Emanzipation oder Barbarei wünscht sich das wir "DAS KIND BEIM NAMEN NENNEN – ODER - DEM KIND DEN NAMEN NENNEN". Einen Namen für das unbekannte Kind:
Laut Siggi (ollle Sigmund der Unfreudige) entdecken kleine Mädchen irgendwann, dass sie „verstümmelt“ sind – keinen Penis haben, nur eine Klitoris. An dieser Stelle der Diskussion merkte eine aufmerksame Genossin an: „Sagt mal, mir fällt gerade auf: Es gibt noch nicht mal ein Wort dafür!“ Sehr richtig. Jungs haben einen Puller, Pimmel, Piephahn… Mädchen haben maximal eine Mumu, Muschi… All diese Bezeichnungen beziehen sich allerdings eher auf die Vagina, für die Klitoris gibt es höchstens das, eher als deutsche Übersetzung gebrauchte, Synomym „Kitzler“. Aber kein Mensch sagt einem kleinem Mädchen „Bert hat einen Puller und du hast einen Kitzler.“ der Satz endet meistens „…und du hast eine Muschi.“.
Jaja, das mag alles banal klingen. Aber ist es nicht erstaunlich, dass es keinen umgangssprachlichen, etablierten Ausdruck für diesen Körperteil gibt? Vielleicht spiegelt die Sprache an dieser Stelle, die eigentliche „Verstümmelung“ wieder.
Auf dem Niveau eines Herrn Freud mag ich nicht diskutieren. Die einen sagen weil ich es nicht kann, die anderen verstehen mich. Also nähere ich mich dem Thema mal ganz praktisch. Ich versuchs mal mit deutsch oder starkdeutsch. Klartext?
Beginnen wir bei dem Anfang, nicht bei den Träumen sondern bei dem ersten Anfang. Wo Knabenhände fremdes Terrain erforschen. Patsch. Lass das, ich das hass dass, meine Mama will das nicht. Natürlich ist ihr ihre Mama egal und sie will durchaus, aber Patsch.
Dieser Patsch wird jenen Knaben immer begleiten. Vorkampf ersetzt Vorspiel. Der Knabe ist Forscher, möchte jene Stelle im Urwald ergründen, erforschen, detailliert kennen lernen. Patsch. Selbst im Dunkeln Patsch. Warum soll er etwas mit Namen benennen was er nie kennen lernen durfte.
Setz dich an irgendeinen deutschen Stammtisch, so zu der Zeit, wo die Helden eigentlich nach nach Hause müssten. Noch ein Bier oder häuslichen Frieden? Dann lehn dich zurück, lächle überheblich und frage den mit dem größten Maul. "Sag mal weißt du eigentlich wie Frauen pinkeln? Aus welchem Loch und so?"
Schon hat sich die Sache mit dem häuslichen Frieden erledigt und eine hitzige Diskussion entbrennt. Sie sind Ehemänner und Väter von Töchtern, aber bei diesem Thema liegt der Nordpol am Äquator. Die etwas ehrlicheren können sich an den Patsch erinnern. Die Luft über der Kampfzone beginnt zu glühen. Jahrzehnte alte Freundschaften werden binnen Sekunden gekündigt. Bis dann der eine, der nach Hause will, aber nicht als Feigling dastehen möchte, einfach mit der Wahrheit kommt. "Also meine Else sagt heute noch, wenn ich da genauer nachsehe das ich eine alte Sau sei. Also stecke ich in rein und lass da sein, was da ist. Zähne sind da keine also wird er nicht abgebissen."
Alles lacht pflichtschuldigst über die nicht vorhandenen Zähne, einer erwähnt, das die Abends auch von der Stelle vielleicht im Glas liegen und die Horde trollt sich lachend, froh dem Thema glimpflich entronnen zu sein. Also dreh dich rum zu den feixenden Mopedfreaks, die 50 Kubik für die Eroberung der Welt halten. Sie erzählen dir was von den fantastischen Fähigkeiten ihrer Finger, wissen vielleicht sogar aus dem Sexualkunderunterricht andeutungsweise wie und woher Frauen pinkeln und wenn es ganz gut geht, rühmen sie ihre Zunge.
Neulich ging ich durch den Park, wo so ein Held mit seiner Tagesabschnittsgefährtin rummachte. Das Geräusch das er produzierte klang irgendwie ähnlich, wie das, was der Dackel produziert wenn er in seinem Wassernapf rumfuhrwerkt. Ihr Kommentar riss dann den Dackel und mich fast von den Beinen: "Du sollst mich lecken und nicht waschen!". Ob es dann noch viel Sinn machte, das er mit den Fingern den Rammbock machte, wage ich zu bezweifeln. Das ist doch keine Tresortür dort, die man aufbrechen müsste.
Sie wissen es nicht. Patsch. Warum also sollten sie einem weiblichen Körperteil mit dem sie nie in Berührung kommen einen Namen geben. Es heißt ja auch nur Zeh. Da wird nicht großartig unterschieden. Es sind halt Zehen. Frauen die sowieso etwas anders gebaut sind als "Menschen" haben eben eine Klitoris. Nicht der Rede wert. Nutzlos. Aus der Abteilung Patsch.
Weshalb aber sollten die Mädchen und Frauen einen Namen für etwas haben, das keinen interessiert. Sie müssen das Ding ja nicht ansprechen. Im Mittelalter galt die Klitoris als umgestülpter Penis was ihr automatisch Aufmerksamkeit bescherte. Denn Karl und Franz wussten was so eine Penis braucht oder konnten es sich zumindest vorstellen. Kirchenwahn und Prüderie beendeten das lustige Leben und seit dem gilt jenes Loch der Löcher mit all seinen Details als schmutzig.
Selbst die Gestalter dieser Heimatfilme lassen die Klitoris praktisch Klitoris sein. Da darf sie höchstens mal mit einem Ring verschönt werden, hat aber nur Sekundenauftritte während die Schamlippen und dieses Loch die Hauptrollen übernehmen. Das mit dem Loch rührt wahrscheinlich noch aus diesem alten Kampf zwischen Loch und Rand. Aber selbst jener G-Punkt ist in aller Munde, obwohl man mit dem Mund da sicher nicht hinkommt.
Von der Klitoris kein Wort. Die kann heißen wie sie will. Sie hat verloren. Es ist ihr Schicksal. Was nützt einem der schönste Fotoapparat ohne Auslöser. Aber alle reden über Objektive. Es ist eine Schande. Die Klitoris kann einem Leid tun. Aber mal ehrlich? Wer kann mit jemanden der Klitoris heißt schon Mitleid haben? Sie ist eben nur ein Patsch-Auslöser. Soll sie doch bleiben wo sie ist.
via classless Kulla























Allerdings geht es Frauen mit dem Penis da nicht anders. Wir sind nicht neidisch, wir betrachten es nur, weil wir es nicht kennen. Und während Männer es einfach geil finden, halten wir Frauen uns "da unten" lieber bedeckt, weil wir auch nicht genau wissen, wie es da wohl so aussieht.
Mir wurde übrigens nie gesagt, dass ich eine Muschi habe, sondern tatsächlich ein Kitzler, aber das macht ja jeder anders.
Ich glaube das dieser Ausdruck geil einfach falsch ist. Wenn ich geil bin will ich Befriedigung. Es ist eher die Zeit davor oder danach oder so einfach mal zwischendurch. Ohne Ziel.