Es ist schön, dass die Rheinische Post nicht besonders schlau ist. Deshalb plaudert sie mal eben schnell in einer Pressemitteilung heraus, was die Bahn doch gerne geheimhalten möchte:
Mittels schwerer Streiks hatten die Lokführer elf Prozent mehr Lohn herausgeholt. Jetzt aber wollen sie alles: das kräftige Lohn-Plus und obendrauf die Freiheit, jedes Jahr ähnliche Forderungen aufstellen und Streiks vom Zaun brechen zu können. Das kann die Bahn nicht akzeptieren, weil sonst kein geregelter Betrieb mehr möglich ist. Sie will die Tarifeinheit im Konzern wiederherstellen.
Klarer kann man es eigentlich nicht mehr sagen. Die GDL darf einmal Geld für ihre Mitarbeiter bekommen und soll dafür in Zukunft nie wieder Forderungen stellen dürfen. Das macht dann nur noch die Transnet, die vom Bahnvorstand als eine Art Vorstandsgewerkschaft mit Geschenken überhäuft wird, damit sie eben nicht auf die Idee kommt gerechte Löhne zu fordern, sonder artig das macht, was Mehdorn und seine Zuschläger möchten. Eigentlich könnte die Bahn die komplette Gewerkschaft gleich bezahlen, dann hätten die Bahner wenigstens den Gewerkschaftsbeitrag mehr in der Tasche.
Natürlich ist der DGB-Vorsitzende Sommer auf der Seite von Transnet. Der kennt sich ja sehr gut damit aus, wie man die Gewerkschaftsmitglieder und alles das wofür Gewerkschaft in Deutschland einmal stand, verrät. Die DGB-Gewerkschaften sind im Grunde genommen nichts anderes mehr als willige Handlanger des Großkapitals und der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten, oder der vom Großkapital und den neoliberalen Wirtschaftsfaschisten eingemeindeten SPD.
Wenn die GDL jetzt nicht streikt, war der vorhergehende Streik sinnlos. Schlimmer noch. Entweder die GDL gewinnt diesen Streik, oder sie kann sich auflösen. Verliert die GDL können wir das Kapitel Gewerkschaften für Arbeitnehmerrechte in Deutschland aufgeben. Der DGB wird dem FDGB der DDR immer ähnlicher und ist heute schon genau so nutzlos.
Natürlich werden unsere Medien und vor allem die Rheinische Pest sich die Finger wund schreiben um die Bahn AG zu unterstützen und die Arbeitnehmerrechte weiter zu beschneiden. Wer sich mit in dieses neoliberale Loch ziehen lassen will, darf das gerne tun. Er soll aber dann später nicht anfangen zu heulen, wenn nach den Rechten der Arbeitnehmer auch alle anderen Rechte den Interessen der Neoliberalen unterworfen werden.
Die Richter, die sicherlich für die Bahn urteilen und jene in Berlin die gerade den Mindestlohn aufgehoben haben, sollten wissen, das sie am Ende dieses Pfades auch nicht mehr gebraucht werden. Wo es kein Recht mehr gibt, braucht es keine Richter mehr. Keine Anwälte, keine Steuerberater und keine Ermittler. Die Lokführer sollen jetzt rechtlos gemacht werden. Wenn das funktioniert, sind am Ende alle rechtlos.
Wenn wir jetzt die Bahn und die hinter ihr stehenden Politganoven nicht dazu zwingen sich an das geltende Recht zu halten, dann können wir auch gleich aufgeben. Recht ist unteilbar. Die Freiheit Lohnforderungen zu stellen, ist die einzige Freiheit der Arbeitnehmer. Deshalb sollen unsere Medien ja alles tun um diese Freiheit aufzuheben. Die Rheinische Pest ist nur der Anfang. Bild folgt am Montag.
Wehrt euch. Kauft diese Zeitungen nicht. Lasst euch nicht belügen. Mehdorn erpresst ganz Deutschland, damit er das Geld der Bahn im Ausland, außerhalb jeder Kontrolle verwenden und sicherlich auch in seine Tasche fließen lassen kann. Die GDL ist im Recht.



















