Ich mag es wenn unser politisches Pack sich schlägt. Das hat schon was, wenn Dreck, Dreck als Dreck bezeichnet. Aber natürlich sind sie kein Dreck. Dreck kann noch irgendwie nützlich sein. Politiker nicht.
Zunächst einmal vorausgeschickt. Ich halte nichts, Entschuldigung, absolut nicht von dem kleinen saarländischen Napoleonimitat Oskar Lafontaine. Im Gegensatz zu den meisten anderen Deutschen hatte diese traurige Null als Finanzminister und SPD-Vorstand nämlich die Möglichkeit, dieses Land zu verändern und zu verbessern. Aber beim ersten Gegenwind machte sich der Kleine weinend in die Hose und rannte zu Mammi nach Hause. Nur um dort auf die bösen Anderen zu zeigen, die ihn nicht mitspielen ließen.
Müntefering bezeichnet Lafontaine als Verräter der linken sozialdemokratischen Idee
Sein Rücktritt war nichts anderes als eine feige Flucht. Er hat uns damit bewiesen, das er für alle Zeiten nicht in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen und zu einer Sache zu stehen. Mit Gregor Gysi hat er da ja auch den richtigen Kumpanen gefunden. Der ging ja ebenfalls bei der erstbesten Gelegenheit von der Fahne, weil er zwar das Amt aber nicht die Verantwortung wollte.
Aber nun kommt Franz Müntefering und redet von einer linken sozialdemokratischen Idee und von Verrat. Das haut einem dann doch den Draht aus dem Hut. Wenn es in Deutschland ein Synonym für Verrat gibt, dann lautet dies Franz Müntefering. Wenn es in Deutschland jemanden gibt, der nichts, aber auch gar nichts mit Sozialdemokratie oder Linkssein zu tun hat, dann ist das der Verräter Müntefering.
Fassen wir doch einmal zusammen. Müntefering ist in Sundern aufgewachsen. Diesem schönen Ort am Sorpesee verdanken wir auch den geliebten ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke, der vielen bis heute noch durch seine hohe sprachliche Kompetenz in Erinnerung ist. Aber Heinrich hatte zumindest seine Wilhelmine, die für ihn denken konnte.
In meiner Jugend hielten wir die Leute aus Neuenrade schon für von völlig hinter dem Berg, aber Sundern glänzte auch in den Erzählungen der Erwachsenen immer als eine verrückte Version von Schilda. Komisch das für die Eingeborenen hinter der nächsten Flußbiegung immer der böse Feind wohnt. Aber da der Autor dieses Blockeintrags eben nur 32 Kilometer und 17 Jahre später geboren wurde, kennt er die Situation dort und auch seine SPD in jenen Jahren ganz gut.
Der gute Franz entschied sich dort, aus welchen Gründen auch immer für die SPD und zog die Gewerkschaftskarte. Beides ist nicht ehrenrührig, aber eine geschickte Kombination. Gerade im Sauerland, wie überhaupt in Westfalen gab es nämlich immer mal wieder den Kulturkampf zwischen den bösartigen Intellektuellen und den braven Gewerkschaftlern in der SPD. Das Beharrungsvermögen der Westfalen und der Sauerländer im besonderen ist weithin berühmt. Nur keine neuen Ideen. Das haben wir immer schon so gemacht.
Er schwamm oben. Er bekam Ämter und machte ohne viel Aufsehen zu erregen einfach die Karriere die man in der SPD mit dem Hintergrund und der notwendigen Anpassungsfähigkeit damals so machte. Da er in jener Zeit kein Aufsehen erregte, dürfte er seine Karriere in Nordrheinwestfalen wohl eher dem Proporz zwischen Ruhr und Rhein, als seiner eigenen Leistung verdanken und wohl auch auf diese Weise in den Bundestag geschwemmt worden sein.
Vielleicht charakterisiert ihn in dieser Zeit, ein Auszug aus Heines Wintermärchen am besten:
Ich habe extra noch ein wenig herumtelefoniert um rauszufinden weshalb Franz Müntefering, da landete wo er heute ist. Ein alter Weggefährte meinte:
Der Mann hat nicht so ganz unrecht, aber im damaligen Sauerland etwas ändern? Wir sahen die Partei doch eher als Bremsklotz für unsere Lichtgestalt Willy Brandt.
Ab 1992 befand sich Franz Müntefering auf dem Höhepunkt der Macht. Mitglied im Parteivorstand, Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender und Minister. Er war neben Peter Struck einer derjenigen, die den Abgeordneten das freie Mandat absprachen und alle auf Parteilinie zwingen wollten.
Ob er aus Gehorsam gegenüber dem was er als Partei verstand handelte und handelt ist nicht festzustellen. Aber Kraft seines Amtes hätte er die Partei mit den anderen führen und nicht die Abgeordneten und Mitglieder jeglichen Einflusses berauben sollen. Egal was seit 1998 in der Partei passierte, Franz Müntefering hatte genügend Einfluss und Macht um die Dinge zu ändern. Das er sie nicht geändert hat, kann im Umkehrschluss nur bedeuten, das er sie für gut findet wie sie sind.
Er hat den Zwist Schröder Lafontaine geduldet, sich die Kette der zumindest heute offiziell von den Energiekonzernen bezahlten, Müller, Tacke, Clement und Schröder, die natürlich alle nicht bestochen waren, angesehen und ihre zumindest suspekten Handlungen geduldet.
Es war Franz Müntefering der mit Peter Hartz dem neoliberalen Abschaum in Deutschland zu Willen war. Es war dieser Müntefering von dem kein Ton kam, als bekannt wurde das Peter Hartz, Betriebsräte geschmiert hat. Ein Gewerkschaftler wie Müntefering findet kein Wort der Mißbilligung wenn die Interessen der Arbeitnehmer verkauft werden?
Es war Franz Müntefering der mit Steinbrück und Gabriel zwei Wahlverlierer zu Ministern machte, der den Menschen die Mehrwertsteuererhöhung auflastete und das Kapital entlastet. Es war Franz Müntefering der mit der Gesundheitsreform den Armen nimmt, um den Reichen zu geben. Es ist Franz Müntefering der dem Abbau der Bürgerrechte kalt lächelnd zusieht, von Schilly bis Schäuble. Es ist dieser Müntefering der eine Koalition eingeht, in der keinerlei sozialdemokratische Interessen mehr vertreten werden, sondern nur noch die neoliberale Religion gepredigt wird.
Es ist der Franz Müntefering der die Rente kürzt und den Menschen frech ins Gesicht lügt und von einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit redet. Der Müntefering der genau weiß, das wir für die Älteren keine Arbeit haben.
Dieser Müntefering, der alles verraten hat wofür der Begriff Sozialdemokratie jemals stand, der natürlich in der Springerpresse, wo auch sonst, Lafontaine einen Verräter nennt. Wenn Franz Müntefering wissen will, wer ein Verräter ist, dann muss er nur die Aussage seines neuen Freundes des Direktors, des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther berücksichtigen, der ihn mit folgenden Worten für seine Rentenkürzung lobt:
Darum also ging es Michael Hüther und seinem Freund Müntefering. Es ging darum die Demokratie und die Rechte der Mehrheit zugunsten des Großkapitals zu unterdrücken. Es geht um eine faktische Diktatur gegen die Mehrheit.
Franz Müntefering hat als die treibende Kraft also nicht nur die SPD, alle Demokraten, die Gewerkschaften und das Grundgesetz, das keine Verfassung ist, verraten, sondern auch alles wofür er und die SPD jemals gestanden haben. Wenn Verrat einen Namen hat, dann lautet dieser Name Franz Müntefering.
Ich will nicht nach den Ursachen für den Verrat fragen. Wir wissen wie lukrativ es für die Schröderbande war, die Energieversorger zu unterstützen. Wir ahnen was Gabriel für seinen Verrat bekommen wird und wir sind uns sicher, das auch Franz Müntefering nicht ohne Lohn abtreten muss.
Judas nimm deine dreißig Silberlinge. Wir dürfen dich nicht bestochen nennen, weil wir keine Beweise haben und den Bürgern kein Staatsanwalt hilft. Aber das wir jemanden nicht als korrupt bezeichnen dürfen, heißt ja nicht, das derjenige nicht korrupt ist.
Es mag Leute geben, die den Verrat lieben, aber den Verräter hassen alle.
Aber nun kommt Franz Müntefering und redet von einer linken sozialdemokratischen Idee und von Verrat. Das haut einem dann doch den Draht aus dem Hut. Wenn es in Deutschland ein Synonym für Verrat gibt, dann lautet dies Franz Müntefering. Wenn es in Deutschland jemanden gibt, der nichts, aber auch gar nichts mit Sozialdemokratie oder Linkssein zu tun hat, dann ist das der Verräter Müntefering.
Fassen wir doch einmal zusammen. Müntefering ist in Sundern aufgewachsen. Diesem schönen Ort am Sorpesee verdanken wir auch den geliebten ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke, der vielen bis heute noch durch seine hohe sprachliche Kompetenz in Erinnerung ist. Aber Heinrich hatte zumindest seine Wilhelmine, die für ihn denken konnte.
In meiner Jugend hielten wir die Leute aus Neuenrade schon für von völlig hinter dem Berg, aber Sundern glänzte auch in den Erzählungen der Erwachsenen immer als eine verrückte Version von Schilda. Komisch das für die Eingeborenen hinter der nächsten Flußbiegung immer der böse Feind wohnt. Aber da der Autor dieses Blockeintrags eben nur 32 Kilometer und 17 Jahre später geboren wurde, kennt er die Situation dort und auch seine SPD in jenen Jahren ganz gut.
Der gute Franz entschied sich dort, aus welchen Gründen auch immer für die SPD und zog die Gewerkschaftskarte. Beides ist nicht ehrenrührig, aber eine geschickte Kombination. Gerade im Sauerland, wie überhaupt in Westfalen gab es nämlich immer mal wieder den Kulturkampf zwischen den bösartigen Intellektuellen und den braven Gewerkschaftlern in der SPD. Das Beharrungsvermögen der Westfalen und der Sauerländer im besonderen ist weithin berühmt. Nur keine neuen Ideen. Das haben wir immer schon so gemacht.
Er schwamm oben. Er bekam Ämter und machte ohne viel Aufsehen zu erregen einfach die Karriere die man in der SPD mit dem Hintergrund und der notwendigen Anpassungsfähigkeit damals so machte. Da er in jener Zeit kein Aufsehen erregte, dürfte er seine Karriere in Nordrheinwestfalen wohl eher dem Proporz zwischen Ruhr und Rhein, als seiner eigenen Leistung verdanken und wohl auch auf diese Weise in den Bundestag geschwemmt worden sein.
Vielleicht charakterisiert ihn in dieser Zeit, ein Auszug aus Heines Wintermärchen am besten:
Ich habe sie immer so liebgehabt,
Die lieben, guten Westfalen,
Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,
Ganz ohne Gleißen und Prahlen.
...
Sie fechten gut, sie trinken gut,
Und wenn sie die Hand dir reichen
Zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie;
Sind sentimentale Eichen.
Ich habe extra noch ein wenig herumtelefoniert um rauszufinden weshalb Franz Müntefering, da landete wo er heute ist. Ein alter Weggefährte meinte:
Er war halt immer da. Ihr wolltet ja keine Ämter, euch nicht einbinden lassen in die Parteidisziplin. Franz war ein braver Parteisoldat, hat immer getan was von ihm verlangt wurde. Natürlich hat niemand von ihm großartige Entwürfe verlangt. Die waren bei Kühn und Rau doch nie ein Thema. So einer ist eine sichere Bank. Der tut was man ihm sagt, selbst wenn es ihm nicht passt. Bodenständig ...
Na gut das ist bei Sundern vielleicht keine so gute Empfehlung. Aber egal. Vielleicht ist er auch zu hoch aufgestiegen. Die Personaldecke war immer dünn. Du bezeichnest ihn als Funktionär. Das ist richtig aber Funktionär kommt doch auch von funktionieren. Du und deine Freunde hätten es ja besser machen können. Aber ihr seid überall hingegangen habt hier und da ein wenig parteiinterne Opposition gespielt, ein wenig Lokalpolitik gemacht. Also hört auf zu meckern. Ihr hättet es ändern können.
Der Mann hat nicht so ganz unrecht, aber im damaligen Sauerland etwas ändern? Wir sahen die Partei doch eher als Bremsklotz für unsere Lichtgestalt Willy Brandt.
Ab 1992 befand sich Franz Müntefering auf dem Höhepunkt der Macht. Mitglied im Parteivorstand, Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender und Minister. Er war neben Peter Struck einer derjenigen, die den Abgeordneten das freie Mandat absprachen und alle auf Parteilinie zwingen wollten.
Ob er aus Gehorsam gegenüber dem was er als Partei verstand handelte und handelt ist nicht festzustellen. Aber Kraft seines Amtes hätte er die Partei mit den anderen führen und nicht die Abgeordneten und Mitglieder jeglichen Einflusses berauben sollen. Egal was seit 1998 in der Partei passierte, Franz Müntefering hatte genügend Einfluss und Macht um die Dinge zu ändern. Das er sie nicht geändert hat, kann im Umkehrschluss nur bedeuten, das er sie für gut findet wie sie sind.
Er hat den Zwist Schröder Lafontaine geduldet, sich die Kette der zumindest heute offiziell von den Energiekonzernen bezahlten, Müller, Tacke, Clement und Schröder, die natürlich alle nicht bestochen waren, angesehen und ihre zumindest suspekten Handlungen geduldet.
Es war Franz Müntefering der mit Peter Hartz dem neoliberalen Abschaum in Deutschland zu Willen war. Es war dieser Müntefering von dem kein Ton kam, als bekannt wurde das Peter Hartz, Betriebsräte geschmiert hat. Ein Gewerkschaftler wie Müntefering findet kein Wort der Mißbilligung wenn die Interessen der Arbeitnehmer verkauft werden?
Es war Franz Müntefering der mit Steinbrück und Gabriel zwei Wahlverlierer zu Ministern machte, der den Menschen die Mehrwertsteuererhöhung auflastete und das Kapital entlastet. Es war Franz Müntefering der mit der Gesundheitsreform den Armen nimmt, um den Reichen zu geben. Es ist Franz Müntefering der dem Abbau der Bürgerrechte kalt lächelnd zusieht, von Schilly bis Schäuble. Es ist dieser Müntefering der eine Koalition eingeht, in der keinerlei sozialdemokratische Interessen mehr vertreten werden, sondern nur noch die neoliberale Religion gepredigt wird.
Es ist der Franz Müntefering der die Rente kürzt und den Menschen frech ins Gesicht lügt und von einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit redet. Der Müntefering der genau weiß, das wir für die Älteren keine Arbeit haben.
Dieser Müntefering, der alles verraten hat wofür der Begriff Sozialdemokratie jemals stand, der natürlich in der Springerpresse, wo auch sonst, Lafontaine einen Verräter nennt. Wenn Franz Müntefering wissen will, wer ein Verräter ist, dann muss er nur die Aussage seines neuen Freundes des Direktors, des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther berücksichtigen, der ihn mit folgenden Worten für seine Rentenkürzung lobt:
„Für die Investoren ist entscheidend, dass es der Regierung gelungen ist, ein Projekt gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.“
Darum also ging es Michael Hüther und seinem Freund Müntefering. Es ging darum die Demokratie und die Rechte der Mehrheit zugunsten des Großkapitals zu unterdrücken. Es geht um eine faktische Diktatur gegen die Mehrheit.
Franz Müntefering hat als die treibende Kraft also nicht nur die SPD, alle Demokraten, die Gewerkschaften und das Grundgesetz, das keine Verfassung ist, verraten, sondern auch alles wofür er und die SPD jemals gestanden haben. Wenn Verrat einen Namen hat, dann lautet dieser Name Franz Müntefering.
Ich will nicht nach den Ursachen für den Verrat fragen. Wir wissen wie lukrativ es für die Schröderbande war, die Energieversorger zu unterstützen. Wir ahnen was Gabriel für seinen Verrat bekommen wird und wir sind uns sicher, das auch Franz Müntefering nicht ohne Lohn abtreten muss.
Judas nimm deine dreißig Silberlinge. Wir dürfen dich nicht bestochen nennen, weil wir keine Beweise haben und den Bürgern kein Staatsanwalt hilft. Aber das wir jemanden nicht als korrupt bezeichnen dürfen, heißt ja nicht, das derjenige nicht korrupt ist.
Es mag Leute geben, die den Verrat lieben, aber den Verräter hassen alle.
Tags für diesen Artikel: arbeitslos, müntefering, neoliberal, Rente, schäuble, schily, sozialdemokraten, spd, volkswirtschaftslehre
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