Ich halte die Engländer ja schon immer für ein sonderbares Völkchen. Oft kommt mir das, was liebevoll der "Spleen" genannt wird, eher wie eine ausgewachsene Vollmeise vor. Dummerweise ist die Forderung nach frühzeitiger Gewinnung möglicherweise krimineller DNA kein Problem von ein paar durchgeknallten englischen Polizisten, auch wenn das auf den ersten Blick so aussehen mag:
Die britische Polizei sucht nach Möglichkeiten, potentielle Straftäter möglichst umfassend in DNA-Datenbanken zu erfassen. Ein hochrangiger Gerichtsmediziner sorgt nun mit einem neuen Vorstoß für Aufregung: Gary Pugh, Direktor der Forensik in Scotland Yard, fordert, von Kindern mit "auffälligem Verhalten" schon im Kindergarten DNA-Proben zu nehmen.
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Die "Karriere" dieser "richtigen" Rechtsbrecher beginne bereits im Alter zwischen zehn und 13 Jahren, besagt auch eine Studie des "Institute for Public Policy Research" (IPPR). Diese fordert, Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren mit Verhaltenstherapie auf den "Pfad der Tugend" zu bringen. Eine Analyse von Risikofaktoren könnte bereits im Alter zwischen fünf und sieben Jahren zu Ergebnissen führen.
Caesare Lombroso behauptete 1895 in seinem Buch "The Female Offender", dass der "geborene Verbrecher" ebenso "primitive" Gesichtszüge aufweise, wie amerikanische Schwarze oder Ureinwohner. Er ging davon aus, das es alleine die Vererbung sei, die den Menschen zu einem Verbrecher mache. Andere gingen davon aus das Umwelt und soziologische Hintergründe dazukommen müssten. Eine der besten Auseinandersetzungen mit diesem Thema bietet Dr. Silviana Galassi mit ihrem Buch "Kriminologie im Deutschen Kaiserreich"
Im Ungeiste Lombrosos operierten dann auch die Nazi-Rassisten und ihr Prof. August Hirth:
Ein besonderes Kapitel stellt die gezielte Ermordung von Menschen dar, um sie anschließend der Anatomie zuzuführen. Man denkt unwillkürlich an das Anlegen der „jüdischen Skelettsammlung“ durch den Straßburger Ordinarius für Anatomie, August Hirth. Er ließ 80 im KZ Auschwitz ausgewählte „jüdisch-bolschewistische Kommissare“, die seiner Meinung nach ein „charakteristisches Untermenschen töten, um ihre Schädel für die „Wissenschaft“ sicherzustellen
Egal ob die Rassenfanatiker der Nazis oder die Auslesetheoretiker unserer heutigen Neoliberalen, beide berufen sich grundsätzlich auf Francis Galton. Kirsten Knaack hat in ihrer Examensarbeit im Fach Lernbehindertenpädagogik unter dem Titel "Die Hilfsschule im Nationalsozialismus" eine hervorragende Schilderung dieser Gedankenwelt geliefert:
Die Grundlage der Rassenhygiene an sich stammt von einem Cousin Charles Darwins, Francis Galton (1822-1911), der seine Theorie „Eugenik“ betitelte. Er versuchte, die Vererbung seelischer Eigenschaften zu beweisen und beurteilte den Zustand der Menschheit als einen Niedergang der „Befähigten“ (Galton, S.367), die von den „Untauglichen, Kränklichen und Verzweifelten majorisiert“ würden (ebd., S.378).Die Bevölkerung müsse begrenzt werden und die Tauglichsten gefördert werden anstatt der Schwachen (vgl. ebd.). Dies implizierte auch die Vernichtung von ‚Minderwertigen‘. 1904 stellte er sein eugenisches Konzept in einer Vorlesung vor (vgl. Drechsel, S.98), präzisiert durch die Möglichkeit der Aufwertung und Vervollkommnung einer ‚Rasse‘.
Die eugenische Idee fand in Europa und den USA rasche Verbreitung (vgl. ebd., S.99); gestützt wurde sie von der Keimplasmatheorie August Weismanns[8] sowie den Vererbungsregeln Gregor Mendels[9] (vgl. ebd., S. 100 ff.). Die Mendelschen Regeln bestärkten die Eugeniker im „Glauben an die Vererbbarkeit aller menschlicher Eigenschaften, eben auch Schwachsinn, Kriminalität, Alkoholismus und Asozialität.“ (ebd., S.103)
Sie erklärt uns auch die Grundlagen der Rassenhygiene und weist ohne Wertung auf die Entwicklung hin.
Ich möchte es bei einem Zitat von Alfred Ploetz belassen, das meines Erachtens auf ein Hauptproblem hinweist:
Die massivste Gefahr sei aber die mangelnde Fortpflanzung der ‚Tüchtigen‘, im Gegensatz zu den ‚Untüchtigen‘, die noch dazu staatliche Förderung erhielten. Im Interesse der Aufwärtsentwicklung der Menschen müsse hier gesellschaftlich gegengesteuert werden
Ich könnte es ja ganz lieb und vorsichtig fomulieren, aber es geht um den Schwanz. Ob wir es "Doof fickt besser" oder Schwanzneid nennen, die durchgeistigte Elite hatte immer Angst überwuchert zu werden. Egal ob von Juden, Zigeunern, Verbrechern oder wie heute von Armen und Muslimen. Rassismus ist immer eine Angstreaktion.
Meist sind es die tumben Geister, die unglücklich mit ihren eigenen sexuellen Möglichkeiten, neidzerfressen auf die anderen sehen und von Eurabia oder Überwucherung reden. Für unseren jetzigen Fall ist nur wichtig das es um Angst geht.
Wir wissen heute, dass Darwin mit seiner Evolutionstheorie recht hatte, dass die Rassenlehre Blödsinn ist, genau wie Lehre der Kreationisten und die meisten wissen auch, das die Schwarzen zum Leidwesen einiger Frauen und Männer auch nicht signifikant besser ausgestattet sind, als die Weißen. Wir könnten also alle fröhlich und in Frieden leben, wenn da nicht so ein kleiner Wurm wäre.
Sicher haben wir die DNA des Menschen weitgehend entschlüsselt, aber da wir immer noch nicht den Zweck eines jeden Gens mit Vor- und Nachnamen benennen können, gibt es bei einigen Herrschaften immer noch einen feuchten Traum. Das Gen des Verbrechens. Das Arbeitsscheu Gen. Das Gen der sexuellen Zügellosigkeit.
Man würde doch so gerne die Menschen katalogisieren, aufteilen, um sie früh selektieren zu können. So früh wie möglich. Tatsächlich gibt es einiges was uns die DNA eines Menschen verraten kann. Anlagen für bestimmte Krankheiten gehören dazu. Genetische Fehlbildungen die spätere Krankheiten bedingen. Würde man jetzt bei Kindern im Kindergartenalter eine breite Erfassung durchsetzen können, ist der Schritt zur pränatalen DNA Analyse und zum gesellschaftlich bedingten zwangsweisen Schwangerschaftsabbruch nicht mehr weit.
Natürlich gehen Polizisten immer davon aus, das alle Menschen potentielle Straftäter sind, wie Versicherungsvertreter in allen Menschen potentielle Versicherungskunden sehen und Hufschmiede Menschen oft für übrig halten, wenn diese keine Pferde besitzen.
Die Leute die hinter immer breiteren und immer früheren DNA-Tests stehen, haben aber meist völlig andere Interessen. Sie wollen an der Rampe des neuen Ausschwitz, geistig neben Mengele stehen und sortieren. Die vermeintlich Guten an die Arbeit, die vermeintlich Bösen in den Tod.
Wir müssen uns nur vorstellen das Morgen ein Wissenschaftler auftritt und uns erzählt das er das Verbrechensgen gefunden hat. Alle Leute die dieses Gen haben werden Verbrechen begehen oder haben bereits welche begangen. Wir könnten das Verbrechen ein für alle mal ausrotten wenn wir diese Leute kastrieren und einsperren. Da das Einsperren aber sehr teuer wäre, könnte man diese Leute auch auf eine Insel bringen und dort sich selbst überlassen. Bei Schwangerschaften würde schon auf dieses Gen hin untersucht und im Zweifelsfall abgetrieben.
Wie viele würden froh sein das Verbrechen los zu werden und zustimmen. Mehr als siebzig Prozent? Was ist mit mir und meinem Nachbarn, der hat so komische Augenbrauen. Die Nazis haben kastriert und gemordet. Geistig Schwache, Lebensunwerte. Das geht ganz schnell, wenn man erst einmal angefangen hat. Was ist eigentlich mit ihren Genen. Gehen sie doch mal vor den Spiegel vielleicht haben sie ja auch ein Verbrechergesicht? Vorsicht kann ich da nur raten. Große Vorsicht.




















Gattaca