Vergleich des libyschen Botschafters einen Eklat ausgelöst.

Wie Diplomaten am Donnerstag berichteten, verließen zahlreiche UN-Vertreter den Konferenzraum, nachdem der libysche Gesandte Ibrahim Dabbaschi das Schicksal der Palästinenser im Gazastreifen mit dem der Juden während des Dritten Reichs verglichen hatte.

Unter den empörten UN-Diplomaten seien die Vertreter der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Belgiens und Costa Ricas gewesen. Daraufhin wurde die Sitzung beendet. "Wir versuchen, tolerant zu sein wenn es unterschiedliche Ansichten gibt aber es gibt auch Grenzen", sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch während Beratungen über eine Erklärung zur Lage der Palästinenser im Gazastreifen. Den Textvorschlag hatte Libyen gemeinsam mit einigen anderen Ländern eingebracht. Deutschland hat derzeit keinen Sitz im Sicherheitsrat.

Israel hatte die Grenze zum Gazastreifen im Januar wegen Raketenangriffen gesperrt. Die UN warnen vor einer Verschlechterung der Lage für die Menschen in dem Gebiet.


Das war wirklich eine diplomatische und taktische Meisterleistung. Die bringt den Palästinensern jetzt sofort den Frieden und die Israelis werden aufhören dort Leute zu erschießen und sich stattdessen selbst erschießen lassen.

Um es ganz klar und deutlich zu sagen. Das was da passiert ist kein Holocaust, es kommt dem Holocaust den wir kennen nicht einmal nahe. Der ist zum Glück noch unvergleichlich auch wenn verschiedene Leute überall auf der Welt versuchen, den noch zu übertreffen.

Das einzige was Ibrahim Dabbaschi erreicht hat, ist das die anderen den Saal verließen anstatt zu überlegen was man in dieser völlig verfahrenen Situation überhaupt noch machen kann. Ich habe nicht die Spur einer realisierbaren Idee. Die zwei Staatenidee hat sich praktisch erledigt, denn nachdem wir beim letzten Mal für die Palästinenser eine Infrastruktur aufgebaut haben, die es wert gewesen wäre, diese zu verteidigen, haben die Israelis die erste Gelegenheit genutzt um diese wieder zu zerstören. Die Gelegenheit haben ihnen die Palästinenser geboten die lieber Israel vernichten, als anständig leben wollten.

Reaktion erfolgt auf Aktion in einem immerwährenden Kreislauf. Immer ist der andere natürlich der alleinig Schuldige, was für einen separaten Zeitabschnitt ja auch stimmt. Tatsächlich gibt es nur einen ursächlich Schuldigen und das war Nazideutschland und der Holocaust, die den Massenexodus der Juden nach Israel ausgelöst und somit das Problem verursacht haben.

Vor dieser Zeit lebten in Palästina die Palästinenser und die Juden gleichermaßen von der englischen, oder anderen Herrschaften unterdrückt. Natürlich gab es den Zionismus, aber schon damals gab es den alten Witz:

Zionismus ist eine Krankheit von der man nur in Israel geheilt werden kann.


Es waren immer nur wenige, die die Entbehrungen eines Leben in Israel/Palästina damals ertragen wollten. Diese Situation änderte sich schlagartig als die Juden keine Wahl mehr hatten. Ich kann bis heute nur diejenigen bewundern die es geschafft haben in ihre Heimat in Deutschland und anderswo zurückzukehren und mit den Leuten zu leben, die sie so schmählich im Stich gelassen haben. Aber das war eine Minderheit und ich würde auch heute noch nicht behaupten, das sie in Sicherheit seien.

Es gibt also einen guten Grund für den Staat Israel. Eine sehr guten sogar. Dummerweise gibt es auch einen sehr guten Grund für einen Staat Palästina, nämlich die Palästinenser. Genau das ist das Problem. Die Grenzen beider Staaten sind theoretisch deckungsgleich. Allerdings haben sich bisher noch nie in der Geschichte zwei Staaten das gleiche Staatsgebiet geteilt.

Israel hatte den Vorteil, das viele reiche Juden sich von ihrer theoretischen Pflicht in Israel zu leben durch großzügige Spenden freikauften, was ja auch sinnvoll war, da die in den Ländern in denen sie lebten, viel nützlicher für Israel waren, als sie es in Israel gewesen wären.

Natürlich hat auch Deutschland versucht mit Wiedergutmachung die man eher als Versuch eines Schadensersatzes bezeichnen sollte, sich von seiner Schuld freizukaufen und erhebliche Mittel gezahlt. Alles in allem war Israel finanziell deutlich besser ausgestattet und hat viel Geld in Landkauf gesteckt.

Der Landkauf ist legitim, aber wer sich heute in den deutschen oder österreichischen Alpen ankaufen will, weiß, das dieses nicht immer so sein muss. Berechtigterweise nicht so sein muss. Vor allem aber bedeutet Landkauf natürlich nicht, das man auf diesem Land einen eigenen Staat gründen könnte. Sonst würde ich sofort sammeln und einen Staat in Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg gründen. Da gibt es genug freie Fläche und Menschen die in Freiheit leben möchten gibt es auch genug.

Die Gründung des Staates Israel ist also mit einem Geburtsmakel verbunden, den aber nicht die Israelis sondern die Deutschen, die Engländer und die Weltgemeinschaft zu verantworten haben. Es ist auch unzweifelhaft, das sich die Palästinenser schon damals genauso uneinig wie heute waren. Es ist auch müßig lange über die Vergangenheit zu reden. Der Staat Israel existiert, ist dringend notwendig und braucht die Bestandsgarantie von uns allen.

Genauso dringend brauchen aber auch die Palästinenser ihren Staat und eine Bestandsgarantie für ihren Staat und eine sehr gute Anschubfinanzierung. Wir müssen den Palästinensern klar machen, das wir diesmal ihre Interessen schützen und israelische Angriffe abwehren werden und das wir gleichzeitig jeden Angriff auf Israel abwehren werden.

Ich hänge mich jetzt sehr weit aus dem Fenster, aber ich glaube dass weder die israelische noch die palästinensische Führung in der Lage ist die Dinge zu ordnen. Es gibt einfach viel zu viele tiefe Wunden auf beiden Seiten. Ruhe kann da nur eine massive UN-Schutztruppe bieten, die mit viel deutschem Geld unterstützt werden sollte, weil wir als Bewaffnete dort sicher nichts verloren haben.

Wir Deutsche können mit Geld, Wissen und Technik helfen und sollten das auch tun. Wir sollten uns dafür stark machen beide Staaten mit der EU zu assoziieren, um sie wirtschaftlich nicht nur zu stärken, sondern auch klar zu machen, das wir für beide Staaten voll einstehen. Der einzige Preis ist Frieden gegenüber dem Nachbarn. Kein Vergessen und Vergeben sondern einfach nur Frieden. Vielleicht können die Menschen dort dann in zwanzig Jahren völlig neue Lösungen finden.

Getan werden muss auf jeden Fall etwas. und Libyen hat einmal mehr bewiesen, das seine Führung nicht reif für einen normalen Umgang mit anderen Menschen ist. Die Libyer sollten sich vielleicht einmal überlegen ob sie diese Herrschaften nicht in die Wüste schicken. Aber wir Deutsche müssen da sehr ruhig sein, wir hätten vor der eigenen Tür genug zu kehren.


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Witze die das Leben macht

Geschrieben von
Jochen Hoff
Freitag, 25. April 2008
Kommentare (0) | Trackbacks (0)




Nein, liebe Leute. Ja, liebe Leute. Man darf so weit nicht gehen, das gehört sich nicht und überhaupt. Aber was bitte schön kann ich dafür wenn das Leben diese beiden Sätze zusammenfasst. Nein sie haben nichts miteinander zu tun, der eine verweist auf einen andern Beitrag. Aber ich kann solche Dinge einfach nicht übersehen. Ich habe mich vor Lachen gebogen.

Und da er mich sowieso verurteilen lässt, ist das jetzt auch egal. Einen schönen guten Morgen und einen netten Tag.


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28. Frauenpower

Geschrieben von
Jochen Hoff / Elsa Rieger
Donnerstag, 24. April 2008
Kommentare (0) | Trackbacks (0)

Große Leidenschaften sind
selten wie Meisterwerke.
Honoré de Balzac


Sontja De Boevere warf ihren schönen Kopf wütend zurück. Es war ihr letzter Tag hier in Österreich. In der ganzen Woche hatte Johann Laurenzio Reichsgraf zu Wernicke-Biesendorf es genau ein einziges Mal geschafft, die Nacht mit ihr zu verbringen. Da hätte sie ja gleich in Belgien bleiben können.
Wütend intonierte sie eine Arie der Brünhilde, die sie demnächst in Bayreuth singen würde. Natürlich die Walküre, dachte sie. Dieser Schuft Johann bezeichnete sie ja auch immer als seine willige Walküre. Doch verdammt, was nutzte die ganze Hingabe, wenn der Kerl sie nicht beachtete?
Natürlich hatte sie kein Anrecht auf den Reichsgrafen. Sie hatte einen Schein auf einen kleinen glatzköpfigen Juristen mit Bierbauch, der sie zwar vergötterte, aber genauso mit einer Statue zufrieden gewesen wäre. „Verdammt. Verdammt. Verdammt“, schmetterte sie auf einer Melodie aus dem Freischütz.
Selbstverständlich konnte sie Männer in Mengen haben. Ihre blonde Mähne, die Oberweite, die die meisten Pornostars vor Neid erblassen ließ und ihr festes, wohltrainiertes Fleisch lockten Verehrer in Mengen an. Sie hatte nicht nur die Außenmaße einer Walküre, sie brauchte außerdem die richtige Art von Männern, um ihren Spaß zu bekommen. Solche wie den verdammten Reichsgrafen, den sie rausschmeißen würde, wenn er es noch einmal wagte, zu ihr zu kommen. Sollte der sein Riesengemächt doch in der Tür einklemmen. Er würde schon sehen, was er davon hatte, sie hier sitzen zu lassen. Sollte der Herr mal versuchen, mit seinem Teil bei so einer Ersatz-Twiggy zu landen. Die würde schreiend weglaufen. Sie stapfte ergrimmt auf und ab, die Fensterscheiben klirrten rhythmisch.
Das Telefon klingelte, sie stürzte sich darauf. „Sontja De Boevere“, flötete sie in den Hörer.
„Johann hier. Hast du heute Abend Zeit? Wir könnten essen gehen und vielleicht tanzen.“
„Bist du bescheuert?“, schrie sie, „Wir werden weder das eine noch das andere tun! Ich bestelle was zu trinken und dann vögeln wir, bis uns der Verstand wegbleibt. Ich muss morgen nach Brüssel und dann nach Berlin. Arbeiten. Da redest du von Essen? Aber halt, wenn du bei Mac Doof vorbeikommst, bring ein paar Hamburger mit. Mir ist nach gutem Sex und Schnellfraß.“ Sonja legte auf.
Johann grinste. Sie war schon ein wildes Weib und grenzenlos in ihrer Gier. Dazu noch voll kompatibel mit ihm. Wenn auch nur in sorgfältig überlegten Dosen genießbar. Auf Dauer wäre sie purer Stress.
Er ging wieder ins Wohnzimmer, in dem Tatijana fleißig telefonierte. Sie war eine Schönheit. Doch leider nichts für ihn. Ein Versuch, der schief ginge und das, was er jetzt hatte, wäre verloren. Das war es nicht wert.

Nachdem Johann sich bis zum Mittag des nächsten Tages im System und bei Tatijana abgemeldet hatte, kam ein Anruf von Homer, der sich nach Deutschland verabschiedete, um persönlich Druck zu machen. Das würde ein aufregender Abend werden, dachte Tatijana. Richtig begeistert war sie und kaute in Gedanken an die bevorstehende Öde auf ihren Nägeln herum.
Doch bald besserte ein Anruf ihre Laune, denn Huber wollte, dass sie mit der Störchin und Helga zusammen sich Silvio Lucca vornahmen. Bei drei Frauen würde der sein Glück alleine versuchen und nicht sofort nach einem Rechtsanwalt schreien, meinte der Hauptkommissar.
Zudem waren zwei der drei Damen keine Beamten und konnte ihm daher versprechen, was auch immer sie wollten. Durch die Teilnahme der Störchin war die Luftnummer rechtlich halbwegs abgesichert. Der Haftbefehl und das Ermittlungsverfahren gegen Lucca würden sich schnell in Luft auflösen, wenn er einen guten Rechtsanwalt hatte. Sie konnten nur gewinnen.


28. März 2006 Rom 9 Uhr 43

Das italienische Rechtssystem hatte viel mit einer alten Hure gemeinsam. Oft missbraucht, verachtet und immer unterschätzt war ihm nichts Menschliches fremd.
In irgendeinem Ministerium, das eigentlich gar nicht zuständig war, rief zuerst der mächtige Vertreter einer Schweizer Versicherung an, die zudem noch an den wichtigsten Rückversicherern der Welt kräftig beteiligt war. Die Versicherung wollte natürlich keinen Einfluss nehmen, sie wollte nur ihr Befremden darüber äußern, dass die Ergebnisse erstklassiger Ermittlungsarbeit bezüglich Salvatore Bruscini von der italienischen Justiz überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Der Mann erklärte zudem, dass die beiden Zeuginnen in seinem Auftrag gearbeitet hatten und selbstverständlich über jeden Verdacht erhaben waren.
Der zweite Anruf kam von einem Reifenhersteller, der, was er zwar nicht zugeben würde, von Graf Pietro Caloprini falsche Bilder für achtzig Millionen Euro gekauft hatte. Der Reifenhersteller hatte über seine Quellen etwas von einem Verdacht gegen Salvatore Bruscini gehört und sich zusammengereimt, dass dieser der Hintermann des Grafen und der beiden toten Frauen aus Wien gewesen sei. Er verlangte, dass gegen Bruscini vorgegangen würde.
Telefonieren konnte der Mann aus dem Ministerium auch und plötzlich startete eine Maschinerie, wie sie keiner in Italien vermutet hätte. Die Polizei durchsuchte gleichzeitig alle Wohn- und Geschäftsgebäude von Bruscini. Obwohl sie noch vor dem Morgengrauen zuschlug, konnte sie den Verdächtigen nicht festnehmen, da dieser mit zwei blutjungen Französinnen an der Küste in einem Hotel war.
Bei einem derart großen Einsatz dafür zu sorgen, dass der Beschuldigte nicht gewarnt wird, ist nicht nur in Italien ein Problem. Völlig unmöglich ist es aber, zu verhindern, dass irgendjemand Information darüber weitergibt. So wurde Bruscini schon fünfzehn Minuten nach Beginn des Einsatzes von einem Mitarbeiter in Kenntnis gesetzt, zu dem der Plan durchgesickert war.
Bruscini hatte seinen Laden bestens organisiert und wusste sehr wohl, welche Gefahr in der Ortung eines Handys besteht. Deshalb trug er ständig zwei Handys mit sich herum. Ein offizielles und ein Prepaid-Handy, das eine alte Dame auf Sizilien gekauft hatte und für ein wenig Kleingeld an einen seiner Mitarbeiter weitergab. Das war sein Alarmhandy, von dem er noch nie telefoniert hatte, und das nur benutzt wurde, um ihm die Daten des Anrufers zu übermitteln. Salvatore entschied dann, ob er den über das Festnetz oder sein offizielles Handy zurückrief.
Als der erste Alarmanruf wirklich kam, erschrak er unwillkürlich. Die Nachricht, die ihn erreichte, war unvorstellbar. Er hätte schon bei Beginn der Vorbereitungen eines solchen Einsatzes von seinen Vertrauensleuten in der Polizei und der Justiz gewarnt werden sollen. Gestern noch hatten sie seine Probleme für erledigt erklärt. Natürlich wäre es Wahnsinn, nach Österreich zu fahren, aber auch das würde sich mit der Zeit klären lassen. So dachte Bruscini.
Und jetzt das. Sie waren überall. Ein Alarmruf folgte dem anderen. Dann meldete sich die Sekretärin seines Rechtsanwaltes. Die Kanzlei war durchsucht und der Chef festgenommen worden.
Salvatore Bruscini schaltete das Alarmhandy aus.
Ohne sich weiter um die Mädchen zu kümmern, stieg er in sein Auto und raste in Richtung Monaco. Das Europa ohne Grenzen half ihm unbewusst. Er parkte seinen Wagen mit einem bedauernden Blick am Hafen. Den würde er wohl so schnell nicht wiedersehen.
Schnell verschwand er und trabte auf das Schloss zu. In einer Tiefgarage gab es eine kleine Autowerkstatt, die ihm eine unauffällige, französische Familienkutsche mit Papieren übergab. Auf einer Bank besorgte er eine größere Menge Bargeld, was in Monaco kein Problem war.
Ein wunderschöner Tag erwachte, als der Flüchtende auf der Küstenstraße nach Nizza fuhr. Das Meer kräuselte sich im strahlenden Sonnenschein. Salvatore hatte keine Zeit, das zu genießen. Er musste aus Europa heraus.
Der kürzeste Weg war schon lange nicht mehr der, mit einem Schiff über das Mittelmeer zu verschwinden. Die Küstenwachen hatten massiv aufgerüstet, um Boote mit Flüchtlingen aus Afrika aufzugreifen.
Und doch gab es mitten in Europa einen Platz, an dem es nicht um Gesetz und Moral, sondern nur um Geld ging. Die Schweiz. Sie war nicht nur der sicherer Hort für Erträge aus Betrug, Steuerhinterziehung, Drogen- und anderer Kriminalität, aus den Diebstählen der Politiker und Diktatoren der Welt, sie war das auch noch gerne. Je schmutziger das Geld, desto geringer die Zinsen, desto höher der Gewinn des kleinen Landes.
Da war kein Platz für Moral und Anstand. Da mussten eben auch die blutigsten Diktatoren auf ihrer Flucht zumindest kurzfristig ertragen werden. Da war auch Platz für Salvatore Bruscini, zumindest auf Zeit. Er musste den sicheren Hafen aller Ganoven nur erreichen.
Die Mautstationen der französischen Autobahnen bekamen von ihm Bares. Das hielt zwar auf, hatte aber den Vorteil, dass seine Route nicht verfolgt werden konnte. Hier auf dem Weg nach Lyon, würde man ihn auch nicht suchen. Das war zu weit von der italienischen Grenze entfernt.
Von Lyon ging es nach Genf. An der Schweizer Grenze gab es keine Probleme. Europa war gegenüber dieser Wunde offen wie ein Scheunentor. In Genf besuchte er sofort ein Internetcafe und verschob alles Geld, das er in Italien auf Banken liegen hatte auf die Cayman Islands. Die Transaktionen konnten nicht verfolgt werden, da er über einen russischen Server ging.
Es hatte für ihn keinen Sinn, noch aus Europa telefonischen Kontakt mit seinen Leuten aufzunehmen. Er entschied sich für einen schnellen Flug nach Südamerika. Brasilien. Die schönen Frauen an der Copacabana in Rio de Janeiro würden ihm einen Ausgleich für seine Verluste in Italien schaffen.
Er sorgte dafür, dass genügend Geld für die nächsten paar Jahre in Rio geparkt wurde, schlief eine Nacht in einem Familienhotel mit Preisen einer Luxusherberge und verschwand am nächsten Morgen über Kloten in Richtung Rio. Er musste lächeln, als er darüber nachdachte, dass die Deutschen, die ihn bestimmt suchen würden, den Schweizern den Luftraum großzügig überlassen hatten, den er jetzt brauchte, um fliehen zu können. Dieses Europa war wirklich zu blöd.


28. März 2006 Wien 14 Uhr 30

Silvio Lucca war immer noch ziemlich verwirrt. Was zum Teufel wollten die Österreicher von ihm? Ob irgendeiner seiner Leute hier etwas abgezogen hatte, ohne mit ihm zu teilen? Er hatte nicht die Spur einer Idee. Eigentlich war er froh, als er aus der Zelle geführt wurde, weil er hoffte, endlich zu erfahren, warum er festgehalten wurde.
Zu seinem Erstaunen brachte man ihn aber nicht in ein Vernehmungszimmer, sondern in eine Art Gerichtssaal. An einem langen Tisch saßen drei Frauen und hatten um sich herum einiges an technischem Equipment aufgebaut.
Drei Namensschilder mit den jeweiligen Landesflaggen wiesen die Damen von rechts nach links als Waltraut Auguste Erlenpichler aus Österreich, Tatijana Iwanowna Kropotkin aus Russland und Helga Brenner, auch aus Österreich aus.
Die Giraffe, von der Lucca nicht wissen konnte, das sie bei ihren Freunden die Störchin genannt wurde, sah auf: "Handschellen ab. Das Manderl ist keine Gefahr."
War sie im Spiel der gute Bulle? Wer von den anderen beiden war dann die Böse? Aha! Die kleine blonde Russin, denn sie schlug mit der Faust auf den Tisch und starrte ihn funkelnd an.
Nachdem die Beamten ihm die Handschellen abgenommen hatten, wurden sie mit einer ungeduldigen Handbewegung entlassen.
Lucca war noch nie von drei Frauen vernommen worden. Das mache die Sache seiner Meinung nach aber einfacher. Frauen waren Männern unterlegen. Die Erlenpichler stand auf und er erschrak; sie war noch länger als er vermutet hatte.
Sie stiefelte an ihm vorbei und schlug die erste Seite eines Flipcharts zurück. Eine Reihe von Bildern berühmter Gemälde, die allesamt gestohlen worden waren, erschien und sie zeigte jeweils auf ein Bild und erklärte gelassen, wann es wo gestohlen worden war und wer dabei zu Schaden kam.
Nachdem sie sich wieder gesetzt hatte, kam Frau Brenner von der anderen Seite, ging auch an Lucca vorbei und schlug ebenfalls die erste Seite eines anderen Flipcharts herum. Eine Straße in Wien nach der Explosion einer Autobombe. Zwei brennende Leichen in Südamerika und ein toter Japaner, dem die Eingeweide heraushingen.
Als Silvio etwas sagen wollte, legte Frau Brenner nur einen ausgestreckten Finger vor die Lippen und bedeutete ihm zu schweigen.
Dann stand die kleine Russin auf, brüllte: „Reden tun wir!“ und knallte ihm ein paar Papiere vor die Nase.
Lucca stöhnte unwillkürlich auf, als er die gefolterten Leichen von Patricia Lamm und Graf Pietro Caloprini erblickte.
„Die Operation ist Ihnen ja kräftig aus dem Ruder gelaufen Lucca“, fuhr Tatijana ihn an. Ihr starker Akzent passte sogar nicht zu ihrer westlichen Figur, aber Lucca war aus den Russen nie schlau geworden.
„Ich weiß gar nicht, wovon Sie sprechen.“
Sie griff zu einer Fernbedienung und drückte einen Knopf an der Wand. Hinter seinen Richterinnen, wie er sie innerlich nannte, erschienen in schneller Folge Lieferscheine und Frachtpapiere für Holz und gestohlene Bilder, die er im Auftrag des russischen Juden verschickt hatte.
„Nun, Lucca, wissen Sie immer noch nicht, wovon ich rede. –Meine Damen, Sie sehen, der Mann ist verstockt. Ich glaube nicht, dass unser Gespräch hier mit ihm viel Sinn macht.“
Der alte Mafioso bekam Oberwasser. „Sie haben doch nichts in der Hand, was wollen Sie eigentlich von mir? Sie können mir nichts beweisen!“ Er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Die dummen Weiber würden ihn laufen lassen müssen.
Tatijana betätigte erneut die Fernbedienung. An der Wand erschienen der Präsident und die Fahne Russlands: „Wissen Sie, was er früher gemacht hat? Er war Leiter des KGB. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den Ermittlungsergebnissen seines eigenen Dienstes misstraut.“
Wieder erschienen in schneller Folge die Bilder der Frachtpapiere, jeweils abgelöst von den Fotos der gestohlenen Bilder und der Toten. Lucca versuchte verzweifelt zu ergründen, was denn der russische KGB und der Präsident mit ihm zu tun hatten. War die junge Frau vom KGB? Es ergab sich für ihn einfach kein Bild.
Die Projektion stand jetzt auf einem offiziellen Dokument in Deutsch und Russisch. Ein Auslieferungsersuchen und sein Name darin. Ihm standen die Haare zu Berge.
Tatijana sah ihre Kolleginnen an: „Meine Damen, ich konstatiere, dass Herr Lucca, wie bereits vermutet, zu keiner Kooperation bereit ist. Wie abgesprochen, bitte ich Sie, mir den Mann als Ihren Gefangenen auf dem Flughafen Schwechat in meiner Maschine zu übergeben. Dort können Sie ihn bedenkenlos entlassen und da das Innere der Maschine russischer Boden ist, kann ich ihn problemlos festnehmen. Auch wenn unsere schnelle Art der effektiven Urteilsfindung und Bestrafung vielleicht nicht immer Ihren Beifall findet, dürfte das in diesem Fall wohl die beste Möglichkeit sein, das Problem zu lösen, bevor er mehr Leute umbringen lässt.“
Lucca traute seinen Ohren nicht. Helga nahm den Ball auf, den ihr Tatijana zugespielt hatte: „Nach meinem aktuellen Kenntnisstand hat weder das Justizministerium noch das Innenministerium Einwände gegen das Verfahren. Italien wird keinen diplomatischen Protest einlegen, da der Ort der Enthaftung und erneuten Verhaftung in einem Raum liegt, der schon öfter in derartiger Weise gebraucht wurde. Selbstverständlich wird Italien einen Prozessbeobachter schicken.“ Natürlich würden nicht informierte Ministerien auch keine Einwände vorbringen. Jetzt ging es um die Wurst.
Plötzlich hatteLucca hatte begriffen. Die blöden Weiber würden ihn einfach nach Russland verlegen und dort würde mit ihm kurzer Prozess gemacht. Er wollte nicht lebenslang nach Sibirien in den Gulag bei Eis und Schnee. Er hatte Angst vor den Russen: „Aber meine Damen, ich will doch kooperieren.“
Die Störchin atmete durch und beeilte sich, guter Bulle zu mimen: „Sehen Sie, Herr Lucca, das ist eine gute Entscheidung. Ich habe ernsthaft um Ihr Leben gebangt.“
Es hatte also geklappt. Lucca machte eine umfassende Aussage, die auf Video aufgezeichnet wurde. In den folgenden Stunden klärte sich, wie die Materialien für die Fälschungen beschafft worden waren, ebenso die Reihe von Kircheneinbrüchen überall in Europa mit dem Diebstahl von sakralen Bildern oder sonstigen Kunstwerken.
Movses Haiasanata, der Armenier, wurde anhand von Bildern eindeutig als der Auftraggeber identifiziert.


28. März 2006 Wien 21 Uhr 14

Sontja saß auf Johanns Gesicht und so gewaltig wie ihr Körper waren die Geräusche ihrer Lust. Plötzlich kam ihr die Idee, dass sie auch ihn mit dem Mund verwöhnen könnte. Um die Arbeit seiner Zunge so wenig wie möglich zu unterbrechen, drehte sie sich schnell. Für einen Moment lastete ihr ganzes Körpergewicht mitten in der Drehbewegung auf ihrem Knie, das seinerseits auf einer Rippe Johanns ruhte.
Die Rippe tat das Vernünftigste, was sie tun konnte, sie gab mit einem leisen Knacken nach. Aber der Moment des Schmerzes war kurz und die Lust groß. Wer wird da schon eine kleine Rippe beachten?
Sie genossen einander bis in den frühen Morgen und schliefen schließlich eng umschlungen ein.

Für Johann war es ein qualvolles Erwachen. Jetzt, wo die Lust nicht mehr den Schmerz übertönte, meldete er sich mit aller Deutlichkeit. Vorsichtig wuchtete er sich aus dem Bett. Seine Rippe fand Bewegung nicht lustig. Husten übrigens auch nicht.
Vor dem Badezimmerspiegel untersuchte er die Stelle. Zu sehen war nichts, aber er ertastete eine beachtliche Schwellung.
Sontja kam herein, umarmte ihn von hinten mit ihren kräftigen Armen.
Sie sah, wie Johann das Gesicht verzog. „Was ist, Liebling?“
„Wehe, du lachst. Du hast mir heute Nacht irgendwann eine Rippe angeknackst. Ob ich jetzt ein Verwundetenabzeichen bekomme?“
Natürlich prustete sie los, sagte dann unter Glucksen: „Das tut mir leid. Ich habe nichts gemerkt. Verwundetenabzeichen habe ich keine, aber den Siegerkranz und noch eine Morgennummer kannst du gerne haben.“
Vorsichtig und in stabiler Rückenlage gingen sie wieder zu Werke. Nicht schmerzfrei, doch mit Lust. Nur über das Geschehene lachen durften sie nicht. Die Rippe wollte nicht ausgelacht werden.


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Ein Tänzchen mit Sebastian Edathy kann mir doch keiner verwehren

Geschrieben von
Jochen Hoff
Donnerstag, 24. April 2008
Kommentare (39) | Trackbacks (10)

Ich arbeite ja immer nach einem geheimen Geheimplan. Dessen Grundlage ist, das ich jedem anderem das zubillige, was ich selbst ständig mache, nämlich Fehler. Ja ich bremse auch für Politiker. Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen behauptet zwar immer, dass ich nur bremse um dann zurückzufahren und mich zu vergewissern, das ich auch richtig getroffen habe, aber das ist eine bodenlose Gemeinheit. So bin ich einfach nicht, oder will ich nur nicht so sein. Egal.

Meistens haben wir es in Deutschland ja eh mit Hinterbänklern zu tun. Jedes Eichhörnchen das rund um den Tiergarten gesichtet wird ist wichtiger. Wenn mir solche Strategen unterkommen, gibt es eine meiner freundlichen Mails, mit denen ich mein Missfallen kund tue. Sebastian Edathy mag ich sich ja selbst für wichtig halten, aber er ist es nicht. Ein Schäubleabnicker mehr. Ab und an ein Rülpser aus der hinteren Reihe, nicht für Bedeutung für das Land. Wenn er uns nicht verrät, hat die SPD auf Anhieb 300 andere die es tun. Er ist also nicht wichtig.

Aber auch nicht wichtigen Leuten sollte man schreiben, wenn sie Mist bauen. Privat. Dieses tat ich mit folgender privaten Mail ohne Kopie an Verfassungsschutz oder den BND. Wenn die eine haben, haben die sie selber gemacht:

Umgang mit Susanne Härpfer
Von: Jochen Hoff
An: sebastian.edathy@bundestag.de
Datum: 2008-04-16 13:59

Sehr geehrter Herr Edathy,

nun sind Sie prominent. Zumindest in der deutschen Blogwelt. Das ist ein
Vorteil. Man wird sie dort nicht vergessen. Immer wenn ihr Name in Zukunft
auftaucht wird irgendjemand daraufhinweisen das Edathy doch der SPD Mann ist
der es geschafft hat eine freie Journalistin um Lohn und Brot zu bringen.

Nein natürlich beeindruckt sie das nicht. Sie sind ja Mitglied des Deutschen
Bundestages. Sie stehen ja über dem Volk. Sie stehen über der Wahrheit, sind
nur Peter Struck verpfichtet, weil der Ihren kleinen Arsch in Minuten aus der
deutschen Politik treten kann. Sie sind ein Herr, solange Sie die Aufgaben
erfüllen die Ihnen Ihre neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen
Auftraggeber übertragen. Im Grunde müssen sie nur an den richtigen Stellen
nicken.

Zwei Bitten hätte ich an Sie. Sagen Sie nicht das Sie Sozialdemokrat sind. Sie
sind in der SPD. Sozialdemokraten gibt es dort nicht mehr. Die zweite Bitte
ist sehr einfach. Machen sie so weiter wie bisher. Leute wie Sie helfen dabei
selbst so friedliche deutsche Lampenputzer wie wir es nun einmal sind in die
Revolution zu treiben.

Ach ja. Genießen Sie bitte jetzt die Aufmerksamkeit. Nach einem Systemwechsel
werden wir zwar eine saubere Zelle für sie finden, allerdings wird es Ihnen
nach ihrem Gerichtsverfahren, dort an Aufmerksamkeit doch eher fehlen.

Nein ich verachte Sie nicht. Das sind Sie mir nicht wert.

--
Mit unfreundlichen Grüßen
Jochen Hoff

http://www.duckhome.de


Und oh Wunder für einen deutschen Abgeordneten, er kann sogar lesen, schreiben und das Internet bedienen. Ich bin sehr beeindruckt. Traut man denen gar nicht zu, wenn man ihre Entscheidungen so sieht. Aber Herr Edathy kann es, und er antwortete mir:

Ihre Email v. 16.04.2008
Von: "MdB Sebastian Edathy, Laptop-Adresse" (Deutscher Bundestag)
An: jochen@duckhome.de
Datum: Samstag 01:40:29 19.04.2008

Sehr geehrter Herr Hoff,
Ihre Aussage "Genießen Sie bitte jetzt die Aufmerksamkeit. Nach einem Systemwechsel werden wir zwar eine saubere Zelle für Sie finden, allerdings wird es Ihnen nach Ihrem Gerichtsverfahren dort an Aufmerksamkeit doch eher fehlen." reicht zwar bereits für eine Strafanzeige aus, die ich auch stellen werde, vielleicht könnten Sie Ihre Ausführungen aber noch ein wenig konkretisieren bzw. illustrieren, damit ich der Staatsanwaltschaft ggf. ergänzende Informationen übermitteln kann.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Edathy

-
Sebastian Edathy
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vorsitzender des Innenausschusses
Abgeordneter für den Wahlkreis Nienburg-Schaumburg


Ich mag das, wenn man mich mit dem Staatsanwalt erpressen will. Er glaubte wohl er hätte irgendwelche Zeitungsmacher vor sich bei denen er nur einmal rülpsen muss, um die Existenz eines Menschen zu zerstören. Hat er aber nicht. Wenn er mir ans Bein pinkeln will, kann er das haben. Die Staatsanwälte, zumindest die politischen haben mich eh gefressen. Da kommt es auf einen Edathy zusätzlich nun wirklich nicht mehr an. Also bekam er das was er verdiente. Meine Antwort:

Re: Ihre Email v. 16.04.2008
Von: Jochen Hoff
An: edathy@edathy.de
Datum: Samstag 07:49:45

Am Samstag 19 April 2008 01:40:29 schrieb MdB Sebastian Edathy,

> Sehr geehrter Herr Hoff,
> Ihre Aussage "/Genießen Sie bitte jetzt die Aufmerksamkeit. Nach einem
> Systemwechsel werden wir zwar eine saubere Zelle für Sie finden,
> allerdings wird es Ihnen nach Ihrem Gerichtsverfahren dort an
> Aufmerksamkeit doch eher fehlen."/ reicht zwar bereits für eine
> Strafanzeige aus, die ich auch stellen werde, vielleicht könnten Sie
> Ihre Ausführungen aber noch ein wenig konkretisieren bzw. illustrieren,
> damit ich der Staatsanwaltschaft ggf. ergänzende Informationen
> übermitteln kann.

Kein Problem Herr Edathy,

Politiker, die wie Sie Ihre politische Macht dazu missbrauchen, um in einem
Klüngel von Beziehungen die Pressefreiheit einschränken, machen sich
normalerweise strafbar. In jedem denkbaren System, außer in Diktaturen. Es
gibt jetzt eine Journalistin wengier, weil sie nicht über die gleiche Macht
wie Herr Edathy verfügt.

Dies ist in bei uns leider in fast allen politischen und wirtschaftlichen
Fragen der Fall. Teile unserer Politik rühmen sich sogar noch, wenn sie gegen
den Wählerwillen handeln. Dies ist eine Entwicklung die nicht mehr lange gut
gehen wird. Sie können aus Ihrer Position heraus das Grummeln des Volkes
natürlich nicht mehr wahrnehmen, sie fühlen sich ja in Sicherheit. Da geht es
Ihnen und Ihren Kollegen wie den Politikern in der DDR. Die haben auch erst
gemerkt das der Zug abgefahren ist, als die letzten Schienen und das
Bahnhofsgebäude schon verkauft und abgebaut waren.

Vielleicht ist das ein typisches Problem der herrschenden Klasse. Ähnlich wie
in der DDR lässt sich auch in diesem Deutschland durch Wahlen nichts mehr
ändern. Einen Herrn Steinbrück und einen Herrn Gabriel kann man abwählen
solange man will. Über Listenplätze, sichere Wahlkreise und ähnliches tauchen
sie immer wieder auf.

Bisher wurde das deutsche Volk meist müde und hat aufgegeben. Aber jetzt haben
wir das Beispiel der DDR. Zwar gab es zum Zeitpunkt ihres Falles noch ein
weiteres Deutschland, das Sicherheit bot, aber jetzt gibt es vor Leuten wie
Ihnen, der Politik die sie machen und den Interessen für die sie wirklich
stehen, keine Sicherheit mehr. Für niemanden.

Sie kennen das Problem. Ein an sich friedliches Tier, wie ein Reh, wird
versuchen Sie zu überrennen, wenn Sie es in die Ecke gedrängt haben. Genau
das wird in diesem Land passieren. Sie jagen das Volk in Panik. Sie lassen
keine Fluchtmöglichkeit mehr. Nicht einmal in die Datsche oder in sonstige
Formen der inneren Emigration. Das führt unweigerlich zum Aufstand. Ob sie es
wahrhaben wollen oder nicht.

Selbst wenn Sie und Ihre Kollegen es bis dahin geschafft haben, die Bundeswehr
im Inneren einzusetzen, nützt das nichts mehr. Wir kennen die Bilder aus
Rußland, als das Militär sich auf die Seiten des Volkes schlug und wir wissen
das selbst die Spezialtruppen in der DDR ihren Vorgesetzten klar gemacht
haben, dass sie nicht schießen werden.

Bei einem solchen Aufstand gibt es nur zwei denkbare Szenarien. Die eine ist
die übliche, nämliche schnelle harte körperliche Gewalt gegen die Bedränger,
was eine Revolution jeder Art sofort wieder mit einem Geburtsmakel behaftet.
Die andere Möglichkeit ist die Täter einzusperren und nach geltendem Recht zu
bestrafen.

Allerdings und an der Stelle kommt ihr Freund der Herr Staatsanwalt zum
tragen, ist es natürlich nicht möglich Ihre persönlichen Taten nach dem
aktuell geltenden Recht zu verfolgen, da Leute wie Sie, die Gesetze ja
dahingehend konstruiert haben, dass Sie und ihre Freunde nicht verfolgt
werden können. Deshalb wird ersatzweise ein Schnitt durch das internationale
Recht zum Einsatz kommen müssen.

Sie würden also nach Gesetzen verurteilt, die zu dem Zeitpunkt Ihrer und
anderer Taten zwar nicht offiziell in Deutschland galten, aber als
international gemeinsame Rechtsansicht eben hätten gelten müssen. Ein
Schönheitsfehler meines Konstruktes, der leider an diesem Punkt nicht
grundgesetzkonform ist, aber ich finde Sie und und andere im Gefängnis viel
netter, als an irgendwelchen Straßenbäumen hängend. Gefängnis kann man
revidieren, ja in gewisser Weise wieder gut machen. An Toten funktioniert das
nicht.

Ich brauche Ihnen sicher nicht zu erklären, dass ein Volk in Aufstandsstimmung
immer gerne zu nicht reversiblen Maßnahmen greift. Was Ihre Drohung mit dem
Staatsanwalt angeht, so werden Sie die sicherlich wahr machen. Ich habe auch
gar keine Sorge, das Sie es nicht schaffen könnten, mich verurteilen zu
lassen. Sie haben die Macht.

Im Grunde genommen ist es eine gute Idee gewesen, das zu tun. Ich schreibe
ihnen eine private Mail und sie schicken Ihren Staatsanwalt. Das sagt
eigentlich alles über ihr Politikverständnis und ihr Verhältnis zum Bürger
aus. Der Wahlkreis 040 Nienburg II - Schaumburg ist eine Bastion, aber Sie
würden vermutlich auch den richtigen Listenplatz von Herrn Struck bekommen.

Ich bin nur heilfroh, das ich im wesentlichen schon lange mit der SPD
abgeschlossen habe, wenn ich sehe mit welchem Stil sie Karriere machen
konnten. Ich empfehle Ihnen einen alten Text von mir:

http://www.duckhome.de/tb/pages/freund.html

Seien Sie aber bitte nicht beleidigt wenn Sie sich irgendwo wiedererkennen.
Das ist natürlich unbeabsichtigt und der Text ist tatsächlich schon steinalt.
Ich bin ja auch 12 Jahre älter als Sie. Stamme sozusagen aus der Zeit als es
noch Sozialdemokraten gab.

Gut nun haben Sie es noch einmal ausführlich, was sie doch so gerne wissen
wollten. Kommen wir also zu Ihrem Staatsanwalt. Den bin ich gewohnt. Meist
sind es allerdings die Faschisten die gegen mich vorgehen. Mal mit
Morddrohungen, mal haben die sogar Anwälte, Staatsanwälte und Richter. Das
ist mein Risiko. Aber ich wusste ja vorher das es nicht gut geht.

Ob mich nun auch noch Herr Sebastian Edathy mit seinem Staatsanwalt jagt, ist
Nebensache. Natürlich werden Sie es schaffen mir zwischen 100 und 200 Tagen
Knast verpassen zu lassen. Ja und. Sie haben es nicht verstanden. Sie können
mir nichts mehr wegnehmen. Sie können mich auch nicht mehr bedrohen. Ich
lache über Leute wie Sie und es ist ein zorniges Lachen.

Sollte ich bis Mittwoch Abend 24 Uhr nicht gehört haben, das Sie mich lieber
doch nicht verfolgen wollen, tragen wir beide dieses Spielchen auf der großen
Bühne aus. Ich werde in meinem Blog darüber schreiben, meine Mails und Ihre
veröffentlichen und dann schauen wir mal wem die Öffentlichkeit recht gibt.

Ach ja die Mails befinden sich sofort nachdem Sie hier abgegangen sind auf
Servern im Ausland. Es nützt Ihnen also nichts mir die Tür eintreten und die
Rechner meiner Familie zerstören zu lassen. Wenn jemand meine kleinen Kinder
in Angst und Schrecken versetzt, nehme ich das übrigens persönlich. Sehr
persönlich. Schließlich kenne ich Ihre Auffassung von Rechtsstaat. Natürlich
können Sie Kraft ihres Amtes meinen Server schließen.

Kein Problem, Ich fahre ihn innerhalb von weniger als einer halben Stunde
irgendwo im Ausland wieder hoch. Nehmen Sie alle ihre Repressionskünste
zusammen. Es nützt Ihnen nichts. Ich habe Ihnen ja direkt gemailt, weil Sie
sich in Ihrer Klasse ja nicht für Blogs interessieren, aber es haben sich
bestimmt 40 Blogs mit dem Verhalten des Sebastian Edathy beschäftigt. Ihr
Angriff auf mich und ihre Drohung mit Ihrem Staatsanwalt, sowie jede Maßnahme
gegen mich, wird das Thema mit Sicherheit noch mal kräftig hochpumpen.

Am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt. Ich gehe einfach mal davon aus
das Sie am kürzeren Hebel sitzen. Ihre Wähler sind nämlich nicht dumm. Die
wissen, dass Ihr Vorgehen gegen mich, genau das wieder gibt, was Sie sind.

Pech gehabt mein Lieber. Ich bin nicht erpressbar, zumal ich ausnahmsweise
wirklich unschuldig bin und nicht wie so oft, doch wieder mal zu weit
überzogen habe. Deshalb hoffe ich für Sie auf eine anständige saubere Zelle
und ein ordentliches Gerichtsverfahren und gute Anwälte. Ich möchte, dass Sie
es besser haben als ich. Ich möchte nämlich ein besseres, vor allen Dingen
ehrlicheres System.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und sehe Ihrer baldigen Antwort gerne
entgegen.

--
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Hoff

http://www.duckhome.de


Natürlich nahm er mich nicht ernst. Warum auch. Er ist ein deutscher Politiker, die müssen das Volk nicht ernst nehmen. Mal sehen wann mir die politische Polizei schreibt, das ich Herrn Edathy beleidigt habe. Wahrscheinlich bekomme ich wieder gleich den Strafbefehl, oder eine Vorladung, bei der ich nicht wissen darf worum es geht. Egal. Tanzen wir halt. Schneewalzer am Rand der Hölle. Und ich bin bestimmt kein Schneeflöckchen. Eher der Elefant im Porzellandladen.


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Die Krise nimmt Fahrt auf

Geschrieben von
Jochen Hoff
Donnerstag, 24. April 2008
Kommentare (7) | Trackback (1)

Die Bank of England hat die Druckmaschinen angeworfen und lässt sich für 50 Milliarden Pfund wertlose oder besser so gut wie tote Hypotheken andrehen, in der Hoffnung damit die Banken und den Hypothekenmarkt retten zu können. Nette Idee, bremst ein wenig, wird aber vermutlich für die Royal Bank of Scotland (RBS) die gerade im Zuge der Kreditkrise Abschreibungen von bis zu 5,9 Milliarden Pfund (etwa 7,4 Milliarden Euro) angekündigt hat und ihr Kapitalerhöhung mit einem Abschlag von 46 Prozent auf den Montagskurs der Aktie plant, nicht mehr retten.

Wer die geplanten 12 Milliarden Pfund oder 15 Milliarden Euro für die RBS aufbringen soll, lässt sich auch noch nicht absehen. Ich tippe auf den englischen Steuerzahler. Das vor allen Dingen deshalb, weil viele Analysten auch bei anderen Banken mit ähnlichen Schritten in noch höherem Ausmaß rechnen. Die Citygroup hat gerade mal wieder 6 Milliarden Dollar an Vorzugsaktien eingesammelt und ist damit bei insgesamt 36 Milliarden Dollar. Das reicht zwar nicht um die offiziell gemeldeten 45 Milliarden Dollar Verlust zu decken, aber es reicht für die noch vermuteten rund 35 Milliarden Verlust, die noch in den Büchern der Citygroup stecken sollen.

Über die Düsseldorfer Hypothekenbank die ja nicht pleite ist sondern nur verkauft wird, und die Bank of Amerika sprechen wir hier nicht, das hat der Meyer schon bestens für uns erledigt. Den Ölpreis bei 120 Dollar und den Euro stabil über 1,60 braucht niemand mehr vorauszusagen. Das ist völlig klar.

Egal ob die Analysten heute von 1,62 beim Dollar reden und völlig egal ob die EZB, wie vom Chef der Banque de France, Christian Noyer angekündigt und sofort wieder dementiert, die Zinsen anhebt um die Inflation zu stoppen, der Euro ist auf dem Weg nach oben. Ich bin mir ziemlich sicher das wir die 1,75 sehen werden.

Die EZB wird aber handeln müssen. Tatsächlich haben wir einen negativen Realzins. Zieht man die Inflation von den Zinsen für ein Darlehen ab, dann bleibt der Realzins übrig. Bei einem Sparbuch mit 3,5 Prozent Zinsen und der offiziellen Inflation von 3 Prozent würde ein halbes Prozent Realzins übrig bleiben. Da aber der offizielle Inflationssatz so gar nichts mit der Wahrheit und der Realität zu tun hat, sollten wir wohl besser von durchschnittlich 10 Prozent Inflation ausgehen, wobei diese je nach Haushaltstyp anders aussehen kann. Bei Hartz IV Beziehern, die ja ihr Geld praktisch nur für Wohnen, Essen, Energie ausgeben, dürfte die Inflation eher 15 Prozent betragen, bei Herrn Josef Ackermann der sein Einkommen nur minimal in Konsum steckt, dürfte die Inflation eher bei 4,5 Prozent liegen, da höherwertige Produkte im Preis fallen.

Gehen wir aber noch einmal von unserem Sparbuch mit 3,5 Prozent Zinsen und den 10 Prozent mittlerer Inflation aus. Es entsteht ein negativer Realzins von 6,5 Prozent. Das ändert sich natürlich wenn man 10.000 Euro als Festgeld für ein Jahr anlegt, da gibt es ungefähr 4,5 Zinsen und der negative Realzins beträgt nur 5,5 Prozent. Im Mittel verliert das Geld also 6 Prozent in jedem Jahr an Wert.

Nehmen wir einmal an, jemand würden bei einem negativen Realzins von 6 Prozent, heute 100.000 Euro anlegen. Nach 17 Jahren würde auf dem Konto zwar ein Betrag von 168.066 Euro stehen der aber einer Kaufkraft von Null entspricht. Nach 17 Jahren hätte sich das Geld selbst aufgefressen. Natürlich dauert eine solche Phase nicht 17 Jahre am Stück, aber 6 Prozent im Jahr zu verlieren ist auch schon bei drei Jahren nicht lustig, wenn von den realen 100.000 nur noch 85.000 an Kaufkraft bleiben.

Die Preise für Öl werden weiter und schneller steigen, weil es in Zukunft weniger Öl gibt. Die Preise für Lebensmittel werden steigen, weil Lebensmittel zu Biosprit umgewandelt werden, weil Monsantos und andere genveränderte Planzen immer weniger Ertrag, bei immer höheren Giftdosen und mehr Dünger bringen und weil sich Ernährungsgewohnheiten ändern.

Manche meinen das Hunger nur ein Problem der Entwicklungsländer bleiben wird und zwar bedauerlich, aber aufgrund von deren Fehlverhalten nicht zu ändern ist. Das die eben wie alle Schwachen nicht stark genug sind. Aber vorsichtig, vielleicht sind die, die so denken, selbst auch nicht so stark wie sie sich fühlen. Japan ist doch ein starkes Land aber trotzdem musste Mariko Watanabe feststellen, das sie keinen Kuchen backen konnte weil in den Supermärkten in ihrer Nähe die Butterregale leer waren.

Die ständig steigenden Weizenpreise haben zudem das japanische Budget für den Ankauf von Getreide zum ersten mal seit dem zweiten Weltkrieg platzen lassen. Ein Zustand der zur Regel werden dürfte. Japan hat keine Rohstoffe, nicht genügend Ackerfläche und einen sehr hohen Einsatz von tierischen Lebensmitteln. Das wird nicht lange gut gehen. Was aber in Japan vor die Wand läuft, wird es in ähnlicher Form auch bei uns tun.

Wir sollten übrigens immer daran denken das China und Indien die gleichen Probleme haben. Indien oder auch China könnte jederzeit auf die Idee kommen, den ziemlich leeren australischen Kontinent zu besetzen. Vor die Wahl gestellt, zu Hause zu verhungern oder dort eine Chance zu suchen, dürfte die Entscheidung den Menschen leicht fallen.

Ach ja für diejenigen die sagen, das sie bei den schlechten Bedingungen ihr Geld lieber in Aktien anlegen wollen:

Nach all den Rechnungslegungsänderungen über die vergangenen Jahre notieren die nichtfinanziellen Firmen Europas am Cashflow gemessen um die Hälfte über dem Niveau zwischen 1970 und 1996 (dem Beginn des irrationalen Überschwangs) - und gelten angesichts des geschätzten 2008er KGV von 13 dennoch als billig. Nur ist das nichts im Vergleich zu dem, was in den USA passiert. Den gängigen Ergebnisangaben zufolge - also den allenthalben blindlings übernommenen Pro-Forma-Konstrukten gemäß - notiert der S&P 500 mit dem 15,3-fachen Gewinn von 2007 und dem 14-fachen des für 2008 prognostizierten Gewinns. Rechnet man mit US-GAAP-Zahlen, liegt das KGV für 2007 bei 20,8, für 2008 sogar bei 21,7, wobei die Gewinnschätzungen hier nicht von Analysten kommen, sondern von Strategen.

Und wer das nicht wahrhaben will, kann diese Daten ja mal mit jenen aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vergleichen, in der Gewinne anders als in Handelsbilanzen übrigens auf eine im Zeitverlauf konsistente Art und Weise ausgewiesen werden. Danach liegt das KGV des US-Aktienmarktes um rund ein Drittel über dem Durchschnitt seit 1952 - oder um rund die Hälfte, wenn man nur den Durchschnitt bis 1996 zugrunde legt. Besonders krass ist danach das KGV der nichtfinanziellen Sektoren, weil der Finanzsektor 2007 insgesamt ja noch ungemein gut verdient hat.

Dass US-Aktien nach allen Kriterien teurer geblieben sind als europäische, wirkt unterdessen fast schon bizarr. Denn seit dem ersten Quartal 1977 - wir nehmen dieses Datum, weil die BIP-Zahlen für den Euro-Raum nur bis dahin reichen - haben sich europäische Aktien in Dollar gerechnet gut verzwanzigfacht, während sich US-Aktien "nur" knapp verzwölffacht haben. Ist schon eine komische Sache, wenn man bedenkt, dass sich das reale US-BIP seit 1977 angeblich verzweieinhalbfacht hat, während jenes im Euro-Raum sich bloß verdoppelt hat.


Wenn aber selbst die FTD, wenn auch nur mit Bloombergs Hilfe darauf kommt, das mit Bewertung der Aktien wohl etwas nicht stimmt, dann dürfte das Wort Blase wohl kaum zutreffen. Es wird sich wohl eher um einen riesigen Fesselballon oder besser einen der alten Zeppeline handeln. Lakehurst ist allerdings nicht mehr weit. Zur Zeit beginnen in den USA die Kreditkartenkredite und die damit verbundenen Papiere zu platzen. Das wird die Kreditversicherer über die Kante schieben und die letzten Aktiendepots der normalen Amerikaner auf die Märkte drücken, in denen aber schon die Banken nach Geld geiern, um zu überleben.

Natürlich kann man immer noch Geld mit Aktien machen. Jederzeit. Aber ruhiger schläft man, wenn man Abends aus dem Wahnsinn draußen ist und sein Geld da hat, wo man es in Möhren und Zwiebeln oder ein Huhn umwandeln kann. In eigenem Ackerbau und Viehzucht. Wer übrigens einen neuen Sport sucht, sollte sich f'ür ein- und zweispänniges Kutsche fahren interessieren. Das könnte die Mobilität in Zukunft erheblich erhöhen.

Eine Geldanlage in ausdauernde Pferde für Kutsche und Sattel und Kaltblüter für den Acker dürfte nicht das schlechteste sein. Die schweren belgischen Kaltblüter sind meist übrigens sehr kuschelig und auf jeden Fall etwas fürs Herz.


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Die Bahn muss weg, schnell muss sie weg, die Bahn muss weg

Geschrieben von
Jochen Hoff
Mittwoch, 23. April 2008
Kommentare (3) | Trackbacks (0)

Die SPD ist schon ein lustiger Verein. Beginnen wir mal mit der bayrischen SPD, ja die gibts noch, wenn auch keiner weiß warum:

Bayerische SPD verweigert Beck die Gefolgschaft

..

Der Vorstand der bayerischen Sozialdemokraten plädierte mit knapper Mehrheit dafür, den Plänen vorerst nicht zuzustimmen. Der Landesvorstand wolle vor weiteren Beratungen erst den geplanten Tarifvertrag und den Beteiligungsvertrag sehen, die gewährleisten sollen, dass die Arbeitsplätze der Bahn-Beschäftigten gesichert werden, hieß es in einer Mitteilung. Die Führung der bayerischen SPD bekräftigte zugleich, dass die Entscheidung des Parteirates an diesem Montag akzeptiert werde.


Da riecht man förmlich den Aufstand. Die Bayern sind dagegen, natürlich nur wenn sie dürften und der Parteirat am Montag nicht beschlossen hätte sich einen Scheißdreck um das Ergebnis des letzten Parteitages und die blöde Bayern-SPD zu kümmern. Aber nun werden sie sich auf die Schultern schlagen, ein Bierchen trinken gehen und den ganzen Landtagswahlkampf über behaupten, das sie ja dagegen gewesen wären, wenn man sie denn dagegen sein, gelassen hätte. Was für ein armseliger Verein.

Aber der Parteirat der kam sah und beschloß was Beck gewollt haben könnte, wenn er denn überhaupt gewusst haben gekonnt hätte, was er wollen gemöcht hätte:

Wir lehnen eine über die 24,9 Prozent hinausgehende Beteiligung privater Investoren an der Betriebsgesellschaft VuL AG konsequent ab. Die Begrenzung privater Beteiligung auf 24,9 Prozent hat für die SPD grundsätzliche Bedeutung und ist deshalb in Koalitionsgesprächen nicht verhandelbar.

Wir bekräftigen die Notwendigkeit, durch Verträge die Aufrechterhaltung des Fernverkehrsangebotes und die Vertaktung mit dem Nahverkehr sicherzustellen. Der Bundesverkehrsminister wird gebeten, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten und Parteivorstand und Parteirat darüber zu unterrichten. Der Bund als Anteilseigner der Bahn AG soll sicherstellen, dass bis zur Vorlage dieses Konzeptes keinerlei Fakten geschaffen werden, die diesem Anspruch widersprechen.


Ja is scho recht. Schwester geben sie den Herren noch einen Einlauf, und dann ab in die Betten. Ich finde das toll. Die SPD ist konsequent. Ich kenne die nur noch als konsequente Umfaller. Natürlich ist das auch hier schon vorprogrammiert. Wurde der Bahnprivatisierung generell zugestimmt, dann kann jede zuständige Bundesregierung soviel Anteile verkaufen wie sie will. An der nächsten Regierung wird die SPD nach menschlichem Ermessen nicht mehr beteiligt sein, also werden 2009 die nächsten Teile verkauft.

Die schon fast traurige Bitte der Bund möge doch sicher stellen, das nichts getan wird, was der SPD nicht gefällt, ist ein Lacher für sich. Wenn man Schindluder mit der Bahn verhindern will, dann muss man die Privatisierung, oder besser das Verschenken der Bahn verhindern. Ganz und gar.

Ich persönlich bezweifle aber das die SPD aus dem Verkauf überhaupt noch heraus kann. Wir werden nie beweisen können, wer da bestochen wurde, aber wir werden sehen wer noch in den Aufsichtsrat kommt. Es ist also egal ob bayrische oder Bundes-SPD. Es ist immer ein trauriger Verein. Wir können ihr nur beim Sterben zusehen.


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Wer jetzt nicht trinkt, der ist kein guter Mensch

Geschrieben von
Jochen Hoff
Mittwoch, 23. April 2008
Kommentare (2) | Trackbacks (0)

Ab und an habe ich ja wirklich meinen Spaß an den kleinen dummen Islamophoben:

Was fehlt auf diesem Tisch?

Richtig! Fünf Gläser Bier und drei Krüge Wein - mindestens! Die Bauern, die hier vor dem Teehaus in Ceyhan am türkischen Mittelmeer sitzen, könnten sich das durchaus leisten. Nichts leichter als das! Viele sind Lira-Millionäre, denn in Ceyhan kreuzen sich Ölpipelines. Raffinerien und andere große Industrieanlagen sollen entstehen. Deshalb hat sich der Grundstückspreis in der Gegend seit 2000 vervierzigfacht. Viele haben ein Stück Land verkauft, andere sind gerade dabei! Und was gibt es zu trinken in dieser Stadt im Süden? Den ganzen Tag Tee! Zumindest wenn man gläubiger Muslim ist. Dieser leere Tisch - wie kann man das aushalten?


Das beschriebene Bild ist so die typische "Wir machen ein Foto" Situation. Alle sitzen da irgendwie wie hingesetzt. Eben so wie wir immer auf Fotos sitzen. Aber der fixe kleine braune Zwerg, hat natürlich eine andere Version. Die Bauern könnten sich Wein und Bier leisten, sind aber so bösartig verstockt, das sie ihr Geld einfach nicht ausgeben. Wie kommen die überhaupt dazu Geld zu haben. Bereichern sich an den armen kleinen Islamophoben, weil sie Land gegen Geld verkaufen konnten, während der durchschnittliche Isamophobe noch nicht einmal seine Frau verkaufen könnte, weil die ihm vermutlich auch schon weggelaufen ist.

Egal was die armen Leute da auf dem Bild auch immer machen. Sie würden von den Islamophoben beschimpft. Zum Glück leben die Leute nicht bei uns. Aber für die Muslime bei uns wird es langsam aber sicher ernst. Da sich unsere Polizei und die Gerichte nicht gegen die Hetzer in Bewegung setzen lassen.

Jedes Wort dieser Schimpftirade strotzt geradezu von Rassismus.


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Nutzloses Blättchen bringt nutzlose Nachrichten

Geschrieben von
Jochen Hoff
Mittwoch, 23. April 2008