Doch zuvor noch eine Erklärung. Ich bestehe bei Kommentaren nicht auf existierende Mail-Adressen. Wer also lieber anonym mitdiskutieren will kann das gerne machen. Schön wäre ein ziemlich eindeutiger Nickname. Noch hält das Programm meines Blogs zwar automatisch die IP-Adresse fest, aber die wird regelmäßig gelöscht, so dass sich aus dadurch kaum eine Gefahr ergibt. Mails sind mir aber natürlich weiterhin willkommen, wenn ich auch nicht alle beantworten kann.
Der Beitrag über den Tresor des jüngsten Gerichts scheint eine Menge Leute interessiert zu haben, was sich schon aus den vielen Mails zu diesem Thema ergibt. Gleichzeitig hat sich aber auch gezeigt, das meine Erklärungsversuche nicht ausführlich genug waren. Dem versuche ich jetzt abzuhelfen.
Beginnen wir also mit der herkömmlichen Saatgutentwicklung einer Sorte:
Zur Erteilung des Sortenschutz muss die entwickelte Sorte beim Bundessortenamt angemeldet werden und die folgenden Kriterien erfüllen:
1. Eine Sorte muss von einer anderen bekannten Sorten unterscheidbar sein. Was bedeutet, dass sie sich mindestens in einem maßgebenden Merkmal von den anderen bekannten Sorten unterscheidet.
2. Eine Sorte muss hinreichend homogen sein. Die Homogenität ist erfüllt, wenn die Sorte, von wenigen Abweichungen abgesehen, in ihren wesentlichen Merkmalen gleich ist.
3. Eine Sorte muss beständig sein. Dies hat zum Inhalt, daß die Sorte in der Ausprägung der für die Unterscheidbarkeit maßgebenden Merkmale nach jeder Vermehrung oder, im Falle eines Vermehrungszyklusses, nach einem solchen Zyklus unverändert bleibt.
4. Eine Sorte muss neu sein. Dies gilt, wenn sich die neue Sorte durch wenigstens ein wichtiges morphologisches oder physiologisches Merkmal von jeder anderen in der Bundessortenliste eingetragen Sorte deutlich unterscheidet.
5. Als fünftes Kriterium ist noch zu nennen, dass die Sorte durch eine eintragungsfähige Sortenbezeichnung bezeichnet sein muss.
Um mit Saatgut Handel betreiben zu können, also um überhaupt wirtschaftlich zu arbeiten, muss als erstes die Abgrenzung zu allen anderen Sorten erfolgen. Qualität, Leistung, Ertrag, Widerstandskraft, Verwertbarkeit spielen hier keine Rolle. Das kommt erst, wenn sich jemand entscheidet diese Sorte wirklich anzubauen.
Das Recht auf Sortenschutz steht dem Ursprungszüchter oder Entdecker der Sorte oder seinem Rechtsnachfolger zu. Bei Hopfen, Getreide und Reben dauert der Sortenschutz in der Regel 25 Jahre, bei Kartoffeln 30 Jahre.
Jemand der also eine neue Sorte entwickelt hat, ein Vorgabenkorsett und einen Zeitraum in dem er mit dem Saatgut alleine Geschäfte machen kann. Da die großen Saatgutzüchter dieser Welt fast alle in der Hand von Chemiefirmen oder Ölproduzenten sind, sollen Pflanzenzüchtungen normalerweise mit den eigenen Planzenschutzmitteln und den eigenen Düngersorten möglichst kompatibel sein.
Damit niemand Saatgut aus den von ihm angebauten Pflanzen selbst gewinnt, wie es früher üblich war, gibt es Nutzungsverträge mit sehr engen Regeln die aber im Fall der Kartoffelsorte Linda voll ins Leere griffen weil jemand wie Karsten Ellenberg genug Arsch in der Hose hatte um sich gegen großes Geld und miese Interessen durchzusetzen und die Kundschaft, also wir alle ihm und den anderen Lindabauern durch unsere Käufe halfen und auch weiter helfen werden.
Schon lange vorher war den Saatgutriesen klar, das sie nie ganz verhindern können, das Bauern aus der Ernte des Vorjahres einen Teil des Saatgutes für das laufende Jahr gewinne, kam die Hybridzüchtung meist als F1 Hybriden zum Einsatz:
Die Hybridzüchtung ist ein Beispiel für Heterosiszüchtung, zur Erzielung einer hohen markt- oder betriebsgerechten pflanzlichen Produktion durch Bastardwüchsigkeit. So werden bei der Hybridzüchtung geeignete, gesondert gezüchtete Inzuchtlinien einmalig miteinander gekreuzt (Einfachhybride). Denn die Nachkommen der ersten Generation haben gegenüber der Elterngeneration ein üppigeres Wachstum (Heterosiseffekt), daher wird durch ihre Kreuzung eine gesteigerte Leistung erzielt. Zudem findet eine Kombination der gewünschten Eigenschaft der Ausgangs-Inzuchtlinien statt.
Für den Landwirt bedeutet dies jedoch, dass das Saatgut jedes Jahr wieder neu bezogen werden muss, da der Heterosiseffekt nur in der ersten Generation nach der Kreuzung auftritt und danach wieder verloren geht.
Nun ist der Bauer in der Zwickmühle. Will er Ertrag muss er jedes Jahr neues Saatgut kaufen. Gibt es Mißernten ist er schnell erledigt, weil er ja aus einer schlechten Ernte nicht einmal das Saatgut für das nächste Jahr nehmen kann. Aber er ist den Saatgutfirmen noch nicht versklavt genug. Er kann sich nämlich noch releativ frei entscheiden welche Pflanzenschutzmittel und welchen Dünger er einsetzt. Weil auch Fremdlieferanten noch geeignete Produkte liefern konnten und somit ein wenn auch eingeschränkter Wettbewerb bestand.
Um diesen Wettbewerb auszuschalten, wurden Pflanzen gentechnisch so verändert, das sie weitgehend zwingend, auf bestimmte Düngemittel und bestimmte Pflanzenschutzmittel angewiesen sind. Der Bauer also praktisch nur noch seine Maschinen, sein Land und seine Arbeitsleistung zur Verfügung stellt und ansonsten vollständig abhängig ist. Dabei wurden die Pflanzenschutzmittel-Pflanzenkombinationen so gewählt, das die Stoffe im Boden verbleiben und noch auf Jahre den Anbau anderer Pflanzen unmöglich machen. Die Bauern waren endlich Sklaven.
Dummerweise wurden die Pflanzenschädlinge immer schneller resistent, sodaß die Giftmengen die als Pflanzenschutzmittel bezeichnet werden, immer wieder erhöht werden mussten. Auf dem Boden lassen sich aber auch kaum noch andere Pflanzen anbauen, weshalb die eigengiftigkeit der Planzen gentechnisch erhöht wurde. Praktisch besteht nach mehreren Anbaujahren das ganze nur noch aus Gift.
Neben den "nutzenorientierten" Genveränderungen, die heute die schreckliche Gefahr bilden, hatte man aber auch noch Markierungsgensequenzen eingefügt, die den leichten, auf dem Acker durchzuführenden Nachweis erlauben, das diese Pflanze ein Produkt einer bestimmten Firma ist. Jeder Anbau dieser Pflanze also illegal ist, wenn es kein Abkommen mit dieser Firma gibt.
Genau an dieser Stelle kommt die Auskreuzung zum tragen. Sie ist gewollte Kriegsstrategie. Wenn man die Auskreuzung leicht macht, dann passiert sie relativ schnell. Da wird aus einer freien Maissorte einfach dadurch, dass man auf dem Acker neben ihr eine gentechnisch veränderte anbaut in der nächsten Generation eine, die, die Genkennzeichnung trägt und also dieser Firma gehört. Durch Auskreuzung ihrer Genveränderung stehlen sie alle Pflanzen einer Art und wenn wir Pech haben auch anderer Arten. Niemand kann dann auf dieser Erde mehr neues Saatgut herstellen. Alles ist im Besitz dieser Firmen, ohne das sie dafür etwas getan hätten.
Der Gedankenverbrecher nennt das Risiko ohne Haftung ich nenne das Krieg. Aber die Folgen sind überall schon zu sehen:
Reis, Papaya, Rapssaatgut und Fische - das ist die Bilanz für Deutschland. Weltweit wurden auch 2007 wieder illegale, gentechnisch verunreinigte Produkte auf den Märkten gefunden. Der neue Report von Greenpeace International und GeneWatch zeigt nicht nur, dass die Gentechnikindustrie ihre Designerprodukte nicht kontrollieren kann, sondern auch, dass sie ungestraft davonkommt.
Greenpeace und GeneWatch haben 2007 in 23 Ländern 39 neue Fälle dokumentiert. Weltweit sind die Hauptnahrungspflanzen Reis und Mais am häufigsten von Verunreinigungen betroffen. Aber auch Soja, Baumwolle, Raps, Papaya und Zier-Fische waren mit Genen verunreinigt, die genmanipulierte, verwandte Arten auf sie übertragen haben. Für die letzten zehn Jahre sind insgesamt 216 Kontaminationen in 57 Ländern belegt.
Es geht nicht um Kontaminierungen. Es geht darum den Menschen ihre freie Nahrungsgrundlage zu entziehen, den ganzen Planeten zu stehlen. Dieser Krieg ist übrigens nicht auf die Pflanzenwelt beschränikt, es geht in der Tiewelt auch nicht mehr um Labormäuse oder Ratten. Es geht zum Beispiel um unsere Schweine die demnächst alle Monsato gehören. Selbst das ungarische Wollschwein.
Es ist Krieg. Unsere Politiker wie Herr Seehofer und Herr Gabriel, aber auch die Bundeskanzlerin haben uns verraten. In der Eu haben die Genfuzzis haufenweise Lobbyisten, die amerikanische Administration gehört ihnen ganz und gar. Wir können nur eins tun. Felder auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen wachen, müssen vernichtet werden. Bauern die da mit spielen, verspielen die Zukunft ihrer Nachbarn. Da ist keine Freundlichkeit sondern Härte angebracht. Derjenige der morgens in der Frühe mal schnell den Acker des Gentechnikbauern umpflügt, schützt nicht nur sich und seine Kinder sondern auch uns und unsere Kinder. Selbst die seines dummen Nachbarn. Und das ist gut so.













Wichtig: einen Teil der Ernte (ja klar, auch wieder aussähen) TAUSCHEN. Vielleicht sogar kreuzen, pflanzen und tauschen (so macht das nämlich die Natur und das ist gut so). Wer wäre nicht stolz, wenn eines Tages eine - frei erhältliche - Kartoffel nach ihm benannt würde:
"Jochen Hoff" (aromatisch, fest kochend).
Ich bin jetzt mal so frei und verweise auf einen meiniger Beiträge
bei greepeace gibt es viele tolle Texte und
Infos.
Die hier z. B.
Eine Karte über die Anbauflächen in
Deutschland, auf denen, ok, in diesem Fall
"nur" Gen-Mais angebaut wird, aber immerhin.
http://www.greenpeace.de/tip/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/gen_mais_in_deutschland_infobroschuere_anbauflaechen/ansicht/bild/
Und vielleicht gibt es ja auch noch andere
Karten.
Interessant fand ich auch, daß Landliebe
gar keine wirkliche Landliebe ist, denn die
Kühe, von denen diese Milch kommt, werden mit
genverändertem Futter gefüttert.
Nur gut, daß ich Veganerin bin und keine
Milchprodukte seit vielen Jahren esse/trinke.
Milchprodukte seit vielen Jahren esse/trinke. "
Als ob dich das davor bewahren würde , ungewusst genmanipulierte Nahrung zu dir zu nehmen. Naivität ist zwar manchmal was schönes, aber nicht immer.
ich finde mich nicht naiv. Aber ich bin
nun einmal konsequente Tier- und Umwelt-
schützerin. Jochen weiß da ein Lied von zu
singen, nicht wahr, Jochen. (zwinker)
(Ich kann ziemlich lästig sein, was den
Tierschutz angeht. Zumal der liebe Jochen
passionierter Jäger ist. Das harmoniert nicht
zu 100 %, klappt aber, glaube ich, trotzdem,
mit gegenseitiger Toleranz, ganz gut.
Aber auch, wenn ich mich nicht so gut vor
gespritztem oder genverändertem Gemüse schützen
kann, so kann ich doch auf den Verzehr von
Tierischem gut verzichten. Auch, aber nicht
nur, den Tieren zu Liebe.
Sage ich es mal so: Ich weiß ganz genau,
was ich da mache (bzw. esse).
Es klappt hervorragend. Aber gerade wenn du Tofu isst, bringst du dich in Gefahr. Ein sehr großer Teil des weltweit angebauten Sojas ist schon verseucht. Das gleiche gilt teilweise für amerikanische Obstsorten und die daraus entstehenden Säfte.
Früher aß ich ab und zu Tofu, aber als dann die ersten genmanipulierten Sojabohnen "produziert" wurden, stellte ich den Verzehr sofort ein. Ich bin sogar so konsequent, alle Produkte zu meiden, in denen ausgewiesener Maßen Soja verwendet wird.
Monsanto und die Praktiken des Unternehmens beschäftigen mich schon lange. Und ich gebe zu, dass ich vor deren Absichten Angst habe.
Mittlerweile habe ich schon Kontakt zu sogenannten Erhaltungszüchtern, die alte Gemüsearten bewahren. Wenn ich daran denke, werde ich mir am Wochenende zwei Tomatensamen-Packungen bestellen, von Arten, die schon über 200 Jahre alt sind. Diese Erhaltungszüchter dürfen nur die Samen verkaufen, aber nicht die Produkte...
Wie im Fall "Order 81" geschehen, haben viele dieser Unternehmen wie Monsanto ihre Fürsprecher, die an entscheidenen Stellen über das künftige "Wohl" dieser Krebsgeschwüre wirken. In diesem Zusammenhang fällt mir ein TV-Beitrag (auf Arte???) über eine Inderin ein, die versuchte, traditionelles Saatgut in einer Bergregion, aus der sie kam, zu bewahren. Parallel dazu versuchte sie, die kleinen Brunnen in den Dörfern zu retten, weil diese ein optimales Kommunikationszentrum für die Einheimischen waren.
Es wurde in diesem Beitrag über die Repressalien berichtet, denen sie ausgesetzt war und die Ohnmächtigkeit der Bauern, als sie feststellen mussten, dass das Getreide, das sie in der Stadt gekauft hatten, im darauffolgenden Jahr nicht mehr für die Aussaat geeignet war. Es keimte nicht!
Stattdessen mussten sie weitere Kredite aufnehmen, um sich neues Saatgut zu kaufen. Der Ertrag reichte gerade dazu, die Schulden ansatzweise zu tilgen. In diesem Beitrag kam ich das erste Mal mit dem Namen des obigen Industriekrebsgeschwürs in Kontakt.
Dies ist in meinen Augen eines der besten Beispiele dafür gewesen, dass die derzeitige Form der Globalisierung sich maßgeblich von denen in den letzten Jahrtausenden unterscheidet.
Im Augenblick suche ich nach einer Idee, wie ich noch mehr mich einbringen kann.... :(
Genzüchtung gegen Genzüchtung?
Freundin:
Hi Jochen.
Was man leider zu diesem Problem sagen muss, ist das man diese Entwicklung, sobald sie begonnen hat, nicht mehr aufhalten kann.
Auch nicht bei dem Versuch die "naturbelassenen" Pflanzen isoliert zu züchten (300 m Mindestabstand, lächerlich).
Zudem kann man die Mutationen innerhalb der genveränderten Pflanzen nicht kontrollieren, dass heißt es entstehen möglicherweise (wie schon vorgekommen) unbekannte Proteine die so noch nicht auf unserer Erde vorhanden sind.
Was das zur Folge haben kann muss ich dir nicht erklären. :-)
Zu Ines ich weiß garnicht was ich sagen soll, solange du dein Gemüse nicht selber züchtest, aus uralten Samen, dürftest du eigentlich Garnichts essen und schützen kann man sich, wenn man es realistisch betrachtet, überhaupt nicht.
PS: Ich weiß nicht ob sich hier jemand mit Genetik auskennt und weiß wie die Weitergabe von Erbgut funktioniert aber wenn ja, dann weiß der jenige auch was das alles für unsere Zukunft bedeutet.
Ich kaufe fast ausschließlich im Reformhaus
die Sojamilch. Tofu mag ich nicht so gerne,
daher fällt das flach. Aber eben Sojamilch
zum Kochen. Ich hoffe, daß die Produkte aus
dem Reformhaus eine höhere Chance haben,
unbehandelt zu sein.
Und wie ich schrieb, bin ich mir selbst im
Klaren darüber, daß ich mich nicht großartig
gegen Gift und Genbla schützen kann. Aber,
wie schon festgestellt, irgendwas muß ich
ja essen. Und da Fleisch überhaupt nicht in
Frage kommt, bleibt nur Gemüse übrig.
Da Käse aus Lab hergestellt wird, also ein
Kälbchen dafür sterben muß, kommen
Milchprodukte eben auch nicht in Frage.
Ich habe nun einmal konsequent was gegen das
Töten, und Tiere sind für mich
gleichberechtigte Lebewesen. Aber das gehört
hier jetzt nicht her.
Aber: Ich habe einen großen Garten und ich
warte sehnlichst auf den Frühling und daß
das Wasser abläuft und es wärmer und eben
trockenner wird. :-)
Martina: Wo oder wie kann ich denn die alten Samen von den Erhaltungszüchtern beziehen?
Gibt es da eine Webseite, wo ich gucken kann?
Gibt es da eine Webseite, wo ich gucken kann?
Gib einfach den Suchbegriff "Erhaltungszüchter" oder "samenecht" in die von dir bevorzugtee Suchmaschine ein. :)