Nein, ich bin wirklich und ganz ehrlich nicht schadenfroh. Die betroffenen Menschen tun mir leid. Sie sind an der Situation nicht schuld. Aber so langsam aber sicher, beginnt mir die Sache mit der Globalisierung Spaß zu machen. Der Tagesanzeiger aus der Schweiz bringt einen Bericht den Susan Fenton für Reuters geschrieben hat:
Arbeit ist in Südchina bereits zu teuer
Die Goldgräberstimmung in der Boom-Region Guangdong ist verflogen. Der Provinz droht eine Abwanderungswelle von Tausenden Investoren.
Ärmere Provinzen im Reich der Mitte und das aufstrebende Nachbarland Vietnam machten dem südchinesischen Gebiet zunehmend Investoren abspenstig. Guangdong habe in diesem Standort-Wettbewerb schlechte Karten, meint er Präsident des Chinesischen Gewerbeverbandes von Hongkong, Paul Yin: «Die Kosten sind in einigen Fabriken in den vergangenen Jahren um 30 bis 50 Prozent gestiegen – in manchen sogar um 100 Prozent.»
In den vergangenen Monaten hat sich der Kostendruck durch ein neues Arbeitsgesetz und steigende Rohstoffpreise weiter verschärft. Auch weil der Staat nun nicht mehr so üppige Steuerrabatte auf Exportwaren gewährt, kommen die Firmen zunehmend in die Bredouille. Wenn die Landeswährung Yuan wie erwartet dieses Jahr noch um 8 bis 9 Prozent weiter aufwertet, wird das Ausfuhrgeschäft für die Firmen noch schwieriger werden, meinen Experten.
Insgesamt seien 60'000 bis 70'000 Werke im Perlfluss-Deltagebiet im Besitz von Firmen aus Hongkong. Rund 10'000 Werken drohe bereits in den kommenden Monaten die Schliessung oder zumindest ein Zusammengehen mit anderen Standorten. Manche Investoren denken offenbar über einen Umzug nach Zentralchina oder in die Nachbarprovinz Guangxi nach. Dort sind die Löhne niedriger und der Wettbewerb um Arbeitskräfte noch nicht so ausgeprägt.
Noch einmal die Arbeiter die jetzt und in der nächsten Zeit dort ihren Arbeitsplatz verlieren, können uns nur leid tun. Sie sind extra zu den Arbeitslplätzen gezogen, sehen über Jahre ihre Familien nicht und leben unter menschenunwürdigen Zuständen in Gemeinschaftseinrichtungen, bei schlechter Verpflegung und auch für dortige Lebenverhältnisse, beschissener Entlohnung.
Aber nun reicht auch das nicht mehr. Schon zieht die Horde weiter. Was machen aber diese Ausbeuter wenn es in China, Laos, Vietnam, Indien und Kambodscha niemanden billigeres mehr gibt. Was soll passieren wenn die Produkte einfach nicht mehr billiger werden können und die Menschen gleichzeitig kein Geld mehr haben, diese Produkte zu kaufen. Wahrscheinlich bilden sich erst immer größere Einheiten um die Löhne zu drücken. Aber das wird auch nicht ewig gehen.
Was passiert dann. Sklaverei. Ganz offen. Oder Eroberungskriege der Firmenriesen um Arbeiter und Abnehmer. Wollen wir diesem Wahnsinn weiter zusehen. Das dieser ganze Quatsch völlig unvernünftig ist, kann man sich von einem Dreijährigen erklären lassen. Gut der hat auch mehr Verstand als unsere Politiker, unsere sogenannten Wirtschaftswissenschaftler und das ganze verbrecherische, neoliberale Pack von Wirtschaftsfaschisten. Natürlich hätte auch eine Dreijährige mehr Verstand als diese Vögel.
Wenn wir der Wirtschaft erlauben verantwortungslos zu sein und zu handeln, dann können wir nicht erwarten, das diese Art von Wirtschaftsfachleuten und Managern etwas anderes als ihre kriminelle Energie offenbart. Wir müssen der Wirtschaft und dem Kapital harte Regeln verpassen. Wir müssen die Verbrechen der Wirtschaft, mit dem Einzug der Hilfsmittel mit denen die Verbrechen begangen wurden, bestrafen.
Wer seine Firma benutzt um Verbrechen zu begehen, dem muss man die Firma nehmen, wer seine Medien zur Demagogie und zum Lügen benutzt, dem müssen sie genommen werden. Wer mit seiner Bank betrügt, dem muss sie genommen werden. Den Managern ist Berufsverbot zu erteilen, die Kapitalanleger verlieren ihr Geld und müssen zusätzlich den Schaden ersetzen. Nein. Ich bin eben nicht für Staatswirtschaft oder Sozialismus. Die eingezogenen Firmen müssen sofort über die Börse wieder veräußert werden. Der Staat taugt nichts als Firmenlenker.
Wir brauchen die Freiheit des Autofahrens, aber wir alle wissen, das wir Gesetze brauchen, die diese Freiheit zum Schutz anderer begrenzen. Genau die gleichen Gesetze brauchen wir für die Freiheit des Kapitals. Wir waren eine zeitlang auf einem guten Weg. Der dicke Kohl, der bis heute nicht zugab, wer ihn bestach, hat diesen Weg zerstört. Das heute ein Schäuble bei uns Innenminister sein kann, das ein Lambsdorff Ehrenvorsitzender der FDP ist, sind die Zeichen dafür, wie weit wir uns von der Vernunft, der Wahrheit und der Gerechtigkeit entfernt haben.
Aber die Ungerechtigkeit zeugt nicht einmal Arbeitsplätze. Sie schafft auch keine Gewinne. Sie verbrennt nur Geld. So als würde man beim Autofahren immer Gas geben und gleichzeitig bremsen. Es kann so nicht weiter gehen.























Natürlich tun mir die Leute, die in Guandong bald ihre Arbeit verlieren, auch leid. Sie sind blind in die Falle getappt (Die chin. Regierung nicht! – Aus Angst und mit Pragmatismus wird das irgendwie wieder hingebogen). Hat man das Eindringen der Barbaren in den letzten Jahren beobachtet, dann war in der Bevölkerung Jubel und Aufbruchstimmung zu spüren. Heute in Vietnam (die Khmer und die Laoten sind zurückhaltender) erlebt man ein déjà – vu. Die Investoren aus allen Herren Ländern sind so was wie Bodhisattvas. Den Menschen erklären, dass Obacht geboten ist, da es sich um plündernde Nomaden handelt, ist sehr schwierig. Denn zunächst können die Menschen plötzlich satt werden und noch dazu ein Moped kaufen. Es gibt einen schönen Vergleich: wirft man einen Frosch ins heiße Wasser, springt er sofort wieder raus. Setzt man ihn ins kühle und erhitzt es gaaaaanz langsam… bleibt der Frosch sitzen, bis es zu spät ist.
Ja, die Polit-Pfaffen und so haben keine Ahnung. Ganz ehrlich, wir doch auch nicht. Unsere allgemeine Schulbildung reicht nicht dafür aus, die Zusammenhänge zu verstehen und die Konsequenzen zu erkennen. Das fällt den meisten ja schon in ganz kleinem privaten Rahmen schwer. Die „großen“ Sachen werden uns fein püriert gereicht, damit wir nicht sehen können, was da alles reingemischt ist, wir es leicht schlucken, erstmal ein wohlig, sattes Gefühl haben. Die Darmverstimmung und das Kotzen kommen erst später.
Bestes Beispiel… uns wird immer Gleichheit schmackhaft gemacht. Alle sagen „Jau, das wäre was“…. Gleichheit sprich Kollektivismus ist aber der Feind von Freiheit – darüber sind sich die Freiheitsphilosophen einig. Schon Napoleon hat das irgendwo aufgeschnappt, bevor er sagte: „Das Bedürfnis von Freiheit ist nur das Bedürfnis kleiner, von Natur besonders begabter, sich über die Alltäglichkeit erhebender Kreise. Man kann daher die Freiheit straflos vergewaltigen, während die Gleichheit hinwiederum gerade der Menge behagt.“