Die Sargnagelschmiede hat einen sehr interessanten Artikel zur Verantwortlichkeit der Bosse gegeben, der nicht falsch ist, den ich aber im Rahmen eines Kommentars ergänzen wollte. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich das ,was ich meine auf einen Kommentar eingrenzen können, mangels Zeit wird es ein eigener Artikel:
Als ob das die Bosse wären ...
... die diese Leute entlassen. Die sind auch nur Knechte, sehr gut bezahlte zwar, aber sie bekommen ihre Renditevorgaben doch nur auf den Schreibtisch gelegt - und entweder sie erfüllen die oder sie fliegen raus.
Das erinnert mich immer an den KZ-Wächter der mir erzählte (glaubhaft übrigens), dass er das Treiben im KZ ja gar nicht gut gefunden habe, ja dass er sogar manchmal des Nachts geweint habe, wegen all dem Grauen. Aber er hat sich eben nicht an die Front gemeldet, sondern hat als braver Deutscher seinen Dienst erfüllt. Er hat auch nicht seine Waffe genommen und den Lagerkommandanten erschossen. Er hat nur geweint.
Weist du wer der mieseste Schuft in einem Industrieunternehmen ist. Es ist der Arbeitsvorbereitungsmann, der die Zeit misst, die für eine Tätigkeit gebraucht wird. Misst er sie offen, sehen die Arbeiter was er tut und haben es nicht allzu eilig. Also misst er verdeckt. Weil er sich aber dafür schämt, sieht er sich als Bestrafer der Arbeiter. Er drückt den Knopf immer ein wenig weiter vor dem eigentlichen Ende der Arbeit. Bis der Takt so schnell ist, das niemand mehr Leistung bringen kann und alle miese Löhne haben. Dann ist er glücklich. Er hat für seine Gerechtigkeit gesorgt und die faulen, lügnerischen Arbeiter auf Trab gebracht.
Es sind diese Manager die sich Zahlenspiele anfertigen lassen, die sie ein wenig in die gewünschte Richtung arrangieren, von Stufe zu Stufe, bis sie oben angekommen, völlig falsch sind. Der letzte der damit zu den Inhabern geht, legt natürlich noch einen drauf, bis alles verloren ist.
Natürlich sind die Besitzer der Unternehmen verantwortlich. Das Großkapital mit seinen Mehrheiten, aber auch der einzelne Aktionär mit seinen drei Aktien. Bei den Wahlen in Kommunen, Landtagen oder zum Bundestag, ist es niemanden erlaub,t sich bei der Stimmabgabe von anderen vertreten zu lassen. Man kann verantwortungslos handeln und nicht hingehen, oder dumm sein und ungültige Stimmen abgeben, aber man muss sich selbst vertreten.
Bei den wichtigsten Entscheidungen für dieses Land, nämlich bei denen um die Zukunft unserer Unternehmen, da muss man nicht anwesend sein, da kann man sogar sein Stimmrecht, ziemlich einfach und allem Missbrauch preisgegeben, an andere übertragen. Meist an die Banken bei denen auch das Depot liegt. Ob diese Banken, das Interesse der Firma und unseres Landes im Auge haben, darf bezweifelt werden. Welche Interessen mag wohl Herr Ackermann vertreten, der dank des Depotstimmrechtes, in jedem DAX-Unternehmen irgendwie mitregiert.
Die ganz oben entscheiden aufgrund von Daten die für sie ausgearbeitet und ihnen dann vorgelegt wurden. Das sie aus verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten, die für sich beste wählen, kann ihnen niemand zum Vorwurf machen. Wenn die Manager aber schon bei den Vorlagen falsche, bewusst gelogene oder einfach nur angepasste Daten als Grundlage genommen haben, und diese Daten auf jeder Ebene nochmals angepasst wurden dann haben wir folgende Situation:
Der Brigadier der LPG "Rote Rübe" in Heilenroda stellt fest, daß die volkseigenen Säue in seinem Stall durchschnittlich sechs Ferkel werfen. "Das klingt nicht gerade viel", meinte er zu sich, "... so was kann ich doch der SED-Kreisleitung nicht weiter melden!" Und so entschied er sich zu einer kleinen Übertreibung und schreibt in seinen Bericht: "Die gesunde Sau in Heilenroda wirft sieben Ferkel."
Der Kreisparteileiter liest den Bericht und denkt bei sich: "Sieben Ferkel, nun ja, so komme ich ja nie auf meine Kennziffern. Für die Bezirksleitung schreibe ich da mal besser acht."
Der Bezirksparteileiter fragt sich: "Acht Ferkel? Ist das viel? Keine Ahnung, aber Papier ist schließlich geduldig." Sein Bericht an die Staatliche Plankommission spricht daher von neun Ferkeln.
Nach dem Lesen dieses Berichtes meint der zuständige Genosse in der staatlichen Plankommission: "Neun Ferkel? Die Genossen in Heilenroda sind gar nicht schlecht! Aber schließlich haben wir in der Schweinefleischbilanzkennzahl noch eine kleine Lücke." Und deshalb liest der Bereichsleiter für landwirtschaftliche Produktion im ZK der SED von zehn Jungvieheinheiten.
"Zehn Ferkel ist ja nun wohl ziemlich mies!" spricht das Zentralkomitee, "So können wir dem Politbüro nicht kommen!" Und so meldet schließlich das Politbüro, daß von elf Ferkeln wußte, stolz: "Genosse Honecker, die gesunde Sau in der LPG Rote Rübe in Heilenroda wirft zwölf Ferkel!"
"Das ist ja wunderbar!" ruft Honecker, "Dann können wir ja sechs in den Export geben!"
Das Fiktivschwein der DDR ist ein wunderbares Bild für das was in unserem System passiert. Wir haben eine Planwirtschaft. Nicht mehr in einem Fünfjahresplan, nein in einem Quartalsplan dessen Jahressummen immer nur mit den letzten 4 Quartalen korrelieren. Das macht Sinn. Erfolg ist eine langfristige Angelegenheit und macht Arbeit. Kurzfristige Spielchen, täuschen Erfolg vor, dessen Kurzfristigkeit nicht sichtbar wird, wenn man die Wahrheit nicht sagt. Aber weder Börsenberichterstatter noch Analysten können die Wahrheit sagen, das würde das System auf den Kopf stellen.
Der alte KZ-Wächter, der AV-Mann, der Manager und die Kapitalseigner hatten und haben genausowenig Interesse an der Wahrheit, wie der LGP-Vorsitzende, Kreis- und Bezirksparteileitung, Plankommission, Politbüro und Honecker in dem alten DDR-Witz. Tatsächlich aber war es in der DDR, wie auch heute, kein Witz. Genauso wurde gewirtschaftet und die Ergebnisse kennen wir. Da die einzigen sechs erzeugten Schweine verkauft werden, bleibt nichts für die eigenen Leute. Da die Gewinne aus der Arbeit vieler an Einzelne weitergegeben werden, bleibt für die meisten nichts.
Man kann ziemlich lange auf Verschleiß produzieren, die Menschen immer weiter ausquetschen, die Umwelt vernichten und Rohstoffe sinnlos verballern und sich das alles schön rechnen. Aber fünf Minuten Wahrheit beenden diesen Traum. Kämpfen wir für die Wahrheit. Sie macht das Leben einfacher, weil man sich seine Lügen nicht merken muss und sie gibt uns die Chance, uns auf wirkliche wichtige Ziele zu konzentrieren.
Wer ein Haus baut, baut das nicht für das nächste Quartal, sondern plant für das eigene Leben und ein Stück weit in die nächste Generation hinein. Wer ein Land steuern will, sollte wenigstens genauso weit planen. Das bedeutet nicht, das man seine Realtität den Planungen anpasst sondern seine Planungen der Realität. Wahrheit und langfristige Kontinuität in der Planung sind ein guter Anfang.























Trotzdem: Sie wurden zu der Bedingung angestellt, dass sie das tun, was die Kapitalgeber wollen - die von ganz besonders Dummen auch 'unsichtbare Hand des Marktes' genannt werden. Etwas anderes als sie tun, können sie also gar nicht tun.
Ein jeder von uns besitzt übrigens jetzt auch die Freiheit, keinen BMW, kein Persil zu kaufen. Oder eben nicht ...
Maulwurf kommt übrigens nicht von Unterwürfigkeit. Die Herren und Damen mit dem schwarzen Pelz, haben es zwar nicht so sehr mit der Kuckerei, aber sie unterwerfen sich nicht. Sie kämpfen, sogar gegen sehr viel stärkere Gegner.
Was was sich da lingt, sind Würmlinge, ekeliges Art in dickem Schleim, anders als der Mauswurf der sein Revier in und auswendig kennt und auch die Entwicklungsschritte seines Reiches wissen, diese nicht, was sie gestern taten, oder gedacht haben könnten. Es ist ihnen Schleim.
Merkt man eigentlich das ich Maulwürfe mag.
Blind für die Folgen ihres Handelns.
Ich möchte ohne irgendeinen Blinden beleidigen zu wollen, wahrscheinlich zähle ich in absehbarer Zeit eh dazu, möchte ich das noch ein wenig auswalzen.
Der berühmte Blinde mit seinem Krückstock, benutzt diesen, um vorsichtig seien Weg zu ertasten. Je dicker der Stock, desto schlimmer die Folgen. Für die Folgen ist also nicht der Blinde sondern derjenige verantwortlich der ihm den dicken Stock gab.
Ganz anders ist es mit dem nicht minder berühmten Elefanten im Porzellanladen. Dem ist das Porzellan das er zerdeppert völlig egal, den stört nur das Geräusch, das, das Porzellan beim zerdeppern macht.
Ähnlich wie der Elefant "verantwortungslos" durch den Porzellanladen schreitet, haben deine "Nichts-als-BWLler" keinen Sinn für Verantwortung. Sie sind nicht blind, für die Folgen, Die sehen sie durchaus. Sie rechnen sich die Folgen ihres Handelns nur nicht zu, weil sie keinen Sinn für Verantwortung haben, also wirklich asoziale Persönlichkeiten sind.
Sicher das sie die Folgen wirklich sehen? Es erweckt doch schön langsam den Eindruck das diese Spezies die Folgen nur soweit sieht, wie sie auf ihre theoretischen Modelle passen. Alles was also der Theorie zuwiderläuft, wird also sofort auf andere abgeschoben. Gern garniert mit dem Mantra der "Eigenverantwortung", garniert mit einer Prise "selber schuld".
Im übrigen zeigt der typische BWLer doch eine arge Lernresistenz...
"Wir trafen auch einen gerade entlassenen Konzernvorstand, durchaus entspannt dank großzügiger Bezüge, der die Meinung vertrat, der Mehrheit der Bundesbürger stünden weitere "20 bis 30 magere Jahre" bevor. Darauf müsse man die Leute doch einstimmen, auch wir als Wirtschaftspresse.
Übrigens, wenn Sie diesem Herrn blanken Zynismus unterstellen, dann tun Sie ihm unrecht. Er sorgt sich wirklich um die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Standorts. Er glaubt, das Richtige zu tun: Verzicht predigen, um bestehende Strukturen zu erhalten. Dass er selbst zu einer sehr gut verdienenden, kleinen Elite gehört, nun ja, das regelt der Markt. So sieht er sich und die Welt."
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,536567-2,00.html
Irgendwie scheint nicht nur das lachsrosa Blatt mit den tiefroten Zahlen, sondern auch das Manager Magazin seine Tage zu haben. Seine "Wahrheitstage".
Der Mehrheit der Bundesbürger stehen 20-30 magere Jahre bevor - das ist schon ein merk-würdiger Satz.