Wir alle wollen chemische Produkte in unserem täglichen Leben einsetzen, deshalb müssen chemische Produkte produziert werden. Die Firma Ineos macht genau das, in unser aller Interesse, im Chemiepark in Dormagen. Dort hat sich heute ein schwerer Unfall ereignet:
Bei einem Störfall im Chemiepark Dormagen ist am Montag eine bis zu 15 Meter hohe Stichflamme emporgeschossen. Der Rauch zog in Richtung Köln. Laut einem Sprecher der Firma Ineos ist um 14.30 Uhr ein Rohr mit dem Gas Ethylen aus ungeklärter Ursache undicht geworden. Menschen seien nicht verletzt worden.
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Wegen der starken Feuer- und Rauchentwicklung sei die Feuerwehr in großer Stärke im Einsatz. Angrenzende Gebäude wurden evakuiert. Anwohner wurden aufgefordert, aufgrund der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch die angrenzende Autobahn A57 musste wegen starker Sichtbehinderung zwischen dem Kreuz Köln-Nord und Kreuz Neuss-Süd gesperrt werden.
Unfälle passieren. Da hilft alle Vorsicht nichts und Rohre können eben auch aus ungeklärtern Ursachen undicht werden. Die Feuerwehr die für diesen Chemiepark zuständig ist, scheint kompetent gehandelt zu haben und ist wohl auch vernünftig ausgerüstet gewesen. Damit könnte diese Geschichte zu Ende sein.
Allerdings hatten wir vor fünf Tagen einen ähnlichen Unfall. Auf dem Gelände des Chemieunternehmens Bayer in Wuppertal in Nordrhein-Westfalen ist giftiges Ammoniak ausgetreten. es wurden rund 30 Menschen verletzt. natürlich alles bedauerliche Einzelfälle, die sich wie Perlen an einer Kette immer wieder nachweisen lassen.
Viel Chemieindustrie bedeutet eben auch viele bedauerliche Unfälle. Innerhalb von Chemieanlagen ist das ein Risiko mit dem wir wohl leben müssen. Totale Risikofreiheit bedeutet eben auch totalen Verzicht. Allerdings gibt es Risiken die man nicht haben muss.
Der Leverkusener Chemie-Multi Bayer will hochgiftiges Kohlenmonoxid per unterirdischer Pipeline von seinem Dormagener Werk zum Standort Krefeld leiten. Die auf der 67 Kilometer langen Strecke liegenden Kommunen sind davon ebenso wenig begeistert wie private Grundstücks- besitzerInnen und Umweltverbände. Im nordrhein- westfälischen Landtag sind CDU und FDP für die Errichtung der Giftgasleitung.
Die Pipeline geht durch ein Erdbebengebiet. Sie stellt den größten Giftgasspeicher der Welt dar, denn sie ist nicht nur Transportmittel sondern auch Pufferspeicher.
Prof. Dr. Falkenhain aus Bochum, ein Spezialist für Verfahrenstechnik mit 40-jähriger Erfahrung mit Kohlenmonoxyd im Kohleabbau hat errechnet und im Landtag NRW am 7.10.2007 vorgetragen, dass bei einem Loch von 5-6 Millimeter Größe die Menschen noch in 100 Meter Abstand innerhalb von ein bis zwei Minuten sterben, bei 4 Millimetern beträgt die Todeszone 57 Meter.
Außerhalb dieser Hochrisikozonen sind die Menschen jedoch nicht außer Gefahr, sondern sterben etwas langsamer, in 10 Minuten, 20 Minuten und später oder sie tragen im Überlebensfall schwere gesundheitliche Spätschäden davon. Völlig aussichtslos für Tausende von Menschen ist es bei einem Vollbruch durch Fremdeinwirkung Autoaufprall an der Autobahn (die Trasse verläuft weitgehend neben der Autobahn), Gewalteinwirkung, zum Beispiel durch Rammung mittels Stahlspundwand (siehe Experte Volkwart Hardes aus Celle), Schweißnahtbruch durch Erdbeben in unserem Erdbebengebiet, der Niederheinebene, Sabotage oder Terrorismus.
Dann kann die Todeszone sich je nach Windverhältnissen bis zu 1,5 Kilometer und noch weiter ausdehnen. Allein im Kreis Mettmann leben 143.000 Menschen im Bereich der unmittelbaren Gefahrenzone.
Leitungen können überall brechen. Eine solche Leitung mit einem geruchlosen und tödlichen Gift in derartigen Mengen ist absolut verantwortungslos. Den Feuerwehren und dem technischen Hilfswerk werden schon jetzt ständig die Mittel gestrichen. Sie können dieses Risiko nicht abdecken und jeder der etwas anderes behauptet ist ein Betrüger.
Natürlich sind diese 144.000 Menschen im Gefahrenbereich genauso übrig wie der Kindergarten und die Schule die direkt neben der Pipeline liegen. Es geht ja nur um Bürger die nichts zählen. Nicht für Bayer, denen es nur um Gewinne geht, die sie dann verspekulieren können oder zum verspekulieren an ihre Aktionäre weiterreichen. Erst muss das Geld um jeden Preis her, dann um jeden Preis wieder weg. Schwachsinn ohne Methode.
Natürlich könnte man die Pipeline sicher machen. Das wäre teuer, würde aber über hundert Jahre gerechnet, richtig Sinn machen. Allerdings sind Manager heute gerade noch in der Lage bis ins nächste Quartal zu blicken. Weiter reicht ihr Horizont nicht und dementsprechend dumm sind ihre Entscheidungen. Hätten die jemals Lehrgeld bezahlt, könnten sie es sich wiedergeben lassen. Sie haben eben nichts gelernt.
Schön ist auch zu sehen, das es egal ist ob ein Land vom neoliberalen, wirtschaftsfaschistischen Streinbrück, oder vom neoliberalen wirtschaftsfaschistischen Rüttgers geführt wird. Gleiche Brüder, gleiche Kappen, die gemeinsam über diese dummen Bürger lachen.
Wer Verwandte im Gebiet der Pipeline hat, sollte die ruhig noch ein paar mal zu sich einladen, auch wenn man sie eigentlich nicht leiden kann. Es ist nur eine Frage der Zeit. Nur Besuche sollte man dort nicht mehr machen. Das dürfte nach der Inbetriebnahme doch ein wenig zu gefährlich sein.




















Stadtgas bestand im Wesentlichen aus Methan und Kohlenstoffmonoxid.
In Mariendorf stand eine riesige Kokerei, bei der Steinkohle in Koks, Stadtgas, Ammoniak, Benzol und Phenol gespalten wurde. Es kamen eine Reihe von Selbstmorden vor, als es noch Küchenherde ohne Zündsperre gab. Selbstmorde aufgrund der Giftigkeit von Kohlenstoffmonoxid sind nunmehr ausgeschlossen, da Berlin mit Erdgas aus Russland versorgt wird, das überwiegend aus Methan besteht. Vor kurzem hat jedoch ein Jugendlicher ein Haus in Berlin-Steglitz pulverisiert, als er im Keller an Gas-Armaturen hantierte. Methan ist zwar nicht giftig aber explosiv. Und überall durch Deutschland ziehen Erdgaspipelines, meist gekennzeichnet durch gelbe Säulen und orange Schilder drauf.
Um die Wende herum gingen eine Reihe von Bäumen vorwiegend in Ostberlin ein, weil aus den Gasleitungen Methan austrat und die Luft in der Erde verdrängte. Inzwischen sind die meisten wenn nicht alle Gasleitungen in Berlin saniert, indem sie mit einer Kunststoffschich ausgekleidet wurden.