Selbst das große Naturgesetz, dem alle
unterliegen, ist nicht so hart und grausam,
wie es Menschen zuweilen werden.
Wilhelm Vogel
7. April 2006 Hamburg 21 Uhr 00
Bernd Liedtke hatte gerade mit seinem Chef telefoniert. Von Oreste Crispi hatte er den Befehl bekommen, Benno von der Lohe beizustehen. Allerdings war damals nicht davon die Rede gewesen, jemanden zu erledigen, den die Bullen bereits am Wickel hatten. Aber Oreste war selten so eindeutig gewesen: „Erledige die Sache. Bisher hat dieser Schillke immer den Hauptanteil der Schmutzarbeit für den guten Benno gemacht. Wenn wir den ausschalten, können wir einen unserer Leute einschleusen und auf Dauer den Laden übernehmen. Du musst wie ein Manager denken, der spätere weiße Ritter sorgt erst einmal dafür, dass die feindliche Übernahme überhaupt anfängt. War das nicht sogar von deinem Clausewitz?“
Bernd Liedtke war zwar Militär, aber nicht theoretisch, sondern nur sehr praktisch. Deshalb antworte er mit einem ausweichenden: „Kann sein. Aber das wird Geld kosten. Ich muss auf die Schnelle Leute anheuern und vielleicht danach in Afrika parken.“
„Mich interessieren nur die Ergebnisse“, war Crispis Antwort.
Bernd Liedtke, Fremdenlegionär und Söldner, brauchte nicht lange zu telefonieren, um eine schlagkräftige Truppe zusammenzuholen. Von der dänischen Grenze kamen die Waffen und die Munition, aus Brüssel die Kommunikationstechnik mit dem Störsender und aus Prag der Sprengstoff.
Die richtige Stelle kannte er schon von vielen Fahrten auf der Autobahn zwischen Berlin und Hamburg oder Rostock. Er schickte ein paar Leute vor, sich darum zu kümmern, dass ihm zum richtigen Zeitpunkt alles Benötigte an Maschinen, Absperrungen und vor allem LKWs zur Verfügung stand. Nun fehlte nur noch der Zeitpunkt.
9. April 2006 Hamburg 16 Uhr 10
Roger Harry Schillke saß das erste Mal wirklich in der Klemme. Sein Anwalt, ein Kollege aus seiner Kanzlei, vermutete, dass der Berliner Bulle etwas Persönliches gegen ihn haben musste und fragte ihm ein Loch in den Bauch. Aber bis auf die Tatsache, dass vor Jahren ein paar Zeugen in Berlin umgelegt werden mussten, um einen wichtigen Mandanten frei zu bekommen, gab es da nichts.
Er zermarterte sich das Hirn. Ob der Bulle vielleicht was mit seiner Frau hatte und die ihn damit zur Scheidung zwingen wollte? Er würde Berlin über sich ergehen lassen müssen. Schließlich hatten die keine wirklichen Beweise. Zumindest hoffte er das.
Auf jeden Fall wusste er jetzt, wie sich seine vielen Mandanten im Knast gefühlt haben mussten. Hilflos. Beim Hofgang war er dem Gespött seiner Mithäftlinge ausgesetzt. Seine Zelle teilte er mit einem Primitivling, der sich den ganzen Tag selbst befriedigte oder stundenlang, ohne zu ziehen, glücklich auf dem Klo saß.
Allerdings würde er nicht zu fett werden, da ihm der Kerl immer das Essen wegnahm. Er war heilfroh, dass es wenigstens keinen Annäherungsversuch seitens dieses Wesens gab.
10. April 2006 Wien 3 Uhr 05
Knapp nach drei Uhr morgens erreichte Johann der Anruf aus Buenos Aires. Nicht die beste Zeit für ihn. Er brummte ins Telefon.
Sein Freund Hernandes tönte ausgeschlafen: „Johann, mein gräflichster Graf, ich habe dir gerade einen Autopsiebericht geschickt. Wir haben in Los Glaciares am Fuß des Uppsala-Gletschers eine Leiche gefunden.“
„Schön, dann war Ötzi also auch in Argentinien.“
„Johann, du Spinner, keinen alten, sondern einen frischen, einen, der mit dir zu tun hat.“
„Gut, beerdige ihn und schick mir die Rechnung.“
„Was ist mit dir? Wie spät ist es da drüben? – Achje, halb vier, ich hab die fünf Stunden wieder vergessen.“
„Was willst du eigentlich?“, ächzte Johann.
„Ich möchte dir mitteilen, dass Baron Ferdinand von Schulenburg-Schwarzenstein tot ist. Das ist der, dessen Schwester und Geliebten die Kolumbianer um Pablo Murillo als lebende Fackeln durch den Ort gejagt haben. Zur Strafe, weil er ihm falsche Bilder verkauft hatte.“
„Und wer hat ihn wie umgebracht? Im Gletscher eingefroren?“
„Nein. Der hat sich selbst umgebracht. Selbstmord aus Angst vor dem Tod durch Folter. Verständlich, wenn der Tod Pablo Murillo heißt. Er hatte die Berichte über seinen Geliebten und seine Schwester in den Zeitungen gelesen. Dann hat er ein komplettes schriftliches Geständnis abgelegt, mit allen Namen und Orten und sich erschossen. Dummerweise konnte er das auch nicht richtig. Er hat mindestens noch einen Tag überlebt.“
„Hernandes, deshalb rufst du mich nicht mitten in der Nacht an. Was willst du?“
„Ich mag es nicht, wenn diese Koksgangster Leute in meinem Land zu Fackeln machen, vor allem nicht, wenn sie unschuldig sind. Den Baron hätten sie meinetwegen haben können, aber nicht die beiden anderen. Überleg doch mal, ob dir nicht was einfällt.“
Es herrschten ein paar Minuten Schweigen.
Johann stand nun auf, ging ins Bad und spritzte kaltes Wasser ins Gesicht, dann antwortete er: „Wie gut kannst du es mit euren Printmedien und welche Presseagentur ist bei euch wichtig?“
„Mapuexpress und Reuters, wieso? Ich kann mit denen sowohl hier als auch in Kolumbien sehr gut.“
„Dann verbreite doch mal folgende Geschichte: ‚Auf Saipan sitzt der Koreaner Won Hae-Kyung und lacht über den dummen Kolumbianer Pablo Murillo, der vielleicht ein Drogenkartell führen kann, aber so doof ist, ihm Fälschungen für sechsundvierzig Millionen Euro abzukaufen. Anstatt sich an die wirklich Verantwortlichen zu wenden, habe er nur Frauen und kleine schwule Jungs gequält. Zu mehr reicht es eben bei den Kolumbianern nicht.' Wenn das in den Zeitungen steht, dürfte der kleine Pablito explodieren und nach Rache schreien.“
„Ja und dann?“
„Hernandes, denk einfach mit. Er wird wie ein angestochener Stier losrasen, um Won zu erledigen. Schickt er nur seine Leute, lassen die sich auf Saipan schnell wegfangen. Kommt er selber, darf er Won haben. Danach kriegen die Amerikaner und ihre Drogenagency ihn. Ist das zu elegant für dich?“
„Du siehst mich auf Knien, großer Graf. Kann ich die Daten sofort haben? Das Ding lasse ich heute Nacht noch los.“
„Wenn du nicht dauernd mit mir telefonieren würdest, hättest du sie schon, aber ich tippe so schlecht mit dem Hörer am Ohr. – Okay, ist raus und viel Spaß damit, ich werde mal lieber die amerikanischen Brüder informieren.“
Als Homers Telefon klingelte, grunzte er nur erschöpft. Es klingelte weiter. Dann reichte es Tatijana. Sie biss ihm in den Bauch. Sofort war er wach und griff zum Hörer.
Sie fühlte sich animiert, das Gespräch ein wenig zu stören und fuhr mit ihrer Zunge über seinen Bauch, bis sich da etwas regte.
Homer versuchte gleichzeitig zugleich vernünftig mit Johann zu telefonieren. „Nein, Johann, ich höre dir zu, ich bin nicht am Bbumsen. Ja, das ist eine geile Idee. Ich telefoniere sofort.“
Die Russin hatte das mit der geilen Idee anders verstanden und ihr Kopf bewegte sich auf und ab. Homer sprach mit seinem Vorgesetzten und mit der Dame vom CIA, die durchaus eigene Interessen an dem Agenten hatte und nicht begeistert war, als er ihr sagte, dass er wegen der privaten Dinge später anrufen würde. Als er auflegte, war er am Ende seiner Beherrschung, aber am Anfang eines netten Erwachens.
10. April 2004 Jork 3 Uhr 40
Es war zwanzig vor vier, als vier maskierte Leute auf das Grundstück im alten Land eindrangen. Der Hund schlug nur einmal an, dann war es totenstill. Es dauerte weniger als 30 dreißig Sekunden, um das Schloss zu öffnen. Die Männer huschten nach oben. Zwei in die beiden Kinderzimmer und die beiden anderen zu den Eltern.
Einer schlug der Dreizehnjährige mit voller Wucht ins Gesicht. Sie schrie wie die Hölle, wodurch und alle anderen erwaren wachten. Das Ehepaar wurde mit Lederfesseln gefesselt, die Kinder ins Elternschlafzimmer geschleift.
Der Vater versuchte den Tapferen zu geben: „Hey, was soll das, lasst sofort meine Familie zufrieden. Ich bin Justizbeamter.“
Bernd Liedke kannte Hank nun schon seit Jahren und auch dessen Stimme. Wer irgendwann mal einen absoluten Psychopathen vertonen wollte, lag mit Hank richtig. Das bei primitivem Wortschatz sogar in vier Sprachen.<- das ist z.B. eine der Stellen, die der verleger moniert.
Hank flüsterte breit und gemein: „Chef, lass ihn mich gleich umbringen, der spielt sowieso nicht mit, und dann kann seine Familie sein Blut trinken. Bitte Chef. Lass mich doch.“
Mit diesen Worten zog er die Tochter auf seinen Schoß.
Der Vater war nun in heller Panik: „Was auch immer ihr wollt, wir haben nicht viel Geld, aber ihr könnt alles haben, auch das Auto.“
Hank antwortete ihm: „Justizbeamter, wir nehmen uns alles, was wir wollen.“
Bernd Liedke schritt nun lieber ein. Bei Hank wusste man nie, was passieren würde. Er fragte: „Was hast du uns sonst noch zu bieten?“
„Ich mache doch nur ...“ Er stockte und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: „Ihr wollt die Transportdaten.“
Der Mann bebte wie Espenlaub, während Liedke nickte.
„Richtig. Wir wollen alles, was in der nächsten Zeit aus Santa Fu rausgeht oder reinkommt. Jeden Namen, jeden Transport, jede Route. Wir überprüfen sie alle und du wirst nicht wissen, welche uns interessiert. Deine Frau und die Kinder nehmen wir mit. Wenn sie leben sollen, liegt es nur an dir. Mein Mitarbeiter hat recht. Notfalls fahren wir einfach hinter dem Bus hinterher.“
„Aber wie soll ich das denn machen, da gehen und kommen jeden Tag bis zu hundert, manchmal sogar mehr und es sind zwölf bis achtzehn Busse mit ebenso vielen Routen.“
„Du informierst die Gefängnisse doch auch per Internet und Fax. Hier hast du eine Email-Adresse, schick einfach immer eine Kopie als Weiterleitung dort hin und lösch es aus dem Ausgang. Wenn du erwischt wirst, bezahlt es deine Familie.“
Genauso lautlos wie sie gekommen waren, verschwanden sie auch wieder. Selbst den toten Hund nahmen sie mit. und natürlich die Frau und die Kinder.
Am nächsten Morgen klebte Hank an dem Justizangestellten. Aber der fuhr ordentlich, vielleicht ein wenig aufgeregt, zum Dienst. Kaum war er eingetroffen, trudelten die ersten Mails ein.
Die Familie des Justizbeamten befand sich in einer schalldichten Kabine auf einem Binnenschiff, unterhalb der Wasserlinie. Das Schiff fuhr von Hamburg nach Berlin. Die Ladung war Kies, als Fracht nutzlos, als Tarnung aber hilfreichsehr gut.
Schon am Abend des ersten Tages waren die Routenpläne alle klar. Drei Busse waren grob kontrolliert worden. Es gab keine Auffälligkeiten. In der Nacht durfte der Justizbeamte mit seiner Frau telefonieren. Der Anruf wurde unterwegs zweimal umgeleitet.
10. April 2006 Cali 23 Uhr 50
In Kolumbien brannte die Luft. Pablo Murillo tobte wie ein Wahnsinniger und ließ sich nicht beruhigen. Seine Leute versprachen ihm, das Schwein umzubringen, aber das reichte ihm nicht. Er wollte diesen Won persönlich töten. Aber wie sollte man den von Saipan nach Kolumbien schaffen? Das schien aussichtslos.
Also charterten die Kolumbianer ein Schiff, das mit höchster Geschwindigkeit und vielen Waffen und Leuten an Bord von den Philippinen nach Saipan aufbrach. Nach etwa zehn Tagen wollte Pablo mit weiteren Leuten in einem Charterflugzeug folgen.
Cecil Whiteness informierte Homer telefonisch: „Es ist alles zum Zuschlagen bereit. Willst du mit Johann dabei sein? Ich könnte dann auch nach Saipan kommen und wir hätten wieder einmal ein paar Nächte für uns. Der Zugriff soll gleich nach der Landung des Flugzeugs erfolgen.“
„Womit willst du denn die Verhaftung begründen, liebe Cecil? Ein paar Kolumbianer machen auf Saipan Urlaub.“
„Aber es sind Drogenhändler. In den USA ist dieser Pablo Murillo zur Fahndung ausgeschrieben. Dann die Waffen auf dem Schiff. Terrorismus. Das ist doch einfach.“
„Wer glaubt schon an einen kolumbianischen Drogenhändler als Terroristen. Die würden uns noch Entwicklungshilfe anbieten, damit sie ihren Umsatz an Drogen erhöhen könnten. Nein. Cecil, so geht das nicht. Ich weiß, ihr geht meist nicht mit euren Ergebnissen vor Gericht, aber ich muss das immer. Wir haben auf dem Territorium der nördlichen Marianen nicht die USA, sondern nur etwas Assoziiertes. Damit brauchen wir dort einen Mord, einen möglichst grausamen Mord, damit die den Täter nicht selber aburteilen und verwahren wollen.“
„Du willst diesen Won Dingsbums wirklich über die Klinge springen lassen?“
„Natürlich, Cecil, das würdest du doch mit Bin Laden auch machen und glaub mir, der Herr Won ist eindeutig schuldiger.“
„Gut, lieber Homer, wenn du meinst. Treffen wir uns nun in Saipan oder lieber irgendwo in Europa?“
„Cecil, am liebsten sofort, aber ich bin nicht Herr meines Timings. Ich vertrete hier bei dem Reichsgrafen nur die Interessen der USA und versuche unsere Aktiva, wie deinen Oreste Crispi, aus dem Gewusel rauszuhalten. Stell dir vor, der würde das gleiche, was er mit Won macht, jetzt mit dem machen. Da muss ich am Ball bleiben.“
12. April 2006 Hamburg 23 Uhr
Der Gefangenentransport würde am 15. April stattfinden. Das war absolut sicher. Demnach wurde der Justizbeamte nicht mehr benötigt. Man ließ seine Frau bei ihm anrufen, dass er sich krank melden sollte und nach Hause fahren sollte.
Vorstand und Kollegen nahmen ihm sofort ab, dass er eine Grippe mit Fieber hatte. „Er sah die letzten Tage ja schon elend aus“, sagten sie.
Als er heimkam, erwartete ihn Hank auf der Kellertreppe, die von der Garage zur Wohnung führte. Hank hatte keine Zeit für ein Spiel, denn das Binnenschiff war bereits wieder auf dem Rückweg nach Hamburg. Rasch erschoss er den Justizbeamten, überprüfte seinen Tod und verließ das Haus, um zum Schiff zu kommen.
Zwischen Neuruppin-Süd und Kremmen sind es auf der Autobahn genau zweiundzwanzig Kilometer, die durch das Luch, ein Moor und Sumpfgebiet führen. Zwischen Fehrbellin Hakenberg und Luhme fand am 18. Juni 1675 die Schlacht bei Fehrbellin statt, in der die Schweden rund 4.000 Mann an die brandenburgischen Kanonen und den Sumpf verloren.
Eine Stunde, bevor der Gefangentransporter die Stelle passieren sollte, fuhren die LKWs mit der Baustellenabsicherung auf die Autobahn und begannen mit dem Aufbau der Sicherungsanlage. Von drei Spuren wurde die Autobahn auf eine reduziert.
Als der Gefangenentransporter am Autobahnkreuz Wittstock-Dosse vorbeikam, reihte sich hinter ihm ein Kipplaster, der schwer mit Ton beladen war. Ein weiterer fuhr in die Baustelle und ein dritter wartete, bis der Bus kurz vor Neuruppin Süd war, um dann den Bus langsam auf sich auflaufen zu lassen.
Zur gleichen Zeit wurden sechzehn Funkmasten im gesamten Gebiet mit einem einzigen Impuls gesprengt. Im ganzen Bereich funktionierte kein Handy mehr. In der Baustelle zog der Kipper auf den Standstreifen, blinkte und bremste. Bevor der Gefangenentransporter beschleunigen und vorbeifahren konnte, zog der andere Kipper aus der Baustelle vor ihn und bremste abrupt. Der Bus prallte auf den Laster, der Fahrer und sein Begleiter waren schwer verletzt. Der nachfolgende Verkehr wurde durch den Laster hinter dem Gefangenentransporter abgeschirmt und gestoppt.
Der gesamte Verkehr stand. Im gleichen Moment sprangen mehrere schwer bewaffnete und maskierte Männer aus dem Graben neben der Autobahn, stürzten sich auf den Transporter und sprengten die Tür. Bevor sich die Justizbeamten zur Wehr setzen konnten, wurden sie getötet.
Dasselbe Schicksal ereilte die meisten Gefangenen. Nur zwei Hells Angels und Roger Harry Schillke wurden aus dem Bus befreit. Die Biker wussten vor Freude gar nicht, wie ihnen geschah. Sie hatten mit keiner Befreiung gerechnet.
Allerdings war ihre Euphorie von kurzer Dauer, Sekunden, nachdem sich der Transporter in Bewegung gesetzt hatte, wurden sie erschossen. Sie sollten nur als Decnkmantel dienen. Der Transporter wurde bei Ferch auf einem Parkplatz abgestellt.
Roger Harry Schillke hätte eigentlich glücklich sein können. Die Tortur mit dem Gefangenentransporter, der Aufenthalt in der Zelle, all das war vorbei. Bei Ferch hatte man ihn aber in den Stauraum eines Wohnmobiles geparkt, in dem er nun über die Autobahn geschaukelt wurde. Im Dunkeln und im Mief. Er hatte keine Chance sich zu beschweren.
Auf der Autobahn herrschte ein heilloses Durcheinander. Erst ein Polizeihubschrauber fand den Grund des Staus heraus und führte von Kremmen Einsatzkräfte heran.
Inzwischen war es überall zu Auffahrunfällen gekommen. Die Autobahn wurde weiträumig gesperrt, die Fahrzeuge so weit wie möglich umgeleitet.
Erst vier Stunden später war überhaupt wirklich klar, dass es einen Überfall gegeben hatte. Bernds Söldner waren bis auf Hank längst mit Flugzeugen von Magdeburg, Hannover und Leipzig in wohlverdiente Urlaube verschwunden.
Hank hatte mit dem Motorrad das Binnenschiff erreicht und lebte nun seine Triebe aus. Allerdings beschädigte er die Ware körperlich nicht allzu sehr. Denn die sollte in Hamburg auf einen Trampfrachter umgeladen werden, um in Südamerika für Lustgewinn zu sorgen. Nach zwei Nächten und einem Tag mit Hank kam Liedkes Familie alles andere wie das Paradies vor.
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