Gestern Abend lief im zentralen Demenzfernsehen (ZDF) die Sendung in der Maybrit Illner ihren Pflichtanteil an der Verbreitung der neoliberalen Religion erledigt. Früher hieß die Sendung mal "Berlin Mitte" aber selbst den ZDF Leuten ist aufgefallen, das in der Mitte Berlins für die meisten Talkgäste dieser Show wohl kein Platz wäre. Die Stadtreinigung könnte die Unmengen an faulen Eiern und Tomaten mit denen diese Leute beschenkt würden, wohl kaum wegräumen.
Deshalb heißt die Sendung jetzt Maybrit Illner und die kann in in ihrem mit Gebührenerpressung bezahlten Senderwohnzimmer nun machen was sie will. Natürlich ist das ganze im Ergebnis eine reine Propagandasendung voller Desinformation. Aber es gibt Gäste, die sich einfach nicht so leicht in die sich selbstbeweihräuchernde Plätscherrunde einbinden lassen. Auf solche Momente wartet der Zuschauer, weil genau an dieser Stelle ab und an die Wahrheit durchblitzt.
Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, ist solch ein Gast, der sich zudem noch den Luxus einer vom Mainstream abweichenden Meinung leistet. Natürlich wird so ein Gast gleich mal vorsichtshalber von Leitelefanten umrahmt. Als solcher sollte Klaus Bölling dienen, der als Sprecher der Bundesregierung in dieser Zeit natürlich streng auf der alten, falschen Linie bleiben muss, um seine Lebenswerk, das in diesem Punkt auf einer Lebenslüge beruht, nicht zu gefährden. Dazu Roland Koch, den brutalstmöglichen Aufklärer, der nicht davor zurückschreckte die Herkunft des Geldes mit dem er Rassenhass schürte, als jüdisches Erbe zu bezeichnen.
Das versprach interessant zu werden. Aber natürlich wurde es das nicht. Die Illner sorgte dafür, das alles auf einen seichten Talk hinauslief, da half auch die hochsensible Ina Beckurts mit ihrer erfrischend offenen Argumentation nichts. Koch und Bölling spielten sich die Bälle zu und unterbrachen Peymann häufig, damit dieser ja nicht die Wahrheit sagen konnte.
Dabei wollte der nur aussagen, das es zu Beginn der RAF eine politische Grundlage gegeben hat und das Klars Grußbotschaft, leider die heutige Wirklichkeit, oder zumindest eine richtige Teilansicht davon wiederspiegelt. An genau dieser Stelle fiel ihm der Betrüger Koch ins Wort um schreiend zu verkünden, das es nie einen Grund für Angriffe gegen diese tolle Demokratie geben könne. Leider hat der Autor den genauen Wortlaut nicht mitgeschrieben, weil er erst einmal von der Wand herunterklettern musste, die er vor Wut hochgerast war.
Der Koch hat den Nerv genau getroffen. Nach seiner Ansicht ist alles in schönster Ordnung und soll auch so bleiben damit er sich auf Kosten der Allgemeinheit satt fressen und jede Regel brechen kann. Genau so kam es zur Ermordung Benno Ohnesorgs und den Schüssen auf Rudi Dutschke. Springer war damals der Hetzer, unterstützt von Leuten die ein repressives System brauchten um ihre Pfründe zu sichern und um jede Diskussion über ihre Rolle vor 1945 zu verhindern.
In jeder Kneipendiskussion, vor jedem Supermarkt gibt es heute die ständige Aussage, das man unsere Politiker und die meisten Manager einfach aufhängen sollte. Aufhängen deshalb, weil sie den Aufwand des totschlagens nicht wert seien. Da kocht nicht nur die Wut des Prekariats, der Unterschicht, sondern längst die der ehemaligen Mittelschicht, des Handwerks und des mittleren Managements.
Alleine ein solcher Satz, wie er vor kurzem vom Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, produziert wurde, macht klar wo wir gelandet sind:
„Für die Investoren ist entscheidend, dass es der Regierung gelungen ist, ein Projekt gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.“
Die Übersetzung dieses Satzes in Klartext bedeutet, das die Politik mittlerweile so gut bestochen und geschmiert ist, das sie sogar direkt gegen die Bevölkerung vorgeht, um Herrn Hüther und seinen neoliberalen Abzockerfreunden genehm zu sein. Auch wenn es sich Herr Koch nicht vorstellen kann. Das erzeugt Wut und Hass.
Aber keine Sorge, es gibt keine Anzeichen für einen Widerstand gegen die Verfassungsfeinde, Bestechlichen und Korrupten oder die Bestecher. Die Leute, die wie Peymann, damals noch eine gewisse Rechtfertigung für die RAF gefunden haben, sind bis heute noch tief darüber erschrocken wohin der Weg schlußendlich ging. Die haben sich die unbeteiligten Toten, die Fahrer, Polizisten und Leibwächter und die Gelegenheitsopfer nämlich nicht verziehen.
Aber eins soll Herr Koch wirklich wissen. Er und seine Freunde geben den Menschen jeden Tag Grund genug von Gewalt als Reaktion zu träumen. Nur ist das deutsche Volk zu vernünftig um im Rahmen einer Revolution alles, was wir aufgebaut haben zu zerschlagen. Wir hoffen immer noch darauf, das sich eine politische Lösung ergibt, die uns erlaubt die Gauner vor ordentliche, dem Bürger und dem Recht verpflichtete Gerichte zu stellen.
Vielleicht sterben wir mit der Hoffnung. Aber wir hassen diese Leute so tief, das wir ihnen keine Gelegenheit geben werden mit der Bundeswehr auf uns loszugehen, wie sie das gerne möchten. Wir stopfen ihnen einfach ihre eigenen Worte immer wieder zurück in die dreckigen Hälse und lassen keine Lüge und keinen Betrug unkommentiert.
Vielleicht gibt es ja irgendwann eine europäische Verfassung die uns erlaubt vor einem europäischen Gericht gegen Leute wie Koch und Kumpane vorzugehen.
Interessant ist in Sachen Demagogie auch ein Artikel im Spiegel der natürlich die Ansichten von Aust und der Familie Mohn unterstützen muss und ebenfalls einen politischen Grund für die Anfänge der RAF negiert. Man spürt förmlich wie sehr Reinhard Mohr, der Sklave Bertelsmanns, den freien Denker Peymann hasst, genau wie das Berliner Ensemble und die Texte von Brecht. Dafür aber lobt er seinen Chef Aust, der angeblich ein Standardwerk geschrieben hat, das aber von allen mit einigermaßen Ahnung als Mumpitz mit viel Drumherum abgetan wird. Die Hitler-Tagebücher auf Spiegelniveau.






















