Nun haben die diversen Kampforganisationen gegen das Rauchen doch auf breiter Front recht bekommen. Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen und ich haben neben den allfälligen Zeit- und Babysitterproblemen beim gemeinsamen Ausgehen noch ein weiteres Problem. Sie verbrennt noch Tabak, ich nur noch viel zu wenige Kalorien. Für mich ist es egal wo wir hingehen. Ich dürfte so 20.000 Schachteln geraucht haben, da bringt mich auch nach 5 Jahren Nichtrauchersein, kein Qualm mehr um.
In meiner Stammkneipe wird einfach weitergeraucht. Unsere eigenen Nichtraucher halten den ganzen Quatsch für übrig und wenn sich fremde Nichtraucher dort hin verirren und über Rauch reden, erleben sie den Berliner Charme live. Das ist schlimmer wie jemanden in BVG Uniform nach dem Weg zu fragen. Allerdings hat die Stammkneipe einen Nachteil. Wir haben da keine Ruhe für uns, sondern "gesellschaftliche" Verpflichtungen, was im Klartext nichts anderes heißt, als das wir uns vollquatschen lassen und andere vollquatschen.
Also beginnen die Überlegungen schon früh. Da kann man rauchen, da essen. Dort ab 22 Uhr rauchen, aber dann macht die Küche zu. Es ist ein Elend. Da die Lage sich ständig ändert, muss auch noch telefoniert werden wie die aktuelle Situation in dem Laden ist, in den wir wollen. Meist haben wir dann die Schnauze voll und bleiben zu Hause. Da kann sie rauchen und wir können essen. Man lädt halt Gäste ein und hat am nächsten Morgen die Freuden des Aufräumens.
Währendessen sind die Kneipen und Restaurants leer. Befreundete Wirte klagen sich die Seele aus dem Leib. Denn die Nichtraucher die so vehement und kriegerisch gegen das Rauchen waren, gehen entweder nicht in die Kneipe oder trinken dort ihre Tasse Früchtetee, stellen erfreut fest, das nicht geraucht wird und nichts los ist, bezahlen ohne Trinkgeld und gehen freudig erregt nach Hause weil sie den Krieg gewonnen haben.
Nein Kneipen wollen sie nicht. Wozu auch. Zuhause ist es doch am schönsten und am billigsten. Da sitzen sie dann im Strickpullover ohne Heizung und überlegen was sie als nächstes abschaffen könnten. Natürlich lassen sich nicht alle Wirte das gefallen.
Ich bin ja bekanntermaßen kein Freund der Bayern. Aber da hatten die Wirte die nette Idee ihre Läden in Raucherclubs umzuwidmen. Klug, witzig und im Interesse der Raucher und der gesellschaftsfähigen Nichtraucher. Das allerdings verbiestert unsere früchteteetrinkenden Kampfnichtraucher zutiefst:
Kneipen werden Raucherclubs
Nichtraucher klagen
Die Nichtraucher-Initiative München (NIM) will alle Ausnahmen beim Raucherschutz in Bayerns Gastronomie mit einer Popularklage kippen. Es gehe nicht an, dass der Nichtraucherschutz durch Deklarierung von Gaststätten zu Raucherclubs auf breiter Front unterlaufen werde, sagte der NIM-Vorsitzende Ernst-Günther Krause. Da die CSU-Staatsregierung diesem Treiben vieler Wirte untätig zusehe, müsse der Bayerische Verfassungsgerichtshof den gesundheitlichen Schutz der Bedienungen in allen Lokalen rasch herstellen. Die Popularklage solle noch in diesem Monat eingereicht werden.
Natürlich geht es um die Bedienungen. Nicht darum den eigenen Ungeist durchzusetzen. Es ist ja auch besser die Bedienung wird entlassen weil keine Gäste da sind. Seltsam nur, das die gleichen Leute, die Arbeit in Beizen, Chemieanlagen oder an Hochöfen nicht auch verbieten wollen.
Ich bin durchaus für Nichtraucherlokale. So viele sich auch immer wirtschaftlich oder gewollt betreiben lassen. Das gilt aber nur dann, wenn es genauso möglich ist Raucherlokale zu betreiben. Letztendlich entscheiden die Gäste. Zur Zeit entscheiden sie sich für Verzicht.




















Aber jetzt mal ernsthaft: immer geht um den armen Teeratmer der vom Hyperagressiven Nazinichtraucher aus seinem angestammten Habitat verdrängt wird. Oder eben um die engstirnigen Rüpel, die nicht wissen was das Wort "bitte" bedeutet.
Es handelt sich hier immer um Menschen, deren Interessen im öffentlichen Raum gegeneinander abgewogen werden müssen. Rücksichtnahme hat nicht geklappt: es gab nur wenige Raucher, die für einen Abend von Teeratmung auf Luftatmung umstellen konnten. Gleichzeitig gab es erstaunlich viele Nichtraucher, denen das Umgekehrte gelang. Die Ursache sehe ich nicht bei den einzelnen Personen, sondern bei den Herstellern dieser Gifte. Wenn man nämlich miteinander redet, klappt es auf einmal mit der Toleranz und mit der Stubenreinheit.
Wenn man allerdings die jeweils andere Gruppe ausgrenzt ("geht doch in eure Nichtraucherlokale!") kann man nicht miteinander reden. Oben habe ich die Nazikeule ausgepackt, jetzt setze ich noch einen drauf: diese Ghettoisierung ist kontraproduktiv! Wie soll ich denn den Rauchern helfen sich von ihrer Sucht zu befreien, wenn ich mein Ghetto nicht verlassen darf?
So moralisch hochstehende gegen die niederen Rauch. Da schwill mit der Kamm. Sie haben ihre Ziele erreicht und ein normales Leben für Raucher fast unmöglich gemacht. Jetzt sollen denen auch noch die letzten Rückzugsgebiete genommen werden. Das regt mich auf.
Definieren sie doch bitte mal den Zeitraum "zur Zeit", vor allem vor dem Hintergrund des Umsatzrückganges seit der Euroumstellung.
Es ließe sich jetzt vortrefflich diskutieren über das Balz- und Ausgehverhalten des gemeinen Nichtrauchers, welcher nun arg verschreckt ist über das Gebaren der Medien wie auch der rauchenden Minderheit. Der springt nun mal nicht sofort wenn der Wirt das will, der steht vor einem ähnlichen Problem wie der Raucher, unklare Lage eben.
Wenn Rauchen nicht so erschüttert dämlich wäre, würde ich es glatt wieder anfangen, nur um mich mit solchen Typen anlegen zu könne.
Praktisch überall herrscht Rauchverbot. auf denen Bahnhöfen quälen sich die Raucher in markierte übervolle Käfige. Da kann diese Truppe von Mieslingen den Rauchern nicht einmal Raucherclubs lassen.
Tut mir leid. Nichtraucher können überall hingehen. Rauchen ist nämlich überall verboten. Aber die gingen schon vor 30 Jahren nur aus um sich zu beschweren.
Ich habe mal eine Kantine Rauchfrei machen müssen. Tolles Ergebnis. Die Kantine war pleite. Die verliefen sich in alle Himmelsrichtungen anstand beim Essen über ihre Arbeit zu sprechen.
Das gleiche mit Nichtraucherbüros. Da ging keiner hin. Die paar Hanseln saßen da und hatten bestenfalls telef. Kontakt zu ihren Kollegen. Dafür waren die Raucherabteile übervoll. Als absoluten Höhepunkt erlebte ich wie so ein Nichtraucher dann meinte das es nicht fair sei, das er alleine in einem großem Büro sitzen müsse. Die anderen sollten doch mit dem Rauchen aufhören und zu ihm kommen, damit er sich nicht fürchten muss.
Ich hab ihn gefeuert. Bei der nächsten Gelegenheit und würde es jede Sekunde wieder tun.