Vielleicht haben Sie auch schon ein paar Interviews mit den Nebelkerzen unserer Bundesrepublikanischen Grundgesetzesabschaffer zu den Landtagswahlen sehen können. Vielleicht haben Sie aber auch gestern Abend Anne Will gesehen und hatten plötzlich so ein befriedigendes Gefühl, wie Sie es vielleicht das letzte mal hatten, als Sie noch bereit waren mit Puddingbeuteln und Milchtüten die Straßen zu beglücken. Ich hatte dieses Gefühl und es tat gut - verdammt gut sogar.
Danken muß ich dafür Guido Schwesterwelle.
Er brachte es durch nicht-Beantwortung einer einfachen Frage fertig zu sagen, dass alle SPD-Wähler, alle LINKE-Wähler und selbstverständlich auch alle Piraten-Wähler keine Bürger sind!
Kampfbegriff "bürgerliche Parteien" - gemeint sind CDU/CSU und die FDP meint sich damit dazuzuzählen. Sie sind also die "Bürgerlichen". Was sind denn dann die anderen? Kümmern die sich nicht um Bürgerbelange? Sind das einfach alles nur dreckige kleine Maden, inklusive ihrer Wähler?
Die Antworten blieb er am gestrigen Abend schuldig.
Stattdessen feixte Sigmar Gabriel mit Erklärungen, forderte Schwesterwelle auf einmal nachzulesen woher der Begriff "bürgerliche Parteien" stamme. Und das vor seiner Nutzung die SPD wohl mehr und enger mit jenen zusammen politische Arbeit gemacht hatte die Herr Westerdelle gestern Abend so munter und schon beinahe im Hitlerjargon mit Kommunisten bezeichnete. Gabriel schoß zurück, Guido machte auf Betroffenes hässlliches Entlein und schon musste Gabriel wieder schweigen. Man sah ihm an, er wäre der Guido-Maus gerne ins Gesicht gesprungen.
Ja, es gab Zeiten in denen die SPD noch mit Menschen zusammenarbeitete die in jenem heutigen Lager der LINKEN zu verorten sind und sie sind weiß-Gott keine schlechten. Ich stelle die Behauptung auf, wäre es nicht zum Verbot der KPD und anderen sozial und bürgerlich ausgerichteten Gruppierungen gekommen und hätte man die Studenten damals nicht als böses sozialistisch und kommunistisches Terroristenpack bezeichnet, die Politik sähe heute tatsächlich anders aus. Studiengebühren gäbe es vermutlich in keinem Bundesland mehr, HARTZIV hätte vielleicht ganz andere Grundlagen gehabt, Atomwaffenzwischenlagerstandort wäre Deutschland vermutlich auch nicht und den Einmarsch in Afghanistan.. hätte es nie gegeben...
CDU-Pofalla schlägt übrigens in die selbe Kerbe wie Westerwelle. "Kommunisten und Sozialisten haben in Deutschland nichts mehr verloren." Ich glaube allmählig tatsächlich, dass diese komischen Parteien die sich bürgerlich schimpfen, genau das bürgerliche aus den Jahren 1933-1945 und 1952-1977 meinen - ja selbst Internettechnisch haben sie ja eindeutig bewiesen in den Kinderschuhen zu stecken.
Es wird Zeit für das 21. Jahrhundert: bürgerlich ist was anderes, liebe CDU/FDP!!
Info-Nachtrag:
CDU-Kampagnen "Wider dem Kommunismus"
Die verschwiegene Geschichte (Heinrich Hannover)
Die Republik vor Gericht (Heinrich Hannover)