Lysis sieht Broders Migrantenstadl als Denunziantenstadl:
Neun der zehn Kandidaten, die es aus 29 000 Bewerbern in die Finalrunde der fünften Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) mit Chefjuror Bohlen geschafft haben, kommen aus Migrantenfamilien: Da sind Linda Teodosiu, Tochter einer Spanierin und eines Rumänen, und die gebürtige Holländerin Rania Zeriri, da tritt der aus dem Libanon geflüchtete Fady Malouf neben der aus Bosnien-Herzegowina geflüchteten Monika Ivkic an, der Vater von Sahra Drone ist Amerikaner, ihre Mutter Deutsch-Syrerin, während die Eltern von Stella Salato aus Sizilien stammen, Collins Owusu kommt aus Ghana, Jermaine Alford wurde in Houston, Texas geboren, Thomas Godoj schließlich kam in Polen zur Welt. Allein die Familie von Benjamin, dessen Vater auf den schönen Namen Gerd Herd hört, hat keinen Migrationshintergrund.
Ja das hört sich denunziatorisch an. Vielleicht ist es auch eine völlig verunglückte Förderung von Benjamin, der ja zumindest einen Broder angenehm im Ohr klingenden Vornahmen hat, auch wenn der Vatersname "Gerd Herd" dem Broder nicht so recht zu sein scheint. Aber das mit den Migranten muss man bei dem Border verstehen. Er weiß wie schwer man es als Migrant hat. Ich zitiere da mal eben Wikipedia:
Henryk Modest Broder (* als Henryk Marcin Broder am 20. August 1946 in Kattowitz, Polen)[1] ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.
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Broder entstammt einer polnisch-jüdischen Familie, mit der er 1958 über Wien nach Deutschland kam und zunächst in Köln lebte.
Es ist diese tiefe Scham über die eigene Heimatlosigkeit, die ihn so wütend auf die Migranten macht. Die hätten ja nach seiner Auffassung zu Hause bleiben können, während er als Kind mitgerissen von der Geschichte über Österreich nach Deutschland kam. Selbst Wikipedia ist sich nicht einig ob er nun Pole oder Deutscher ist. Der Ausweg ihn als Europäer zu sehen klappt leider aucht nicht.
Er hat es doch alles versucht. Er wollte als Jude in Israel leben. Aber der alte Witz traf auf ihn voll zu:
"Was ist Zionismus?
Eine Krankheit, von der man nur in Israel geheilt wird."
Es sieht das selbst natürlich als Versagen und kämpft dafür vermeintlich um so heftiger für Israel. Gerne auch mit denen die vielleicht eher doch nicht ganz so israelfreundlichsind, wie sie immer tun.
Er hat es schwer. Ständig mit dem Blick auf das Land der Erlösung, die USA. Dort nicht gewollt, Israel nicht gekonnt, ist er verurteilt hier zu sein. Nie angekommen in diesem ungeliebten Land. Migrant wider Willen. Das ist ein hartes Los. Vor allem im Alter. Er sieht die zweite Generation von Muslimen, die nicht mehr zurück in ihre Heimat wollen, wohlmöglich ihr Haus dort schon verkauft haben und sich als Deutsche fühlen.
Das ist nicht nur Neid, das ist tiefe Trauer. Anstatt uns über die Zerissenheit eines solche Menschen aufzuregen, oder schlimmer noch leidlich amüsiert billige Witzchen zu verlieren, verdient dieser Mann unser Mitgefühl. Während vielen von uns dieses Deutschland nicht Heimat sein kann, weil es zu viele Fehler hat, kann ihm kein Land Heimat bieten.
Alt und heimatlos. Das ist ein schweres Schicksal, das natürlich auch bestimmte verhärmte Formulierungen nach oben spült. Ja wenn er noch mal dreißig wäre. Dann könnte er der Sache vielleicht noch eine andere Richtung geben. Aber alt, müde und verhärtet in einem Kampf der nicht mehr gerecht werden kann und dazu noch festgelegt auf Positionen, die weit außerhalb der demokratischen und menschlichen Gesellschaft liegen, da wird man bitter. Wenn wir ihn schon nicht lieben können, sollten wir ihn achten. Einen geschlagenen Gegner demütigt man nicht noch zusätzlich.




















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